DE969872C - Thermische, mit Wechselstrom betriebene Ausloesevorrichtung - Google Patents
Thermische, mit Wechselstrom betriebene AusloesevorrichtungInfo
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- DE969872C DE969872C DES31754A DES0031754A DE969872C DE 969872 C DE969872 C DE 969872C DE S31754 A DES31754 A DE S31754A DE S0031754 A DES0031754 A DE S0031754A DE 969872 C DE969872 C DE 969872C
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine thermische Auslösevorrichtung, insbesondere ein Überstromrelais.
Ein solches Relais ist für Wechselstromkreise gedacht, kann in Luft oder in öl arbeiten und gewährleistet
auch bei sehr hohen Überlastungen eine gleichbleibende und zuverlässige Arbeitsweise.
Es sind Auslösevorrichtungen bekannt, welche als temperaturempfindliches Organ einen magnetischen
Körper haben, der bei einer bestimmten Erwärmung seine magnetischen Eigenschaften verliert und dadurch
einen Arbeitsvorgang, z. B. das öffnen oder Schließen eines Kontaktes, bewirkt oder einleitet.
Die z.B. aus der deutschen Patentschrift 438 121 und der britischen Patentschrift 295 039 bekannten
Vorrichtungen haben zur Erwärmung des temperaturempfindlichen magnetischen Körpers Transformatoren
und Heizspulen, oder aber sie werden selbst in den zu überwachenden Stromkreis eingeschlossen,
wie es z. B. nach der deutschen Patentschrift 649 369 der Fall ist, und durch den Strom selbst erwärmt,
welcher durch den thermomagnetischen Körper fließt. Diese Anordnungen verlangen aber
besondere Aufwendungen für zusätzliche Einrichtungen, wie z. B. die obenerwähnten Transformatoren
und Heizspulen mit ihren Zuleitungen, Anschlußklemmen usw.
809 575/57
Zur Vermeidung dieser Nachteile ist schon vorgeschlagen worden, den magnetischen Körper durch
Wirbelstrombeheizung zu erwärmen.
Die Erfindung betrifft die vorteilhafte weitere
Ausbildung einer solchen Auslösevorrichtung. Sie bezieht sich daher auf eine thermische, mit Wechselstrom
betriebene Auslösevorrichtung mit einer Magnetspule, insbesondere auf ein Überstromrelais
mit einem temperaturempfindlichen magnetischen
ίο Körper, welcher bei einer bestimmten Erwärmung
seine magnetische Eigenschaft verliert und nur durch von Wirbelströmen erzeugte Wärme beheizt
wird. Die Erfindung besteht darin, daß der magnetische Körper selbst eine Sekundärwicklung der.
Magnetspule bildet, welche von dem zu überwachenden Strom durchflossen wird, und daß er mit einem
oder mehreren selbst Wirbelströme erzeugenden Körpern derart verbunden ist, daß die von diesem erzeugte
Wirbelstromwärme auf den magnetischen
ao Körper durch Leitung unmittelbar oder Strahlung mittelbar übergehen kann. Durch diese Erfindung
wird der Vorteil erreicht, daß der temperaturempfindliche magnetische Körper schneller als bei
den bekannten Auslösevorrichtungen erwärmt wird.
Besonders günstig ist es, wenn man den magnetischen Körper als Zylinder ausbildet und diesen
zwischen zwei Zylindern anordnet, welche Wirbelstromwärme erzeugen. Das hat den Vorteil, daß die
Auslösevorrichtung geringe Abmessungen hat.
Wird der magnetische Körper gemäß der weiteren Erfindung als beweglicher Magnetanker ausgebildet,
so ergibt sich dadurch eine weitere Platzersparnis.
Man kann ein schnelles Ansprechen der Auslösevorrichtung
noch dadurch erreichen, wenn man diese in der Weise verbessert, daß alle Körper,
welche Wirbelstromwärme erzeugen, von einem Schutz umgeben sind, der ein Abstrahlen der Wärme
verhindert. Das kann z. B. in der Weise geschehen, daß diese Körper im Innern der Magnetspule liegen,
welche von dem zu überwachenden Strom durchflossen wird.
Die Auslösevorrichtung gemäß der Erfindungkann noch mit einer einstellbaren Einrichtung in Gestalt
eines Ausbiegungs- bzw. eines Ausdehnungskörpers, z. B. eines Bimetallkörpers, ausgerüstet sein, dessen
Kraft der Auslösekraft entgegenwirkt. Dadurch wird eine Kompensation der Schwankungen der Außentemperatur
erreicht.
Außerdem kann zur Einstellung bzw. Regelung der Auslösezeit der Elektromagnet mit einem Eisenrückschluß
mit verstellbarem Luftspalt versehen sein.
Im folgenden ist die Erfindung an Hand der Fig. ι bis 3 der Zeichnung erläutert.
Fig. ι zeigt ein Überstromrelais als Ausführungsbeispiel. Die Spule 1 liegt in dem zu schützenden
Stromkreis. Der isolierende Spulenkörper 2 trägt einen Sockel 3, an welchem die Kontakteinrichtung
befestigt ist. Im Innern der Spule befindet sich ein Kupferzylinder 4 und ein ortsfester Magnetpol 5.
Dieser trägt an seinem oberen Ende einen Ring aus einer Stahllegierung 16, z. B. aus »Invar«, einer
Stahlnickellegierung mit 36% Nickelgehalt, die einen Curiepunkt, der vorzugsweise über ioo° C
liegt, besitzt. Beispielsweise ist eine Stahlnickellegierung mit einem Curiepunkt bei etwa 125 ° C geeignet.
Auf dem Ring 16 ruht lose ein beweglich in einer Messinghülse 7 geführter Tauchanker 6.
Wird das Polstück 16 magnetisiert, so hält die magnetische Kraft der Wicklung 1 den Tauchanker
fest gegen seine untere Auflage. Überschreitet die Stromstärke der Wicklung 1 einen bestimmten
Wert, so entstehen Wirbelströme insbesondere in dem Kupferrohr 4, so daß die Temperatur des aus
der Legierung bestehenden Teils 16 deren Curiepunkt nach einer gewissen Zeit überschreitet, so daß
die magnetische Haltekraft zwischen dem Teil 16 und dem Anker 6 nachläßt. Infolgedessen wird nunmehr
der Tauchanker von dem oberen ortsfesten Magnetpol 15 angezogen. Dabei treibt er die Betätigungsstange
8 an und trennt die Kontaktstücke g, 10, die normalerweise durch den federnden Arm 13
geschlossen gehalten werden.
Mit dem unteren Magnetpol 5 steht eine exzentrische Stahlscheibe 11 in Verbindung, durch deren
Drehung um den Achsbolzen 19 ein Luftspalt 12 in
dem eisernen Rückschluß des Elektromagneten verstellt wird. Auf diese Weise läßt sich die Wirbelstrombildung
beeinflussen. Diese Einstellvorrichtung kann mit einer Eichung (Zeiger 21) versehen
werden. Mittels der Mutter 18 läßt sich die verstellbare Scheiben gegebenenfalls festklemmen.
Bei Entregung der Spule geht das Relais von selbst in seine Ruhelage zurück. Durch Anbringen
einer von Hand auslösbaren Verklinkung für das bewegliche Schaltglied, wie sie nicht mit dargestellt
ist, läßt sich außerdem auch leicht eine willkürliche Wiedereinschaltung bzw. EntSperrung schaffen.
Durch entsprechende Bemessung des magnetischen Kreises kann man eine augenblickliche Auslösung
bei sehr hohen Strömen infolge Sättigung der Teile des unteren Magnetpols erhalten.
Fig. 2 zeigt eine Temperaturkompensationseinrichtung für die Anordnung nach Fig. 1 mit einem
Bimetall 22, das mittels einer Schraube 23 einstellbar ist und Einflüsse der Raumtemperatur kompensiert.
Bei Zunahme der Raumtemperatur biegt sich das Bimetall, dessen Kraft der Anziehungskraft des
oberen Magnetpols entgegenwirkt, in Pfeilrichtung nach unten. Durch Drehen der Schraube 23 läßt sich
die Auslösetemperatur verändern. Damit die Wärme der Spule das Bimetall nicht beheizt, kehrt man in
diesem Falle das Relais zweckmäßig um.
Dieses einstellbare Relais kann sowohl in Luft als auch unter öl arbeiten. Soll es unter öl arbeiten, so
wird es zweckmäßig mit Schlitzen zum Hindurchtreten des Öls versehen. An Stelle einer Stahlnickellegierung
kann man auch eine Kupfernickellegierung (z.B. »Monelmetall« )verwenden. Ferner läßt
sich der Curiepunkt einer Stahlnickellegierung, beispielsweise durch geringe Zusätze von Silizium
oder Chrom, beeinflussen.
Die Möglichkeiten zur Anwendung und Ausführung der Erfindung beschränken sich nicht auf das
hier im einzelnen geschilderte Beispiel. So läßt sich
die Erfindung insbesondere auch für Temperaturregelgeräte ausnutzen.
Claims (6)
1. Thermische, mit Wechselstrom betriebene Auslösevorrichtung mit einer Magnetspule, insbesondere
Überstromrelais, mit einem temperaturempfindlichen magnetischen Körper, welcher bei einer bestimmten Erwärmung seine magnetische
Eigenschaft verliert und nur durch von Wirbelströmen erzeugte Wärme beheizt wird,
dadurch gekennzeichnet, daß der magnetische Körper (i6) selbst eine Sekundärwicklung der
Magnetspule (ι) bildet, welche von dem zu überwachenden Strom durchflossen wird, und daß er
mit einem oder mehreren selbst Wirbelstromwärme erzeugenden Körpern (4, 7) derart verbunden
ist, daß die von diesem erzeugte Wirbelstromwärme auf den magnetischen Körper (16)
durch Leitung unmittelbar oder durch Strahlung mittelbar übergehen kann.
2. Auslösevorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der magnetische
Körper (16) als Zylinder ausgebildet ist, welcher zwischen zwei Wirbelstromwärme erzeugenden
Zylindern (4, 7) angeordnet ist.
3. Auslösevorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der magnetische
Körper (16) als beweglicher Magnetanker (6) ausgebildet ist.
4. Auslösevorrichtung nach Anspruch i, 2
oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß alle Wirbelstromwärme erzeugenden Körper (4, 16, 7) von
einem Wärmeabstrahlungsschutz umgeben sind, indem sie im Innern der Magnetspule (1) liegen,
welche von dem zu überwachenden Strom durchflossen wird.
5. Auslösevorrichtung nach Anspruch 1 und einem oder mehreren der Ansprüche 2 bis 4, gekennzeichnet
durch eine einstellbare Vorrichtung zur Kompensation der Außentemperatur in Gestalt eines Ausbiegungs- bzw. Ausdehnungskörpers (Bimetall 22), dessen Kraft der Auslösekraft
entgegenwirkt.
6. Auslösevorrichtung nach Anspruch 1 und einem oder mehreren der Ansprüche 2 bis 5,
gekennzeichnet durch einen Elektromagneten mit Eisenrückschluß mit verstellbarem Luftspalt
(12).
In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschriften Nr. 649369, 647747, 939. 452 S2O, 438 121;
Deutsche Patentschriften Nr. 649369, 647747, 939. 452 S2O, 438 121;
britische Patentschrift Nr. 295 039; ETZ, 1924, S. 1135·
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
,© 809 575/57 7.58
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
| US347636A US2347018A (en) | 1940-07-26 | 1940-07-26 | Overload relay |
Publications (1)
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| DE969872C true DE969872C (de) | 1958-07-24 |
Family
ID=23364576
Family Applications (2)
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|---|---|---|---|
| DES31754A Expired DE969872C (de) | 1940-07-26 | 1941-01-25 | Thermische, mit Wechselstrom betriebene Ausloesevorrichtung |
| DES9895D Expired DE970329C (de) | 1940-07-26 | 1941-07-27 | Thermische Ausloeseeinrichtung |
Family Applications After (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DES9895D Expired DE970329C (de) | 1940-07-26 | 1941-07-27 | Thermische Ausloeseeinrichtung |
Country Status (3)
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|---|---|
| US (1) | US2347018A (de) |
| CA (1) | CA432267A (de) |
| DE (2) | DE969872C (de) |
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1940
- 1940-07-26 US US347636A patent/US2347018A/en not_active Expired - Lifetime
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- 1941-07-27 DE DES9895D patent/DE970329C/de not_active Expired
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Also Published As
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| DE970329C (de) | 1958-09-11 |
| US2347018A (en) | 1944-04-18 |
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