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Drehbarer Röst- oder Kalzinierofen Die Erfindung betrifft einen Drehofen
mit einer mit Einschnürungen und spiralförmigen Führungsrippen versehenen Innenwand,
der zur Aufbereitung von bei der Herstellung von Roheisen, Zement und anderen Erzeugnissen
verwendeten Rohstoffen dient.
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Aufgabe der Erfindung istes, den Durchsatz und Wirkungsgrad eines
solchen Kalzinierofens bei gleichzeitigler Verringerung der Wärmeverluste und damit
des Brennstoffverbrauchs zu erhöhen. Überdies kann mittels der weiter unten besch:riebenen
Einrichtungen und des beschriebenen Verfahrens verhütet werden, daß als Staub abgeschiedenes
Konzentrat durch den Schornstein eutweicht, was nicht nur eine Materialeinsparung
bedeutet, sondern auch das lästige Niederschlagen dieses Staubes in der weiteren
Umgebung des Werkes verhütet.
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Ein weiterer Zweck der Erfindung ist es, zu vermeiden, daß sich in
dem heißen kritischen Bereich der Ofenzone ein dicker Wulst von verschmolzenem Arbeitsgut
absetzt, dessen Entfernung in Öfen bisher üblicher Bauart periodisch wiederkehrende
und kostspielige Stillegungen nötig macht.
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Gemäß der Erfindung wird der Röst- oder Kalzinierofen, der als schräg
liegender Drehofen ausgebildet ist, mit einer Vielzahl von spiralföri-nig angeordneten
Führtingsrippen ausgerüstet die dazu dienen, das Arbeitsgut dauernd umzuschichten,
damit eine größtmögliche Fläche desselben den entgegengesetzt zur Bewegungsrichtung
des Arbeitsguts strömenden Heizgasen ausgesetzt ist.
Weiterhin sind
im Ofen in Abstand voneinander ringförmige Staudämme angebracht, deren Funktion
darin besteht, die Feuergase so urnzulenken, daß sie nicht mit dem ArMtsgut in B#erühru,ng
kommen, wenn sich dieses in der pla-stischen Zone des Ofens befindet, in der das
Arberitsgut gerade einen plastisch #,erformbaren Zustand erreicht hat.
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In Drehrohröfen, in denen verschiedene Mat-erialien gleichzeitig kalziniert
werden, sind zwei nebeneinanderliegende, schraubenlinienförmige Führungsnuten bereits
1--,ekannt. Diese Führungsn-uten müssen aber eine sehr geringe Steigung haben, damit
ein Umschichten des Brenngguts, das zu einer Vermischung der beiden gleichzeitig
zu kalzinierenden Materialien führen würde, mit Sicherheit vermieden werden kann.
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Ebenfalls sind bereits Drehrohröfen bekannt, die mit einer in der
vorderen, d. h. dem Beschickungsende des Ofens am nächsten liegenden Ofenhälfte
angeordneten Einschnürung versehen sind, die zwischen der Kalzinierzone und der
Vorwärmzone liegt. Durch diese Einschnürung -werden die Feuergase in der Kalzinierzone
gestaut, wodurch eine bessere Wärmeausnutzung erzielt werden soll. Eine Kontrolle
von in der Nähe des Auslaßendes des Ofens in plastischem Zustand übergegangenem
Brenngut läßt sich hierdurch nicht erreichen.
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Ferner sind Drehrohröfen bekannt, die mit spiralförmig mit großer
Steigung verlaufenden Trennwänden versehen sind, die die Ofen in spiralförmige Kammern
unterteilen, welche durch kleine Öffnungen miteinander verbunden sind.
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Der erfindungsgemäße, drehbare Röstofen besteht aus einem zylindrischen
St#hlmant#el, der mit schichtenförmig angeordnetem, feuerfestem Material ausgekleidet
ist, wobei auf -der nach dem Ofeninnern zu liegenden Seite des feuerfesten Materials
eine Graphitschicht aufgetragen ist, die den Mantel zusätzlich isoliert und deren
Ha#uptz-%#".eclz darin besteht, daß sie ein Anhaften von im plastischen Zustandbefindlichen
Arheitsgut an der feu,-"rfesteii Auskleidung verzögert.
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Im weiteren Sinne -umfaßt die Erfindung sowohl Einrichtungen der beschriebenen
Art als auch ein \Terfahren zum Rösten von verschiedenartigen Mineralien, wobei
in dem Verfahren die folgenden Abschnitte enthalten sein sollen: Das Fortbewegen
des hohen Temperaturen ausgesetzten Arbeitsguts entlang eines rotierenden, isolierten
Raumes; das periodische Umschichten des in einem noch. nicht plastischen Zustand
befindlichen Arbeitsguts, -um ,eine größtmögliche Fläche desselben -den Heizgasen
aussetzen zu können; das Verzögern des im plastischen Zustand befindlichen Arbeitsguts;
das Ab-
lenken d'er Heizgase von dem im plastischen Zustand befindlichen Ar-beitsgut
und das endgültig,-Kühlen des Arbeitsguts bei gleichzeitigem Entfernen und: Einsammeln
des Eisenerzstaubes.
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Weitere die erfindungsgemäßen Vorrichtungen und das erfindungsgemäße
Verfahren betreffende Einzelheiten sind aus der folgenden Beschreibung und den Figuren
zu entnehmen, von denen Fig. i eine Seitenansicht eines Röstofens der erfindungsgemäßen
Bauart darstellt, Fig. 2 eine perspektivische Ansicht eines Ofenquerschnitts ist,
Fig. 3 eine perspektivische Ansicht eines Ofenlängsschnitts ist, der die
das Arbeitsgut verzögernden Staudämme zeigt, Fig. 4 eine Eildansicht der Halterungen
für die Führiungs,rippen zeigt, Fig. 5 eine Seitenansicht der in Fig. 4 gezeigten
Halterung ist, Fig. 6 eine Teilansicht bzw. ein Teilschnitt der Beschickungseinrichtung,
des Schornsteins und der Heizvorrichtung für das zur vorhergehenden Naßaufbereitung
dienende Wasser ist, Fig. 7 eine perspektivische Teilansicht eines Ofens
ist, dessen feuerfeste Auskleidung noch nicht angebracht ist, Fig. 8 ein
Querschnitt eines Röstzylinders ist, der schematisch die Wirkungsweise des Ofens
ohne Fähilungsrippen zeigt, Fig. 9 ein Querschnitt eines Röstzvlinders ist,
der schematisih die Wirkungsweise d#s Ofens mit Führjungsrippen zeigt, Fig. io und
ii schematisch die Wirkungsweise des Ofens- ohne Führungsrippen zeigen, Fig. 1:2
schematisch den Ablauf des Röstvorganges im Ofen zeigt und Fig. 13 ein Teilquerschnitt
eines Ofens anderer Bauart ist.
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Zuerst sei auf Fig. i Bezug genommen, in der der weiter unten im einzeln-en
beschriebene eigentliche Ofen mit io bez-,-ichii2t ist. Der Ofen kann in verschiedenen,
von der Art des zu verarbeitenden Materials abhängenden Abmessungen gebaut sein.
Er ist schräg angeordnet"und sein oberes Ende ist an eine fest-stehende zylindrische
Beschickungskammer ii drehbar angeschlossen, die ihrerseits mit dem Schornstein
in Verbindung steht.
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Das untere oder Auslaßende des Ofens ist in einer eine Drehbewegung
zulassenden Weise an einen zylindrischen Stutzen 13 des feststellenden Ofenteils
14 angeschlossen. Der Teil 14 ist mit einem Brenner versehen, dem Brennstoff durch
die Leitung 15 zugeführt wird. Brenner beliebiger Art können verwendet werden, vorzugsweise
aber Kohlenstaubb,renner. Der Teil 14 dient auch als Leitvorrichtung, um das aus
dem Ofen austretende Arbeitsgut nach dem Kühlzylinder 16 zu überführen. Der Ofen
wird zwischen seinen Enden durch die Säulen 17 abgestützt. Zwei dieser Säulen tragen
Führiungsrollen 18 für die Führungs.ringe ig des Ofens, -während auf der in der
Mitte liegenden Säule der mit dem Zahnkranz 2o zusammenwirkende Antriebsmechanismus
des Ofens angeordnet ist.
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Aus Fig>. 7 sind Einzelheiten des Ofens zu entnehmen, dessen
Stahlmantel mit io bezeichnet ist. Innerhalb des Mantels io befindet sich eine Anzahl
von Führungsripp2n 21, die aus hitzebeständigem Chromstahl hergestellt sind. Diese
Rippen sind spi-ralförrnig angeordnet und erstrecken sich über die ganze Länge des
Ofens. Die Zahl dieser Führungsrippen
und ihre Steigung ist maßgebend
füi die Geschwindigkeit, mit der das Arbeitsgut durch den Ofen geführt wird.
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In den Fig. 4 !und 5 ist eine der zur Befestigung der Führungsrippen
dienenden Halterungen 22 gC-zeigt, die mit größtmöglichem Abstand. voneinaiid --r
an der Innenwand des Alantels io angebracht und so konstruiert sind, daß der Wärmeübergang
durch die Rippen von dem Ofeininnern nach der Aul32nwand des Mantels so klein als
möglich gehalf,-n werden kann. Jede der Führungsrippen wird durch eine Vielzahl
dieser Halterungen 22 befestigt, die mit zwei Ansätzen versehen sind, zwischen denen
die Führungsrippe durch Schweißen befestigt wird. Es ist züi ersehen, daß bei der
gezeilgten Befestigungsart zwischen Führungsrippen und Ofenmantel ein Zwischenrazin
vorh#tiid,-2ii ist.
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An der Innenwand des Mantels io und unterhalb der Führungsrippen 21
wird eine Schicht von plastischem, isolierendem Material 23 angebracht. Dies
Material wird fest in die Zwischenräume zwisch#en Rippen und Mantel hineingedrückt
und wird von selbst hart. Auf dieser plastischen Isolierschicht werden Schamottesteine
verlegt, die diese Schicht vollständig abdecken. Die Schamottesteine werden durch
feuerfesten Zement oder in einer anderen geeigneten Art so gut befestigt, daß sie
sehr Z,
hohen Temperaturen lange Zeit standhalten können. In einem Ofen ohne
Führungsrippen bildet das Erz auf der -anzen Länge des ungefähr go in ]angen Zvliiid#ers
am Ofenboden ein segmentförmiges Bett. Am Beschickungsende des Ofens wird das
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harte Erz bei einer Drehbewegung des Ofens ungefähr go cm angehoben werden,
bevor es wieder in seine Ausgangslage abrutscht (s. Fig. 8). Dieses Anheben
und Abrutschen findet gleichzeitig entlang der ganzen Länge des Ofens statt. Ein
kleiner Teil der oberen Schicht der Erzmasse wird jedoch schon eher abrutschen oder
herunterrollen, bevor die Hauptmasse des Erzes nach unten abrutscht. Diese obere
Schicht des Erzbettes ist mit den durch den Of-en hindurchströrnenden Heizgasen
in un-Z, mittelbarer Berührung. Infolgedessen ist die Überleitung der Wärme von
der oberen Scbiclit auf den unter-en Teil der Erzmasse wegen der verhältnismäßig
kleinen, den Heizgasen ausgesetzten Fläche des Erzbettes sehr langsam. Auf Grund:
des Auf-und Abrutschens und der langsamen Fortbewegung des Erzes in Richtung des
Ofenauslasses kann der untünliegende Teil des Erzbettes unter Umständen erst an
die Oberfläche gelangen, wenn das Erz sich schon ungefähr 2o in in Richtung auf
die heiße Zone des Ofens bewegt hat. Der Ablauf der Reaktion wird dadurch sehr verlangsamt,
was letzten 1.#-.iides zu einem geringeren Eisengehalt des aufbereiteten Guts fübrt.
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Bei seiner Bewegung nach dem unteren Ende des Ofens gelangt das Arbeitsgut
in einen Bereich, in dem die Temperatur allmählich ansteigt. Verschiedene Formeln
sind vorgeschlagen worden, nach denen die Reaktionsgeschwindigkeit in
Ab-
hängigkeit vom Temperaturanstieg 1)--,stiii-imt wert' z# den l#4inn. Wenn
auch diese Formeln erlieblieli voneinander abweichen, stimmen sie doch darin überein,
daß die Reaktionsgeschwindigkeit bei ansteigender Temperatur außerordentlich schnell
zunimmt. Wenn es sich z. B. beim Aufbereitungsgut um Siderit oder Eisenkarbonat
handelt, ist es erwünscht, das CO2 aus dem Erz zu entfernen. Hieraus ergibt sich,
wie wichtig es ist, eine größtmögliche Fläche des Erzbettes den Feuergasen auszusetzen,
um die pyrochemische Reaktion während der Bewegung des Erzes in Richtung auf die
-heiße Zone d.-s Ofens zu beschleunigen.
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Wünn das Erz eine ungefähre Temperatur von 9.go' C erreicht
hat, beginnt es weich zu werden. Bis zum Erreichen einer Temperatur von
1038' C
tritt eine weitere Erweichung des Erzes ein. Diesen Zustand des Erzes
kann man als vorplastisch oder als Übergang zum plastischen Zustand bezeichnen.
Von 1038 bis 10930 C befindet sieh das Erz im ersten Stadium des Plastischwerdens,
für das ungefähr eine Ofenlänge von q# in vorgesehen ist. Diese Zone wird# als heiße
Zone bezeichnet und liegt in der Nähe des Anslaßendes des Ofens, wo sich der Brenner
befindet, dem die zur Erreichung der erwünschten Temperatur benötigte Brennstoff
-menge durch Rohr 15 zugeführt wird. jedoch bedeutet &_r oben angegebene Wert
von 1038' C
nicht, daß dies die höchste erreichbare Temperatur ist. Verschiedene
Mineralien benötigen verschieden hohe TemperatuTen zu ihrer Aufbereitung. Die erwünschten
Temperaturen lassen sich durch Regelung des zugeführten Brennstoffes einstellen.
Wenn das Erz durch die plastische Zone hind-urchgegangen ist, gelangt es in die
nachplastische Zone und dann in die Küblungs- bzw. Pulverisationszone.
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Sind keine Führungsrippen 2 1 vorhanden, so wird das Erz, wenn es
den plastischen Zustand erreicht hat, weiterhin in seinem erweichten Zustand in
derselben Weise wie in der vorplastischen Zone durch die Drehbewegung des Ofens
angehoben werden und wieder abrutschen. Die pyrochemische Reaktion des Erzes führt
zu einer allmählichen Anreicherung desselben bei seiner Bewegung vom Beschickuingsende
zum A#uslaßende des Ofens. In der plastischen Zone befindet sich das Erz im weichsten
Zustand. Das Gewicht des Arbeitsg-uts bewirkt hier bei der Aufundabthewegung, daß
ein Teil des plastisch. gewordenen Arbeitsguts an der feuerfesten Auskleidung 24
haftenbleibt, so daß sich nach einigen Betriebstagen ein Ring von Eisenerz am Umfang
des Ofens absetzt. Wenn dieser Ring eine gewisse Dicke erreicht hat, verursacht
dies einen unregelmäßigen Ablauf des Röstprozesses. Der Ofen muß dann stillgelegt
werden, um die Eis-enerzabla#gerungen zu entfernen, die eine Dicke voll 3o bis 45
cm erreichen können, Diese Rin-bil-Z, dung verursacht oft Stillegezeiten
von 4 bis 5 Tagen zwei- oder dreimal ini Monat.
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Um diese Betriebsiunterbrechlungen zu verhindern, wird in der plastischen
Zone durch Anbringen der Führungsrippen vermieden, daß die Erzmasse als Ganzes atuf-
und abrutscht, wie dies in ähnlicher Weise auf der ganzen Länge eines Ofens ohne
Führungsrippen der Fall ist. jede der Führungsrippen
trägt nämlich
einen Teil des Erzes über das obere Niveau des Erzbettes hinaus und läßt ihn allmählich
auf das Erzbett herunterfallen. Auf diese Weise wird eine viel größere Fläche des
Erzes der Verbrenntingswärme ausgesetzt. Hierdurch läßt sich sowohl ein von Unterbrechungen
freier Produktionsablauf als auä,ein höherer Wir-Izungsgra,d der pyrochemischen
Reaktion erreichen, so daß das a.ufbcrüitete. Arbeits-ut einen höheren Eisengehalt
aufweist.
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Es ist ebenfalls von Wichtigkeit, die durch die Rutschhewegung der
Erzmasse an der Oberflächee der feuerfesten Auskleidung hervorgerufene Erosion zu
verringern. Zur Verringerung einer Erosion der Auskleidung 2-t trägt die auf deren
Oberfläche aufgetragene Graphitschicht bei, die der Innenwand des Ofens eine tiegelartige
Oberfläche gibt, die ein Ansetzen von im plastischen Zustand beefindlichen Erz an
der Innenfläche der Ofenwandung sehr erschwert Graphit ist annähernd reiner Kohlens,toff,
der nur bei äußerst hoben Teniperaturen verbrennt, Wegen seiner guten elektrischen
Leitfähigkeit und seiner hohen Säure- und Flitzebeständigkeit ist Graphit ein ausgezeichnetes
Material für ein tiegelartiges Auskleiden der Innenoberfläche des Ofens, an der
er mit Schweißbrennern angebracht wird.
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Bei seiner Bewegung in Längsrichtung des Ofens nähert sich das Arbeitsglut
dem plastischen Zustand. Um diesen Zustand zu vermeiden, der vor allem von einem
gründlichen Verteilen und Verstreuen des zu kalzinierenden Arbeitsguts abhängt,
muß ein Mittel gefunden werden, um die Strömung der Feuergase so umzulenken, daß
sie die plastische Zone nicht direkt beaufschlagt. Dies wird dadurch erreicht, daß
die vo#rplastische Zone und die nachplastische Zonedes Ofens von &er plastischen
Zone durch zwei ringförmige Staudämme getrennt werden, die eine bestimmte Höhe haben
müssen. Diese Staudämme sind in Fig. 3 gezeigt. jeder derselben besteht aus
einem -i#l-etall#mantel 26, dessen eine Seite- a, allmählich ansteigt und
dessen andere Seite b steil a#bfällt. Die Mäntel 26 der Staudämme
stehen mit der Ofenwand io nicht in leitender Berührung, da sich zwischen ihnen
und der Ofenwand' das Isolierrnaterial 27 und die Halterungen 28 befinden,
mit denen die Staudämme an der Innenwand des Ofens befestigt sind. Die allmählich
ansteigende Fläche a, des ersten Damms dient dazu, den Fluß des Arbei-tsguts in
die zwischen den Dämmen liegende plastische Zone zu verzögern, wodurch sich das
Arbeitsgut am Damm anhäuft und sich verdickt. Diese Verzögerung und V.-rdickung
verursacht in gewissem Grade ..-in Hartwerden der Er7kliimpdh,en. Von der Höhe d2s
Dammes fällt das Erz jäh über die Dammfläche b in die plastische Zone und
bewegt sich dann auf den zweiten Staudamm am Ende dieser Zone zu. Hier -,vi#rd das
Arbeitsgut über die Fläche b angehoben Bund bewegt sich dann zum Ofenausgang. Durch
Änd,-rn der Breite der Dammflächen kann die Höhe des Erzbettes den vorliegenden
Betriebsbedingüngen angepaßt werden. Änderungen in &r Gestaltun,- der Dämmt
ermöglichen also eine Beeinflussung der Höfieund Breite des Erzbettes in dem nachplastischen
Zustand des Röstvorganges.
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Der dem Auslaßende des Ofens am nächsten liegende Damm iet so ausgelegt,
daß durch seine geneigte Fläche a der Strom der Feuergase, die an dieser Stelle
des Ofens gewöhnlich ungefähr eine Temperatur von i iool C haben, über den
plastischen Bereich hinweg zur Mitte der Trommel abgelenkt wird (s. Fig. 12), um
dann in der Oxydationszone bzw. in der vorplastischen Zone fortlaufend von der einen
Seite der Ofenwandung zur anderen hin und her abgelenkt zu werden. Da die Länge
der plastischen Zone gering ist - etwa 9 bis io,5 m in einem go m
lan'gen Ofen - wird sich das Erz durch die plastische Züne hindurchbewegen,
ohne so plastisch zu werden, daß es im Bereich dieser Zone zu einer Ringbildung
kommen kann, Nachdem das Erz den zweiten Damm passiert hat, besteht keine Gefahr
mehr, daß sich Eisenerz an der Ofenwand in solchen Mengen absetzen kann, daß eine
Stillegung des Ofens notwendig wird.
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Eine weitere Verlangsamung des Erzes vor sein-cm Austreten anG dem
Ofen kann durch Anbringung eines weiteren, eine größere Höhe des Erzbettes bewirkenden
Dammes am Ofenauslaß erreicht werden. Ein solches kurzzeitiges Zurückhalten des
Arbeitsguts am Auslaßende bewirkt eine zusätzliche Ausscheidung unerwünschter Bestandteile
des -Arbeitsguts. Analysen haben gezeigt, daß das beschriebene Verfahren gegenüber
den bisher üblichen Aufbereitungsmerhoden zu einem erheblichen Ansteigen des Eisengehaltes
geführt hat.
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Aus Fig. i ist ersichtlich, daß das Arbeitsgut nach seinem Austritt
aus dem Ofen durch eine Kühltrommel geführt wird. Diese bereits erwähnte Kühltrommel
besteht aus der scb.räg gestellten, drehbar auf den Säulen 28 gelagerten
Trommel 16, an deren Innenwand spiralförmige- Rippen 29 angeordnet sind, die in
ähnlicher Weise wie die Rippen:2i des Ofens fortlaufend das aufbereitete Erz umschichten
und eine größtmögliche Menge desselben mit der Wandung der Trommel in Berüh,rung
bringen, deren Außenseite von durch Öffnungen 30 einer Leitung
3 1 ausfließendem Küh#lwasser bespült wird. Nach dem Austritt aus der Trommel
16 fällt das Erz auf ein hier nicht gezeigtes F6rderband.
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Wenn das hellkirschrot glühende Erz aus dem Ofen ro austritt, beträgt
seine Temperatur ungefähr 84o' C, was ung,-fähr der Temperatur entspricht,
bei der die Erweichung des Arb--itsguts in der vorplastischven Zone einsetzt. In
der Kühltroramel wird dann die Temperatur des Erzes bis auf unter ioo'
C verringert, damit man es zum Lag.-r- ##erladeplatz abtransportieren kann.
Bedingt durch die gute Wärmeabführung durch das über di-. Trommel fließende kalte
Wasser und die Crute Wärmel,eitfäbi#,-k,-:it der blanken Stahlwand der Trommel tritt
eine rasche Abkühlung ein, die -eine plötzliche Volumenverminderung des Erzes zur
Folge hat, was zu -,einer Abscheidung von
staubförmigern Eisenoxyd
fährt. Dieser Staub wird von der vom Gebläse 32 gefördert-en, durch die Kühltrommel
strömenden Luft mitgerissen und. in einer in der Zeichnung nicht gezeigten, am Auslaßende
der Kühltrommel befindliche-n Kammer niedergeschlagen, Geeignete Vorkehrungen für
das Niederschlagen und Sammeln dieses Staubes sind zu treffen, damit er nicht, wie
bisher üblich, durch den Schornstein entweichen kann, da ein Niederschlagen dieses
Staubes in der Nachbarschaft des Werkes Schäden zur Folge haben kann. Überdies läßt
sich der gesammelte Staub für bestimmte Zwecke industriell verwerten.
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Als eine weitere Sparmaßnahme strebt die Erfindung die Ausnutzung
der bei der Aufschließung anfallenden Abwärme an. Die Temperatur der in den Schornstein
strömenden Gase beträgt etwa 37o bis 430' C.
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Durch Abführung des Staubes im Kühler können jetzt die Abgase zum
Erwärmen von Wasser benutzt werden, das durch eine im Besdhickungszvlinder i i hinter
dern Einfüllstutzen 34 gelegene 11.eizschlange 33 geleitet wird. Diese Heizschlange
ist so gestaltet, daß sie den Abzug der Abgase nicht wesentlich behindert.
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Das der Heizschlang-- 33 durch das Rohr 35 zufließende
Wasser kann ungefähr eine Temperatur von 8o' C erreichen und wird durch ein
wärmeisoliertes Rohr 36 zu einer Naßaufbereitungsanlage geleitet, die in
der Zeichnung nicht gezeigt ist. Eine Naßaufbereitung mit heißem Wasser bietet gegenüber
der üblichen Aufbereitung mit kaltem Wasser viele Vorteile. Da bei der Aufhereitung
mit kaltem Wasser die Haftung von Lehm und anderen Stoffen am Erz erhöht wird, wird
nur ein Teil dies Lehms beim Waschen entfernt. Bei Verwendung von warmem Wasser
dehnt sich der Lehm aus und läßt sich leichter vom Erz lösen, so daß dem Röstofen
ein reineres Erz zugeführt werden kann. Hierdurch läßt sich der Eisenprozentsatz
im endgültig aufbereiteten Arbeitsgut von 63"1/o auf wenigstens 651/o steigern.
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' 11bweichungen von der beschriebenen Bauart und dem beschriebenen
Verfahren sind mö-lich und t' sollen, wenn sie sinngemäß in den Bereich. des Schutzbegehrens
fallen, ebenfalls als Teil der Erfindung angesehen werden.