-
2vIehrstempelstrangpresse zum Brikettieren von Braunkohle Der Bau
von Mehrstempelstrangpressen ist um so wirtschaftlicher, je mehr es gelingt, die
äußeren Abmessungen, besonders die Baubreites der ganzen Presse, zu verringern,
und damit eine entsprechende Gewichtsersparnis zu erzielen. Um dieser Förderung
gerecht zu werden, hat man, schon. verschiedene Maßnahmen vorgeschlagen bzw. angewendet,
die jedoch nicht zu einem vollkommen befriedigenden Ergebnis geführt haben. Bei
Drillingspressen ist zv,-ar die dreifach, gekröpfte Kurbelwelle lediglich in zwei
äußeren Lagern und somit in vorteilhafter Weise statisch bestimmt gelagert; jedoch
konnte bisher der seitliche Abstand der Preßstempel nicht so weit vermindert werden,
wie es die Gestaltung der Kurbelwelle mit Rücksicht auf ihre Beanspruchung an sich
zulassen würde, weil eine bestimmte Wandstärke zwischen den im gußeisernen Preßkopf
neheneinanderliegenden Formzeugkanälen aus Festigkeitsgründen nicht unterschritten
werden darf. Man muß sich also bei der Bemessung des seitlichen Abstandes zwischen
den Kurbelmitten der Kurbelwelle nach dein geiingsten zulässigen Abstand zwischen
den Formzeugkanälen im Preßkopf richten; dadurch ist die Mindestbaubreitef sowohl
des Preßkopfes als auch des .ganzen Pressenrahmens bestimmt.
-
Um die Baubreite des Preßkopfes einer Drillingspresse zu vermindern,
hart man vorgeschlagen,
den Unterteil des Preßkopfes aus Gußeisen,
aber ohne Zwischenwände für die Formzeuglcanälel, und die Deckplatte des Preßkopfes
aus Stahlguß herzustellen, wobei die die Fo,rmzeugkanäle- voneinander trennenden
Zwischenwände an die Deckplatte angegossen werden, also ebenso wie die Deckplatte
aus Sta.hlguß bestehen und somit schwächer als bei einem aus Gußeisen. hergestellten
Preßkopfunterteil ausgebildet werden können. Der hierdurch erreichbare Gewinn an
Baubreite ist aber dadurch begrenzt, daß die an die Deckplatte angegossenen Zwischenwände:
gegen seitliche Bewegungen infolge der zu verschiedenen Zeitpunkten in den Formkanälen
auftretenden Preßdrücke durch Eingreifen ihrer freien Unterkanten in irn Boden des
Preßkopfunterteiles vorgesehene Längsaussparungen gesichert werden müssen und daß
die Zwischen-,vände in diesem Eingriffsbereich durch von unten in sie eingeschraubte
Zugbolzen, geschwächt werden, die die Zwischenwände zur Entlastung der Preßkopfdeckplatte
mit dem Preßkopfunterteil verbinden. Letzten Endes setzt auch die Unterteilung des
Preßkopfes in einen Unterteil und eine Deckplatte der Verminderung der Baubreite
und des Gewichtes eine: Grenze.
-
Die, Unterteilung der ursprünglich einteiligen Brikettpresse an irgendeiner
Stelle hat fertigungstechnisch und betriebstechnisch erhebliche- Vorteile gebracht
und ist daher allgemein üblich. In den meisten Fällen wird der Preßkopf insbesondere:
bei Mehrstempelpressen in einen. Unterteil und eine Deckplatte unterteilt. Diese
Bauart erfordert zwar zum Zusammenhalten der beiden Bauteile Verklammerungsbolzen
und ineinandergreifende Passungen, -wodurch die damit verbundene Schwächung der
Preßkopfwände durch entsprechende Wandverstärkungen, ausgeglichen werden muß; jedoch
ist damit der Vorteil verbrundem., daß man den Unterteil aus Gußeisen und die Deckplatte
aus Stah,lguß herstellen konnte, wie man es auch in der Hand hatte, durch Vorsehung
einer Preßzunge den Preßdruck den jeweiligen Verhältnissen anpassen zu können.
-
Es sind jedoch auch Brikettpressen bekannt, bei denen die Teilung
zwischen Preßkopf und Pressenrahmen vorgesehen ist, wobei z. B. der Preßkopf in
einem Stück aus Stahlguß und der Pressenrahmen aus Gußeisenhergestellt ist. Bei
dieser Arzt der Pressenunterteilung ist der einteilige Prießkopf entweder mit an
der Stirnfläche des Pressenrahmens anliegenden Flanschen versehen und mit dem Pressenrahmen
durch sich über dessen. ganze Länge erstreckende Längsanker fest verbunden, oder
der Preßkopf ist auf seitlichen Drehzapfen schwenkbar gelagert, die bei einem in
einen Hauptteil und einen Kopfteil unterteilten Rahmen zwischen diesen-Bauteilen
beim Zusammenpressen derselben durch das Anziehen der ebenfalls über die ganze Länge
des Rahmens reichenden Längsankerschrauben eingeklemmt werden. In beiden Fällen;
wird die Baubreite des Pressenrahmens durch die am Preßkopf seitlich vorspringenden
Flansche bzw. Drehzapfen und durch die erforderlichen Längsanker vergrößert. Die
Presse wird dadurch schwerer und außerdem durch die zu bearbeitenden Paßflächen
verteuert, mit denen Preßkopf und Pressenrahmen zur genauen. gegenseitigen Festlegung
an den Stoßstellen ineinandergreifen.
-
Jede Art von Teilung einer Brikettpresse, an welcher Stelle sie auch
vorgesehen werden mag, hat zwar gewisse Vorteile, schließt jedoch stets den Nachteil
einer Vergrößerung der Baubreite ein. Da die Vorteile jedoch überwogen, hat sich
die geteilte Pressenbauform in der Praxis durchgesetzt und wurde von den maßgeblichen
Fachkreisen als zweckmäßigste Bauform anerkannt und beibehalten.
-
In. der Zwischenzeit hat man jedoch Brikettstrangpressen entwickelt,
bei denen die Formkanäle auf den denkbar kleinsten Mittenabstand dadurch gebracht
wurden, daß das aus Ober- undi Unterhaken nebst Schwalhungen und seitlichen Schleißblechen
bestehende Formzeug als schmaler Formzeugkörper ausgebildet und als Ganzes nur mittels
Boden- und Seitenkeilen in den entsprechend schmalen und mit kleinem Mittenabstand
angeordneten Formkanälen in einem ungeteilten Preßkopf festgelegt -wurden:. Man
hat ferner gelernt, die Kreuzkopfführung und den Kurbelabstand der Kurbelwelle auf
ein Kleinstmaß zu bringen.
-
Die Erfindung geht von der Erkenntnis aus, daß, wenn sämtliche Maßnahmen,
die zur Verringerung der Baubreite von Preßkopf und Pressenrahmen geführt haben,
sowie die Fortschritte, die in der Herstellung von hochwertigem Werkstoff gemacht
worden sind, zusammengefaßt werden, eine schmale und in ihrer Herstellung billige
Mehrstempelbrikettpresse entsteht, -wenn der Preßkopf mit dem Pressenrahmen, ein
einziges Gußstück bildet.
-
Auf diese Weise wird eine Brikettstrangpresse geschaffen, bei welcher
alle angestrebten, bisher bei einer Presse jedoch stets nur teilweise erzielten
Vorteile vereinigt sind. Der Mittenabstand der Formkanäle ist auf ein Mindestmaß
gebracht, die Baubreite des Pressenrahmens ist durch ausschließliche Anordnung der
Kurbehvellenlager in den Seitenwangen des Pressenrahmens verringert, und der Preßkopf
und Pressenrahmen bestehen aus einem einzigen Gußs.tück. Es brauchen weder Verklammerungsbolzen
zum Zusammenhalten von Preßkopfteilen noch Verbindungsschrauben zur Befestigung
des Preßko-pfes am Pressenrahmen vorgesehen zu werden,. Da die Außenwände und die
Zwischenwände zwischen den Formzeugkanälen des Mehrstempeipreßkopfes nicht mehr
durch hindurch geführte Verklammerungsbolzen geschwächt werden, kann, die, Wandstärke
herabgesetzt werden, bzw. es kann auf herausgewölbte Seitenwände des Preßkopfes
zur teilweisen Umschließung der Verklammerungsbolzen und auf aus dem Preßkopf nach
oben vorspringende Augen zur Lagerung der Bolzenmuttern verzichtet werden. Durch
die Erfindung werden demnach nicht nur die äußeren Abmessungen des Preißkopfes und
des Pressenrahmens vermindert, wodurch eine erhebliche Verbilligung erzielt wird,
sondern die Presse erhält auch. ein
formschönes, glattes Äußere,
das leicht sauberzuhalten und bequem zu warten ist.
-
Die durch die Bauweise nach der Erfindung vereinfachte und verbilligte
Presse besitzt den weiteren Vorteil, daß der Kraftfluß innerhalb des Preßkopfes
und des Pressenrahmens nun an keiner Stelle mehr durch Trennfugen oder größere Aussparungen,
abgesehen von den Forrnzeugkanälen selbst, unterbrochen ist. Dadurch ist es möglich,
den Mehrstempelpreßkopf aus Gußeisen herzustellen und trotzdem die Stärke seiner
Außenwände und der Zwischenwände zwischen den Formzeugkanälen verhältnismäßig gering
zu: bemessen, so daß man mit einer entsprechend geringen Baubreite des Preßkopfes
und des mit ihm ein einziges Gußstüclc bildenden Pressenrahmens auskommt.
-
Die, Zeichnung veranschaulicht ein Ausführungsbeispiel einer Mehrstempelstrangpresse
nach. der Erfindung, und zwar zeigt Abb, i einen senkrechten Längsschnitt durch
eine Drillingspresse zum Brikettieren von Braunkohle:@ nach Linie I-I der Abb. 2,
Abb. 2 eine Draufsicht auf die Presse, Abb.3 einen Querschnitt durch den Preßkopf
nach Linie III-III der Abb. i in größerem Maßstab, Abb. 4, 5 und 6 verschiedene
Ausführungsarten einer Lösevorrichtung für den im Formzeugkanal liegenden Bodenkeil
im senkrechten Schnitt durch den Preßkopf nach Linie I-1 der Abb. 2, jedoch in größerem
Maßstab.
-
Der Preßkopf i ist ungeteilt und bildet mit dem Rahmen 2 der Presse
ein einziges Gußstück, und zwar gewährleistet die geschlossene Ausführung des Preßkopfes
bei Verwendung eines hochwertigen Gußeisens die, notwendige Festigkeit im Preßkopf.
Der seitliche Abstand zwischen. dein Formzeugkanälen 3, 3a und 1, kann dabei,
da die Zwischenwände .4 und 4a nicht durch hindurchgeführte Verklammerungsbolzen
od. dgl. geschwächt sind, verhältnismäßig gering gehalten werden, so, da.ß auch
die Kurbelwangen 5 der Kurbelwelle 6 nicht breiter als unbedingt notwendig ausgeführt
zu werden 'rauchen und die beiden Lager 7 der Kurbelweile einander verhältnismäßig
nahiegerückt sind. Durch den geschlossen ausgebildeten Preßkopf 1, bei dem auf Zungen
und die zugehörigen Verstelleinrichtungen zum Nachstellen der Formzeuge sowie erfindungsgemäß
auf eine Teilung zwischen dem Preßkopf i und Pressenrahmen 2 verzichtet ist, wird
die Baubreite von Preßkopf und Pressenrahmen auf das für beide Teile- günstigste
Mindestmaß gebracht und damit ihr Herstellungspreis wesentlich herabgesetzt. Die
Presse erhält ein formschönes, glattes Aussehen und kann leicht saubergehalten werden.
-
Im Preßkopf i ist in üblicher Weise jedem Formzeugkanal ein bis auf
den Preßstempel8 hinabreichender Kohlenzuführungs.schacht 9 zugeordnet. Ferner sind
im Preßkopf Kühlkanäle io vorgesehen. Die Formzeugteile i i werden außerhalb der
Presse zu einem Formzeugkörper fertig zusammengebaut, der nach dem Einführen in
den zugehörigen Formzeugkanal in diesem mittels eines Seitenkeils 12, eines Zwisch.en.lagestückes
13 und eines Bodenkeils 14 festgelegt wird.
-
Der Bodenkeil 14 kann unmittelbar auf der Bodenfläche des. Formzeugkanals
aufliegen. In diesem Fall erhält der Formzeugkanal, wie aus Abb. 3 ersichtlich ist,
das Profil ab b-zw. das mit ausgezogenen Linien dargestellte Profilaa. Um jegliche
Beschädigung der Boden- und Deckenfläche des Forrnzeügkanals zu vermeiden, kann
aber auch zwischen dem Bodenkeil 14 und der Bodenfläche sowie zwischen dem oberen
Forrnhaken i i" und der Deckenfläche des Formzeugkanals je eine Verschleißplatte
15 bzw. 16 angeordnet werden, wobei das Profil des Formzeugkanals nach unten und
oben so. erweitert wird, wie es in. Abb. 3 beim Kanal 3, mit gestrichelten
Linien und beim Kanal 3 mit ausgezogenen Linien dargestellt ist. Die untere Verschleißplatte
15 ist U-förmig ausgel@ildet und greift seitlich um den Bodenkeil 14 herum. Sie
ist ebenso breit wie der Formzeugkanal. Die obere Verschleißplatte 16 weist die
Form eines umgekehrten U auf, ist etwas breiter als der Formzeugkanal gehalten und
greift in flache Aussparungen der Seitenwände des Formzeugkanals ein.. Hierdurch
wird erreicht, daß die Platte 16 beim Formzeugwechsel nicht herunterfallen kann.'
Um beim Formzeugwechsel das Lösen des Bodenkeils zu erleichtern, kann nach Abb.
a. zwischen ein an der Vorderseite des Preßkopfes i angeordnetes. Widerlager 17
und das vordere Ende 18 des Bodenkeils 14 oder nach Abb. 5 zwischen eine Stützfläche
i9 an der Rückseite des Preßkopfes und eine nach unten vorspringende Nase 2o des
Bodenkeils 14 eine hydraulische- Druckdose 21 eingesetzt werden. Statt einer hydraulischen
Lösevorrichtung kann auch, wie es Abb. 6 zeigt, in an sich bekannter Art eine Schraube-
22 zum Abdrücken der Bodenkeilnase 20 von der Stützfläche i9 des Preßkopfes verwendet
werden.
-
Die Erfindung ist nicht auf Drillingspressen und auch nicht auf die
in der Zeichnung dargestellte Pressena.usführungsform beschränkt.