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Kippvorrichtung für Mülltonnen
Die Erfindung betrifft eine Druckluftkippvorrichtung
für Mülltonnen, insbesondere an Müllwagen, mit einem Kippzylinder und einem Kippventil.
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Bei den bekannten Druckluftkippvorrichtungen für Mülltonnen verwendet
man Steuerventile ohne Feinregelventil und läßt auch die expandierende Luft über
diese einfachen Drei- oder Mehrwegventile ins Freie.
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Diese einfachen Drei- oder Mehrwegventile haben den Nachteil, daß
sie die Luft aus dem Kippluftbehälter, d. h. aus dem Druckluftnetz unabgestuft und
mit vollem Netzdruck in den Kippzylinder einströmen lassen. Bei Mülltonnen mit wenig
Müllgewicht entsteht dabei der Nachteil, daß die Mülltonne schlagartig gegen die
Frontplatte der Schüttung bewegt wird und ein starkes Geräusch verursacht sowie
die Frontplatte und die Mülltonne beschädigt. Die Müllader rücken den Handhebel
des Kippventils einfach ein, wodurch der volle Luftdruck aus dem Kippluftbehälter
in den Kippzylinder schießt.
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Ein weiterer Nachteil bei der seitherigen Ausführung ist der, daß
die aus dem Kippzylinder expandierende Luft über eine Leitung und über das Kippventil
einfacher Ausführung ins Freie expandiert wurde. Gerade in dem letzten kalten Winter
hat sich gezeigt, daß die aus dem Kippzylinder schnell expandierende Luft die Leitung
zum Kippventil und auch die Kanäle im Kippventil zum Einfrieren bringt und der Kipper
dadurch gestört wird. Um dies zu verhüten, haben die
Müllader die
Kippzylinder, die Leitung und das Kippventil mit Säcken, Holzwolle, Stroh und ähnlichen
Mitteln isoliert und zugewickelt, um zu verhindern, daß diese Organe einfrieren.
Dies sieht allerdings unschön aus. Andere Müllader hängen unter das Kippventil einen
alten Eimer und verfeuern in diesem Eimer Briketts oder Holzkohlen, um das Kippventil
nicht einfrieren zu lassen. Hierdurch leidet das Kippventil und auch noch andere
Teile des Kippers Not und es entstehen frühzeitig Schäden.
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Die Erfindung besteht in der Verwendung eines Feinregelventiles und
eines Schnellentlüftungsventiles sowie eines Schließventiles. Diese drei Ventile,
das Feinregelventil, das Schnellentlüftungsventil und das Schließventil arbeiten
als Steuerung organisch zusammen.
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Das Feinregelventil läßt aus dem Kippluftbehälter, bzw. aus dem Netz
nur so viel Luft in den Kippzylinder einströmen, wie die Hebelstellung des Feinregelventils
ist. Merkt also der Müllader beim Heranschaffen der Mülltonne, daß er eine leichte
Mülltonne hat, so rückt er den Hebel des Feinregelventils nur um ein Viertel oder
ein Drittel ein. Ist die Mülltonne schwer, so rückt er den Hebel zur Hälfte ein,
ist sie noch schwerer, so rückt er den Hebel Dreiviertel ein, ist die Mülltonne
sehr schwer, dann wird er den Hebel des Feinregelventils voll einrücken. Wird der
Steuerhebel des Feinregelventils nach dem Kippvorgang in die Ruhestellung gebracht,
dann entlüftet die Luft aus dem Kippzylinder nicht über das Feinregelventil ins
Freie, sondern direkt über ein Schnellentlüftungsventil. Sobald die Mülltonne eingekippt
ist, verhindert außerdem ein weiteres Schließventil vor dem Feinregelventil noch
das weitere Nachströmen von Druckmittel aus dem Netz, bzw. dem Kippluftbehälter.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung schematisch
dargestellt.
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Der Kippzylinder 1 nimmt einen Kolben 2 mit Kolbenrohr 3 auf. Im
Kolbenrohr befinden sich Entlüftungslöcher 4. Ein Kugelkopf 5 sitzt auf der Zahnstange
6. Das Gehäuse 7 nimmt ein Segmentritzel 8 und eine Schwenkarmwelle g auf, an der
ein Schwenkarm 10 angeordnet ist. Mit II ist ein Luftfilter bezeichnet. An die Überschleifbohrung
12 schließt eine Leitung 13 zum Schließventil 14 mit Kolben 15 und Nutringdichtungen
I6 und I7 an. I8 zeigt die Druckluftzuleitung vom Kippluftbehälter und 19 die Leitung
zum Feinregelventil 20, das mit einem Handhebel 21 betätigt wird. Die Leitung 22
führt zum Schnellentlüftungsventil 23, das mit Kanälen 24 einerMembran25, den Dichtsitzen
26 und 27, der Druckfeder28, den Kanälen 29 und dem Filter 30 versehen ist.
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Die Wirkungsweise ist folgende: Legt man den Handhebel 21 des Feinregelventils
20 entsprechend dem erforderlichen Druck nach oben in eine bestimmte Stellung um,
so strömt Druckluft, z. B. o bis 6 atü, aus Leitung I8 an Nutringdichtung I7 vorbei
durch Leitung 19, das Feinregelventil 20 und Leitung 22 zum Schnellentlüftungsventil
23. Hier strömt sie durch die Kanäle 24 und drückt die Membran 25 gegen den Druck
der Feder 28 nach unten, um an dem Dichtsitz 26 vorbei in den Luftzylinder I zu
gelangen, wo sie den Kolben 2 mit der Zahnstange 6 nach unten bewegt, so daß sich
das Segmentritzel 8 mit der Schwenkarmwelle g und dem Schwenkarm 10 in Pfeilrichtung
dreht. Hierbei wird die Mülltonne eingekippt. Der Drehwinkel wird durch einen Anschlag
begrenzt. Die unter dem Kolben 2 verdrängte Luft gelangt durch die Entlüftungslöcher
4, das Kolbenrohr 3, das Gehäuse 7 und den Luftfilter II ins Freie.
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Der Luftkolben 2 überschleift im Laufe seiner Abwärtsbewegung die
Bohrung 12 im Zylinder 1. In diesem Moment strömt Luft aus dem Luftzylinder über
die Leitung 13 zum Schiießventil 14 und drückt den Schließkolben I5 infolge der
größeren Kolbenfläche nach rechts, wo er an der Nutringdichtung I7 die Leitung 18
verschließt und somit ein weiteres überflüssiges Füllen des Luftzylinders I auf
Netzdruck, z. B.
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6 atü, verhindert. Durch diese Maßnahme wird immer nur so viel Luft
verbraucht, wie tatsächlich zum Kippen einer Mülltonne, dem Gewicht entsprechend,
benötigt wird. Zum Zurückschwenken des Schwenkarmes 10 legt man den Handhebel 21
des Feinregelventils 20 nach unten. Die Leitung 22 wird dadurch entlüftet.
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Die Luft im Zylinder I drückt die Membran mit Unterstützung der Feder
28 nach oben gegen den Dichtsitz 26 und entweicht sehr schnell an dem Dichtsitz
27 vorbei durch die Kanäle 29 und den Filter 30 ins Freie. Das Schließventil wird,
da die Leitung I3 drucklos ist, durch den Luftdruck aus Leitung I8 geöffnet, und
die Luft strömt wieder bis zum Feinregelventil 20.
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Der Schwenkarm schwenkt indirekt durch die Tonne aus der Schüttung
mit Federkraft zurück bis über den Schwerpunkt, um dann durch das Eigengewicht der
Mülltonne sowie des Schwenkarmes 10in die Ausgangsstellung zurückzufallen. Der Kolben
2 bewegt sich zwangläufig nach oben.
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Durch die Steuerung mittels Feinregelventil, Schnellentlüftungsventil
und Schließventil wird eine optimale Leistung beim Kippen von Mülltonnen erzielt.
Durch die jeweilige Hebelstellung des Feinregelventils kann der Müllader, entsprechend
dem Gewicht der Mülltonne, die Lufteinströmung und die Einkippgeschwindigkeit vorbestimmen.
Wird der Hebel des Feinregelventils nur wenig eingerückt, dann kippt auch die Mülltonne
nur langsam ein. Wird er mehr eingerückt, dann steigert sich die Kippgeschwindigkeit
immer feinfühlig entsprechend der Hebelstellung des Feinregelventils.
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Die aus dem Kippzylinder expandierende Luft wird nicht mehr über eine
Leitung und über das Kippventil, in diesem Falle dasFeinregelventil, ins Freie expandiert,
sondern direkt aus dem Kippzylinder über ein Schnellentlüftungsventil ins Freie
gelassen. Damit sind Einfrierungen und Störungen nicht mehr vorhanden. Durch die
Verwendung des Feinregelventils werden die Mülltonnen und Schüttungen äußerst geschont.
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Darüber hinaus verhindert das Schließventil noch jedes weitere unnütze
Nachströmen von Druckmitteln aus dem Luftbehälter oder dem Netz, sobald die Mülltonne
ihre eingekippte Stellung erreicht hat.
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Die Steuerung mittels Feinregelventil, Schnellentlüftungsventil und
Schließventil, wodurch ein feinfühliges und geschwindigkeitsregelndes Einkippen
der Mülltonnen erzielt wird, ermöglicht gleichzeitig äußerste Schonung von Mülltonnen
und Schüttungen.
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Es ist weiterhin von großer Bedeutung, daß die aus
dem
Kippzylinder expandierende Luft nicht mehr über eine Leitung und das Feinregelventil
geführt wird, sondern direkt ins Freie gelangt. Die Einfriermöglichkeiten sind damit
behoben. Des weiteren wird in eingekippter Stellung der Mülltonne jedes weitere
unnütze Nachströmen von Druckmittel in den Kippzylinder mit Sicherheit durch das
Schließventil vermieden.