DE956688C - Verfahren und Schaltungsanordnung zur Messung zeitlicher Vorgaenge, insbesondere der Verzerrung von Fernschreibzeichen - Google Patents
Verfahren und Schaltungsanordnung zur Messung zeitlicher Vorgaenge, insbesondere der Verzerrung von FernschreibzeichenInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich im allgemeinen auf ein Verfahren zum Messen von Zeiten bzw. von
solchen Größen, die sich auf eine Zeitmessung zurückführen lassen. Im besonderen ist die im nachfolgenden
erläuterte Erfindung für die Messung der Verzerrung von Telegrafiezeichen, z. B. der Bezugsverzerrung von Fernschreibzeichen, gedacht. Bekanntlich
ist an sich die Messung der Bezugsverzerrung von Fernschreibzeichen nichts anderes als
ίο eine Zeitmessung, da die Verzerrung der einzelnen
Zeichenschritte durch ihre zeitliche Verschiebung gegenüber der Sollage eines Schrjtteinsatzes definiert
ist, wobei diese Sollage durch den Einsatz des ersten Zeichenschrittes, also des Anlaufschrittes, für
ein ganzes Zeichen festgelegt wird. Dasselbe gilt analog auch für die Messung der Gleichlaufverzerrung.
Allerdings werden an die Messung der Verzerrung, insbesondere der Bezugs verzerrung, im
Vergleich zu einer Zeitmessung besondere Anforderungen gestellt. So müssen z. B., um die Bezugs- ao
verzerrung eines Fernschreibzeichens durchzuführen, fünf Zeitmessungen hintereinander vorgenommen
und auch angezeigt werden.
Es ist bekannt, die Verzerrung, vorzugsweise die Bezugsverzerrung, von Fernschreib zeichen dadurch
zu messen, daß in dem zugeordneten Meßgerät Normalzeiten gebildet werden, mit denen die einzelnen
Zeiten des Zeichens bzw. der Schritteinsätze verglichen werden. Es ist ohne weiteres einzusehen,
daß die Meßgenauigkeit mit der Genauigkeit dieser Normalzeit und mit der zeitlichen Übereinstimmung
zwischen dem Einsatz des Fernschreibzeichens, also
dem Meßeinsatz, und dem Beginn der Normalzeit steigt. Im einzelnen ist es bekannt, zur Bildung der
Normalzeiten entweder einen Rippgenerator zu starten und die Dauer einer einzelnen Zeichenlänge mit
einer monostabilen Kippschaltung festzulegen oder die Bildung der Schrittlänge und der Zeichenlänge
eines einzelnen Zeichens durch eine monostabile Kippschaltung mit Röhren und Relais zu erzeugen,
die eine entsprechende Kippdauer besitzt. Derartige ίο Kippschaltungen sind aber sehr empfindlich gegen
'Spannungsschwankunigen, und die Genauigkeit des Kippeinsatzes ist naturgemäß beschränkt.
Weiterhin ist es bekannt, mit dem Beginn des Meßvorganges einen LC- oder /^C-Generator oder
eine astabile Kippschaltung zu starten, dessen abgegebene 'Schwingungen eine Periode besitzen, die
gleich der Länge eines einzelnen Zeichieinschrittes
ist. Die Dauer des gesamten Zeichens wird dann durch Abzählen der Perioden der von dem Geneao
rator abgegebenen Schwingungen oder wiederum durch eine monostabile Kippschaltung gebildet. Im
Gegensatz zu diesen bekannten Meßverfahren arbeitet das Verfahren nach der Erfindung derart,
daß die Normalzeiten innerhalb des Meßgerätes durch mindestens einen mit einer im Vergleich zur
Schrittfrequenz der zu messenden Zeichen hohen Grundfrequenz betriebenen Zähler mit rein passiven
Zählschaltungen gebildet werden, wobei der Stand des Zählers im Vergleich zu dem jeweiligen Einsatz
eines Zeichenschrittes unmittelbar ein Maß für die zu messende Verzerrung ist. Als rein passive Zählschaltungen
können in an sich bekannter Weise Zählketten, z. B. bistabile Kippschaltungen u. ä. bekannte
Zählelemente, verwendet werden, die durch eine Impulsfolge oder gegebenenfalls auch durch
- einen reinen Wechselstrom periodisch weitergeschaltet werden.
Ein Meßgerät, das zur Verwirklichung des Verfahrens nach der Erfindung aufgebaut ist, wird
also einen dauernd schwingenden Grundgenerator besitzen, der den Zähler im Durchlaufverfahren
betreibt, sofern eine Gleichlaufverzerrungsmessung durchgeführt werden soll, oder der bei einer Bezugsverzerrung
jeweils durch den Einsatz des Anlaufschrittes an den Zähler angeschaltet wird, so
daß dieser erst anlaufen kann. So ist z. B. insbesondere bei der Messung der Bezugsverzerrung
praktisch lediglich die Zeitspanne vom Einsatz des Anlaufschrittes bis zum nächstfolgenden Zählimpuls
des mit hoher Frequenz schwingenden Grundgenerators maßgeblich für den Meßfehler.
Dieser Meßfehler wird im folgenden Einrastfehler genannt. Die maximal mögliche Zeitspanne zwischen
diesen beiden Einsätzen bestimmt also die Meßungenauigkeit.
Die Durchlaufzeit des Zählers, die sich aus der
Zählkapazität multipliziert mit der Periodendauier der Grundfrequenz ergibt, wird bei einer Messung
der Gleichlaufverzerrung gleich der Länge eines Fernschreibschrittes gewählt.
Bei der Messung der Bezugsverzerrung hingegen ist es vorteilhaft, diese Durchlaufzeit etwas kürzer
als die gesamte Zeichenlänge (Zeichen mit einfachem Sperrschritt), insbesondere um eine halbe
Schrittlänge kürzer zu wählen. Wenn "also in üblieber
Weise ein Fernschreibzeichen mit einfachem Sperrschri'tt 140 ms lang ist, dann wird der Zähleiso
ausgelegt, daß seine Durchlauf zeit gerade 130 ms entspricht. Nach dieser Zeit wird das Meßgerät
wieder in den Anfangszustand zurückgeschaltet, so daß ein neuankommendes zu messendes Zeichen ein
vorbereitetes Meßgerät vorfindet und daß der Anlaufschrkt dieses neuankommenden zu messenden
Zeichens gegen das vorhergehende Zeichen voreilend verzerrt sein kann, z.B. bereits bei 132ms!
einsetzt. Da, wie sich ohne weiteres ergibt, die von dem Grundgenerator abgegebene Grundfrequenz
maßgeblich für die Meßgenauigkeit ist, ist es vorteilhaft, den Grundgenerator durch einen Schwingquarz
zu steuern, da hierdurch die Gewähr gegeben ist, daß dieser Grundgenerator auch mit einer verhältnismäßig
konstanten Frequenz schwingt.
Umgekehrt ist es aber mitunter gerade bei der Messung der Gleichlaufverzerrung von Vorteil, einen
in seiner Frequenz regelbaren Generator mit vorzugsweise kleinem Regelbereich zu verwenden, da
die Periode der von dem Grundgenerator abgegebenen Zählimpulse in diesem Fall verhältnismäßig
einfach auf einen ganzen Teil der Periode der periodisch wiederkehrenden Schritteinsätze der oder
des Fernschreibzeichens eingeregelt werden kann. Somit ist z. B. eine einfache Messung und Bestimmung
des Drehzahlfehlers möglich. Soll das Verfahren nach der Erfindung zur Verzerrungsmessung
von Fernschreibzeichen mit unterschiedlicher Schrittgeschwindigkeit
verwendet werden, dann wird in vorteilhafter Weise nicht der Zähler ausgewechselt,
sondern der Grundgenerator umschaltbar ausgebildet, derart, daß er mit verschiedenen Frequenzen
wahlweise arbeiten kann, so daß immer wieder die Durchlaufzeit des Zählers der Zeichenlänge entsprechend
den oben angegebenen Verhältnissen angepaßt ist.
Einzelheiten des Verfahrens nach der Erfindung sowie ein Gerät zur Verwirklichung des Verfahrens
mit verschiedenen vorteilhaften Ausgestaltungen werden an Hand der Zeichnung im folgenden erläutert
:
Die Fig. 1 der Zeichnung zeigt als Beispiel zur Anwendung des Verfahrens nach der Erfindung die
Messung der Bezugsverzerrung eines Ferns chreibzeichens im Start-Stopp-Verfahren mit Hilfe einer
Elektronenstrahlröhre. In der Zeichnung sind Schaltungseinheiten nicht dargestellt, sondern es
wurde aus Anschaulichkeitsgründen ein einfaches Blockschaltbild gewählt. Dies ist deshalb ohne weiteres
möglich, da 'die einzelnen Schaltgruppen teilweise sehr einfach aufgebaut bzw. an sich bekannt
sind.
Entsprechend dem Verfahren nach der Erfindung werden innerhalb des Meßgerätes die Vergleichszeiten
mittels 'eines Abzählverfahrens gewonnen. Zu diesem Zweck ist ein Schwingungserzeuger 1 (Generator)
vorgesehen, der über das Gatter 2 an die in Abschnitte 3 bis 8 unterteilte Zählkette angeschlossen
werden kann. Im Ruhezustand besteht
keine Verbindung zwischen dem dauernd schwingenden Generator raid dieser Zählkette.
Die zu überwachenden bzw. zu messenden Fernschreibzeichen gelangen über die Klemme 9 in die
Eingangsschaltung 10. Diese Eingangsschaltung hat die Aufgabe, die zu messenden Fernschreibzeichen,
deren einzelne Zeichenschritte verschiedene Anstiegssteilheiten besitzen, in Zeichenschritte mit
rechteckförmiger Spannung umzuformen, wobei ein vorgegebener Spannungswert oder Stromwert den
Umschlagzekpunkt bestimmt. Die Eingangsschaltung 10 kann beispielsweise durch ein Relais oder
eine Röhrenschaltung in bekannter Weise gebildet werden. Gleichzeitig wird beim Einlauf des Anlauf-Schrittes
innerhalb der Eingangsschaltung 10 an den Schalter 11 ein Öffnungskriterium weitergegeben.
Dieser Schalter 11 seinerseits übernimmt dann die Öffnung des Gatters 2. Die Zählkette beginnt nunmehr
zu laufen.
Es sei angenommen, daß der Generator 1, der zur Konstanthaltung der Frequenz mit einem Schwingquarz
ausgerüstet sein soll, mit einer Grundfrequenz von ■ 20 kHz arbeitet. Hierdurch wird ein Impulsabstand
der einzelnen direkt aus dem Generator 1
«5 abzunehmenden Impulse von So^s erreicht. Die
Zeit, die zwischen dem Einschalten des Schalters 11 bzw. Öffnen des Gatters 2 und dem ersten vom
Frequenzgenerator ankommenden Impuls vergeht, kann somit höchstens 50 ^s betragen.
Die einzelnen Abschnitte 3 bis 8 der Zählkette sind so aufeinander abgestimmt, daß insgesamt ein
Zählvolumen entsprechend 130 ms entsteht. Im übrigen haben die einzelnen Abschnitte an sich eine
Zählkapazität, derart, daß alle die für die Messung notwendigen Zeiten, wie später noch im einzelnen
erläutert wird, abgenommen werden können. Außerdem erfolgt innerhalb der Zählabschnitte 4 und 7
eine Rückstellung, die das Zählvolumen dieser Abschnitte von 8 auf 5 bzw. von 16 auf 13 reduziert,
so daß also hinter dem Abschnitt 3 Zeitintervalle von 100 ,as, hinter dem Abschnitt 4 Zeitintervalle
von 500 ^s, hinter dem Abschnitt 5 von 1 ms, hinter
dem Abschnitt 6 von 2 ms, hinter dem Abschnitt 7 von ι ο ms und hinter dem Abschnitt 8 von 130 ms
abgenommen werden können. Da im übrigen die am Ende der einzelnen Abschnitte abzunehmenden
Zeiten entsprechend der Konstanz des Grundgenerators ι starr in bezug auf den Anlaufschritt
sind, können diese Zeiten direkt verwendet werden, unter anderem zum Auslösen und Stoppen des für
die Oszillograpbenröhre 12 notwendigen Kippgenerators
13. Nach dem Durchlaufen der Zählkette, d.h. nach 130ms, gibt das letzte Glied einen Impuls
an den Schalter 11 und schließt diesen. Hierdurch wird auch das Gatter 2 gesperrt, so daß der
Grundgenerator von den Zählketten abgetrennt ist, d. h., das Meßgerät ist in seine Ruhelage zurückgekehrt
und bleibt dort so lange, bis der Anlaufschritt eines nächsten Zeichens einen neuen Umlauf
startet.
Das Meßgerät arbeitet folgendermaßen: Aus dem
Abschnitt 8 der Zählkette werden Impulse zu den Zeiten io, 30... 110 ms abgezweigt, die den impulsgesteuerten
Kippgenerator 13 anstoßen. Die Kippzeit dieses Generators ist etwas größer als die
Schrittlänge des Fernschreibzeichens, also größer als 20 ms gewählt, so daß vor Erreichen der Ruhelage
der nachfolgende Auslenkimpuls den Kippgenerator erneut auslöst. Dadurch, daß ein Kippspannungsgenerator
'eines solchen Typs verwendet
wird, der zu jeder beliebigen Zeit des Kippvorgangs, d. h. auch schon vor Ende der durch den Kippkreis
selbst gegebenen Zeitdauer, erneut gestartet werden kann, wird ferner erreicht, daß auch bei einer leichten
Änderung der Grundfrequenz, z. B. zum Zweck einer Messung des Drehzahlfehlers oder einer Frequenz-
bzw. Geschwindigkeitsabweichung, ohne Änderung im Kippkreis die Anzeigegenauigkeit erhalten
bleibt und sich lediglich die räumlichen Abstände der Zeitmarken (Skalenbreite) ändern.
Die Kippspannung des Kippgenerators selbst wird an eine der Ablenkplatten, z. B. eine kathodennahe,
und zwar mit einer solchen Spannung geführt, daß der Elektronenstrahl während der Kipp dauer gerade
einmal seitlich ausgelenkt wird. Der Kathodenstrahl wird also jeweils während eines ganzen Fernschreibzeichens
sechsmal eine Ablenkung erfahren.
Es sei in diesem Zusammenhang gleich erwähnt, daß es meist vorteilhaft ist, den Kippgenerator so
zu dimensionieren, daß zwischen den Messungen, also während der Zeiten, in denen die Zählkette
ruht und der Kippgenerator keine Auslöseimpulse erhält, an die genannte Ablenkplatte eine Spannung
gegeben wird, die den Elektronenstrahl aus dem Bereich der Skala ablenkt.
Die Meßskala kann an sich unmittelbar auf dem Leuchtschirm der Kathodenstrahlröhre in an sich
bekannter Weise angebracht sein. Besonders vorteilhaft ist es jedoch, um Fehler in der Linearität
des Kippspannungsverlaufes und der Kathodenstrahlröhre sowie die Einflüsse von Spannungsschwankungen zu eliminieren, mit Hilfe der in den
Zählketten vorhandenen Zeiten und unter Benutzung einer der jz-Platten der Elektronenstrahlröhre außer
den Meßwerten auch die Skala zu schreiben. In dem dargestellten Ausführungsbeispiel geschieht dies mit
Hilfe der hinter dem dritten Abschnitt der Zählkette entnommenen Impulse, die gerade den Abstand
von ι ms haben; dies entspricht aber 50/0 Bezugsverzerrung.
Diese Impulse werden in dem Verstärker 14 verstärkt und gleichzeitig dem Wehneltzylinder
zur Aufhellung und einer der y-Platten zur Anzeige zugeführt. Es ist hierbei vorausgesetzt, daß
die Grundhelligkeit der Elektronenstrahlröhre so eingestellt ist, daß der Elektronenstrahl nicht siehtbar
ist. Nur wenn ein Impuls ankommt, dessen Spannung auch dem Wehneltzylinder zugeführt
wird, wird der Elektronenstrahl so aufgehellt, daß er sichtbar wird, so daß auch der zu schreibende
Impuls zu sehen ist. Neben den Skalenimpulsen iao werden auch die idem Meßergebnis entsprechenden
Impulse dem Wehneltzylinder und einer der y-Platten zugeführt, wobei diese Anzeigedmpulse der
Eingangsschaltung 10 über den Anzeigeverstärker 15 entnommen werden und synchron zu den Um-Schlagzeitpunkten
der einzelnen Zeichenschritte lie-
gen. Die Skaleiiimpulse sind vollkommen starr zum
• Anlaufschritt und ergeben einen exakten Zeitraster.
Während eines Fernschreibzeichens wird der Kippgenerator sechsmal ausgelöst, so daß die Skalenimpulse
sechsmal übereinander und die Meßwerte entsprechend neben- oder übereinander geschrieben
werden. Um die Meßimpulse von den Skalenimpulsen unterscheiden zu können, ist es vorteilhaft,
ihnen größere Helligkeit und/oder Amplituden ίο zuzuordnen. Aus der Lage der Meßimpulse zu den
Skalenimpulsen kann unmittelbar die Bezugsverzerrung genau in Prozent abgelesen werden.
Soll bei der Bezugsverzerrungsmessung der Drehzahlfehler der 'Start-Stop-Maschine eliminiert werden,
-so wird an die Zählkette statt des Quarzgenerators ι der /.C-Generator 16 angeschlossen, der
fein abstimmbar ist. Hierdurch ist es möglich, die Grundfrequenz entsprechend der Drehzahl des ankommenden
Zeichens zu regeln. Es muß also ledigao
lieh der Generator abgestimmt werden. Irgendein Eingriff in die Zählketten, in den Kippgenerator
oder die Skala ist nicht nötig.
Die Fig. 2 zeigt als weiteres Ausführungsbeispiel die Schaltungsanordnung eines Meßgerätes, das im
S5 wesentlichen der Ausführungsform nach Fig. 1 entspricht.
Lediglich zwischen dem Kippgenerator und den Abschnitten 7 und 8 der Zählkette ist ein
Koinzidenzgatter 17 eingeschaltet. Dieses Gatter hat folgende Aufgabe:
Aus dem Abschnitt 7 können unter anderem die Zählzeiten 8, 18, 28 ... 118 entnommen werden; aus
dem Abschnitt 8 die Zeiten 10 ... 20, 30 ... 40, 50... 60 ms. Diese diesen Zeiten entsprechenden
Impulse werden den beiden Eingängen des Koinzidenzgatters zugeführt. Am Ausgang dieses Koinzidenzgatters
entstehen dann Impulse zu den Zeiten 18, 38 ... 118ms, die an den Kippgenerator 13
weitergeleitet werden. Der Kippgenerator 13 ist in diesem Fall mit einer Kippzek von ungefähr 4 ms
entsprechend einer Verzerrung von 10 0/0 ausgerüstet. Während dieser Zeit läuft also der Elektronenstrahl
einmal über den Bildschirm. Zu den übrigen Zeiten wird er seitlich ausgelenkt und ist nicht zu sehen.
Der zu erwartende Umschlag des 'Schrittes sollte auch in diesem Fall jeweils in die Mitte der Durchlaufzeit
des Elektronenstrahls erfolgen, wobei der Elektronenstrahl eine entsprechend größere Geschwindigkeit
hat. Deshalb muß zum Skalenschreiben auch eine entsprechende höhere Impulsfolge vorgesehen werden. Diese höhere Impulsfolge
wird dem Abschnitt 3 der Zählkette entnommen, und zwar können diesem Abschnitt Impulse mit
einem Abstand von 100 ^s entnommen werden, das
entspricht 0,50/0 Bezugsverzerrung. Eine Skala, die mit diesen Impulsen geschrieben ist, ist also gegenüber
der Skala nach Fig. 1 gespreizt, wobei Messungen innerhalb eines 'Skalenrasters mit Abständen
von 0,50/0 möglich und sehr deutlich ablesbar sind. Die Fig. 3 zeigt eine Anordnung zur Messung
der Synchronverzerrung. Die Anordnung unterscheidet sich von der Anordnung nach Fig. 1 und 2
dadurch, daß die Zählkette in diesem Fall dauernd an einem der Generatoren 1 bzw. 16 liegt. Das
Zählvolumen dieser Zählkette ist in diesem Fall so bemessen, daß entsprechend der Impulsfolge des
Grundgenerators 1 bzw. 16 die Zählkette während eines Schrittes gerade (also beispielsweise innerhalb
von 20 ms) einmal durchlaufen wird. Im übrigen arbeitet diese Anordnung analog der beschrie- '
benen Anordnung, wobei ebenfalls eine Anzeige mit gespreizter bzw. ungespreizter Skala ohne weiteres
möglich ist.
Bei Messung synchron verlaufender Vorgänge läßt sich die Phasenlage der Anzeigeimpulse zur Skala
(wenn z. B. die Anzeigeimpulse zu weit zur Seite hinaus liegen sollten) bzw. zum Zeitpunkt des Startes
der Auslenkung (Kippschaltung) dadurch korrigieren, daß einige Zählstufen umgestellt, kurzzeitig angehalten
oder mit einer anderen Zählfrequenz gespeist werden. "
Die Erfindung ist nicht auf die beschriebenen Ausführungsbeispiele beschränkt; es sind durchaus
mannigfache Abwandlungen möglich, die alle im Rahmen der Erfindung liegen. So ist es beispielsweise
ohne weiteres denkbar, statt eines ElektronenstrahlasziHographen
einen Schleifenoszillographen zur Anzeige zu verwenden. Auch andere optische
Anzeigeverfahren können durchaus im Rahmen der Erfindung angewendet werden.
Der Zähler kann an Stelle von bistabilen Kippschaltungen auch mit anderen passiven Zählschaltungen
ausgerüstet sein, die- nach einem anderen System als dem binären System, z. B. im Dezimalsystem,
zählen.
Die Zählstufen selbst können mit Vakuumröhren, gasgefüllten Röhren, Transistoren oder mit stark
magnetischen oder !dielektrischen Materialien mit Rechteckcharakteristik aufgebaut sein.
Handelt es sich darum, andere Zeiten als gerade Verzerrungen zu messen, so muß die Meßanordnung
entsprechend den gegebenen Richtlinien aufgebaut werden, wobei jeweils eine Zählkette vorzusehen
ist, aus der die für die Messung notwendigen Vergleichszeiten abgenommen werden. Die Zählkette
ist gemäß der Erfindung in jedem Fall von einem Grundgenerator mit entsprechend im Vergleich zu
den Meßzeiten hoher Grundfrequenz zu speisen.
Selbstverständlich kann die Speisung der Zählketten, insbesondere in Fernämtern und in Meßplätzen,
von einem außerhalb des Meßgerätes befindlichen Grundgenerator vorgenommen werden.
In derartigen Ämtern bzw. auf derartigen Meßplätzen sind heute allgemein für Modulationszwecke
od. dgl. Taktpulse vorhanden, die ohne weiteres zur Fortschaltung der zur Bildung der Vergleichszeiten
notwendigen Zählkette verwendet werden können. Soll ein Grundgenerator mit anderer Grundfrequenz
als beschrieben betrieben werden, dann muß eben die Zählkette aus mehr oder weniger
Gliedern aufgebaut werden, derart, daß die gesamte Zählkapazität wieder den erläuterten Forderungen
genügt, wobei darauf Rücksicht zu nehmen ist, daß unter Umständen für eine Messung ganz bestimmte
Zwischenzeiten verwendet werden müssen.
Soll umgekehrt die Bezugsverzerrung von Fern- ι as
schreibzeädhen mit höherer Schrittgeschwindigkeit,
ζ. B. 6ζ Bd, gemessen werden, dann kann dies ohne
weiteres dadurch geschehen, daß ein Grundgenerator verwendet wird, dessen Fortschaltefrequenz um 30O/0
höher ist.
Es sei erwähnt, daß es mit der Anordnung nach der Erfindung bei der Messung der Verzerrung von
Fernschreibzeichen ohne weiteres denkbar ist, einzelne 'Schritte des Zeichens überhaupt nicht bzw.
überhaupt nur einzelne Schritte, z. B. jeweils den zweiten oder dritten. Schritt, zu messen. Die Sollzeiten
der einzelnen Schritte werden gleichfalls aus dem Zähler abgeleitet, z.B. 10... 30 ms bei Verwendung
'einer ungespreizten Skala für den Einsatz des 'ersten Kombinationsschrittes, d.h. 10ms für
den Start des Kippgenerators, die anderen Startzeiten zu 30; 50... 110 ms werden unterdrückt. Umgekehrt
ist es aber gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung
der Erfindung auch möglich, alle Schritteinsätze zu kontrollieren, wobei die Möglichkeit ge-
-geben ist, den Einsatz jedes einzelnen Schrittes genau zu verfolgen. Dies kann dadurch erreicht
werden, daß jedem Stromschritt eine eigene gekennzeichnete Skala zugeordnet wird. Insbesondere läßt
sich dies dadurch erreichen, daß bei einer Verzerrungsmessung mittels eines Kathodenstrahloszillographen
der Strahl so ausgelenkt wird, daß die einzelnen Stromschritteinsätze in verschiedenen, vorzugsweise
räumlich übereinanderliegenden 'Skalen zu liegen kommen. Besonders vorteilhaft ist es hierbei,
die Skala ebenfalls durch den Kathodenstrahl mitschreiben zu lassen, und zwar aus Übersichtlichkeitsgründen
lediglich in Form von einzelnen Punkten. In Fig. 4 ist die Ansicht eines derartig beschriebenen
Bildschirmes 18 dargestellt, wobei die einzelnen Skalenpunkte ig in Reihen und Kolonnen
angeordnet und die den einzelnen Schritteinsätzen zugeordneten Meßmarken 20 zu sehen sind. Die
Skalenpunkte' werden in diesem Fall lediglich durch Helligteitsmodulation sichtbar gemacht, während
die Meßmarken durch zeitliche Auslenkung und zusätzliche. Aufhellung des Kathodenstrahls entstanden
sind.
Es ist ohne weiteres auch möglich, die einzelnen Skalen auch anders als beschrieben voneinander
unterscheidbar zu machen, beispielsweise durch unterschiedliche Farbgebung oder gegebenenfalls
durch unterschiedliche Formgebung der einzelnen Impulse. Doch hat die beschriebene Art, die 'Skalen
aneinanderzureihen, den Vorteil der besseren Übesrsichtlichkeit.
Claims (16)
- Patentansprüche:i. Verfahren zum Messen von Zeiten, vorzugsweise der Verzerrung von Telegrafiezeichen, z. B. der Bezugs verzerrung von Fernschreibzeichen, durch Vergleich mit innerhalb des Meßgerätes gebildeten Normalzeiten, dadurch gekennzeichnet, daß diese Normalzeiten durch mindestens einen mit einer im Vergleich zur JSchrittfrequenz der zu messenden Zeichen hohen Grundfrequenz betriebenen Zähler mit tein passiven Zählschaltungen, z. B. Zählketten aus z. B.bistabilen Kippschaltungen usw., gebildet werden, wobei der Stand des Zählers im Augenblick eines Vorganges, beispielsweise in Form eines Impulses, der von der zu messenden Zeit, z. B. von dem Einsatz eines Zeichenschrittes, abgeleitet ist, ein Maß für die zu messende Zeit (Verzerrung) ist.
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Grundgenerator ein quarzgesteuerter Generator verwendet wird.
- 3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein in seiner Frequenz regelbarer Generator, vorzugsweise mit kleinem Regelbereich, zut Erzeugung der Grundfrequenz verwendet wird.
- 4. Verfahren nach Anspruchs oder 3, gekennzeichnet durch die Verwendung eines vorzugsweise umschaltbaren Generators zur wahlweisen Erzeugung verschiedener Grundfrequenzen.
- 5. Verfahren nach Anspruch 1 bis 4 zum Messen der Bezugsverzerr ung der Fernschreib zeichen, dadurch gekennzeichnet, daß ein Zähler verwendet wird mit einer Zählkapazität, die, multi-■ pliziert mit der Periodendauer der gewählten Grundfrequenz, der Gesamtdauer von Anlaufschritt, aller Kombinationsschritte, beispielsweise einer ser-Schritt-Gruppe, und eines halben Einheitsschrittes entspricht.
- 6. Verfahren nach Anspruch 1 bis 4 zum Messen der Synchronverzerrung, dadurch gekennzeichnet, daß ein Zähler verwendet wird, dessen Zählkapazität, multipliziert mit der Periodendauer der gewählten Grundfrequenz, der Dauer eines Schrittes entspricht.
- 7. Verfahren nach Anspruch 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß zut Anzeige sowohl des Zählerstandes als auch der Meßwerte ein Oszillograph verwendet wird.
- 8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß von dem Zähler während des Meßvorganges selbst zu genau definierten Zeiten Impulse abgeleitet werden, die zusammen mit dem Meßwert als Skala sichtbar gemacht werden.
- ■9. Verfahren nach Anspruch 7 und 8, dadurch gekennzeichnet, daß von dem Zähler auch Impulse zum Betrieb eines Kippgeneratoris abgeleitet werden, der seinerseits den Kathodenstrahl des Oszillographen beeinflußt.
- 10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Kipp dauer des Kippgenerators etwas größer, als an sich für den Meß-Vorgang notwendig wäre, gewählt wird, wobei jedoch ein erneutes 'Starten des Kippgenerators vor Beendigung der Kipp dauer möglich ist.
- 11. Verfahren nach Anspruch 7 bis 1 o, dadurch gekennzeichnet, daß der Elektronenstrahl in Meßpausen, ζ. B. bei der Messung der Bezugsverzerrung zwischen der Messung zweier Zeichen, unsichtbar gemacht wird, vorzugsweise dadurch, daß er mit einer beispielsweise vom Kippgenerator abgeleiteten Hilfsspannueg seitlieh, ausgelenkt wird.
- 12. Verfahren nach Anspruch ι bis ii, dadurch gekennzeichnet, daß den einzelnen Stromschritten des Fernschreibzeichens jeweils eine besondere Skala zugeordnet wird.
- 13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß auf dem Bildschirm einer OsziHographenröhre in räumlich übereinanderliegenden Reihen die Meßwerte für die einzelnen Stromschritte zusammen mit einzelnen, vorzugsweise punktförmigen 'Skalenmarken geschrieben werden.
- 14. Einrichtung zur Messung der Bezugsverzerrung unter Anwendung des Verfahrens nach Anspruch 1 bis S und 7 bis 13, gefcennzeichnet durch ein Schaltglied zwischen Grundgenerator und Zahler, das durch den Einsatz des Anlaufschrittes gesteuert wird und bei diesem Einsatz eine Verbindung zwischen beiden Teilen herstellt.
- 15. Einrichtung nach Anspruch 14, gekennzeichnet durch eine Wirkverbindung zwischen dem den Grundgenerator mit dem Zähler verbindenden Schaltglied und dem Zähler selbst, derart, daß der Zähler nach einer im Verhältnis zur Zeichenlänge im bestimmten Verhältnis stehenden Zeit, insbesondere nach der im Anspruch 5 gekennzeichneten Zeit, vom Grundgenerator abgetrennt wird.
- 16. Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß der Zähler in einzelne hintereinandergeschaltete Zählerabsdhnitte unterteilt ist, die so dimensioniert sind, daß von den einzelnen Abschnitten die für verschiedene Meßaufgaben der Messung oder für die Anzeige der 'Skala (gespreizte oder omgespreizte Skala) notwendigen Zwischenzeiten unmittelbar abgenommen werden können.Eierzu 1 Blatt Zeichnungen©609577/123 7.56 (609 773 1.57)
Priority Applications (1)
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| DES43855A DE956688C (de) | 1955-05-10 | 1955-05-10 | Verfahren und Schaltungsanordnung zur Messung zeitlicher Vorgaenge, insbesondere der Verzerrung von Fernschreibzeichen |
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| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE956688C true DE956688C (de) | 1957-01-24 |
Family
ID=7484900
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DES43855A Expired DE956688C (de) | 1955-05-10 | 1955-05-10 | Verfahren und Schaltungsanordnung zur Messung zeitlicher Vorgaenge, insbesondere der Verzerrung von Fernschreibzeichen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE956688C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1165503B (de) * | 1957-05-16 | 1964-03-12 | Siemens Ag | Einrichtung zum Messen der Laenge von arthmisch auftretenden Zeitintervallen mit einem Oszillographen |
-
1955
- 1955-05-10 DE DES43855A patent/DE956688C/de not_active Expired
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1165503B (de) * | 1957-05-16 | 1964-03-12 | Siemens Ag | Einrichtung zum Messen der Laenge von arthmisch auftretenden Zeitintervallen mit einem Oszillographen |
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