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Reguliervorrichtung an Flüssigkeitszählern
Die Erfindung bezieht sich
auf eine Reguliervorrichtung an Flüssigkeitszählern, bei denen der gesamte Flüssigkeitsstrom
der messenden. und über das Zählrad anzeigenden Vorrichtung, z. B. einem Flügelrad,
Scbraubenrad oder Ringkolben. zuges leitet wird, während ínur eine verschwindend
kleine Flüssigkeitsmenge über einen. Nebenkanal von geringem Querschnitt geleitet
wird, um die Fabrikationsungenauigkeiten. in der Abstimmung zwischen Umlauf der
Meßvorrichtung und der Zählwerkanzleige zu beseitigen. Die Durchfiußgänge, die in
einem gewissen Verhältnis zum Drehstahl des Flügel- oder Schraubenrades oder -ringkolbens
steht, kann über ein gekoppeltes Zählwerk in Litern abgelesen werden.
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Als Reguliervorrichtung verwendet man einen Umlaufkanal, der die
Einlauf- und Auslaufkammern unter Umgehung des Meßsystems direkt miteinander verbindet.
Eine eingeschraubte und zweckentsprechend ausgeführte Regulicrschraube kann. den
Durchlaß dieses Umlaufkanials mchr oder weniger sperren. Stimmt nun bei der Eichung
des Flüssigkeitsmessers die Anzeige des Zählwerks nicht mit der tatsächlich du.rchfließenden
Flüssigkeitsmenge überein - es handelt sich gewöhnlich um Abweichungeii von + 5
bis IuO/o-, so wird
durch Drehen der Regulierschraube im Umlaufkanal
der Durchlaß so lange gedrosselt oder freigegeben, bis Übereinstimmung zwischen
Zählwerksanzeige und effektiven Flüss igkeitsdurchlaß vorhanden.
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Die durch den Umlaufkanal geleitete Flüssigkeit dient somit. nur
Kompensationszwecken, geht also nicht durch das Meßsystem. Solange die durch den
genannten Umlaufkanal geführte Flüssigkeitsmenge im Verhältnis zu der das Meßsystem
durchstrimenden Flüssigkeitsmenge gering ist, bleibt dieses ohne besonderen Einfluß
auf den Meßvorgang.
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Kritisch wird allerdings dieser Umstand, wenn der Totaldurchfluß so
gering ist, daß er an der Grenze der Ansprechempfindlichkeit der Meßvorrichtung
liegt, denn nun wird dem Meßsystem über den Umlaufkanal - sofern er geöffnet ist
- so viel Flüssigkeit entzogen, daß der das Meßsystem durchfiießende geschwächte
Strom nicht mehr ausreicht, die Laufturbine und damit das Zählwerk zu betätigen.
Das heißt, die den Umlaufkanal durchfließende Menge geht ungemessen durch den Zähler
und verringert außerdem noch die Ansprechempfindlichkeit des Meßsystems.
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Die Erfindung bezweckt, bei kleinstem Flüssigkeitsdurchlauf den Umlaufkanal
zu sperren. Dies wird durch erreicht, daß die zur Einstellung des Querschnitts des
Umlaufkanals dienende Regulierschraube mit einem selbsttätig reagierenden Verschluß
versehen ist. Der Umlaufkanal wird solange gesperrt, bis die Gestamtentnahme eine
Größe angenommen hat, zu der die Durchfluß menge im Umlaufkanal Verschwindend klein
ist.
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Da bei den einregulierten Messern die angestrebte Korrektur erst
bei größerer Flüssigkeitsentuabme - etwa 1 0/o der Messer-Nennbelastung - erreicht
ist und im Anlaufstadium mit 8o bis gOe/o praktisch bedeutungslos ist, kann man
in dieser Phase holme Beeinträchtigung der Ablesegensuigkeit den Umlaufkanal vollständig
sperren, um so zwangläufig den gesamten Flüssigkeitsdurchfluß durch das Meßsystem
zu leiten und dessen. Ansprechempfindlichkeit zu steigern.
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Die Sperrung und selbsttätige Freigabe des Umlaufkanals erfolgt vorteilhaft
in der Weise, daß in der Durchflußbohrung der Regulierschraube ein unter Fderdruck
stehendes Ventil, vorzugsweise ein Kugelventil, angeordnet ist, dessen Federkraft
eingestellt werden kann.
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Der Erfindungsgegenstand wird nachstehend an Hand der Zeichnung erläutert.
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Abb. I zeigt den Verlauf der AiizeigegenaMgkeitskurve eines. Flüssigkeitsmessers.
Im Anlauf der Turbine - steigeder Teil der Kurve - liegen die Anzeigeabweichungen
zwischen I00°/o und - 5 bzw. + 50/0. Erst bei Erreichen eines Flussigkeitsdurchflusses
von etwa I% der Nennbelastung geht die Kurve in die Waagerechte über mit einer gleichbleibenden
Anzeigegenauigkeitsabweichung von + 20/o. Es ist also belanglos, wenn auf dem steigenden
Teil der Kurve mit seinen ohnehin unbrauchbaren Korrektur werten durch Sperrung
des in der Beschreibung genannten Umlaufkanals die Korrektur vorübergehend ganz
ausgeschaltet ist.
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Abb. 2 und 3 zeigen Reguliervorrichtungen der bisher gebräuchlichsten
Art. Die der Messung zuzuführende Flüssigkeit wird über die Einlaufkammern und das
Turbinen-Meßgehäuse c in die Auslaufkammer b geleitet. Als direkte Verbindung zwischen
den Kammern ci und b ist der Umlaufkanal d vorgesehen. Durch die Regulierschraube
e wird der Kanal d zum Zwecke der Korrektur einer Differenz zwischen Zählwerksanzeige
und effektiver Durchflußmenge mehr oder weniger geöffnet oder gedrosselt.
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Abb. 4 zeigt schematisch. die Ausführung der Regulierschraube e gemäß
der Erfindung. Die Schraube e weist einen Winkelkanal k auf, der durch ein federbelastetes
Kugel- oder Sitzventil v gesperrt ist. Kleine Durchfluß mengen - tropfenweise Entnahmekönne,n
nicht ilielir den Umlaufkanal d passieren und werden restlos der Meßturbine im Meßgehäusec
(Abb. 2 und. 3) zugeleitet. Erst bei größer werdendem Durchfluß, wenn die Meßturbine
längs angelaufen ist, wird das Ventil v in der Regulierschraube e selbsttätig angehoben.
und die Regulierwirkung der Vorrichtung kann in Tätig keit treten. Die Dauer der
Absperrung von bzw. d, die natürlich innerhalb des vertikalen. Teils der Anzeigegenauigkeitskurve
(Abb. I) liegen soll, ist durch die Federbelastung des Ventils v vorbestimmt.
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PATENTANSPRttCHE: I. Reguliervorrichtung an Flüssigkeitszählern,
bei denen ein zur Regulierung des Zählers bestimmter und einstellbarer Umlfaufkanal
vorgesehen ist, dadurch gekennzeichnet, daß die zur Einstellung des Ouerschnittes
des Umlaufkanals dienende Regulierschraube mit einem selbsttätig reagierenden Verschluß
versehen ist.