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Schaltungsanordnung für Übertragungen doppelt gerichteter Verbindungsleitungen
Die Erfindung betrifft eine Schaltungsanordnung für Übertragungen doppelt gerichteter
Verbindungsleitungen. Wird eine solche Übertragung durch die sie belegende Verbindungseinrichtung
freigegeben, so ist es bekannt, über die Verbindungsleitung ein Auslösekriterium
nach der Gegenseite zu übertragen, das die Auslösung der dort angeordneten Verbindungseinrichtungen
zur Folge hat. Damit nun nicht vor der vollständigen Auslösung der Einrichtungen
der Gegenseite die zunächst freigegebene Übertragungseinrichtung erneut belegt werden
kann, ist es bekannt, in dieser Übertragung Zeitschaltniittel vorzusehen, die diese
Übertragung erst wieder belegungsfäliig machen, wenn die Einrichtungen der Gegenübertragung
mit Sicherheit ausgelöst haben.
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Die bekannten Anordnungen dieser Art haben den Nachteil, daB eine
solche Übertragungseinrichtung in vielen Fällen auch noch gegen eine erneute Belegung
gesperrt ist, wenn die Einrichtungen der Gegenseite bereits ausgelöst haben, da
für die Bemessung der
Zeitschaltnzittel immer der ungünstigste Fall
angenommen werden muß.
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Die Erfindung beseitigt diese Nachteile der -bekannten Anordnungen
dadurch, claß die Zeitschaltmittel der abgehend oder ankommend belegten Übertragung
beim Eingang eines die vollständige Auslösung der Verbindungseinrichtungen der Gegenseite
kennzeichnenden Kriteriums unwirksam geschaltet werden. Damit ist sichergestellt,
daß mit der vollständigen Auslösung der Gegenseite auch die bis zu dieser Auslösung
gesperrt gehaltene Übertragungseinrichtuäg für eine erneute Belegung freigegeben
wird.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt.
Die Übertragungseinrichtung kann sowohl von einem Gruppenwähler GW als auch von
einer Verbindungsleitung AL belegt werden. Die Verbindungsleitung
AL, die zur Gegenübertragung führt, ist ruhestromüberwacht, d. h. im Ruhezustand
fließt sowohl über die a- als auch über die b-Ader ein Strom, der in der gezeigten
Übertragung durch ein Relais R und in der Gegenübertragung durch ein an der -b-Ader
liegendes ähnliches Überwachungsrelais laufend kontrolliert wird. Die Belegung der
Gegenseite erfolgt jeweils durch Stromverstärkung, und zwar wird die in der Zeichnung
dargestellte Übertragung durch Stromverstärkung auf der b-Ader belegt, während die
Gegenübertragung durch Stromverstärkung auf der a-Ader in den Belegungszustand übergeführt
wird. Die Auslösung erfolgt durch Anlegen eines Wechselstromes von 5o Hz, und die
Stellung des Vorwählers VW, der über die Verbindungsleitung AL erreicht
werden kann, wird durch ein in der c-Ader liegendes Relais X überwacht. In der Nullstellung
des Vorwählers, d. h. wenn dieser Vorwählen belegungsbereit@ ist, hat das Relais
X angesprochen, so daß im Ruhezustand der Anlage außer den Kontakten des Relais
R sich auch die Kontakte des Relais X in ihrer Arbeitslage befinden.
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Wird die Übertragungseinrichtung vom Gruppenwähler GW belegt, so spricht
über den geschlossenen Kontakt yq. sowie den Ruhekontakt b3 das" Relais C an. Dieses
schließt mit seinem Kontakt ci die hochohmige Wicklung II des Relais R kurz, so
daß über die Kontakte b 5 und d 6 bis zum Ansprechen des Relais D
ein Stromverstärkungsimpuls auf die a-Ader gegeben wird, der die Gegenübertragung
in den Belegungszustand überführt. Durch eine in der Gegenübertragung hervorgerufene
kurzzeitige Schleifenunterbrechung fällt das Relais R: ab. Der abfallende Kontakt
y2 schließt über den betätigten Kontakt c5 einen Stromkreis für das Relais D, so
daß über die Kontakte c2, c 6, d2 und d6 die Verbindungsleitung AL zum Gruppenwähler
GW durchgeschaltet ist.
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Wird die Übertragungseinrichtung. über die Verbindungsleitung
AL belegt, so wird durch Stromverstärkung an der b-Ader das Relais B (I)
zum Ansprechen gebracht. Dieses schließt mit seinem Kontakt b.2 die Schleife zum
Vorwä,hler, der anläuft und sich auf einen freien Gruppenwähler einstellt. Sobald
der Vorwähler VW seine Nullage verläßt, fällt das Relais X ab. Der Kontakt
b3 des Relais B trennt mit dem Eingang - des Belegungsimpulses die vom Gruppenwähler
GW kommende Belegungsader auf, so daß die Übertragungseinrichtung sofort gegen eine
abgehende Belegung gesperrt wird. Nach dem Abfall des Relais X bildet sich ein Haltestromkreis
für das Relais B über seine Wicklung; III und den Kontakt b 6, und in diesem Haltestromkreis
liegt auch die Wicklung I eines Relais E. Dieses trennt mit seinem Kontakte 4 die
Schleife zum Vorwähler auf, und die Verbindungsleitung AL ist nun über die
Ruheseite der Kontakte d 2
und d6 sowie die Arbeitsseite der Kontakte bi und
b5 zu den über den Vorwähler VW erreichbaren Verbindungseinrichtungen durchgeschaltet.
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Wird die Übertragung vom -Gruppenwähler GW freigegeben und fällt als
Folge dieser Freigabe das Relais C- ab, so wird zunächst mit den Kontakten c2 und
e6 ein Auslösewechselstrom an die Verbindungsleitung AL angelegt. Dieser
Auslösestromstoß dauert so lange, wie das Relais D noch erregt ist, das durch den
Kontakt c5 ebenfalls abgeschaltet wird. Der Kontakt dq. schaltet den Stromkreis
für das Relais X wieder durch, so daß dieses anspricht und über den Kontakt x6 den
während der Verbindung aufgeladenen Kondensator EC . an die Wicklung II des Relais
E anschaltet. Der Kondensator ist so bemessen, daß seine Entladezeit und damit die
Abfallzeit des Relais E, dessen Ansprechwicklung I mit dem Kontakt x2 abgeschaltet
wird, länger -dauert als die Zeit, die erforderlich ist, um die Auslösung der Gegenübertxagung
-zu vollziehen. Solange also das Relais E angesprochen hat, ist eine erneute Belegung
der Übertragung nicht möglich, weil durch den geöffneten Kontakt 6q. keine Schleife
zum Vorwähler gebildet werden kann. Sobald aber zum Zeichen dafür, daß die Gegenübertragung
vollständig ausgelöst hat, Ruhestrom an die a-Ader angelegt wird, kommt in der Übertragung
das Relais R (I) zum Ansprechen und trennt mit seinem Kontakt y6 den Entladestromkreis
für den Kondensator EC von der Haltewicklung des Relais E ab. Dieses fällt nun sofort
ab, und durch den geschlossenen Kontakt e4 kann bei ankommenden Belegungen erneut
eine.Schleife zum Vorwähler VW gebildet werden. Der Kondensator EC ist also im Ruhezustand
der Übertragung entladen und wird im Belegungszustand über den Kontakt x6 voll aufgeladen.
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Ist eine Verbindung von der Verbindungsleitung AL
über die Übertragung
zum Vorwähler VW aufgebaut und löst der über den Vorwähier VW erreichte Teilnehmer
die Verbindung aus, so kehrt in bekannter Weise der Vorwähler VW in seine
Ruhestellung zurück, und in dieser wird das Relais X über die c-Ader erregt. Der
Kontakt x2 öffnet den Haltestromkreis für die Relais B und E, wobei die Aberregung
des Relais E durch den Kondensator EC wieder verzögert wird. Die weitere Auslösung
der Übertragung vollzieht sich in der vorbeschriebenen Weise.