-
Malerrollbürste Soll eine verhältnismäßig dicke Farbschicht, beispielsweise
ein sogenannter Plastikanstrich, mit einer Malerrollbürste, bei der auf einem Borstenkörper
radial abstehende Borstenbündel angeordnet sind, aufgetragen werden, so treten dabei
Schwierigkeiten auf. Die Farbmenge, die die bekannten Rollbürsten aufzunehmen vermögen,
ist verhältnismäßig gering, so daß ein mehrmaliges Absetzen ünd Eintauchen der Bürste
in den Farbvorrat erforderlich ist. Dadurch entstehen an den entsprechenden Stellen
der zu bemalenden Flächen störende Ansätze. Es ist daher vorgeschlagen worden, die
Rollbürste mit einem wannenförmigen Behälter zu versehen, in den der Umfang der
Bürste beim Abrollen eintaucht und sich die Bürste auf diese Weise immer wieder
mit Auftragsmasse füllt. Derartige Geräte sind jedoch insbesondere auch durch das
hohe spezifische Gewicht der zu verarbeitenden Massen sehr schwer, so daß ein Arbeiten
mit diesen Geräten einen großen Kraftaufwand erfordert. Außerdem stört der Behälter
am unteren Ende der zu bemalenden Flächen, so daß diese nicht ganz ausgemalt werden
können. Auch das Aufträgen der Masse in den Ecken ist schwierig und umständlich.
-
Es ist auch eine Rollbürste bekannt, deren Borsten spiralförmig gekrümmt
sind. Eine derartige Bürste kann zwar eine gewisse Menge Farbe aufspeichern,
jedoch
neigen die freien Enden einer derartigen Bürste ebenso wie bei den vorerwähnten
Rollbürsten zum Spritzen: Ein gewisses Speichervermögen für die Auftragsmasse bzw-
Farbe ist auch bei einer anderen bekannten "T--xcrrollbürste durch etwa tangential
zum zATalzeni:faantel aus diesem heraustretende Borstenbündel erzielt worden, wobei
die Borsten gerade ausgebildet sind oder eine Krümmung zum Walzenmantel hin aufweisen.
Infolge dieser Anordnung überragen sich die Borstenbündel schuppenartig und bilden
gewissermaßen ein nachgiebiges Polster, - bei dem die Gefahr eines Spritzens, wie
sie bei radial angeordneten Borstenbündeln besteht, in starkem Maße herabgesetzt
ist. Neben der Erhöhung des Speichervermögens und der Verringerung der Spritzgefahr
ist weiterhin erreicht, daß die Borsten nahezu in ihrer ganzen Länge am Streichvorgang
beteiligt werden, so daß das Auftragen der Farbe bzw. Auftragsmasse verhältnismäßig
gleichmäßig erfolgt.
-
Von Nachteil ist aber, daß die stufenartig aufeinanderliegenden Borstenbündel
leicht miteinander verkleben, die nach außen gerichtete Elastizität im Laufe der
Zeit durch das Verkleben verlorengeht und schließlich auch das Speichervermögen
zurückgeht. Ein weiterer Nachteil ist darin zu erblicken, daß sich derartige-Walzen
nur in einer Anstreichrichtung bzw. nur in einem Drehsinn der Walze verwenden lassen.
Die Streichrichtung muß so gewählt sein, daß zunächst der sich unmittelbar an die
Einbettung des Borstenbündels anschließende Teil auf die Streichfläche auflegt.
Bei einer Bewegung der Walze in der entgegengesetzten Richtung wird ein Abrollen
der Walze behindert, da sie dann zuerst auf die Borstenenden aufläuft. Die Walze
rollt dann nicht ab, sondern wird ohne Eigendrehung verschoben und schiebt dabei
die Farbe bzw. Auftragsmasse vor sich her. Infolgedessen ergibt sich kein einwandfreier
Anstrich. Vielmehr ist mit störender .Streifenbildung zu rechnen. Eine Musterung
durch unterschiedliche Auftragsstärken in ganz bestimmter Weise läßt sich. mit einer
derartigen Bürste überhaupt nicht erzielen.
-
Es wird daher eine Rollbürste vorgeschlagen, die in beiden Drehrichtungen
verwendbar und bei der ein Spritzen vollständig vermieden ist. Außerdem kann diese
Rollbürste eine sehr große Menge an zu verarbeitender Masse aufnehmen und verteilt
diese gleichmäßig in der gewünschten Stärke auf der zu bemalenden Fläche. Als besonderer
Vorteil ist jedoch hervorzuheben, daß sie auch bei Verwendung sehr dickflüssiger
Masse in beiden Drehrichtungen leicht abrollt, die Masse also nicht auf der Fläche
vor sich herschiebt, sondern gleichmäßig und ansatzlos verteilt. Weiterhin ist die
Gefahr des Verklebens der einzelnen Borstenbündel miteinander vermieden und das
Säubern der Bürste erleichtert.
-
Dies wird dadurch erreicht, daß die Borstenbündel bogenförmig in einer
zur Drehachse der Bürste senkrechten Ebene angeordnet sind und mit beiden Bogenenden
iin Borstenkörper gehalten sind. Beide Borstenenden eines jeden Bündels sind gewissermaßen
eingespannt. Wird nun auf das bogenförmige Borstenbündel beim Anstreichen ein Druck
ausgeübt, so erfährt der Bogen eine Abflachung. Durch das Einspannen aber ist das
Bündel bestrebt, jederzeit in seine Ausgangslage zurückzufedern,, so daß stets das
ursprüngliche Speichervermögen erhalten bleibt. Da die Bürste keine freien Borstenenden
besitzt, besteht keinerlei Gefahr, daß diese beim Zurückschnellen der Borsten in
ihre bogenförmige Ausgangslage spritzen. Im Innern der bogenförmigen Borstenbündel
ergeben sich große Hohlräume für die Aufnahme der zu verarbeitenden Masse, die durch
Schwer- bzw. Zentrifugalkraft an den Umfang der Bürste und von hier auf die zu bearbeitende
Fläche gelangt. Da kein Verkleben der Borstenbündel miteinander zu befürchten ist,
und da die eigene Spannung der Borstenbündel stets dafür sorgt, daß die ursprünglich
vorhandene bogenförmige Form erhalten bleibt, bleibt auch der vorhandene Hohlraum
stets gleich groß, so daß ein konstantes Speichervermögen vorhanden ist.
-
Vorzugsweise ist vorgesehen, daß die Enden aufeinanderfolgender Borstenbündel
in einer Ebene gemeinsam befestigt sind. Hierdurch ist erreicht, daß beim Aufdrücken
der Malerrollbürste auf die Streichfläche die Bogen sich symmetrisch zu einer Radialen
zur Achse verformen. Dies trägt dazu bei, daß das Auftragen der Farben bzw. Auftragsmasse
gleichmäßig erfolgt. Die einzelnen Borstenbündel unterstützen sich auch gegenseitig
beim Zurückfedern in die Ausgangslage. Durch eine entsprechende Anordnung der einzelnen
bogenförmigen Borstenbündel zueinander, vor allem der in verschiedenen, parallel
zueinander nebeneinanderliegenden'Ebenen angeordneten Borstenbündel läßt sich eine
Vielzahl von Mustern erreichen, nämlich musterartige unterschiedliche Auftragsstärken.
-
Zur Verwendung kommen vorzugsweise Borsten aus Kunststoff. Durch diese
Maßnahmen und dadurch, daß eine derartige Rollbürste sehr leicht rollt, -ergibt
sich eine große Lebensdauer der Bürste.
-
Es ist vorteilhaft, wenn die Borsten in nebeneinanderliegenden Scheiben
gehalten sind. Dadurch wird die Herstellung der Bürste wesentlich erleichtert. Die
einzelnen Borstenbündel bzw. auch längere Borstenstränge werden in entsprechende
Formen eingelegt, die dann mit einer erhärtenden Masse, beispielsweise einem Kunststoff,
ausgegossen werden. Die dadurch gewonnenen einzelnen Scheiben können aneinandergefügt
werden und bilden so die Rollbürste. Es ist zweckmäßig, wenn die Scheiben auf eine
Walze aufgeschoben werden, die den einzelnen Scheiben den erftirderlichen Zusammenhalt
gibt.
-
Zwischen den einzelnen Scheiben bzw. den Scheiben und der Walze sind
Arretierungsmittel vorgesehen, die ein Verdrehen der einzelnen Teile gegeneinander
verhindern.
-
Besonders vorteilhaft ist es, wenn die einzelnen Arretierungsmittel
gegeneinander versetzt angeordnet
sind. Dadurch können die einzelnen
Borstenbogen am Umfang gegeneinander versetzt und mit den gleichen Einzelteilen
eine Vielzahl verschiedener Muster erzeugt werden. Die Arretierungsmittel _ können
beispielsweise aus einem auf der Walze angeordneten Wulst bestehen, der in eine
Aussparung der einzelnen Scheiben eingreift. Jede Scheibe besitzt mehrere Aussparungen,
von denen beispielsweise die eine Aussparung der Mitte des Borstenbogens und die
andere Aussparung dem Ende eines Borstenbogens zugeordnet ist. Zwischen den einzelnen
Scheiben können auch Verzahnungen, Nocken od. dgl. vorgesehen sein. .
-
Die einzelnen Borstenbündel der Rollbürste sind vorzugsweise ringförmig
ausgebildet. Ein derartiger Ring läßt sich dadurch gewinnen, daß eine Faser oder
mehrere lange Fasern zu einem Ring aufgewickelt werden. Die Borstenenden eines derartigen
Ringes werden beispielsweise verklebt und der Ring dann in die Herstellungsform
der Scheibe eingelegt.
-
Zur Vermeidung von nicht erwünschten Streifen können die Durchmesser
der einzelnen Windungen jedes Ringes verschieden groß sein. Die Borsten eines derartigen
Borstenbündels können dann nicht mehr zusammenkleben, da sie durch ihre verschiedenen
Umfangslängen voneinander in einem gewissen Abstand gehalten sind. Durch die durch
die Krümmung gegebene Vorspannung ist gewährleistet, daß sich nach Fortfall des
Druckes beim Arbeiten jeweils der vorgegebene Abstand wieder einstellt. Außerdem
ist durch diese Anordnung der einzelnen Borstenhaare das Speichervermögen einer
derartigen Bürste noch erhöht, da nunmehr außer den Räumen innerhalb der Bogen'-
auch die Zwischenräume zwischen den einzelnen Borstenhaaren zur Verfügung stehen,
die auch stets erhalten bleiben.
-
Ein ringförmiges Borstenbündel, bei dem die Durchmesser der einzelnen
Windungen verschieden groß sind, läßt sich beispielsweise dadurch gewinnen, daß
eine lange Faser auf einem Konus oder auch auf einem Zylinder aufgewickelt wird,
der einzelne Stufen bzw. Vorsprünge aufweist. An einer Stelle dieses Aufwickeldornes
werden dabei die einzelnen Windungen möglichst nahe beieinandergehalten und am Ende
miteinander verklebt. Diese Klebestelle liegt dann in der Scheibenform in der Nähe
des Mittelpunktes der Scheibe.
-
Zwischen den einzelnen Bogen oder seitlich neben einem Bogen der Borstenbündel
können auch noch Borstenbündel mit freien. Borstenenden angeordnet sein. Sie können
dann beim Abrollen der Bürste nicht mehr zurückschnellen und daher auch nicht spritzen.
Derartige Borstenbündel mit freien Borstenenden können somit auch zwischen den Scheiben
mit den gebogenen Borstenbündeln angeordnet sein. Die einzelnen Scheibentypen können
dann beliebig miteinander kombiniert und, unter Berücksichtigung der Arretierungsmittel,
beliebig gegeneinander versetzt werden, so daß es dem Benutzer möglich ist, mit
einer derartigen Bürste eine Vielzahl von verschiedenen Mustern auf der zu bearbeitenden
Fläche zu erzielen, ohne daß es dabei erforderlich wäre, für jedes Muster eine besondere
Bürste zu verwenden.
-
In den Zeichnungen sind einige Ausführungsbeispiele der Erfindung
dargestellt. Es zeigt Fig. i eine perspektivische Darstellung einer Malerrollbürste
mit einem teilweisen Scheibensatz,. Fig. 2 eine Scheibe mit gebogenem Borstenbündel,
Fig. 3 eine Scheibe mit anderer Ausbildung der Borstenbündel, Fig. 4 eine Einzelheit
der Fig. 3, Fig. 5 einen Teil einer Scheibe mit eingesetzten Borstenbündeln mit
freien Borstenenden, Fig. 6 einen Teil einer Scheibe in einer anderen Ausführungsform,
Fig. 7 einen Teil einer anderen Scheibe mit radial abstehendem Borstenbündel, Fig.
8 eine Walze, auf die die Scheiben aufschiebbar sind, und Fig. 9 eine Endbegrenzung
für die Walze nach der Fig. B.
-
Auf der Walze i ist der Wulst 2 vorgesehen, der in die Aussparungen
3, 4 oder 5 der Bohrung 26, der Scheiben 6, i9, 2o, 22 und 24 eingreift. An den
Enden der Walze i sind Lappen 7 vorgesehen, die durch die Aussparungen 8 in der
Endbegrenzungsscheibe 9 hindurchragen. An Stelle der Lappen 7 kann auch eine Schraubverbindung
vorgesehen sein. In der Mitte der Scheibe 9 sind Achsstummel io vorgesehen, die
zur Lagerung der Walze in dem Bügel i i dienen. Der Bügel besitzt eine U-förmige
Gestalt und trägt in der Mitte des Steges 12 den Handgriff 13. Es ist auch
möglich, die Rollbürste einseitig zu lagern und beispielsweise im Innern der Walze
eine- Achse vorzusehen. Die Scheibe 6 trägt in dem Ausführungsbeispiel der Fig.
2 die gebogenen Borstenbündel 14, die mit ihren beiden Enden 15 und. 16 in der beispielsweise
aus einem Kunststoff bestehenden Scheibe 6 gehalten sind. Die Aussparung 5 in der
Bohrung 26 der Scheibe ist den Enden 15 bzw. 16 der Borstenbündel zugeordnet, während
die Aussparung 4 in der Mitte eines Borstenbogens angeordnet ist. Die Aussparung
3. nimmt dagegen eine Mittellänge zwischen diesen beiden Aussparungen ein. Selbstverständlich
ist es auch möglich, Weniger oder auch mehr als drei Aussparungen in jeder Scheibe
vorzusehen. Die Borstenbündel 17 in dem Ausführungsbeispiel nach der Fig. 3 sind
in der Fig. 4 dargestellt. Die einzelnen Windungen dieses Borstenbündels besitzen
einen verschieden großen Durchmesser und sind bei 18 beispielsweise mittels Klebstoff
zusammengehalten. Die Stelle 18 des Borstenbündels 17 wird vorteilhaft in der Nähe
des Mittelpunktes der Scheibe i9 angeordnet. Dadurch ergeben sich auf den Umfang
der Scheibe i9 sehr buschige Borstenbündel.
-
In der Scheibe 2o der Fig. 5 sind zwischen den einzelnen Bogen 14
die Borstenbündel 21 mit freien Borstenenden vorgesehen. Diese Borstenbündel 21
werden in ihrer Bewegung durch die Bogen 14 gebremst.
Eine andere
Anordnung der Borstenbündel mit freien Borstenenden zeigt die Fig. 6. Hier sind
an der Scheibe 22 seitlich die Borstenbündel 23 angeordnet, die ebenfalls durch
die Borstenbündel 1q. in ihrer Bewegung gebremst werden. Die Fig. 7 zeigt eine Scheibe
2q., die nur Borstenbündel 25 mit freien Borstenenden aufweist. Eine derartige Scheibe
wird vorteilhaft zwischen zwei Scheiben mit einer Borstenanordnung etwa der Fig.
2 oder 3 bzw. auch Fig. 5 oder 6 eingesetzt.