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Reinigungsvorrichtung an Stahlstichprägepressen Die Erfindung betrifft
eine Vorrichtung zum Reinigen des endlosen Wischbandes einer Stahlstichprägepresse,
dessen anhaftende Farbe mit Hilfe von Lösungsmitteln durch Schaben und durch wiederholtes
Umlenken in zwei getrennten Stufen abgelöst wird.
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Es ist bereits bekannt, endlose Abwischbänder an Stahlstichprägepressen
fortlaufend in einer Reinigungsvorrichtung mittels Bürsten zu reinigen. Diese Reinigung
hat den Nachteil, daß die Farbe nicht genügend gelöst wird und die Bürsten rasch
verschmutzen.
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Ferner ist auch eine Anordnung bekannt, bei der durch Abstreifen zuerst
der Hauptteil der auf dem Wischband befindlichen Farbe entfernt und dann das Wischband
über eine in einem Lösungsbad hefindliche, nicht angetriebene Rolle geführt wird.
Diese Rolle dreht sieh daher mit der Geschwindigkeit des Bandes und übt auf die
Ablösung der Farbe von der Bandoberfläche nur insoweit eine Wirkung aus, als das
Wischband über die Rolle in ihrer Richtung umgelenkt wird. Demgegenüber ist die
Ausführungsform des Gegenstandes nach der Erfindung dadurch gekennzeichnet, daß
am Umfang mit mindestens drei frei drehbaren Roillen besetzte, angetriebene Reinigungswalzen
zum Umlenken des mit abweichender Geschwindigkeit das Bad durchlaufenden Wischbandes
dienen.
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Durch diese Anordnung mehrerer Rollen wird eine besonders günstige
Wirkung erzielt, da das Wischband während seines Umlaufes um die Rollen ständig
seine Richtung ändert und auf diese Weise
eine bestimmte Stelle
des Wischbandes mehrmals aus der geraden, gestreckten Richtung nach außen zu und
dann wieder nach innen zu abgebogen wird. Dieses mehrmalige Hin- und Herschwenken
des Bandes unter ständiger Änderung der Krümmung übt eine günstige Wirkung auf das
Ablösen der Farbe aus, und erst dadurch ist ein. einwandfreies Reinigen des Wischbandes
möglich.
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Um in besonderen Fällen die Lösung der Farbe vom Wischhand noch zu
verbessern, können zwischen den Reinigungsrollen vorzugsweise verstellbare Reinigungsbürsten
vorgesehen sein.
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Günstig ist es, wenn unterhalb der Reinigungswalzen ausziehbare Behälter
zum Sammeln der nach unten sinkenden Farbe vorgesehen sind.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt.
Es zeigt Fig. i einen Teilquerschnitt durch eine Anlage für Stahlstichprägen mit
der Reinigungsvorrichtung in Ansicht, Fig. 2 eine nach Linie 2-2 der Fig. 3 teilweise
geschnittene Ansicht der Reinigungsvorrichtung gemäß Fig. i in vergrößertem Maßstab,
Fig. 3 einen Schnitt nach Linie 3-3 der Fig. 2, Fig.4 eine Teildraufsicht auf die
Reinigungsvorrichtung gemäß Fig. 2.
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Die in. Fig. i dargestellte Anlage zum Stahlstiohprägedrucken besteht
aus der eigentlichen Stahlstichprägepresse A und der an diese angebauten Reinigungsvorrichtung
B.
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Die Stahlstichprägepresse A weist ein Pressengestell auf, das aus
zwei Seitenplatten io besteht, von denen die eine in Fig. i erkennbar ist. Die beiden
Seitenplatten io sind durch Traversen ioi und. io2 verbunden. Die Reinigungsvorrichtung
B ist .auf .einer Verlängerung der Grundplatte 103 des Pressengestells durch nicht
dargestellte Mittel befestigt. .
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Am Oberteil der Stahlstichprägepresse A ist eine Querwelle ii vorgesehen,
auf der ein Stempel 12 schwenkbar angeordnet ist. Am unteren Ende des Stempels -
ist ein Druckstock 75 befestigt. Der Stempel selbst .hat drei verschiedene Stellungen,
nämlich die Stellung d (strichpunktiert gezeichnet) zum Einfärben des Druckstockes,
die Stellung b zum Abwischen des Druckstockes und die Stellung c (strichpunktiert
gezeichnet) für das eigentliche Drucken. Die Einrichtungen zum Schwenken bzw. Feststellen
des Stempels in den betreffenden Stellungen sind in der Zeichnung nicht dargestellt,
da sie keinen Teil der Erfindung. bilden.
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Das endlose Wischband 13 läuft über eine in Richtung des Pfeiles G
umlaufende, angetriebene Walze 14, die durch nicht dargestellte Antriebsmittel angetrieben
ist. Die Richtung des umlaufenden Abwisc'hbandes 13 ist durch Pfeile gekennzeichnet.
Von der Antriebswalze 14 läuft das Abwischband in die Reinigungsvorrichtung und
verläßt dieses gereinigt wieder. Auf diesen Vorgang wird später näher eingegangen.
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Nach dem Austritt des Reinigungsbandes 13 aus der Reinigungsvorrichtung
B läuft es über eine Spannrolle 162, die an einem um eine Achse 15 schwenkbaren
Arm 16 drehbar angeordnet ist. Das Andrücken der Spannrolle 162 erfolgt durch ein
Gewicht 17, das aüber ein um eine Rolle 18 geschlungenes Seil i9 an einer
Nase 161 des Armes 16 angreift. Von der Spannrolle 162 läuft das endlose Abwischband
13 über zwei Führungsrollen 2o und 21 zum Abwischtisch 22, der auf einer
Travers,- 23 angeordnet ist, und,von dort zurück zur Antriebswalze 14.
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Die Reinigungsvorrichtung B weist ein kastenförmiges Gehäuse
30 auf, das durch Einsätze 76 in zwei Kammern, nämlich eine Vorreinigungskammer
31 und eine Nachreinigungskammer 32, geteilt ist. Beide Kammern sind teilweise
mit Reinigungsflüssigkeit gefüllt, wobei der Spiegel der Reinigungsflüssigkeit in
den Schaugläsern 72 und 73 erkennbar ist. Durch den vorgenannten Einsatz 76 werden
ferner die Räume 33 und 34 gebildet, die unterhalb der vorgenannten Reinigungskammern
und gemäß Fig. 2 auf der rechten Seite der Nachreinigungsikammer 32 angeordnet sind.
Auf div-, Räume wird weiter unten näher eingegangen.
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Der Deckel 301 des Gehäuses 30 ist mit Hilfe eines Scharniers
77 an dem linken Seitenteil gemäß Fig.3 schwenkbar befestigt. Auf dem Deckel 301
ist ein Motor 35 befestigt, dessen. Welle eine Keilriemenscheibe 36 trägt, die über
Keilriemen 37 zwei Keilriemenscheiben 40 und 41 antreibt, die auf den über das Gehäuse
30 'vorstehenden Enden von Wellen 38 und 39 befestigt sind. An einem Bock 42 ist
ein. eine Spannrolle 44 tragend--er Arm 43 derart angeordnet, daß die Keilriemen
37 mit Hilfe der Spannrolle 44 gespannt werden. können.
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Die vorgenannten Wellen 38 und 39 sind im Gehäuse 30 in Lagern
45 und 46 gelagert. Auf der Welle 38 sind Scheiben 47 mittels Schrauben 48 befestigt.
Die Scheiben 47 weisen Ansätze 471 auf, zwischen denen die Wellen 49 angeordnet
sind. Auf den letzteren sind die Reinigu.ngsrollen_5o mittels Kugellagern 51 freidrehbar
gelagert. Zwischen den Reinigungsrollen 5o sind Bürsten 52 tragende Bürstenhalter
53 angeordnet, die: mittels Schrauben 54 auf den vorgenannten Scheiben 47 rädial
verstellbar vorgesehen sind. Federn 55 pressen die Bürstenhalter 53 gegen die Innenfläche
der Köpfe 541 der vorgenannten Schrauben 54, Die Welle 38 zusammen mit den Scheiben
47 und den Reinigungsrollen 5o bilden das Vorreinigungsorgan in der Vorreinigungskammer
3 i.
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Auf der Welle 39 sind zwei kreiszylindrische Scheiben 81 mittels Sehrauben
befestigt, und zwar in gleicher Weise, wie dies bei den Scheiben 47 der Fall ist.
Zwischen den Scheiben 81 sind Reinigungsrollen 56 mit Hilfe von. nicht dargestellten
Kugellagern auf Achsen 57 drehbar angeordnet (s. rechtes Teil der Fig. 2).
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Die Welle 39, die Scheiben 81 und die Reinigungsrollen 56 bilden zusammen
das Nachreinigungsorgan, das in der Nachreinigungskammer 32 angeordnet ist.
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Unterhalb der Reinigungsorgane ist je ein Behälter 58 und 59 angeordnet,
die je auf einem mittels Winkel 78 befestigten Führungsblech 79 verschiebbar
angeordnet
sind. Oberhalb der Behälter sind Leitbleche 82 und 83 in den Kammern 31 und
32 angeordnet. Die vörgenannten B.e'hälter 58 und 59 weisen zwei außerhalb des Gehäuses
3o angeordnete Deckplatten 581 und 591 auf, die gegen zwei zu beiden Seiten der
Behälter an der Außenwand des Gehäuses 3o befestigte Winkelstücke 62 bei eingeschobenen
Behältern anliegen. Mit Hilfe der die Winkel 62 'hintergreifenden Bügel 63 und 64
und in diesen vorgesehenen Spannschrauben 65 können nun die Deckplatten 581 und
591 gegen die Winkelstücke 62 gepreßt werden. In dem Raum 33 ist eine Führungsrolle
66 und in dem Raum 3q: eine weitere Führungsrolle 67 angeordnet. Oberhalb der beiden
Reinigungskammern 31 und 32 sind ferner drei Führungsrollen 68, 69 und 7o
vorgesehen. Bei 71
und 8o sind elastische Zungen angeordnet, die in einem
Fall grobe Farbablagerungen und im anderen Fall die Reinigungsflüssigkeit von dem
Abwischband 13 abstreifen.
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Der Umlauf des Abwischbandes 13 durch die Reinigungsvorrichtung
geht nun wie folgt vor .sich: Nach Eintritt des Abwischbandes in die Reinigungsvorrichtung
B bei 8o läuft das Abwischband über die Führungsrolle 68 und anschließend, über
die Reinigungsrollen 5o des Vorreinigungsorgans. Der Spiegel der Reinigungsflüssigkeit
in der Vorrein.igungskammer 31, in der sich das Vorreinigungsorgan befindet,
ist so hoch, d@aß das Vorreinigungsorgan zum größten Teil von der Flüssigkeit bedeckt
wird. Nach Verlassen der Vorreinigungs.k.ammer 31 läuft das Ahwischband über die
Führungsrolle 69 zum Nacnreini@gungsorgan, das sich in der Nachreinigungskammer
32 befindet. Beim Austritt aus dieser Kammer läuft das Abwischband über die Führungsrolle
70, die Abstreidvorrichtung 7i, die Führungsrollen 67 und 66 und verläßt dann die
Reinigungsvorrichtung in gereinigtem Zustand.
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Die Reinigung des Abwischbandes erfolgt im wesentlichen durch die
Wirkung der Reinigungsrollen 5o und 56, die mit einer bestimmten, von der Geschwindigkeit
des Abwischbandes verschiedenen Geschwindigkeit auf dem Wellen 38 bzw. 39 umlaufen.
Die Reinigung selbst kann mit den Reinigungsrollen 5o und 56 allein durchgeführt
werden, doch ist es in bestimmten, Fällen empfehlenswert, bei der Vorreinigung die
Reinigungsbürsten 52 so einzustellen, daß sie die auf dem Abwi,schband befindliche
Farbe auflockern.
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Die Farbe selbst sammelt sich in den Behältern 58 und 59 an und kann
nach Ablassen der Reinigungsflüssigkeit durch Herausziehen der vorgenannten Behälter
aus der Reinigungsvorrichtung entfernt werden.