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Schlitzverschluß für Kameras Die bekannten Schlitzverschlüsse mit
verdecktem Aufzug für Photokameras bestehen entweder aus gummierten Gewebestoffen
oder aber aus Metalljalousien, bei denen zur Schlitzbildung, d. h. zur Regulierung
des Abstandes, aus Textilgeweben bestehende Bänder verwendet werden. Alle bekannten
Konstruktionen machen jedoch einen kleinsten Abstand der Ebene der schlitzbildenden
Vorhangkanten von der Bildebene unmöglich. Es ist aber von allergrößter Wichtigkeit,
daß dieser Abstand möglichst klein ist, da mit zunehmendem Abstand die Weite des
durch den Schlitz belichteten Feldes auf der Bildebene größer wird und damit die
Abhängigkeit der Belichtungszeit von der Blendenöffnung wächst. Dazu kommt, daß
eine verdeckte Rückführung des Verschlusses notwendig ist und aus diesem Grunde
die Schlitzkanten sich überdecken, d. h. in verschiedenen Ebenen liegen müssen,
wodurch sich eine zusätzliche Vergrößerung des Abstandes von der Bildebene ergibt.
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Bei der Erfindung werden diese Nachteile nun weitestgehend dadurch
vermieden, daß die bandförmigen Abdeckungen aus Metall oder anderen dem Metallband
ähnliche Eigenschaften aufweisenden Werkstoffen bestehen und so dünn ausgebildet
sind, daß sie ohne weiteres gebogen werden können. Durch die dünnwandige Ausführung
der Abdeckungen kann die mittlere Ablaufebene der schlitzbildenden Verschlußbandkanten
sehr nahe der lichtempfindlichen Schicht angeordnet werden.
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Außerdem ist der Einfluß der Versetzung der schlitzbildenden Kanten
praktisch unbedeutend bzw. fällt ganz weg, wenn die Verschlußbänder in derselben
Führungsebene laufen und nur außerhalb des Bildfeldes zum Überlappen gebracht werden.
Die
- Verschlußbänder werden erfindungsgemäß jeweils nur an einem Ende an einem Wickelkörper
befestigt und werden im Abstand der gewünschten Schlitzweite über das Bildfeld geführt:
Vorzugsweise bestehen die Abdeckungen aus Metallbändern von höchstens o,o8 mm Stärke
und sind frei von zum Transport dienenden Löchern. Erfindungsgemäß werden die beiden
Abdeckungen ausschließlich durch parallel zur Verschlußbandoberfläche angeordnete,
vorzugsweise gemeinsame Führungsflächen beidseitig geführt. Um eine möglichst geringe
Baulänge des Verschlusses zu erhalten, sind diese Führungen außerhalb des Bildfeldes
"beispielsweise um ein Filmmagazin gekrümmt. Infolge der engen Führung der Verschlußbänder
parallel zur Verschlußbandöberfläche können die Abdeckungen ohne eine Führung ihrer
Längskanten sowohl geschoben wie auch gestoßen werden, ohne ausweichen zu können.
Nach der Erfindung wird beim Ablauf bzw. Aufzug des Verschlusses das eine Verschlußband
gezogen und das andere gestoßen bzw. umgekehrt, wobei vorteilhafterweise die gewünschte
Schlitzweite vor dem Ablauf des Verschlusses gebildet wird und sich die Abdeckungen
am Ende des Ablaufes gegenseitig überlappen, um im Überlappungszustand beim Aufzug
wieder über das Bildfeld geführt zu werden. Die beiden Wickelkörper für die Verschlußbänder
sind auf der gleichen oder auf verschiedenen Seiten des Bildfeldes angeordnet. Sie
können auch auf derselben Achse angeordnet sein, indem der eine Wickelkörper aus
einer Trommel und der andere aus einem Trommelsektor besteht.
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Die Zeichnung zeigt schematisch Ausführungsformen eines erfindungsgemäßen
Schlitzverschlusses, und zwar Fig. i einen Verschluß im Schnitt oder Aufriß, Fig.
2 die gegenseitige Überlappung der beiden Abdeckungen im Aüfriß, Fig. 3 eine ändere
Ausführungsform eines Verschlusses im Schnitt oder Aufriß, Fig. 4 einen Schnitt
nach Linie A-B der Fig. i. Gemäß Fig. i ist der Rollfilm in einer Kassette i untergebracht.
An der einen Seite des Gehäuses i befindet sich eine Trommel e, der die Aufgabe
zukommt, die eine aus@einem Stahlband bestehende Abdeckung 3 zu tragen und zu befördern.
Der Wickelkörper für die andere Abdeckung besteht aus einem Trommelsektor 4, der
gleichachsig mit der Trommel e angeordnet ist. Beide, die Trommel :2 und der Sektor
4, sind über ein Getriebe gegenseitig gekuppelt, und zwar derart, daß die Drehgeschwindigkeit
des Sektors 4 um den größeren Durchmesser kleiner ist als die Drehgeschwindigkeit
der Trommel e, und zwar derart, daß die durch die Trommel 2 getragene Abdeckung
3 und die durch den Sektor 4 getragene Abdeckung 5 die gleiche Bewegungsgeschwindigkeit
aufweisen. Das Stahlband 3 läuft in einer Führung 6; die sich um die Kassette z
erstreckt und ihre Fortsetzung findet in der Führung 7 für das Stahlband 5, das
durch den Sektor 4 befördert wird. Wie aus Fig. 4 ersichtlich, ist eine Führung
nur parallel zur Verschlußbandoberfläche, nicht dagegen an den Längskanten der Stahlbänder
gegeben. Mindestens einer der beiden Wickelkörper .2 oder 4 steht für den Ablauf
unter dem Einflüß eines Federwerkes.
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Wie aus Fig. i ersichtlich, ist zwischen den Stahlbändern 3 und 5
der Schlitz 8 vorgesehen, der in beliebiger Weite eingestellt werden kann. Zum Zwecke
der Einstellung der Schlitzweite ist die Kupplung zwischen den beiden Wickelkörpern
2 und 4 lösbar, so daß nach Lösen der Kupplung z. B. die Trommel :2 gegenüber dem
Trommelsektor 4 für sich allein gedreht werden kann. Damit findet eine gegenseitige
Annäherung oder Entfernung der die Schlitzkanten bildenden Enden der beiden Bänder
3 und 5 statt.
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Soll belichtet werden, so wird zunächst der Verschluß aufgezogen.
Das geschieht bei gegenseitiger Überlappung der beiden Enden 3 und 5, wie unten
noch anzuführen sein wird. Im überlappten Zustand werden die beiden Bänder über
das Bildfeld 9 der Kamera geführt, wobei gleichzeitig die Federwerke der beiden
Wickelkörper 2 und 4 aufgezogen werden. Ist dies geschehen, so wird der Abstand
der Schlitzkanten nach der Skala eingestellt, wozu eine gegenseitige Entkupplung
der beiden Träger 2 und 4 erforderlich ist. Die Einstellung des Abstandes kann jedoch
auch vor dem Aufziehen des Verschlusses erfolgen. Wird auf den Auslöseknopf gedrückt,
so wird der Schlitz 8 über das Bildfeld 9 geführt, und es erfolgt die Belichtung.
Dabei wird das Band 3 geschoben, während das Band 5 gezogen wird. Nach erfolgter
Belichtung bleibt z. B. zufolge eines vorgesehenen Anschlages der Sektor 4 stehen,
während die Trommel e noch um denjenigen Weg weiterläuft, den die Schlitzweite und
die erfolgende gegenseitige Überlappung ausmachen. Dabei wird zweckmäßig mit dem
Stillstand des Sektors 4 automatisch eine gegenseitige Entkupplung der beiden Wickelkörper
:2 und 4 stattfinden, derart, daß die Trommel .2 um den erwähnten Drehweg weiterläuft
und damit, wie aus Fig.2 ersichtlich, die gegenseitige überlappung herbeiführt.
Die überlappung vollzieht sich in der Weise, daß die Führung 7 das Band 3 zur Überlappung
des Bandes 5 zwingt. Beim Aufziehen bleibt die -gegenseitige überlappung bestehen
und wird erst beseitigt, wenn sie das Bildfeld überschritten hat.
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Diese Ausführungsform besitzt den Vorteil, daß das eine Band 5 verhältnismäßig
kurz ist und infolgedessen der Trommelsektor 4 als Wickelkörper genügt: Es ist aber
auch eine andere Ausführungsform möglich, derart, daß, wie aus Fig. 3 ersichtlich,
an beiden Seiten des Bildfeldes 9 je eine Trommel 2 vorgesehen ist, die in derselben
Weise wirken, wie die Wickelkörper :2 und q. der Fig. i.
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Die gegenseitige Kupplung ist durch die Zahnräder io, i i, 12, 13
und 14 angedeutet. Dabei sitzen die Zahnräder io und 14 lose auf den Wellen der
Trommeln .2 und können mit diesen unter .Verwendung einer beliebigen Konstruktion
gekuppelt werden. Es ist ohne weiteres erkennbar, daß hierdurch
die
Schlitzweite mit hervorragender Genauigkeit eingestellt werden kann und daß zufolge
Verwendung von Stahlbändern geringster Stärke eine sehr große Annäherung der mittleren
Ablaufebene der schlitzbildenden Verschlußbandkanten an die Bildebene 15 möglich
ist.