DE930891C - Verfahren zur Nachbehandlung von nach dem Trockenspinnverfahren hergestellten, fertig verstreckten Gebilden aus Polyacrylnitril oder Mischpolymerisaten des Acrylnitrils - Google Patents
Verfahren zur Nachbehandlung von nach dem Trockenspinnverfahren hergestellten, fertig verstreckten Gebilden aus Polyacrylnitril oder Mischpolymerisaten des AcrylnitrilsInfo
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- DE930891C DE930891C DEP5490A DEP0005490A DE930891C DE 930891 C DE930891 C DE 930891C DE P5490 A DEP5490 A DE P5490A DE P0005490 A DEP0005490 A DE P0005490A DE 930891 C DE930891 C DE 930891C
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- D01—NATURAL OR MAN-MADE THREADS OR FIBRES; SPINNING
- D01F—CHEMICAL FEATURES IN THE MANUFACTURE OF ARTIFICIAL FILAMENTS, THREADS, FIBRES, BRISTLES OR RIBBONS; APPARATUS SPECIALLY ADAPTED FOR THE MANUFACTURE OF CARBON FILAMENTS
- D01F6/00—Monocomponent artificial filaments or the like of synthetic polymers; Manufacture thereof
- D01F6/02—Monocomponent artificial filaments or the like of synthetic polymers; Manufacture thereof from homopolymers obtained by reactions only involving carbon-to-carbon unsaturated bonds
- D01F6/18—Monocomponent artificial filaments or the like of synthetic polymers; Manufacture thereof from homopolymers obtained by reactions only involving carbon-to-carbon unsaturated bonds from polymers of unsaturated nitriles, e.g. polyacrylonitrile, polyvinylidene cyanide
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren, um die physikalischen Eigenschaften der bei den üblichen
Trockenspinnverfahren aus Polyacrylnitril oder Mischpolymerisaten des Acrylnitril erhaltenen
orientierten Fäden zu verbessern.
Bekanntlich erhalten solche Fäden durch eine Nachverstreckung bei erhöhter Temperatur eine beträchtliche
Erhöhung der Festigkeit, wobei jedoch die Dehnung des Fadens für manche textlien Zwecke
noch unerwünscht niedrig ist. Um die Dehnbarkeit zu erhöhen, wurde bereits vorgeschlagen, die verstreckten
Fäden mindestens ι Stunde lang in einem inerten, insbesondere gasförmigen Medium spannungsfrei
oder bei verminderter Spannung einer Hitzebehandlung bei 8o bis 3000 zu unterwerfen.
Abgesehen davon, daß dieses Verfahren wegen der hohen Temperatur im allgemeinen eine besondere
Vorrichtung erfordert, erleidet der so behandelte Faden auch eine unerwünschte Verfärbung, so· daß
eine anschließende kräftige Bleiche erforderlich ist.
Es wurde nun gefunden, daß der verstreckte Faden, wenn er noch einen bestimmten Mindestgehalt
an Lösungsmittel· besitzt, eine erhebliche Schrumpfungstendenz (10 bis 2O°/o) aufweist, die
um so höher ist, je höher der Lösungsmittelgehalt ist. Wird der Faden in gespanntem Zustand vom
Lösungsmittel befreit, so· schrumpft er nicht mehr,
und seine physikalischen Eigenschaften werden auch durch eine erträgliche Hitzebehandlung nicht
wesentlich beeinflußt.
Wird dagegen der Lösungsmittelgehalt auf irgendeine Weise herabgesetzt oder vollkommen be-
seitigt, während der Faden- im entspannten Zustand ist, so1 daß er frei schrumpfen kann, so wird dabei
nicht nur die Festigkeit, sondern auch die Dehnbarkeit des Fadens erhöht, und zwar ist die Dehnbarkeitszunahme
um so größer, je größer der Gehalt an Lösungsmittel vor der Behandlung war. Die Entfernung des Lösungsmittel erfolgt durch
Extraktion mit einer Waschflüssigkeit, welche gegenüber dem Faden inert und. mit dem Lösungs--ίο
mittel mischbar ist. Die Temperatur der Behandlungsflüssigkeit hat dabei auf die Dehnungserhöhung
nur einen unwesentlichen, dagegen, einen erheblichen Einfluß auf die Behandlüngszeit in dem
Sinne, daß die Behand'lungszeit um so kürzer ist, je höher die Behandlungstemperatur gewählt wird.
Der Mindestgehalt an als Quellmittel dienendem Lösungsmittel beträgt etwa 5%, zweckmäßig jedoch
io bis 15 %>. Liegt der Lösungsmittelgehalt an der unteren Grenze, so wird er zweckmäßig vor
so der Nachbehandlung durch Imprägnieren des Fadens mit einem Quellmittel erhöht. Da die als
Lösungsmittel dienenden acylierten Amine teuer sind, verwendet man als zusätzliches Quellmittel
zweckmäßig eine andere geeignete Verbindung, z, B. Glyzerin oder Glykole bzw. Polyglykole. Bei
der erfindungsgemäßen Behandlung tritt außer der Verfestigung und der Dehnbarkeitserhöhung gleichzeitig
eine Kräuselung des Fadens ein, die mit höherem Quellmittelgehalt erheblich zunimmt. Zur
Erzeugung einer woMähnilichen Kräuselfaser wi.rd
man daher auch einen Faden mit normalem Lösungsmittelgehalt
noch zusätzlich mit Quellmitteln imprägnieren, um die Kräuselung zu verstärken.
Als Flüssigkeiten, die mit den Lösungsmitteln und den obengenannten Quellmitteln mischbar sind
und den Faden nicht angreifen, seien beispielsweise Wasser, Alkohol und Äther genannt. Bei der Behandlung
mit Wasser kann selbstverständlich auch eine wäßrige Lösung, z. B. eine Bleichflüssigkeit,
genommen werden.
Es ist bekannt, Polyacrylnitrilfäden nach der Verstreckung mit einer Bleichflüssigkeit, insbesondere
auch bei hoher Temperatur, zu behandeln. Bei diesem Verfahren ist jedoch ausdrücklich angegeben,
daß der Faden vorher vollkommen vom Lösungsmittel befreit wird und daß die physikalischen
Eigenschaften des Fadens durch die Behandlung nicht merklich beeinflußt werden. Das
erfindungsgemäße Verfahren konnte daher hieraus nicht entnommen werden.
i. Ein durch Trockenverspinnen einer Lösung
von Polyacrylnitril in Dimethylformamid hergestellter und in bekannter Weise nachverstreckter
Faden, der einen Lösungsmittelgehalt von 10"/»besitzt,
wird in Form lockerer Stränge 30 Minuten einer Heißwasserbehandlung bei 80 bis ioo° unterworfen
und dadurch völlig vom Lösungsmittel; befreit. Der in seiner Farbe nicht beeinträchtigte
Faden besitzt nach dem Trocknen eine Festigkeit von 37 Reißkilometern und eine Dehnung von 21 %
gegenüber 30 Rkm und 10% vor der Nachbehandlung.
2. Ein ähnlicher Faden wie im Beispiel 1 wird
50 Minuten lang bei 300 mit Äthylalkohol extrahiert.
Die Festigkeit und Dehnbarkeit erhöht sich dabei von 29 Rkm und 9,8 °/o auf 35 Rkm und i8°/o.
3. Zur Erzielung einer wollartigen Kräuselung wird der verstreckte Faden, der noch etwa 5 bis
15% Lösungsmittel enthalten muß, durch ein geeignetes Quellmittel, z. B. ein Polyglykol, bei Temperaturen
von 50 bis 120° geleitet und nach dieser Behandlung in Stapel geschnitten. Die Fasern
werden dann wie im Beispiel 1 einer Heißwasserbehandlung unterzogen und weisen eine wollähnliche
Kräuselung auf.
4. Der gleiche Faden wie im Beispiel 1 wird 1V2 Stunden bei 500 mit einer Bleichlösung behandelt,
welche in einem Liter-3 g aktives Chlor enthält. Nach dem Trocknen ist der Faden rein weiß,
und die Festigkeit und Dehnbarkeit haben sich auf 33 Rkm und 20 °/o erhöht.
Die aus den vorstehenden Beispielen ersichtliche gleichzeitige Erhöhung von Dehnbarkeit und
Festigkeit bei dem Entfernen des Lösungsmittels aus dem entspannten Faden ist offenbar eine kennzeichnende
Eigenschaft des aus Lösung nach dem Trockenspinnverfahren gesponnenen Polyacrylnitrilfadens.
Das Ergebnis des erfindungsgemäßen Verfahrens ist um .so überraschender, als für die
praktisch stets aus der Schmelze versponnenen anderen Linearpolymeren bekannt ist, daß bei einer
Nachbehandlung des Fadens durch Streckung, Ouelfoing, Schrumpfung od. dgl. eine Zunahme der
Festigkeit stets von einer Abnahme der Dehnbarkeit begleitet ist und umgekehrt. Insbesondere wird
in der Beschreibung eines bekannten Verfahrens zur Herstellung von Reifencord aus Polyamiden
unter Behandeln, des verstreckten Fadens mit Quellmitteln
und Auswaschen des Quellmittels, während der Faden unter Spannung steht, betont, daß bei
einem Vergleichsversuch, in welchem das Quellmittel aus dem entspannten Faden entfernt wurde,
zwar eine Erhöhung der Dehnbarkeit, aber gleichzeitig eine Abnahme der Festigkeit beobachtet
wurde. Das heißt also·, daß dort die Verbesserung einer textlien Eigenschaft mit der Verschlechterung
einer anderen erkauft wurde, während nach dem erfindungsgemäßen Verfahren lediglich Verbesserung
des Polyacrylnitrilfadens sowohl hinsichtlich der Festigkeit als auch der Dehnbarkeit erzielt werden.
Claims (3)
- PATENTANSPRÜCHE:ι. Verfahren zum Nachbehandeln von nach dem Trockenspinnverfahren hergestellten, bereits in der Hitze fertig verstreckten Gebilden aus Polyacrylnitril oder Mischpolymerisaten des Acrylnitril, dadurch gekennzeichnet, daß dem mindestens 5°/o, gegebenenfalls noch 10 bis 15%, Lösungs- oder Quellmittel enthaltenden Gebilde in völlig entspanntem Zustande durchBehandeln mit einer gegenüber dem Polyacrylnitril inerten und mit dem Lösung«- bzw. Quellmittel mischbaren, niedrig siedenden (bis ioo°) Flüssigkeit das Lösungs- oder Quellmittel entzogen wird.
- 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß im Falle des Vorhandenseins geringer Mengen von Lösungs- oder Quellmittel das orientierte Gebilde vor der Behandlung mit der inerten Flüssigkeit zusätzlich mit einem Quellmittel imprägniert 'wird.
- 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Behandlung mit der inerten Flüssigkeit bei Temperaturen über 500 erfolgt.4· Verfahren nach Anspruch ι bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß ein nach dem Trockenspinnverfahren hergestellter, nachverstreckter Faden aus Polyacrylnitril oder Mischpolymerisaten von Acrylnitril, der 5 bis 15% Lösungsmittel enthält, in entspanntem Zustand bei 80 bis ioo° mit Wasser oder einer wäßrigen Lösung, insbesondere einer Bleichlösung behandelt wird.Angezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschrift Nr. 406 506;
USA.-Patentschrift Nr. 2 445 042;
britische Patentschrift Nr. 605 770;
belgische Patentschrift Nr. 494 620.© 509 529 7.55
Priority Applications (4)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEP5490A DE930891C (de) | 1951-05-01 | 1951-05-01 | Verfahren zur Nachbehandlung von nach dem Trockenspinnverfahren hergestellten, fertig verstreckten Gebilden aus Polyacrylnitril oder Mischpolymerisaten des Acrylnitrils |
| AT175335D AT175335B (de) | 1951-05-01 | 1952-01-30 | Verfahren zur Erhöhung der Dehnbarkeit von orientierten Fäden und Fasern u. dgl. aus Polyacrylnitril oder Mischpolymerisaten des Acrylnitrils |
| DK35952A DK78066C (da) | 1951-05-01 | 1952-02-01 | Fremgangsmåde til forbedring af de fysiske egenskaber, navnlig styrke og strækbarhed, hos orienterede produkter af polyakrylsyrenitril eller bandingspolymerisater, hvori akrylsyrenitril indgår. |
| FR1050237D FR1050237A (fr) | 1951-05-01 | 1952-02-05 | Procédé pour augmenter l'élasticité d'articles orientés à base d'acrylonitrile |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEP5490A DE930891C (de) | 1951-05-01 | 1951-05-01 | Verfahren zur Nachbehandlung von nach dem Trockenspinnverfahren hergestellten, fertig verstreckten Gebilden aus Polyacrylnitril oder Mischpolymerisaten des Acrylnitrils |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE930891C true DE930891C (de) | 1955-07-28 |
Family
ID=7360041
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEP5490A Expired DE930891C (de) | 1951-05-01 | 1951-05-01 | Verfahren zur Nachbehandlung von nach dem Trockenspinnverfahren hergestellten, fertig verstreckten Gebilden aus Polyacrylnitril oder Mischpolymerisaten des Acrylnitrils |
Country Status (4)
| Country | Link |
|---|---|
| AT (1) | AT175335B (de) |
| DE (1) | DE930891C (de) |
| DK (1) | DK78066C (de) |
| FR (1) | FR1050237A (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1077374B (de) * | 1957-01-18 | 1960-03-10 | Union Carbide Corp | Verfahren zur kontinuierlichen Herstellung von Faeden aus Vinylpolymeren mit einpolymerisiertem Acrylnitril |
| DE1234918B (de) * | 1962-03-22 | 1967-02-23 | Courtaulds Ltd | Verfahren zum Erzeugen einer bestaendigen Kraeuselung oder Faeltelung in Textilprodukten auf der Basis von nass ersponnenen Polyacrylnitrilfaeden |
Citations (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| BE494620A (de) * | 1949-03-25 | |||
| DE406506C (de) * | 1922-10-08 | 1924-11-21 | Paverin Akt Ges | Verfahren zur Kraeuselung von Kunstseide und aehnlichen kuenstlichen Faeden |
| US2445042A (en) * | 1943-07-28 | 1948-07-13 | Du Pont | Method of treating oriented acrylonitrile structures |
| GB605770A (en) * | 1945-01-10 | 1948-07-29 | Du Pont | Removal of colour from shaped articles comprising a polymer or copolymer of acrylonitrile |
-
1951
- 1951-05-01 DE DEP5490A patent/DE930891C/de not_active Expired
-
1952
- 1952-01-30 AT AT175335D patent/AT175335B/de active
- 1952-02-01 DK DK35952A patent/DK78066C/da active
- 1952-02-05 FR FR1050237D patent/FR1050237A/fr not_active Expired
Patent Citations (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DK78066C (da) | 1954-09-06 |
| AT175335B (de) | 1953-06-25 |
| FR1050237A (fr) | 1954-01-06 |
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