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DE930105C - Verfahren zum Herstellen von Messgeraeten aller Art aus Glas mit dauerhaft und insbesondere saeurefest eingefaerbter, gut kenntlicher Beschriftung - Google Patents

Verfahren zum Herstellen von Messgeraeten aller Art aus Glas mit dauerhaft und insbesondere saeurefest eingefaerbter, gut kenntlicher Beschriftung

Info

Publication number
DE930105C
DE930105C DEF12910A DEF0012910A DE930105C DE 930105 C DE930105 C DE 930105C DE F12910 A DEF12910 A DE F12910A DE F0012910 A DEF0012910 A DE F0012910A DE 930105 C DE930105 C DE 930105C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
glass
coloring
lettering
measuring devices
temperatures
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
DEF12910A
Other languages
English (en)
Inventor
Curt Firn
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Individual
Original Assignee
Individual
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Individual filed Critical Individual
Priority to DEF12910A priority Critical patent/DE930105C/de
Application granted granted Critical
Publication of DE930105C publication Critical patent/DE930105C/de
Expired legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C03GLASS; MINERAL OR SLAG WOOL
    • C03CCHEMICAL COMPOSITION OF GLASSES, GLAZES OR VITREOUS ENAMELS; SURFACE TREATMENT OF GLASS; SURFACE TREATMENT OF FIBRES OR FILAMENTS MADE FROM GLASS, MINERALS OR SLAGS; JOINING GLASS TO GLASS OR OTHER MATERIALS
    • C03C17/00Surface treatment of glass, not in the form of fibres or filaments, by coating

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • General Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Geochemistry & Mineralogy (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Surface Treatment Of Glass (AREA)

Description

  • Verfahren zum Herstellen von Meßgeräten aller Art aus Glas mit dauerhaft und insbesondere säurefest eingefärbter, gut kenntlicher Beschriftung Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung von Meßgeräten aus Glas mit dauerhafter, insbesondere säurefester und gut erkennbarer Beschriftung. Im Sinn der Erfindung sind unter Meßgeräten Glasgeräte aller Art wie Kolben, Flaschen, Becher, Pipetten, Rohre u. dgl. zu verstehen, die eine durch Einätzen oder Einritzen hergestellte Eichung ihres Rauminhaltes aufweisen. Die im folgenden als Beschriftung bezeichnete Eichung solcher Geräte, die vorzugsweise zum Messen von Flüssigkeitsmengen dienen, besteht aus einzelnen Eichstrichen oder -skalen mit Zahlen-oder sonstigen Angaben oder auch ohne solche.
  • Meist ist die an dem fertigen Gerät angebrachte Beschriftung so schlecht erkennbar, daß das Ablesen des jeweiligen Flüssigkeitsinhaltes beim praktischen Gebrauch des Gerätes nicht selten zu folgenschweren Ablesefehlern führt. Es sei hierbei an medizinische Untersuchungen von Körperflüssigkeiten erinnert, wo schon ein geringer Ablesefehler gefährliche Fehlschlüsse veranlassen kann.. Sinngemäß das gleiche gilt bei Verwendung der Meßgeräte in Prüflaboratorien u. dgl.
  • Zur besseren. Kenmtlichmachung der Beschriftung von Meßgeräten aus Glas hat man versucht, in die eingeätzte oder eingeritzte. Beschriftung eine möglichst leuchtende Farbe mechanisch einzureiben. Die nur schlecht am Glase haftende Einfärbung fällt aber nach mehr oder minder langem Gebrauch des Meßgerätes ganz oder teilweise wieder aus, insbesondere wenn das Gerät wiederholt ausgekocht werden muß oder mit aggressiven Flüssigkeiten in Berührung kommt. Ein teilweises Ausfallen der Einfärbung macht die Beschriftung unter Umständen noch weniger kenntlich, als wenn man von vornherein keine Einfärbung vorsieht. Bisher sind alle Versuche mißlungen, eine Einfärbung zu finden, die wirklich dauerhaft an dem Glasgerät haftet, insbesondere säurefest ist und die Herstellungskosten des Gerätes nicht in untragbarem Maße verteuert. Die einzigen Meßgeräte aus Glas, die eine einigermaßen dauerhafte blaue Einfärbung ihrer Beschriftung aufweisen, haben wegen der nach einem Geheimverfahren hergestellten kostspieligen Einfärbung einen derart hohen Marktpreis, daß diese Meßgeräte nur in wenigen Ausnahmefällen praktisch verwendbar sind.
  • Man hat ferner versucht, die Einfärbung der Beschriftung unter Verwendung von Schmelzfarben nachträglich in das Glasgerät einzubrennen. Jedoch änderte sich der Hohlraum der Meßgeräte bei dem Einbrennen der Einfärbung infolge Verzieehens des Glases so beträchtlich, daß die ursprüngliche Eichung dieses Raumes nicht mehr stimmte. Versuche dieser Art wurden daher schon bald wieder aufgegeben.
  • Die Erfindung löst die Aufgabe, bei Meßgeräten aus Glas eine gut erkennbare dauerhafte und insbesondere säurefeste Beschriftung zu schaffen, die einerseits alle bei der bestimmungsgemäßen Verwendung des Gerätes vorkommenden mechanischen und chemischen Beanspruchungen aushält und andererseits die Herstellung des Meßgerätes nicht oder nur unwesentlich verteuert. Die Erfindung geht von den vorerwähnten, bisher mißlungenen Versuchen aus, die Einfärbung der Beschriftung nachträglich in das Meßgerät einzubrennen. Sie beseitigt aber in einfacher und sicherer Weise die Nachteile dieses Verfahrens durch Aufgreifen einer weiteren, gleichfalls an sich bekannten Maßnahme. Bei der Herstellung hochwertiger Gläser, wie beispielsweise optischer Gläser, hat man bereits vorgeschlagen, das fertige Glas nachträglich zum Ausgleich der im Glas vorhandenen inneren Spannungen einem Temperprozeß, dem sogenannten Kühlprozeß, zu unterwerfen. Hierbei wird das Glas bis auf eine Temperatur erhitzt, die nahe unter seinem Erweichungspunkt bzw. seiner Fließgrenze liegt, längere Zeit auf dieser Temperatur gehalten und dann langsam abgekühlt. Erfindungsgemäß wird dieses Tempern nach der in der üblichen Weise durch Blasen erfolgenden Herstellung des Glasgerätes vorgenommen. In das durch Tempern spannungsfrei gemachte Glasgerät wird dann die Beschriftung, z. B. eine Meßskala mit Zahlenangaben, eingeätzt oder eingeritzt und die Beschriftung mit einer geeigneten Farbmischung eingefärbt. Endlich erfolgt das Einbrennen der Einfärbung bei etwa den gleichen Temperaturen wie vorher das Tempern des Glasgerätes.
  • Die überraschenden Erfolge der Erfindung und deren weitere Einzelheiten .seien an Hand des nachstehend beschriebenen Ausführungsbeispiels näher erläutert. Ausführungsbeispiel Aus Glasrohren der gleichen Lieferung, bei denen ein durchschnittlicher Erweichungspunkt des Glases von etwa 55o0 C festgestellt und die vorher auf Fehlerfreiheit untersucht worden waren, wurden in der üblichen Weise Pipetten etwa gleichen Rauminhaltes angefertigt. Nach Abkühlung der Pipetten auf Außentemperatur und nochmaliger Untersuchung auf Fehlerfreiheit wurde ein Teil der Pipetten einem Temperprozeß bei einer Temperatur von etwa 5a00 C unterworfen, der einschließlich der Erhitzung und späteren Abkühlung der getemperten Pipetten etwa a Stunden dauerte. Sodann wurden sämtliche Pipetten sehr sorgfältig geeicht. Zu diesem Zweck wurde auf die äußere Mantelfläche der Pipetten als Beschriftung eine Meßskala in der üblichen Weise eingeätzt unter Verwendung von Flußsäure bzw. Flußspat als Ätzmittel. Die nach Herstellung der Beschriftung in den Skalenstrichen noch vorhandenen Reste des Ätzmittels wurden durch Auskochen und wiederholtes Spülen der Pipetten vollkommen entfernt.
  • Zum anschließenden Einfärben der Beschriftung diente eine Farbmischung aus etwa 3o Teilen handelsüblichen schwarzen Emailfarbpulvers und etwa zo Teilen Schweröls, sogenannten Einbrennöls. Die Farbmischung wurde sorgfältig in die Skalenstriche eingerieben und nach Abtrocknen nochmals mit einer dünnen Schicht trockenen Farbpulvers überzogen. Anschließend erfolgte das Einbrennen der Einfärbung bei. etwa der gleichen Temperatur und während etwa der gleichen Zeitdauer wie das Tempern eines Teils der unbeschrifteten Pipetten. Es ergab sich bei allen Pipetten eine hochglänzende und sehr gut erkennbare Beschriftung.
  • Die zu Vergleichszwecken in die Beschriftung einer Pipette nur mechanisch eingebrachte, aber nicht anschließend eingebrannte Einfärbung ließ sich durch Abbürsten oder Abkratzen mit dem Fingernagel leicht entfernen. Bei den eingebrannten Einfärbungen dagegen waren Kratzspuren nach heftigem Abbürsten und Kratzen mit einer Stahlnadel sowie einem Messer nicht erkennbar. Die nur mechanisch aufgetragene Einfärbung der Vergleichspipette fiel ferner bei nur zweimaligem Auskochen fast vollständig aus und ihr Rest nach einmaligem Eintauchen der Pipette in Chromschwefelsäure. Die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten Pipetten wurden wochenlang abwechselnd ausgekocht und in Bäder von starker Alkalilauge und Chromschwefelsäure gelegt. Trotz dieser ungewöhnlich scharfen Versuchsbedingungen blieb die Einfärbung aller dieser Pipetten voll erhalten, nur ging der ursprüngliche Hochglanz der Einfärbung in einen matten Glanz über, der die Beschriftung eher noch besser erkennbar machte.
  • Bei der letzten Prüfung der Pipetten mit eingebrannter Einfärbung auf Maßhaltigkeit der Eichung stellte sich folgendes heraus. Die nicht vorher durch Tempern spannungsfrei gemachten Pipetten wiesen Abweichungen von der ursprünglichen Eichung bis zu 3 °/o und mehr auf. Sie hatten sich nach dem Einbrennen der Einfärbung teils gedehnt oder waren teils geschrumpft und praktisch sämtlich unbrauchbar. Umgekehrt lagen die Abweichungen bei den vorher getemperten Pipetten ohne Ausnahme unter o,5 °/o; also noch weit innerhalb der zulässigen Fehlergrenzen. Die meisten der getemperten Pipetten zeigten überhaupt keine meßbare Abweichung von der ursprünglichen Eichung.
  • Im Gegensatz zu allen bisher bekannten Verfahren ermöglicht die Erfindung in wirtschaftlicher Weise die Herstellung maßhaltiger Geräte aus Glas mit unzerstörbarer und insbesondere vollkommen säurefester Einfärbung der Beschriftung, die durch die Einfärbung gut kenntlich gemacht ist. Das Tempern der Geräte zwecks Spannungsfreimachen des Glases und das Einbrennen der Einfärbung muß bei möglichst hohen Temperaturen erfolgen, die nahe unterhalb des Erweichungspunktes bzw. der Fließgrenze der jeweils verwandten Glassorte liegen. Bei den zur Herstellung von Meßgeräten üblichen Glassorten kann man mit Temperaturen zwischen etwa 5oo und 55o° C arbeiten. Die sorgfältige Entfernung der Ätzmittelreste vor Auftragen der Einfärbung ist deshalb von Wichtigkeit, weil sich sonst beim nachfolgenden Einbrennen der Einfärbung chemische Verbindungen bilden könnten, welche die Haltbarkeit und das Aussehen der Einfärbung beeinträchtigen. Diese Mehrarbeit und die zweimalige thermische Nachbehandlung der Glasgeräte erhöhen die gesamten Herstellungskosten der Geräte, wie die praktische Erfahrung gezeigt hat, nur um etwa ioo/o. Im Vergleich zu der praktisch unbegrenzt langen Gebrauchsfähigkeit der nach dem erfindungsgemäßen Verfahren angefertigten Meßgeräte ist diese geringfügige Verteuerung durchaus tragbar.

Claims (3)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zum Herstellen von Meßgeräten aller Art aus Glas mit dauerhaft und insbesondere säurefest eingefärbter, gut kenntlicher Beschriftung, dadurch gekennzeichnet, daß die beispielsweise durch Blasen in ihre endgültige Form gebrachten Geräte zwecks Spannungsfreimachen des Glases einemTemperprozeß bei nahe unterhalb des Erweichungspunktes bzw. der Fließgrenze des Glases liegenden Temperaturen unterworfen, sodann geeicht und mit einer entsprechenden Beschriftung versehen werden und daß nach Einfärben der Beschriftung die Einfärbung bei etwa den gleichen Temperaturen wie beim Tempern eingebrannt wird. a. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß das Tempern der Glasgeräte und das Einbrennen der Einfärbung ihrer Beschriftung bei Temperaturen von etwa 500 bis 55o° C und während eines Zeitraumes von vorzugsweise etwa
  2. 2 Stunden durchgeführt wird, wobei dieser Zeitraum das vorhergehende Erhitzen der Geräte und ihre nachfolgende Abkühlung mit einschließt.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch i und 2, dadurch gekennzeichnet, daß als Einfärbung der Beschriftung eine Mischung von Emailfarbpulver und Einbrennöl im Verhältnis von etwa 3: i verwandt und vorzugsweise die abgetrocknete Einfärbung vor dem Einbrennen mit einer dünnen Schicht trockenen Farbpulvers überzogen wird. q.. Verfahren nach Anspruch i bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß nach Einätzen der Beschriftung die Reste des Ätzmittels vor dem Auftragen der Einfärbung völlig entfernt werden, z. B. durch gegebenenfalls wiederholtes Auskochen und Spülen des Glasgerätes.
DEF12910A 1953-09-30 1953-09-30 Verfahren zum Herstellen von Messgeraeten aller Art aus Glas mit dauerhaft und insbesondere saeurefest eingefaerbter, gut kenntlicher Beschriftung Expired DE930105C (de)

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DEF12910A DE930105C (de) 1953-09-30 1953-09-30 Verfahren zum Herstellen von Messgeraeten aller Art aus Glas mit dauerhaft und insbesondere saeurefest eingefaerbter, gut kenntlicher Beschriftung

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DEF12910A DE930105C (de) 1953-09-30 1953-09-30 Verfahren zum Herstellen von Messgeraeten aller Art aus Glas mit dauerhaft und insbesondere saeurefest eingefaerbter, gut kenntlicher Beschriftung

Publications (1)

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DE930105C true DE930105C (de) 1955-07-11

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DEF12910A Expired DE930105C (de) 1953-09-30 1953-09-30 Verfahren zum Herstellen von Messgeraeten aller Art aus Glas mit dauerhaft und insbesondere saeurefest eingefaerbter, gut kenntlicher Beschriftung

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DE (1) DE930105C (de)

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1236875B (de) * 1959-10-29 1967-03-16 Gray Tool Co Dichtungsanordnung fuer zu kuppelnde hohl-zylindrische Teile

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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1236875B (de) * 1959-10-29 1967-03-16 Gray Tool Co Dichtungsanordnung fuer zu kuppelnde hohl-zylindrische Teile

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