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DE938927C - Strahlungsanzeiger - Google Patents

Strahlungsanzeiger

Info

Publication number
DE938927C
DE938927C DET2945A DET0002945A DE938927C DE 938927 C DE938927 C DE 938927C DE T2945 A DET2945 A DE T2945A DE T0002945 A DET0002945 A DE T0002945A DE 938927 C DE938927 C DE 938927C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
cathode
discharge device
counter
mixture
holes
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
DET2945A
Other languages
English (en)
Inventor
Donald George Corkhill Hare
Gerhard Herzog
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Texaco Development Corp
Original Assignee
Texaco Development Corp
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Texaco Development Corp filed Critical Texaco Development Corp
Application granted granted Critical
Publication of DE938927C publication Critical patent/DE938927C/de
Expired legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • HELECTRICITY
    • H01ELECTRIC ELEMENTS
    • H01JELECTRIC DISCHARGE TUBES OR DISCHARGE LAMPS
    • H01J47/00Tubes for determining the presence, intensity, density or energy of radiation or particles
    • H01J47/08Geiger-Müller counter tubes

Landscapes

  • Measurement Of Radiation (AREA)

Description

  • Strahlungsanzeiger Die Erfindung betrifft dns Anzeigen und Messen von Strahlungen und insbesondere eine Vorrichtung des Zählrohrtyps zum Messen der Stärke von Strahlungen, wie z. B. Gammastrahlen.
  • Für Stärkemessungen von Strahlungen, wie z. B. Gammastrahlen, benutzt man häufig das Geiger-Müllersche Zählrohr. Das übliche Geiger-Müllersche Zählrohr besteht gewöhnlich aus einem Metallzylinder als Kathode, der in eine Glashülle oder einen Glasbehälter eingeschmolzen ist und durch dessen Mitte ein feiner, die Anode bildender Draht angeordnet ist. Die Hülle enthält gewöhnlich ein geeignetes Gas unter unteratmosphärischem Druck, und die Vorrichtung ist mit einem elektrischen Stromkreis derart verbunden, daß der Anodendraht gegenüber der zylindrischen Kathode unter einem positiven Potential gehalten wird. Im Regelfall ist der Potentialunterschied zwischen Kathode und Anode fast, aber doch nicht ganz hoch genug, um zu einer Entladung zu führen. Wenn jedoch ein Teilchen oder Strahl, der das Gas zu ionisieren vermag, in den Anzeiger hineingerät, wird das Gas ionisiert, und es tritt eine Entladung ein. Die Leistung der Vorrichtung wird gewöhnlich zu einem geeigneten Verstärker geleitet und dann zu einem Schreibgerät, das die Anzahl von Entladungen des Zählrohres aufzuzeichnen vermag. Diese Art von Strahlungsstärkemeßinstrument ist in- vielen Fällen nützlich, aber zum Anzeigen des Vorhandenseins von Gammastrahlen ist seine Leistung recht gering.
  • Das Hauptziel der vorliegenden Erfindung. ist eine Vorrichtung vom Zählrohrtyp, deren Leistung viel höher ist als die des üblichen Zählrohres..
  • Ein weiteres Ziel der Erfindung ist die Schaffung einer Vorrichtung, die kräftig genug gebaut ist, daß man sie bei verhältnismäßig starken Beanspruchungen, wie z. B. zum Tiefenmessen von Brunnen und Bohrlöchern verwenden kann, wo sie durch das Loch viele hunderte Meter tief herabgelassen werden müssen; sie ist betriebssicher und erfordert keine komplizierte und teure Zusatz= ausrüstung.
  • Die vorliegende Erfindung betrifft eine elektrische Entladungsvorrichtung zur Verwendung als Strahlungsanzeiger, bei der erfindungsgemäß mehrere in einem kleinen Abstand übereinanderliegende, miteinander zu einer Kathode verbundene dünne Metallbleche, die jeweils ein oder mehrere Löcher besitzen, einen oder mehrere sich durch diese Löcher erstreckende Anodendrähte aufweisen. Diese Anodendrähte sind etwa quer zur Haupterstreckung der Bleche und so angeordnet, daß zwischen jedem Draht und den Metallblechen ein nicht homogenes elektrostatisches Feld erzeugt wird. Bei dieser Anordnung der Kathode wird z. B. einfallenden Gammastrahlen eine weit größere Oberfläche geboten, als in. den üblichen Zählern, wodurch die Erzeugung von Elektronen durch diese Strahlen erleichtert wird.
  • Es ist zwar schon bekanntgeworden, in Zählrohrgeräten zum Messen kurzwelliger Strahlungen das Rohrinnere in mehrere in gemeinsamer Gasfüllung voneinander -unabhängig arbeitende, elektrisch parallel und vorzugsweise unmittelbar -zusammengeschaltete Zählkammern zu unterteilen. Hierbei werden jedoch zur Unterteilung scheibenähnliche Teile benutzt, die keine Kathodenplatten sind, sondern lediglich Zwischenwände aus elektrisch isolierendem Werkstoff zu dem Zweck der Unterteilung des Rohres, um so sein Auflösungsvermögen zu erhöhen.
  • Es ist auch schon vorgeschlagen worden, Zählrohre in der Weise Taufzubauen, daß man parallele, in geringem Abstand voneinander angeordnete platten- oder scheibenförmige Elektroden anordnete, zwischen denen quer zur Rohrachse Anodendrähte gespannt werden sollten. Gegenüber diesen Anordnungen zeichnen sich diejenigen nach vorliegender Erfindung durch besonders große Leistungsfähigkeit aus, die noch durch die Möglichkeit erhöht wird, durch besondere Maßnahmen die Empfindlichkeit zu steigern und die Lebensdauer zu erhöhen. Bei den vorliegenden Entladungsvorrichtungen ist die Wuhrscheinlichkeit des Auftretens der Strahlung besonders hoch und nähert sich fooo/o, und gleichzeitig wird eine sehr gute Durchdringung erreicht. Die Wirkung der neuen Vorrichtung ist etwa ebenso stark wie diejenige von gewöhnlichen Zählrohren erheblich größeren Durchmessers. Zweckmäßig . wird das Strahlungsanzeigegerät dieser Art in einem Gehäuse eingeschmolzen, in dem Kathoden- und Anodenteile liegen und an eine Hochspannungsquelle angeschlossen werden können. Diese Röhren können mit einer. Gasfüllung versehen werden, die aus einem Gemisch von wasserfreiem Ammoniak und einem Edelgas (Argon, Neon und/oder-Krypton) besteht.
  • Die genannte Vorrichtung wird meist in einem Metallgehäuse untergebracht, das bei der letztgenannten, besonders vorteilhaften Ausführungsform das erwähnte Gasgemisch bei einem Druck von etwas unter Atmosphärendruck aufnimmt. Wie weiter unten noch näher erklärt werden wird, hat ein mit einem solchen Gasgemisch gefülltes Zählrohr vom Geiger-Müller- oder .einem anderen Typ eine praktisch unbegrenzte Lebensdauer, und wenn die Füllung bei der weiter unten beschriebenen, erfindungsgemäß verbesserten Zählrohrform verwendet wird, ist das entstehende Instrument auch viel leistungsfähiger als die bis jetzt verwendeten.
  • Um die Erfindung besser verständlich zu machen, wird sie im folgenden unter Hinweis auf die Zeichnungen beschrieben.
  • Fig. i ist eine schematische Darstellung eines Geiger-Zählrohres üblicher Bauart; Fig.2 ist eine schematische Darstellung einer anderen Ausführungsform der Erfindung; Fig. 3 ist ein senkrechter Schnitt und Fig.4 ein Grundriß der Ausführungsform der Fig. z; Fig. 5 ist eine schematische Darstellung einer anderen Ausführungsform der Erfindung; Fig. 6 und 7 sind schematische Ansichten zweier anderer Kathodenformen;.
  • Fig.8 ist eine Ansicht (teilweise im Schnitt) einer weiteren Ausführungsform; Fig. 9 ist eine schematische Ansicht einer Ausführungsform, bei der die Platten mit einem lichtempfindlichen Material überzogen sind; Fig. fo ist eine teils schematische, teils perspektivische Ansicht einer anderen Ausführungsform der Erfindung, bei der die Kathodenplatten konisch geformt -sind; Fig. 1 i ist eine perspektivische Ansicht einer anderen Ausführungsform der Erfindung, bei der die Platten wie gewellte Scheiben ausgebildet sind; Fig. 12 ist eine schematische Ansicht eines Schnittes durch einige der in Fig. i i gezeigten Platten; Fig. 13 ist eine perspektivische Ansicht einer weiteren Ausführungsform der Erfindung, bei der die Kathodenplatten aus Ringen bestehen; Fig. 14 ist ein perspektivischer Schnitt durch einige der in Fig. 13 gezeigten Platten oder Ringe; Fig. 15 ist eine Kurve, die die Druck-Anfangsspannung-Kennlinien eines Zählrohres zeigt, wie es in den Fig. 2, 3 und 4 gezeigt, und das mit Argon und wasserfreiem Ammoniak in verschiedenen Mengenverhältnissen gefüllt ist; Fig. 16 ist eine schematische Skizze des Apparates zum Mischen der Gase und Füllen der Zählrohre, und Fig. 17, 18 und i9 sind Kurven, die die Ergebnisse zeigen, die man bei Verwendung von Gemischen von Argon, Krypton oder Neon und Ammoniak in verschiedenen Prozentsätzen erhält.
  • Das in Fig. i dargestellte übliche Geigersche Zählrohr besteht aus einem dünnwandigen Metallrohr io mit einem sehr dünnen, die Anode 12 bildenden Draht, der in der Achsenrichtung gespannt und von dem die Kathode bildenden Metallrohr isoliert ist. Diese Elektroden sind in einem Gehäuse 1q. eingeschlossen, gewöhnlich einem Glasrohr, das ein geeignetes Gas, z. B. Argon, bei einem ziemlich niedrigen Druck von etwa 5o bis ioo mm Hg enthält. Der zentrale Draht i2 wird gegenüber dem Zylinder unter positiver Spannung gehalten, und ein ziemlich hoher Widerstand Rist in den Stromkreis eingeschaltet. Normalerweise ist die Potentialdifferenz zwischen der Kathode io und dem Draht i2 fast, aber doch nicht ganz, hoch genug, daß eine Entladung stattfindet. Wenn ein Teilchen, das das Gas zu ionisieren vermag, durch den Zylinder io hindurchgeht, tritt eine Entladung ein, und zwar mit einem Stromfluß von einigen Mikroampere. Dies führt zu einem starken Spannungsabfall in R, und die Entladung hört nach einer sehr kurzen Zeitspanne auf. Durch geeignete Verstärkung des plötzlichen Spannungsabfalles in R, wie z. B. durch eine Verstärkervorrichtung 16, kann eine mechanische Aufzeichnungsvorrichtung 18 oder ein anderes Gerät zur Aufzeichnung der Entladung des Zählrohres betätigt werden. Bei geeigneter Behandlung der Oberfläche des Zylinders io und geeigneter Wahl des Gases oder der Gase zur Füllung des Zählrohres hört die Entladung schneller und verläßlicher auf. Wenn die Entladung aufgehört hat, ist das Zählrohr wieder bereit zur Aufzeichnung des Durchganges eines ionisierenden Teilchens.
  • Wegen der großen Ionisierung pro Einheit der Bahnlänge von Strahlungen wie der kosmischen oder Betastrahlen ist, selbst bei der verhältnismäßig geringen Dichte des Gases in dem Zähler, die Leistung des üblichen Zählrohres für solche Strahlen sehr nahe an loo°/o. Jedoch ist die Wahrscheinlichkeit, daß ein Gammastrahl die Ionisierung in dem Gas verursacht, sehr gering, und praktisch alle Zählungen auf Grund des Durchganges von Gammastrahlen sind rauf die Elektronen zurückzuführen, die von der Kathodenwand io durch Einwirkung des Gammastrahles auf die Atome des Kathodenmaterials ausgeschleudert werden. Die Wahrscheinlichkeit, daß ein solches Zusammenwirken sattfindet, nimmt natürlich mit steigender Kathodenwandstärke zu, aber da in dem Kathodenmaterial der Bereich eines von dem Gammastrahl Energie empfangenden Elektrons selten größer ist als ein oder zwei Zehntel eines Millimeters, wird damit nichts gewonnen, daß man die Wand io stärker als etwa das Doppelte der mittleren Eindringungstiefe der Teilchen ausführt. Bei dieser Stärke wird etwa einer von hundert Gammastrahlen, die durch die Kathode hindurchgehen, ein Elektron abschleudern und so den Zähler auslösen oder entladen. Diese Leistungswahrscheinlichkeit hängt etwas von dem als Kathode io verwendeten Material und von der Größe der ausgesetzten Oberfläche ab, aber alle diese Faktoren verursachen keinerlei Änderung um mehr als einen Faktor von etwa zwei, gegenüber der Leistung eines einfachen Zählrohres mit der optimalen Wandstärke. Es muß betont werden, daß die Leistung von der Zählrohrgröße praktisch unabhängig ist, da ein sehr kleines Zählrohr beinahe dieselbe optimale Leistung hat wie ein sehr großes.
  • Die Leistung eines Zählrohres kann definiert werden als- Verhältnis der Anzahl von Zählungen zur Anzahl von Strahlen, die durch den Kathodenbereich hindurchgehen. Für ein paralleles Gammastrahlenbündel kann man natürlich dieses Verhältnis dadurch erhöhen, daß man mehrere, hintereinander und parallel geschaltete Zählrohre verwendet. Wenn man N Zählrohre mit je einer Leistung E hat, so wäre die Leistung der Kombination fast N - E. Ein paralleles Gammastrahlenbündel ist jedoch eine praktische Unmöglichkeit und kommt in der Natur nicht vor.
  • Ein anderer naheliegender Weg zur Erzielung einer höheren Leistung in einem gegebenen Zählrohrvolumen ist der, das einzelne große Zählrohr durch ein Bündel kleiner Zählrohre zu ersetzen, wobei die Rohre elektrisch so miteinander verbunden sind, daß sie die Kathode bilden, während die Drähte elektrisch miteinander verbunden die Anode bilden. Wenn jedoch der Querschnitt des zur Verfügung stehenden Zählrohrvolumens sehr groß ist, erzielt man keinen sehr großen Leistungsgewinn, falls man nicht eine große Anzahl sehr kleiner Zählrohre verwendet. Für einen Querschnitt von 7,5 cm im Durchmesser könnten z. B. sieben Zählrohre von je 2,5 cm Durchmesser verwendet werden, die eine Leistungssteigerung um einen Faktor von sieben Dritteln ergeben würden. Um eine Leistungssteigerung um einen Faktor von io zu erzielen, wäre es nötig, über einhundertzwanzig Zählrohre zu verwenden, von denen jedes kleiner als o;6 cm im Durchmesser wäre. Es ist bei einer so großen Zahl dünnwandiger Rohre außerordentlich schwer, die nötige Betriebseinheitlichkeit zu gewährleisten, und mit der wachsenden Länge des Zählrohres erhöhen sich natürlich auch rasch die auftretenden Schwierigkeiten.
  • Man sollte meinen, daß ein Zählrohr aus dicht beieinander angeordneten parallelen Platten, von denen abwechselnd die eine Anode und die folgende Kathode ist, ähnlich der Bauart des üblichen Luftkondensators, eine sehr leistungsfähigeVorrichtung wäre. Solche Zählrohre wurden in der Literatur besprochen und auch tatsächlich ausprobiert, aber Erfolge damit wurden niemals verzeichnet oder berichtet. Für eine derartige Bauweise ist das Feld wahrscheinlich durchweg zu einheitlich, und eine Kaskaden-(Stufen-) oder Multiplikationsionisierung findet nicht statt. Bei der in den Fig. 2, 3 und q. gezeigten Ausführungsform der Erfindung ist das üblicheZählerkathodenrohr elektrisch durch sauber in einer Linie liegende Plattenlöcher 22 ersetzt, die in mehreren Platten 24 vorgesehen sind; die Figuren zeigen, daß letztere praktisch parallel zueinander und getrennt voneinander angeordnet sind. Die Platten 24 sind elektrisch so miteinander verbunden, daß sie die Kathode. bilden, während die durch die Löcher 22 gehenden Drähte 26 so miteinander verbunden sind, daß sie die Anode bilden. Daß das normale Kathodenrohr durch die Plattenlöcher ersetzt werden kann, ist augenscheinlich, wenn man. in Betracht zieht, daß, wenn kein Platz zwischen den Platten gelassen wird, dieses Zählrohr zu einer Gruppe üblicher Zählrohre mit sehr dicken Wänden wird. Es ist auch einleuchtend, daß bei im Vergleich mit dem Durchmesser der Löcher 22 kleinem Abstand nur ein sehr geringer elektrischer Unterschied zwischen ihm und dem üblichen Zählrohr sein wird. Es hat sich-jedoch tatsächlich herausgestellt, daß das Zählrohr zufriedenstellend arbeitet, wenn nur eine Platte vorhanden ist. Die elektrischen Eigenschaften eines solchen mit mehreren Platten arbeitenden Zählers sind denen. eines üblichen Zählrohres sehr ähnlich;-dessen Durchmesser gleich dem der Plattenlöcher und dessen Gasfüllung die gleiche ist. Vom Leistungsstandpunkt aus stellt jedoch diese neue Art Zählrohr eine erhebliche Verbesserung gegenüber dem üblichen Zählrohr dar, wie aus Fig. 12 und der nachfolgenden Beschreibung hervorgeht.
  • Wie bereits oben gesagt würde, ist die Wahrscheinlichkeit, daß ein Gammastrahl in der Gasfüllung des Zählrohres eine Ionisierung verursacht, a.üßerordentlich gering, und wenn ein Gammastrahl den Zähler auslösen soll, ist es praktisch immer notwendig, daß er auf die Kathodenmasse einwirkt und infolgedessen ein Elektron abgeschleudert wird. Die Wahrscheinlichkeit einer solchen° Einwirkung wächst mit steigender Dicke der Kathodenwand; aber infolge des kurzen Bereiches der abgeschleuderten Elektronen im Kathodenmaterial eines üblichen Zählers ist man auf eine Kathodendicke von weniger als r mm beschränkt. Bei vorliegender Erfindung können jedoch, wie aus Fig. 3 ersichtlich ist; die Gammastrahlen 28 durch viel Kathodenmaterial gehen, und es besteht daher eine hohe Wahrscheinlichkeit für eine Einwirkung. Ferner ist auch eine hohe Wahrscheinlichkeit dafür vorhanden, daß das abgeschleuderte Elektron 3o keine zu große Entfernung in der Kathode 24 zu durchlaufen braucht, ehe es-herausgelangt. Der Gammastrahl hat also eine Bahn mit viel Material zu durchlaufen, während das abgeschleuderte Elektron nur eine kurze Bahn zu durchlaufen braucht. Infolgedessen wirkt jede Vorrichtung, die als ein Anodendmht angesehen werden kann, der durch eine Reihe von Löchern hindurchgeht, vom Leistungsstandpunkt -aus wie ein übliches Zählrohr, dessen Durchmesser ein- Vielfaches von dem der Löcher ist. Es hat sich in der Tat erwiesen, daß ein Zähler dieser Art, bei- dem jede Kathodenplatte von 25 mm Außendurchmesser ein einziges Loch von 8 mm Durchmesser bei einem Plattenabstand von etwa 2,5 mm hat, dieselbe Anzahl von Zählungen pro Sekunde ergibt wie ein üblicher Zähler mit einem Durchmesser von 35 mm, wenn beide der gleichen Strahlung ausgesetzt werden. Wenn man daher eine verhältnismäßig kleine Zahl ziemlich kleiner Löcher in den Platten anbringt, hat das :entstehende Zählrohr eine -Leistung, die in der gleichen Form durch ein Bündel üblicher Zählrohre nur dann erreicht werden könnte, wenn man eine außergewöhnlich große Zahl sehr kleiner Zählrohre. verwendet.
  • Für bestimmtePlattenabstandsbedingungen, oder falls es aus verschiedenen Gründen wünschenswert ist, die Kathodenplatten aus nichtleitenden Stoffen herzustellen, kann die in Fig.5 gezeigte Ausführungsform der Erfindung verwendet werden. Hier besteht der Zähler aus vielen elektrisch nichtleitenden Platten 32, in denen Löcher 34 angebracht worden sind. Durch diese Löcher gehen sehr dünnwandige elektrisch leitende Kathodenröhren, von denen zwei. bei 36 gezeigt sind. Die Wände dieser Rohre sind dünn genug (d. h. einen kleinen Bruchteil eines mm stark), daß die von den Platten 32 durch .die Gammastrahlen abgeschleuderten Elektronen mit geringem Energieverlust durch sie hindurchgehen können. Die Funktion dieser Rohre 36 ist es in erster Linie, ein geeignetes. elektrisches Feld zu erzeugen, da fast alle abgeschleuderten Elektronen aus den Platten kommen, durch die die Rohre hindurchgeleitet worden sind.
  • Statt viele im Abstand voneinander stehende, praktisch parallele Platten zu verwenden, die so miteinander verbunden sind, daß sie eine Kathode bilden, kann die Kathode zur Ersparung von Konstruktionskosten auch in anderer Weise hergestellt werden. Fig. 6 zeigt eine einzige Kathodenplatte 38; sie hat die Form einer Wendel und ist mit vielen Löchern 40 versehen, die so angeordnet sind, daß Drähte q.2 durch die in einer Reihe liegenden Löcher hindurchgeleitet werden können. Die Drähte 42 sind natürlich miteinander derart verbunden, daß sie die Anode bilden.
  • In Fig. 7 ist eine einzige Kathodenplutteq4 dargestellt; sie hat Zickzack- oder Faltenform; Löcher 46 liegen in einer Linie, so daß in der dargestellten Weise die Anodendrähte 4.8 durch sie geleitet werden können.
  • Eine weitere Abänderung oder Ausführungsform ist in Fig. 8 veranschaulicht: Bei dieser sind eine Reihe elektrisch nichtleitender Scheiben 5o, die z. B. aus einem. geeigneten Phenolkondensationsproduktbestehen können, praktisch parallel im Abstand voneinander innerhalb eines Metallzylinders oder -rohres-52 angeordnet. Die Scheiben 5o sind mit kleinen Löchern 54 versehen, durch die ein Anodendraht 56 geführt ist. Das Rohr 52 dient zur Erzeugung eines geeigneten elektrischen Feldes, und die Gammastrahlen treffen die Isolierscheiben 5ö; Elektronen werden abgeschleudert und lösen den Zähler aus.
  • Es ist gefunden worden, daß man die Leistung eines aus mehreren Platten bestehenden Anzeigers dadurch erhöhen kann, daß man -auf die Kathodenplatten eine lichtempfindliche Oberfläche aufbringt. In Fig. 9 ist eine einfache Anzeigevorrichtung mit drei Kathodenplatten 6o und einem Anodendraht 62 dargestellt. Die Oberflächen der Kathodenplatten sind mit einem lichtempfindlichen Material 64 bedeckt. Ein Gammastrahl66, der die Bodenplatte 6o durchdringend dargestellt ist, kann zur Abschleuderung eines primären Elektrons 68 in einer solchen Richtung führen, daß das Elektron die mittlere Kathodenplatte 6o trifft und seine Bewegung beendet, ohne eine Ionisierung des Gases in dem Zähler hervorzurufen. Wenn das primäre Elektron 68 jedoch die lichtempfindliche Oberfläche 64 trifft, entstehen eine Vielzahl sekundärer Elektronen 70, wobei es leicht möglich ist, daß eines der Elektronen die Ionisierung verursacht, die den Zähler auslöst.
  • Für gewisse Anwendungszwecke, wie z. B. Bohrungstiefenmessungen, kann es wünschenswert sein, eine Strahlung aufzuspüren, die an sich gewöhnlich nicht ionisierend ist wie langsame Neutronen. Hierzu verwendet man gewöhnlich einen Zähler, dessen Kathode aus einem Material besteht, das bei Beschuß mit langsamen Neutronen unter Austritt ionisierender Teilchen zerfällt oder radioaktiv wird. Ein solcher Stoff ist Bor, das gewöhnlich in Form von Borax vorkommt. Es ist ganz offensichtlich,- daß die in der vorliegenden Erfindung beschriebene Zählvorrichtung zu diesem Zweck verwendet werden kann; man benutzt dabei Platten aus einem geeigneten Material oder überzieht die Platten mit einer geeigneten Substanz, wie z. B. mit einer Lithium- oder Borverbindung. Es muß betont werden, daß erhebliche Betriebsschwierigkeiten entstehen können, wenn man die übliche Zählrohrkathode mit einem solchen Überzug versieht, besonders wenn letzterer nichtleitend oder nicht glatt ist. Bei dem in Fig. i i bis 17 dargestellten Zähler ist das aktive Feld auf einen sehr kleinen Bezirk um die Löcher herum beschränkt, so daß jede Art Material oder Überzug außerhalb dieses Bezirkes seine Wirkungsweise nicht beeinträchtigt. Diese Zähler können gegebenenfalls bei einer etwas unter der normalen liegenden Spannung betrieben werden und reagieren dann entsprechend der Ionisierung, die das den empfindlichen Bezirk passierende Teilchen hervorruft. Hierdurch können z. B. Alphateilchen festgestellt werden, die bei dem durch langsame Neutronen erzeugten Zerfall abgeschleudert werden, und zwar selbst beim Vorhandensein eines breiten Gammastrahlenhintergrundes, da ja ein Alphateilchen eine viel größere lonisierung hervorruft als die durch die Gammastrahlen entstehenden Betateilchen.
  • Bei der in Fig: io gezeigten Ausführungsform der Erfindung haben mehrere dünne Metallplatten 116 die Form von Kegeln; diese Kegel sind ineinandergesteckt oder greifen so ineinander, daß die Oberflächen parallel liegen, wobei ein Zwischenraum 118 die einander benachbarten Kegel trennt. Der Einfachheit halber sind in Fig. io nur zwei konische Platten dargestellt, jedoch kann jede beliebige Anzahl dieser Platten verwendet und wie bei i2o elektrisch miteinander -verbunden werden, um so die Kathode des Gerätes zu bilden. Die Platten können durch Streifen 122 gestützt sein, und jeder Kegel ist mit mindestens einem, zweckmäßig aber mit mehreren Löchern 124 versehen, wobei die Löcher in benachbarten Platten so ausgerichtet sind, daß ein Draht r26 durch jede Lochreihe gezogen werden kann. Die Drähte 126 sind in geeigneter Weise befestigt und sind wie bei 128 elektrisch miteinander verbunden, so daß sie die Anode des Gerätes bilden. Vorzugsweise hat jedes der Löcher r24 die Form einer Ellipse, wenn man in normaler Weise auf die Oberfläche des Kegels sieht, so daß der Draht beim Durchgang durch eine Lochreihe von den Rändern der Platten gleichweit entfernt ist. Wie ersichtlich, wäre es infolge der konischen Form der Kathodenplatten für einen Gammastrahl schwer, wenn nicht gar unmöglich, in oder durch das Gerät zu gelangen, ohne wenigstens eine der Platten zu treffen, und da letztere aus dünnem Material bestehen, wird ein in der Platte erzeugtes Elektron leicht herausgeschleudert, wodurch das Gas ionisiert und die Anzeigevorrichtung ausgelöst oder betätigt wird. Die Teile 116 können voll konisch sein; gegebenenfalls können auch die Spitzen wegfallen, so daß also kegelstumpfförmige Gebilde entstehen.
  • Fig. i i und 12 zeigen eine abgeänderte Form des Anzeigegerätes, bei der die Kathode aus mehreren Scheiben 13o besteht, die ineinandergesteckt, aber im Abstand voneinander angeordnet und durch geeignete Streifen 132 befestigt sind. Aus Fig. 12 geht vielleicht noch klarer hervor, daß jede Platte ringförmig gewellt ist, wobei, wie aus der gestrichelten Linie 134 ersichtlich, die Wellenberge in. einer Linie und dementsprechend, wie durch die gestrichelte Linie 136 angegeben, auch die Wellentäler in einer Linie liegen. Jede der Scheiben 13ö ist mit mehreren Löchern 138 versehen, wobei die Löcher in benachbarten Scheiben derart ausgerichtet sind, daß durch die Mitte einer jeden Reihe oder Gruppe von Löchern ein Draht i4o laufen kann. Die Scheiben 130 sind durch Streifen 132 elektrisch miteinander zur Kathode verbunden, während die Drähte i4o ebenfalls miteinander verbunden sind und die Anode des Gerätes bilden. Zweckmäßig werden die Platten 13o derart angebracht, daß der untere Teil der einen Platte niedriger liegt als der obere Teil der Barunterliegenden Platte und, wie aus Fig. i2 ersichtlich ist, wäre es einem Gammastrahl 142 praktisch unmöglich, zwischen der Plattengruppe hindurchzugehen, ohne in eine oder mehrere der Platten einzudringen. Wie bei Fig. io bereits erklärt wurde, sind die Scheiben 13o dünn genug, daß Elektronen in das umgebende Gas abgeschleudert werden können, und zahlreich genug, um der Bahn der Gammastrahlen eine ziemlich große Metallmenge zu bieten.
  • Fig. 13 und 14 zeigen eine andere Ausführungsform, bei der die Kathodenplatten als Ringe 144 ausgebildet sind, die, wie in Fig. 13 gezeigt, ringförmig gewellt sind; die Platten sind so angeordnet, daß ein Gammastrahl die Plattengruppe nicht passieren kann, ohne in eine oder mehrere Platten einzudringen. Jeder Ring ist mit mehreren Löchern 146 versehen, die in einer Reihe angeordnet sind, so daß durch die Mitte jeder Reihe oder Gruppe von Löchern Drähte 148 gezogen werden #können, die wie bei 15o miteinander verbünden sind und die Anode des Gerätes bilden, und die Kathodenplatten sind etwa durch Schrauben oder Bolzen 152 so miteinander verbunden, daß sie die Kathode des Gerätes bilden. Dadurch, daß man den `aus dünnem Metall bestehenden Platten oder Ringen die gewellte Form gibt, werden sie beträchtlich verstärkt und, wie bereits oben ausgeführt wurde, müßte bei dieser Anordnung ein Gammastrahl in einen oder mehrere Ringe eindringen, wenn er eine solche Gruppe passieren will.
  • Die in den Fig. 13 und 14 gezeigte Ausführungsform eignet sich hervorragend für gewisse Zwecke, bei denen man einen Zugang zum inneren Teil des Gerätes haben will. So könnte das Gehäuse für das in Fig. 13 gezeigte .Gerät ringförmig sein, so daß durch die gesamte Plattengruppe eine zentrale Öffnung läuft. Eine Kernprobe könnte dann in diese Öffnung gebracht werden, um so die Strahlungsmenge in der Probe zu bestimmen, oder man könnte eine Flüssigkeits- oder Gasmenge durch die zentrale Öffnung fließen lassen, wobei das Gerät dann dazu - dient, die Strahlungsmenge aus der Flüssigkeit oder dem Gas festzustellen.
  • Bei allen in den Fig. 2 bis 14 gezeigten Ausführungsformen der Erfindung ist der Übersichtlichkeit halber das Gehäuse nicht dargestellt. Die Kathoden- und Anodenelemente können in einer geeigneten Metall- oder Glashülle untergebracht sein, wie es in Fig. 1 dargestellt ist, und die Hülle -ist mit einem geeigneten Gas, wie z. B. Argon, unter einem bestimmten Druck gefüllt. Andererseits ist es gewöhnlich vorteilhaft, ein'Gemisch von wasserfreiem Ammoniak mit einem Edelgas wie Argon, Neon und/oder Krypton zu verwenden.
  • Es sind bereits Zählrohre verwendet worden, die eine Füllung von Argon und Petroläther enthielten. Mit dieser Füllung sind zufriedenstellende Ergebnisse erzielt worden, doch hat es sich herausgestellt, daß die Lebensdauer dieser- Zählrohre etwas begrenzt ist. Es ist dies wohl auf eine Veränderung in dem Gas unter den elektrischen Entladungen des Zählrohres zurückzuführen. Eine solche Veränderung kann entweder durch die Bildung freien Kohlenstoffes oder durch Auf- oder Abbau der Kohlenwasserstoffmoleküle verursacht werden. Bei bestimmten Prüfungen hat sich herausgestellt, daß die Lebensdauer dieser Zählrohre bei Verwendung mit Löschkreisen vom Nehertyp zwischen 5o bis 8oo Stunden bei einer Zählhäufigkeit von etwa looo pro Sekunde schwankte. Ferner nahmen die Anfangsspannungen bei diesen Zählwerken während ihrer Lebensdauer um 5o bis Zoo Volt zu.
  • Versuche haben gezeigt, daß da, wo die Zählgeräte der beschriebenen Art mit technisch reinem Argon, Neon oder Krypton mit einem Gehalt von o,r bis io% an wasserfreiem Ammoniak gefüllt sind, die Lebensdauer praktisch unbegrenzt-ist; es ist dies wohl darauf zurückzuführen, daß bei den elektrischen Entladungen die Ammoniakmoleküle in Stickstoff und Wasserstoff gespalten werden. Diese letzteren können sich dann wieder zu Ammoniak vereinigen; und- es ist daher zu erwarten, daß ein Gleichgewichtszustand von Stickstoff, Ammoniak und Wasserstoff erreicht wird, so daß keine anderen Moleküle entstehen können. Bei einem mit einem Gas wie Argon, Neon oder Krypton und wasserfreiem Ammoniak gefüllten Zählrohr sind zwei veränderliche- Größen zu berücksichtigen, nämlich der Gesamtgasdruck und der in dem Gemisch enthaltene Prozentsatz an Ammoniak. Die Eigenschaften des Zählrohres, an denen Interesse besteht, sind die Anfangsspannung, der horizontale Auslösebereich und die- Leistung. Es ist gefunden worden, daß mit technisch reinem Argon, Neon oder Krypton und etwa 2 °/a wasserfreiem Ammoniak gefüllte Zählrohre bei praktisch Atmosphärendruck nicht nur eine praktisch unbegrenzte Lebensdauer haben, sondern auch zu horizontalen Auslösebereichen führen, die praktisch genau so gut sind wie diejenigen, die man mit irgendeinem anderen Gasgemisch erhält, und die eine Ausgangsspannung von etwa looo Volt besitzen, und daß diese Zählrohre weiterhin eine ebenso hohe Leistung besitzen wie die mit Argon und Petroläther gefüllten Zählröhre.
  • Zur Bestimmung der Lebensdauer von einerseits mit Argon und Petröläther und andererseits mit Argon und Ammoniak gefüllten Zählrohren wurde ein »konzentrierter« Lebensdauerversuch durchgeführt. Die Zählrohre wurden unter eine Spannung gebracht, die weit über das Ende des horizontalen Auslösebereiches hinausging, und unter solchen Umständen gingen die Zähler in dauernde Entladung. Dieses Verfahren ist mit Argon und Petroläther gefüllten Zählrohren schädlich, denn nachdem die ungewöhnlich hohe Spannung nicht länger als 5 Minuten angewandt und dann auf den normalen Betriebswert zurückgesetzt worden war, hatte das Zählrohr völlig seinen horizontalen Auslösebereich verloren. Dasselbe Verfahren, bei mit technisch reinem Argon und wasserfreiem Ammoniak- gefüllten Zählrohren angewendet, schadete jedoch überhaupt nicht. In einem Fall wurde die abnorm hohe Spannung 2o Stunden lang auf dem Zählrohr gelassen, das die ganze Zeit hindurch ununterbrochen Funken gab;` nachdem die Spannung auf ihren normalen Betriebswert vermindert worden war, arbeitete das-Z4hlrohr ebenso gut wie vor der Anwendung der :abnorm hohen Spannung. Dies zeigt, daß die vermutete Zersetzung des Gases bei Füllung mit Argon und Ammoniak nicht eintritt.
  • Fig. 15 ist eine Kurve, oder vielmehr eine Reihe von Kurven, die 'mit einem besonderen Zählrohr erhalten wurden, Die Kurven zeigen die Beziehung zwischen der Anfangsspannung und dem Gesamtdruck der Gasfüllung mit Ammoniak und Argon bei einem Ammoniakgehalt von 1/2, 1, 2 und 40/0. Es ist daraus zu ersehen, daß das Anfangspotential etwa linear mit dem Druck und die Kurvensteigung mit steigendem Ammoniakgehalt zunimmt. Bei der Untersuchung der Breite des horizontalen Auslösebe-reiches für diese Mischungen hat sich herausgestellt, daß die besten Ergebnisse mit einem 98 % Argon und 2 %i Ammoniak enthaltenden Gemisch erhalten wurden. Aus Fig. 15 ist zu ersehen, daß bei dieser Füllung ein Druck von 685 mm Quecksilber nötig war, wo das Anfangspotential 95o Volt betrug.
  • Vor der Füllung eines Zählrohres wird, zweckmäßig mittels eines geeigneten Lösungsmittels, wie Tetrachlorkohlenstoff, alles Fett von den verschiedenen Teilen entfernt. Das Zählrohr wird dann unter einhalb- bis mehrstündigem Erhitzen rauf etwa ioo° luftleer gemacht. Während dieses Vorganges wird eingeschlossenes Gas aus den verschiedenen Teilen entfernt. Durch wiederholtes Durchspülen des Zählrohres mit Argon wird etwa zurückbleibendes anderes Gas verdünnt. Nach dem Erkalten wird das -Zählrohr zweckmäßig nur mit wasserfreiem Ammoniak gefüllt, das 15 bis 30 Minuten lang in dem Zählrohr gelassen wird. Während dieser Zeit stellt sich ein Gleichgewichtszustand zwischen dem Ammoniak und den Metalloberflächen ein. Das Zählrohr wird dann wieder gasfrei gemacht; das Gasgemisch wird in der nachstehend beschriebenen Weise eingeführt, und das Zählrohr wird verschlossen.
  • Anfangsspannung, horizontaler Auslösebereich, Gasgemischdruck und Ammoniakgehalt in dem Gemisch werden mit Bauart und Abmessungen des Zählrohres schwanken, und für jede Bau- und Anwendungsart müssen die geeignetsten Werte gewählt werden. Man kann z. B. eine verhältnismäßig kleinereAnfangsspannung dadurcherhalten, daßman von dem horizontalen Auslösebereich etwas opfert.
  • Argon ist zwar in der vorstehenden Beschreibung besonders erwähnt; doch haben Versuche erwiesen, daß auch Neon oder Krypton im Gemisch mit wasserfreiem Ammoniak ebenso gut wie Argon für Füllungen verwendet werden können, mit denen ein Zählrohr einen genügend flachen Auslösebereich über einen rausreichenden Spannungsbereich zeigt.
  • Im Hinblick auf die ziemlich hohen Kosten einiger der Edelgase hat sich eine bestimmte Anordnung zum Mischen der Gase und zur Füllung des Zählrohres bewährt. Fig. 16 ist eine schematische Darstellung dieses Systems, das ganz aus Pyrexglas hergestellt ist. Es besteht aus einer waagerechten Hauptleitung 8o, an die mit Sperrhähnen angeschlossen sind: der Edelgasbehälter 82, ein Ammoniakbehälter 84, ein Vorratsbehälter 86, ein Quecksilbermanometer 88, eine Quecksilberpumpe 9o und eine Vakuumpumpe mit einem Kühlende 92. Die Edelgase sind in Pyrexflaschen mit doppeltem Verschluß erhältlich. Die Außenrohrleitung dieses Verschlusses wird zunächst mit dem Glassystem verbunden. Dann wird der zu einer feinen Spitze angezogene innere Verschluß dadurch abgebrochen, daß man eine Stahlkugel auf die Spitze fallen läßt. Man hebt diese Stahlkugel innerhalb des Rohres mit einem Magnet und läßt sie alsdann auf die Spitze fallen.
  • Der Behälter für den Ammoniak wird zunächst luftleer gemacht; dann wird er durch die Einlaßöffnung 94 aus einer im Handel erhältlichen, j wasserfreien Ammoniak enthaltenden Stahlflasche gefüllt. Der Ammoniakbehälter ist mit dem Füllsystem durch zwei Sperrhähne 96 und 98 verbunden. Durch Öffnen des Sperrhahnes 96 wird der kleine Raum zwischen den beiden Sperrhähnen mit Ammoniak gefüllt. Dann wird der Sperrhahn 96 geschlossen und der andere Sperrhahn 98 geöffnet, und die kleine Ammoniakmenge wird in die Füllvorrichtung eingelassen. So können kleine Mengen Ammoniak leicht eingeführt werden. Der Vorratsbehälter ist zur Lagerung der Ammoniak-Edelgas-Gemische bestimmt.
  • Die Quecksilberpumpe 9o besteht aus zwei Glasbehältern ioo und rot, die durch Gummischlauch verbunden sind. Der ortsfeste Behälter ioo ist durch einen Sperrhahn 10q. mit der Füllvorrichtung verbunden. Der andere Behälter rot kann frei auf und ab bewegt werden; das Quecksilber kann daher von einem in den anderen Behälter übertragen und diese Anordnung als Pumpe.verwendet werden.
  • Zum Mischen der Gase- Lind Füllen eines Zählrohres wird zunächst die ganze Vorrichtung evakuiert. Dann wird bei abgesperrtem Vorratsbehälter. 86, und während das Quecksilber in der Pumpe das feststehende Gefäß ioo völlig ausfüllt, Gas aus dem Reingaszufuhrgefäß 82 bis zu einem Druck zugelassen, der am Manometer 88 abgelesen werden kann. Dann wird Ammoniak eingeleitet, dessen Menge an dem Druckanstieg gemessen werden kann. Der nächste Schritt ist das gründliche Mischen des Ammoniaks mit dem reinen Gas; es geschieht dies dadurch, daß man die Gase in das feststehende Gefäß ioo durch Senkung des Glaskolbens zog einsaugt. Das Gasgemisch in dem Gefäß wird dann in die Glasapparatur durch Heben des beweglichen Glaskolbens io2 zurückgepreßt. Dieser Vorgang wird mehrere Male wiederholt, wodurch die Gase durch die Apparatur hin und her bewegt werden und innerhalb ziemlich kurzer Zeit ein homogenes Gemisch entsteht. Ohne diese Maßnahme würden sich die Gase nur durch Diffusion mischen, und dies nähme einige Stunden in Anspruch. Nachdem die Gase miteinander gemischt sind, wird das Ventil io6 geöffnet und das Zählrohr gefüllt.
  • Ein geeigneter Frequenzvervielfacher-Stromkreis dient als Vorverstärker. Die Stromstöße aus dem Zählrohr gehen durch einen Verstärker 16; dann werden sie mit einem elektrischen Zähler registriert, und die Zeit wird mit einer Stoppuhr beobachtet. Für alle Messungen wurde die Zeit für i6oo Zählungen beobachtet,- und daraus wird die Zählgeschwindigkeit pro Sekunde abgeleitet. Die Fehlergrenze für i6oo ist ± 40 oder ± 2,5 %. Die Durchschnittszählgeschwindigkeiten haben daher eine Fehlergrenze von Zählungen pro Sekunde.
  • Eine etwa 6 Mikrogramm Radium enthaltende Radiumquelle wurde in einer konstanten Entfernung von io,5 cm von der Achse des Zählrohres aufgestellt. Die Ergebnisse mehrerer Versuche sind auf den Kurvenbildern der Fig. 17 und i9 eingetragen. Für mehrere Füllungen ist die Zählgeschwindigkeit in Zählungen pro Sekunde im Vergleich mit der Spannurig angegeben.
  • Zur Prüfung des Gerätes und zur Erzielung von Vergleichsdaten. wurden zunächst Gemische von Argon und Ammoniak verwendet, und die Ergebnisse sind in Fig. 17 gezeigt. Die verschiedenen Kurven beziehen sich auf die Prozentsätze an Ammoniak, wie sie über den Kurven angegeben sind. Über jeder Kurve ist ferner der Gesamtdruck des Gemisches in cm Quecksilbersäule angegeben. Die Flachheit und Breite des horizontalen Auslösebereiches nimmt mit steigendem Ammoniakgehalt zu, und zu gleicher Zeit erhöht sich die Ausgangsspannung (die Ausgangsspannung ist der auf der Achse eingezeichnete Punkt, d. h. bei 30 Zählungen pro Sekunde). Die 41/o-Kurve wurde wiederholt, nachdem m-an das Zählrohr 24 Stunden lang stehen gelassen hatte. Es geschah dies zur Prüfung des vorschriftsmäßigen Funktionierens des oben beschriebenen Mischverfahrens. Die Kurve änderte sich, wie aus der punktierten Linie ersichtlich, nur sehr. wenig gegenüber der unmittelbar nach der Füllung aufgetragenen.
  • Die Ergebnisse für Krypton-Füllungen sind in Fig. 18 eingetragen, die mit der Fig. 17 für Argon vergleichbar ist: Die horizontalen. Auslösebereiche sind recht wesentlich, und ihre Qualität steigt mit steigenden Ammoniakmengen. Bei gleichem Gesamtdruck und gleicher Ammoniakkonzentration ist die Ausgangsspannung bei Krypton etwa i5o Volt höher als bei Argon. Zur Herabsetzung. der Ausgangs- und der Betriebsspannung des Zählrohres müssen bei Krypton niedrigere Gesamtdrucke als bei Argon angewendet werden. -Der Gesamtdruck wurde so' eingestellt, daß die Ausgangsspannung unabhängig vom Ammoniakgehralt etwa 98o Volt beträgt.
  • Die Ergebnisse für Neon-Füllungen sind in Fig. 19 angegeben, die Kurven bei Drucken zeigt, die mit den bei Argon verwendeten vergleichbar sind. Die Ausgangsspannung bei gleichem Druck und gleicher Ammoniakkonzentrationist bei Neon etwa igo Volt niedriger als bei Argon.
  • In der vorstehenden Beschreibung ist zwar ein Strahlungsanzeiger vom Mehrplattenzählrohrtyp im einzelnen beschrieben. Eine Gasfüllung aus technisch reinem Argon, Neon oder Krypton und wasserfreiem Ammoniak kann aber auch mit Vorteil bei Strahlungsanzeigern anderer Typen verwendet . werden, z. B. bei dem im USA.-Patent 2 397 073 beschriebenen, -oder bei den gebräuchlicheren Typen, wie z. B. dem Geiger-Müller-Zählrohr.

Claims (9)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i.. Elektrische Entladungsvorrichtung zur Verwendung als Strahlungsanzeiger, gekennzeichnet durch mehrere, in einem kleinen Abstand übereinanderliegende, miteinander zu einer Kathode verbundene dünne -Metallbleche, die jeweils ein oder mehrere Löcher besitzen, und einen Anodendraht, der sich durch jedes Loch erstreckt und zu der Kathode so angeordnet ist, daß zwischen dem Draht und den Metallblechen ein nichthomogenes elektrostatisches Feld erzeugt wird.
  2. 2. Elektrische Entladungsvorrichtung nach Anspruch i, bei der die genannten Bleche ringförmig gewellt sind.
  3. 3. Elektrische Entladungsvorrichtung nach Anspruch 2, bei der die genannten Bleche die Form von Ringen haben und ringförmig gewellt sind.
  4. 4: Elektrische Entladungsvorrichtung nach Anspruch i bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Kathodenbleche in Zickzackanordnung oder in Spiralform aus einem Stück bestehen und daß eine oder mehrere Reihen von jeweils in einer Linie liegenden Löchern darin angebracht sind.
  5. 5. Elektrische Entladungsvorrichtung nach Anspruch i bis 3,- dadurch gekennzeichnet, daß die Kathodenbleche parallel zueinander liegen, daß das Loch oder die Löcher in jedem Blech mit einem entsprechenden Loch in jedem benachbarten Blech in einer Reihe liegen und daß jeder Anodendraht durch eine Reihe in einer Linie liegender Löcher hindurchgeht, so daß ein nichthomogenes elektrisches Feld entsteht.
  6. 6. Vorrichtung nach einem der vorausgehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Kathode mit Flächen zum Aussenden sekundärer Elektronen versehen ist.
  7. 7. Elektrische Entladungsvorrichtung nach einem der vorausgehenden Ansprüche,. dadurch gekennzeichnet, daß die Kathode und eine Anode in einem- abgeschlossenen Gehäuse liegen, das ein Gemisch von wasserfreiem Ammoniak und einem Edelgas, bestehend aus Argon, Neon und/oder Krypton, enthält.
  8. 8:. Vorrichtung nach Anspruch 7, bei der das genannte Gemisch zwischen o, i und io o/o wasserfreien Ammoniak enthält:
  9. 9. Vorrichtung nach Anspruch 7 oder 8, bei der das genannte Gemisch etwa :21/o wasserfreien Ammoniak enthält. . iö. Vorrichtung nach Anspruch 7, 8 oder 9, bei der das genannte Gemisch unter einem Druck steht, der den Atmosphärendruck nicht überschreitet. i r. Vorrichtung nach Anspruch 7, 8 oder 9, bei der das genannte Gemisch unter einem Druck steht, der unter dem Atmosphärendruck, vorzugsweise bei etwa 685 mm Quecksilber, liegt. Angezogene Druckschriften: Deutsche Patentschriften Nr. 690 411, 715 337.
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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1021961B (de) * 1954-07-06 1958-01-02 Texaco Development Corp Gammastrahlendetektor

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DE690411C (de) * 1937-06-06 1940-04-24 Foerderung Zerstoerungsfreier Zaehlrohrgeraet zum Messen kurzwelliger Strahlungen
DE715337C (de) * 1939-05-26 1941-12-19 Foerderung Zerstoerungsfreier Nach dem Prinzip des Geiger-Muellerschen Zaehlrohres arbeitende Zaehlkammer zum Messen kurzwelliger Strahlungen, insbesondere fuer die Zwecke der zerstoerungsfreien Werkstoffpruefung

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