DE938437C - Verfahren zur Herstellung von bandartigen, aus Leder oder Haeuten bestehenden Gegenstaenden, z. B. von Guerteln, Arm- und Halsbaendern aus zwei aufeinanderliegenden Riemen- oder Haeuteteilen und durch das Verfahren hergestelltes, bandartiges Erzeugnis - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von bandartigen, aus Leder oder Haeuten bestehenden Gegenstaenden, z. B. von Guerteln, Arm- und Halsbaendern aus zwei aufeinanderliegenden Riemen- oder Haeuteteilen und durch das Verfahren hergestelltes, bandartiges ErzeugnisInfo
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Description
- Verfahren zur Herstellung von bandartigen, aus Leder oder Häuten bestehenden Gegenständen, z. B. von Gürteln, Arm- und Halsbändern aus zwei aufeinanderliegenden Riemen- oder Häuteteilen und durch das Verfahren hergestelltes, bandartiges Erzeugnis Die Erfindung bezieht sich auf bandartige, aus Leder oder Häuten bestehende Gegenstände, z. B. auf Gürtel, Hals- und Armbänder, die aus zwei aufeinanäerliegenden Riemen- oder Häuteteilen so zum Gebrauchsgegenstand zusammengefügt sind, daß Fleischseite auf Fleischseite liegt.
- Bei dem Verfahren zur Herstellung derartiger Gegenstände ging - man bisher so vor, daß man von bereits vorzugsweise durch Leimeng vereinigten Riemen- oder Häuroeteilen ausboing, die als Ganzes in -die vorgesehene Form gebracht, insbesondere ausgeschnitten oder ausgestanzt wurden. Nach einem zweiten Verfahren schnitt man die Einzelriemen entsprechend zu und verleimte dann die Zuschnittstücke nachträglich bzw. vereinigte sie auf andere Weise. Um in beiden Fällen den unerwünschten Blick auf die an den Schnittflächen naturgemäß, zur Ansicht kommenden Fleischseiten der .beiden Leder-oder Hautstücke zu vermeiden, rundete man die vier Kanten, von denen also je, zwei durch einen der Teilrilemen gebildet wurden, ab und glättete die Schnittkanten, so daß. sich die rauhen Lederfasern auf ,der Fleis,chs,eite in den übrigem. Faserverband hineinlegten und dadurch in gewissem Umfange unsichtbar wurden. Hierauf wurde die @enidgültige Zurichtung duTch Färbung, in manchen Fällen auch durch derart durchgeführt, daß .ein möglichst unsichtbarer Übergang zwischen den beiden Narbenseiten der Riemen eintrat.
- Ein derartiges Verfahren ist zumäahst sehr umständlich, und es führt nicht .stets zu den gewünschten Ergebnissen. Die Glättwng ist außerordentlich schwierig durchzuführen. Weiter zeigt es sich, daß Leder oder auch Häute in Abhängigkeit von den bei der Gerbung, insbesondere Chromgerbung, durchgeführten Maßnahmen die Färbung nur sehr schwer annehmen. Voir allem ist @es nicht möglich, nach diesem Verfahren Gegenstände herzustellen, bei ,denen verschiedene Ledersorten mit den für sie eigentümlichen Farben oder Narben oder überhaupt :das Werkstück in verschiedenen Lederfarben auftreten soll. Denn @es ist praktisch unmöglich, die Färbung an den Schnitt- oder Stanzkanten so durchzuführen, idaß eine klare und saubere Trennlinie bzw. fein gut aussehender Übergang entsteht.
- Es isst Aufgabe der Erfindung, das Verfahren so zu gestalten, .daß die genannten Schwierigkeiten wegfallen und trotzdem riemen- oder bandartige Werkstücke aus Leder, Häuten od. dgl. erzeugt werden können, bei denen diese mit ihren Fleischseiten aneinanderliegend den Gegenstand bilden.
- Das vorgeschlagene Verfahren kennzeichnet sich. erfindungsgemäß daduxch, daß, nachdem zunächst die einzelnen Riemen getrennt für sich zugeschnitten worden sind, eine Abschrägung an den Schnitt- oder Stanzkanten vorgenommen -wird. Hierauf sengt man die Schnittkanten so an, daß sich das Leder oder die Haut von der Narbenseite aus einrollt bzw. zusaanm:enzieht und auf diese Weise eine ganz natürliche Abrundung bildet, die die Fleischseite des Leders oder der Haut nach außen abschließt. Legt man hierauf die einzelnen Leder- oder Hautzuschnitte mit der Fleischseite aufeinander, so gehen die so erzeugten -Abrundungen an den Narbenseiten der einzelnen Riementeile glatt und ohne Füxchenbildumg ineinander über und vereinigen sich an dieser Stelle zur formschönen Begrenzung des- so erzeugten Gegenstandes.
- Aus dem Dargestellten ergibt sich, daß sich also die Narbenseiten der den Gegenstand bildenden Einzelriemen .unmittelbar berühren und daß jede Unterbrechung :des so zu: erzielenden einheitlichen Zwsamrnenhanges wegfällt. Es ist also nicht mehr notwendig, die Schnitt- oder Stanzkanten künstlich abzurunden, zu glätten, zu färben und gegebenenfalls zu lackieren. Außer dem Fortfall dieser lästigen und mühevollen Arbeiten entsteht ein allen All- sprüchen an Geschmack und Schönheit entsprechendes Erzeugnis, das deshalb besonders dauerhaft ist, weil es nicht der Entfärbwngsgefahr unterliegt, die bei jeder nachträglichen Färbung gerade an den Schnitt- und Stanzkanten auftritt, weil hier gegen: über der Narbenseite des. Leders oder der Haut ein weit lockereres Gefüge besteht, das zum Abrieb und damit zur Entfärhung besonderen Anlaß gibt.
- Die Erfindung führt zu dem weiterem Vorteil, daß es nunmehr möglich ist, mehrfarbene Leder -oder- Häute zu- einheitlichen bandartigen Gegenständen zusammenzustellen, ohne daß es erforderlich ist, im Stoß der Einzelteile mit nachträglichen Färbungen zu arbeiten. Das macht gerade beim Zusammenstoßen verschiedenfarbener Leder oder Häute Schwierigkeiten, .die bisher nicht -einwandfrei gelöst werden konnten.
- Die Zeichnung zeigt einzelne Herstellungsphasen eines erßadungsg@emäß ausgebildeten Gürtels.
- Fig. i entspricht einem Querschnitt in verhältnismäßig großem Maßstab durch einen der zur Herstellung des Gürtels Verwendung findenden Riemen ummittelbar paach dessen Zuschnitt; Fig. i a entspricht dem gleichen Schnitt unmittelbar nach dem Abschrägvorgang; Fig. z -entspricht dem gleichen Schnitt unmittelbar nach dem Ansengvargang; Fig.3 gibt einen Querschnitt durch den fertigen Gürtel wieder.
- Zunächst werden die beiden Teilriemen hergestellt, die nach Fig. 3 zur Herstellung des Gürtels Anwendung finden sollen, wobei sie sowohl die gleiche Natur- oder nachträgliche Färbung als auch Unterschiede nach beiden ;aufweisen können. Einer der Teilrifemen ist in Fig. i in diesem Zustand dargestellt. Dabei ist der Renen mit i bezeichnet; mit i a ist seine Fleisch-, mit i b die Narbenseite bezeichnet.
- Die Schnitt- oder Stanzkanten des Riemenzuschnittes nach Fig. i werden hierauf abgeschrägt und dann angesengt. Dieser Ansengvorgang führt dazu, daß sich die Narbenseite @einfrollt, einseitig einzieht rund abrundet. Die erzielte Abrundung ist in Fi;g. a mit a bezeichnet. Man erkennt, daß die bei ,ä abgerundete Nairbe ib die Fleischseite i" des Riemens nach außen abschließt und dadurch dem äußeren Anblick völlig entzieht.
- Nunmehr werden zwei derart vorbehandelte Riemenzuschnitte zu dem in Fig. 3 dargestellten fextigen Gürtel vereinigt, indem beispielsweise zur Vereinigung eine Leimschicht mit oder ohne zusätzliche Naht benutzt wird. Es zeigt sich, daß nunmehr der gesamte Außenumfang des Gürtels von der Narbenseite ib der Riemenzuschnitte i begrenzt wird, ohne daß irgendwelche unerwünschten, vor allem sichtbare Übergänge und Unterbrechungen dieser Narbenseite .entstehen.
Claims (1)
- PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zurr Herstellung von bandartigen, aus Leder oder Häuten bestehenden- Gegenständen, z. B. von Gürteln, Hals- und Armbändern, aus zwei arifeinanderliegenden Rlemen- oder Häuteteilen, dadurch gekennzeichnet, daß nach Herstellung- der Einzelzuschnitte die Schnitte oder Stanzkanten auf der Fleischseite abgeschrägt und dann angesengt werden, so daß sich die Narbenseite (ib) des Leders oder der Hauteinseitig einzieht und an allen Schnitt-oder Stanzkanten Abrundungen (a) bildet, die die Fleischseite des Leders oder der Haut dem äußeren Anblick entziehen, worauf die Einzelzuschnitte so vereinigt werden, daß sich die Abrundungen (a) zur entsprechenden Kantenbegrenzung des herzustellenden Gegenstandes zusammenschließen. z. Durch das Verfahren nach Anspruch i hergestelltes, bandartiges Erzeugnis, dadurch gekennzeichnet, daß bei aus zwei aufeinandergelegten Einzelriemen oder -häuten bestehenden Werkstücken die Narbenseiten derselben ohne jegliche Lücken- oder Furchenbildung und ohne Sichtbarwerden der Fleischseiten ihrerseits ausschließlich die äußere Begrenzungsfläche des Werkstückes bestimmen und sich zu ihr zusammenschließen.
Applications Claiming Priority (1)
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