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Elektrisches Kabel mit Gegenwendel Bei elektrischen Kabeln., die mit
Drähten bewehrt sind und über den. Drähten keine weitere Bedeckung, z. B. aus Jute,
besitzen, geht bei Biegungen des Kabels die Drahtbewehrung leicht auseinander und
erfüllt damit nicht mehr ihren Zweck, das Kabel gegen äußere Beschädigungen zu schützen.
Um dies zu vermeiden, pflegt man ein Metallband in Wendelform mit entgegengesetztem
Drehsinn als die Drahtbewehrung um diese herumzulegen (s. Fig. r, in der z die Bewehrung
und 2 das Metallband, in folgendem Gegenwendel genannt, darstellt). Diese Gegenwendel
muß, um die Biegsamkeit des Kabels nicht zu beeinträchtigen, eine Steigung haben,
die zumindest größer als die Bandbreite ist. Aus wirtschaftlichen Gründen ist es
sogar erwünscht, die Steigung so groß zu wählen, wie es mit Rücksicht auf den Zweck
der Gegenwendel vertretbar ist. Damit besteht die Möglichkeit, daß sich beim Aufwickeln
des Kabels auf die Trommeln die Gegenwendeln benachbarter Ringe ineinarnderlegen.
Besteht nun, wie üblich, die Gegenwendel aus einem flachen Bandeisen rechteckigen
Querschnitts, so können sich beim Abwickeln des Kabels von der Trommel die ineinanderkegenden
Windungen der Gegenwendel zufolge der scharfen Seitenkanten des Bandeisens verhaken,
was zum Aufbiegen und evtl. zum Aufreißen der betreffenden Windungen führen kann.
Auch wenn das Kabel bei der weiteren Verlegung über den Boden gezogen wird, findet
die Gegenwendel an scharfkantigen Unebenheiten :der Bodenfläche zu viel Widerstand
und biegt sich auf oder reißt sogar ein.
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Es wurde vorgeschlagen, diesen Nachteil durch Verwendung eines Bandeisens,
dessen. Querschnitt die Form eines Kreisbogens hat, zu vermeiden. Ein mit einem
derartigen Bandeisen bewehrtes Kabel
ist in Fig. 2 dargestellt,
worin wieder i die Bewehrung und 3 die Gegenwendel bedeutet. Wird der Krümmungsradius
des Kreisbogens genügend klein gewählt, so ist der Winkel, den die Bandkanten mit
der zylindrischen Kabelhülle bilden, entsprechend klein, die hervorstehende Kante
ist also wesentlich geringer als beim flachen Bandeisen. Ferner können durch die
Wölbung die Bandkanten der Wendeln benachbarter Ringe nicht mehr aneinanderstoßen,
auch wenn sich die Wendeln ineinanderlegen, denn die Kanten liegen jetzt in verschiedenen
Ebenen, und die aneinanderstoßenden gewölbten Flächen gleiten beim Abwickeln des
Kabels leicht übereinander hinweg.
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Die Fig. 3 und 4 zeigen im Ausschnitt zwei nebeneinanderliegende Ringe
mit einer Gegenwendel gemäß Fig. i bzw. Fig. 2. Sie lassen erkennen, daß bei einer
Relativbewegung der Ringe in axialer Richtung eine Ausführung nach Fig. 3 die Bandkanten
der Gegenwendel nicht ohne weiteres auseinandergleiten läßt, während dies bei der
Ausführung nach Fig. 4 der Fall ist.
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Auch über scharfkantige Unebenheiten des Bodens würde ein Kabel gemäß
Fig. 2 dank der Wölbung, ohne festzuhaken, hinübergleiten. -Die Verwendung einer
derartig geformten Gegenwendel ist jedoch mit wesentlichen Nachteilen verbunden.
Einmal neigt ein so gewölbtes Band, wenn man es in Wendelform auf das Kabel aufbringen
will, sehr stark zunn Knicken. Ein einwandfreies Aufbringen ist daher nur unter
Verwendung kostspieliger Vorrichtungen möglich. Zum anderen scheuert es, da es nur
auf zwei Kanten linienförmig aufliegt, mit .der Zeit zuerst die Verzinkung bzw.
sonstigen Schutzüberzüge der darüberliegenden Drähte durch, und schließlich Werden
auch die Drähte selbst bzw. die Bandkanten angegriffen, wodurch die Gegenwendel
ihren festen Sitz auf der Bewehrung verliert.
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Es ist zwar bekannt, mit Papier isolierte Einzelleiter von Starkstromkabeln
über der Isolierung mit einer Metallwendel zu versehen, deren Bandquerschnitt zur
Hälfte aus einem geraden und zur Hälfte aus einem bogenförmigen Teil besteht. Beim
Aufbringen der Wendel legt sich der bogenförmige Teil dann auf den geraden Teil
des vorhergehenden Wendelganges. Diese mit Überlappung :gewickelte Wendel dient
aber nicht dem Zusammenhalten einer darwnter:liegenden Bewehrung, und der Zweck
der Bandform besteht nicht darin, ein Aufbiegen. bzw. Aufreißen der Wendel zu verhüten.
Ferner sind zum Aufbringen einer derartigen Wendel ebenfalls kostspielige Vorrichtungen
nötig: Erfindungsgemäß wird vorgeschlagen, für die Gegenwendel. ein Band zu verwenden,
das an beiden Seiten zur Bewehrung hin konkav gekrümmt ist und dessen Mittelteil
flach oder leicht wellig auszgebildet ist, wobei die Unterseiten der Flächenteile
oder/und die Unterkanten der Wellentäler als *eitere Auflageflächen dienen. Eine
Ausführungsform mit flachem Mittelteil ist in Fig.5 auf dem Kabeldargestellt, wobei
die Bewehrung mit i und - die Gegenwendel mit 4 bezeichnet ist. Weitere Ausführungsformen,
die zweckmäßig nach den jeweilig an die Gegenwendel zu stellenden mechanischen Ansprüchen
gewählt werden, zeigt die Fig. 6; die gegebenen Möglichkeiten sind jedoch damit
nicht erschöpft. Bei allen diesen Formen ist, wie in Fig.2, durch die Wölbung der
Kanten die in radialer Richtung hervorstehende scharfe Kante gemäß Fig. i mit den
bereits beschriebenen Nachteilen des leichten Aufbiegens und Einreißens vermieden
und die Möglichkeit des Hinweggleitens über, scharfkantige Hindernisse gegeben.
Die ausschnittweise Darstellung zweier nebeneinanderlvegender Ringe in den Fig.
7 und ä verdeutlicht dies. Der Fortschritt gegenüber der vorerwähnten Ausführung
nach Fig. z besteht aber darin, daß die mit der Anwendung dieser Form verbundenen
Nachteile vermieden werden, wie nachstehend näher erläutert ist.
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Eine Gegenwendel mit einem Querschnitt, der nur eine kreisbogenförmige
Krümmung gemäß Fig.2 aufweist, muß bei gegebener Breite des Bandes je nach der zuerwartenden
Belastung für eine bestimmte Wandstärke einen bestimmten Krümmungsradhis haben,
wobei letzterer um so kleiner wird, je größer die Bellasfiungsfähigkeit sein soll.
Ein Band gemäß der Erfindung kann aber bei gleicher Breite und Wandstärke, weil
es nicht solch einen weitgespanaten Bogen aufweist, wesentlich flacher gestaltet
werden. Praktisch kommt man ungefähr mit der halben Höhe gegenüber dem Band mit
kreigbogenförTnigem Querschnitt aus. Bei den normalerweise auftretenden Belastungen
ergibt sich eine Höhe von etwa 1,5 mm gegenüber einem absolut flachen Band von o,5
mm und einem kreisbogenförmig gewölbten Band- von mindestens 3 mm. Ein Band nach
der Erfindung läßt sich daher noch wie ein flaches Band ohne zusätzliche Einrichtungen
um die Bewehrung legen. Ein kreisbogenförmiges Band von 3 mm Höhe hingegen knickt,
wenn nicht zusätzliche Führungseinrichtungen verwendet werden, ein, so daß es sich
in Form eines Vielecks um das Kabel legt und keinen festen Sitz hat. Diese Erfahrungstatsache
dürfte darin begründet sein, daß mit abnehmender Querschnitts-' höhe -der durch
eine Biegung verursachte Unterschied in der Längenänderung der einzelnen Querschnittsebenen
gegenüber der in der neutralen Achse liegenden Ebene geringer wird, Das Band nach
der Erfindung hat gegenüber dem kreisförmigen Band weiter .den Vorteil, daß bei
gleicher äußerer Belastung der spezifische Druck auf die Berührungsflächen mit der
Bewehrung geringer ist. Beim kreisbogenförmigen Band nämlich wird die Last durch
die scharfen Kanten der Ränder übertragen, beim erfindungsgemäßen Band hingegen
lassen sich die Randteile zu Halbkreisen walzen, so daß die Last auf die gesamte
Randbreite verteilt wird, wobei die zusätzlich vorgesehenen Auflageflächen auch
noch entlastend wirken. Die Last verteilt- sich somit auf eine größere Fläche, und
die Gefahr des Durchscheuerns der Verzinkung oder eines sonstigen Schutzüberzuges
ist vermieden.
Das Material der Gegenwendel ist vorzugsweise Eisen,
kann aber auch jedes andere Metall sein.
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Zum Schutz der darunterliegenden Bewehrung k gönnen die Hohlräume
der Gegenwendel gegebenenfalls mit einem Material aus einer elastischen Polsterung
ausgefüllt werden.