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Mittels Strangpresse herzustellender Viellochmauerstein Die Vorteile
des Viellochmauersteines gegenüber dem Vollstein liegen darin, daß durch die Lochungen
das Rohgewicht des Steines herabgesetzt und die Wärmedämmfähigkeit erhöht wird.
Andererseits verlangt seine Herstellung auf der Strangpresse den Einbau eines Satzes
von entsprechenden Kernen im Mundstück zur Aussparung der Hohlräume im Strang. Auch
besteht eine genvisse Gefahr, daß infolge der Verringerung an Masse der Viellochmau.ersbein
im Vergleich zum Vollstein eine zu geringe Festigkeit sowohl während des Herstellungsganges
als auch als Bauelement besitzt. Bei Vermauerung als Hochlochziegel ist außerdem
die für die Mörtelauflage zur Verfügung stehende Fläche durch den Lochanteil verringert.
Die bekannten sogenannten Zellen- oder Wabenziegel weisen in Reihen angeordnete,
kleine, im Querschnitt gleiche Lochungen auf, die durch sich kreuzende, geradlinige
Stege gebildet werden. Im allgemeinen haben die Lochungen rechteckigen oder quadratischen
Querschnitt, und die Stege verlaufen im wesentlichen parallel zu den Begrenzungsflächen
des Steines. Dies hat jedoch den Nachteil, daß die auf kürzestem Weg von einer :S.teinaußenfläche
zur gegenüberliegenden durchlaufendem Stege Wärmebrücken bilden, welche die Wärmedämmfähigkeit
der Steine herabsetzen.
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Es sind zwar auch Viellochmauersteine bekannt, bei denen alle Stege
mit gleichbleibendem Querschnitt in ihrer Richtung schräg zu den äußeren
Flächen
des Steines verlaufen, so daß die von den Stegen eingeschlossenen quadratischen
oder annähernd quadratischen Lochungen :gleichsam auf der Spitze stehen. Bei einzelnen
der bekannten derartigen Viellochmauiersteinen ,sind die Lochkanten auch abgerundet,
;so daß der Querschnitt der Stege nicht auf ihrer ganzen Länge gleich ist.
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Es, wurde bereits erkannt, daß bei einem Viellochstein mit quadratischen
Lochungen, dessen zwischen den Löchern liegende Stege unter einem Winkel von q.5°
zur Längsachse des Steines verlaufen, die Wegverlängerung den Wärmedurchgang behindert.
Hier beträgt diese Wegverlängerung etwa 4o bis 45 0/0. Außerdem ist beim Quadrat
das Verhältnis zwischen der den Mörteleinfall bestimmenden Diagonale und der für
die kohgewichtverminderung maßgeblichen Ouerischnittsfläche ungünstig. -Ein bekannter
Vorschlag für einen Viellochstein spricht von Lochungen in Dreieck-, Rauten-, Quadratform
u. dgl., doch werden nur Ziegelformen gezeigt, in denen Lochungen verschiedener
Form gleichzeitig auf einer Steinfläche vorgesehen sind, so daß weder die Stege
gleichbleibenden Querschnitt haben, noch geradlinig durchlaufen. Ferner sind Hohlblocksteine
bekannt, die einige wenige große, rhombenförmige Lochungen aufweisen. Die Stege
dieser Steine laufen unter einem spitzen Winkel von etwa 15 bis 2o° in die Längsseite
des Steines ein, und die gebildeten Rhomben mit einem Spitzenwirkel von etwa 30°
liegen mit ihrer Längsdiagonale parallel zur Steinlängsseite, so daß, ziegeleitechnisch
hergestellt, ein solcher Stein verhältnismäßig geringe Festigkeit besitzen. würde
und 2m weichplastischen Zustand schon hinter der Strangpresse durch sein Eigengewicht
oder durch Erschütterungen in sich zusammenklappen könnte. Diese Instabilität wird
noch dadurch vergrößert, daß an den Seitenflächen des Steines Einschnitte von dreieckigem
Querschnitt vorgesehen sind. Der bekannte Vorschlag verlangt, daß die an dem einen
Außensteg ansetzenden schrägen Stege immer an den Endflächen des Steines, jedoch
nicht in :dem gegenüberliegenden Außensteg endigen. Diese bekannte Steinform ist
deshalb auf der iStrangpresse schwer herzustellen. Sie kann im allgemeinen nur durch
Stampfen oder Rütteln, insbesondere aus Beton in stehenden Formen erzeugt werden,
in denen also die sämtlichen Stege senkrecht zur Erdoberfläche stehen und der Stein
bis zu seiner Erhärtung in dieser Lage verbleibt. Mit den Mitteln der Betontechnik
ist es auch möglich, derartig großräumige Lochungen zu erzeugen, wie sie dieser
bekannte Stein zeigt.
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Die Erfindung betrifft solche Viellochmauersteine mit reihenweise
angeordneten, kleinen, im Querschnitt gleichen Lochungen, dien durch geradlinig
sich kreuzende Stege gebildet werden, und bei denen alle Stege mit gleichbleibendem
Querschnitt in ihrer Richtung schräg zu den äußeren Flächen des Steines verlaufen.
Die Erfindung besteht darin, daß die Stege mit den Längsseiten des Ziegels gleiche
Winkel von etwa 55 bis 7o° bilden und die sich kreuzenden Stege rhombenförmige Lufträume
zwischen ;sich einschließen. Die rhombischen Lochungen verlaufen also mit ihrer
längeren Diagonale parallel zu den Schmalseiten das Steines, und ihr spitzer Winkel
beträgt etwa 4o bis 7o°.
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Gemäß der Erfindung wird eine Wegverlängerung des Wärmedurchflusses
um etwa r,ooo/o erreicht und damit auch die Wärmeleitzahl verbessert.
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Erfindungsgemäß werden vorzugsweise die Dicken der die Lochungen begrenzenden
geradlinig verlaufenden Steinstege weniger als die Hälfte des kleineren Durchmessers,
der von :ihnen begrenzten, im Querschnitt rhombischen, Lochungen betragen. Ferner
ist es zweckmäßig, daß die Längen jeder der vier gleichen Begrenzungsflächen der
Lochungen gleich oder größer sind als der kleinere Durchmesser der Rhomben. Ein
derart ausgebildeter Viellochstein ergibt einen hohen Wärmedurchflußwiderstand durch
seine große Anzahl verhältnismäßig kleiner, rautenförmiger, versetzt zueinander
angeordneter Lochungen.
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Die steil zu den geschlossenen Längsflächen des Ziegels stehenden
Stege bewirken eine wirksame Verstrebung des Formlings, so daß dieser gegen Verkanten
oder ,sonstige Deformierungen, insbesondere während des Schnittes, des Transportes
und Stapelns der rohen Formlinge und während des Trockners und Erhärtens im Ofen
eine besonders hohe Festigkeit erhält. Weiter verleihen die sich scherengitterartig,
spitzwinklig überkreuzenden Stege dem Formling ein elastisches Gefüge und nehmen
die beim Trocknen entstehenden Spannungen auf. Die im Verhältnis zur Fläche des
Einzelloches großen Verdunstungsflächen in den Lochungen begünstigen ein rasches,
gleichmäßiges und rißfreies - Trocknen. Innerhalb des besonderen Winkelbereiches
wirkt .sich die rhombische O_uerschnittsform der Lochungen bzw. der die Lochungen
bildenden Kerne im Mundstück der Ziegelpressen auch insofern vorteilhaft aus, als
der in das Mund-stück eingepreßte Ton leichter um die spitzwinklig zulaufenden Kerne
fließt als um rechtwinklig ausgebildete oder andererseits als um Kerne mit noch
spitzeren Winkeln als etwa q0°.
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Die Knotenpunkte oder Kreuzungsstellen der Stege bleiben bei dem gewählten
Winkelbereich noch verhältnismäßig klein, so daß keine die Trocknung ungünstig beeinflussenden
Materialanhäufungen und Spannungen .im Formling entstehen. Die rhombenförmigen,
verhältnismäßig schmalen, spitz zulaufenden Lochungen tragen den Mörtel besser als
runder oder quadratische gleicher Lochfläche. Somit ist es, möglich, die Lochungen
größer auszubilden als bei den bekannten Viellochziegelarten, wodurch mit weniger
Lochungen und dickeren Stegen ein größerer Lochanteil erzielt wird und dies leichtere
Steine ergibt. Die kleinere Lochzahl verringert den Reibungswiderstand im Ziegeleimundstück
und hierdurch den Energieverbrauch an der Presse sowie die Anschaffungskosten des
Mundstückes selbst.
Durch die Steilstellung der sich in Winkeln
von q:0 bis 70° überkreuzenden Stege weicht die Druckfestigkeit nur unwesentlich
von senkrecht stehenden ab. Es ergibt sich somit trotz des größeren Lochanteils
und geringeren Raumgewichts auch bei der Verwendung als Langlochsteine eine ausreichende
Druckfestigkeit. In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele des Viellochziegels
gemäß der Erfindung dargestellt.
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In Abb. i ist als bevorzugtes Beispiel ein Viellochziegel nach der
Erfindung mit rechteckigem Ouerschn:tt im Schnitt rechtwinklig zur Strangrichtung
dargestellt, also in Aufsicht auf die gelochte Fläche. Alle von einer Außenwandfläche
zur anschließenden oder gegenüberliegenden, geradlinig durchlaufenden Stege i, 2,
3 und q. überkreuzen sich unter Winkeln 5, die -im Beispiel 5o° betragen und rhombenförmige,
schlitzartige Lochungen 8 umschließen, während sie mit den Längsseiten des Steines
Winkel von 65° einschließen. Die punktiert angegebene, in Längsrichtung des Steines
laufende Zickzacklinie 6 bis 7 stellt den um rund ii2io o/o gegenüber der geradlinigen
Entfernung 9 bis io verlängerten Wärmedurchflußweg dar.
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In Abb. 2 sind Teile zweier gegeneinandergesetzter Steine i i und
12 entsprechend Abb. i dargestellt, von denen der eine Stein 12 in der Stoßfläche
eine Randaussparung 13 aufweist, die rinnenförmi;g parallel zur Lochrichtung und
deren Wandungen parallel zur Stegrichtung verlaufen. Durch solche Randaussparungen
können in an sich bekannter Weise die Ziegel als Querlochziegel trocken aneinandergereiht
und nur die Aussparungen mit einem Mörtelausguß versehen werden.
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Die Abb. 3 ähnelt der Abb.2, jedoch mit dem Unterschied, daß der untere
Ziegel Leisten 14 und 15 besitzt, die in der Verlängerung der Randaussparung 16
als Abstandhalter gegenüber dem dagegengesetzten Ziegel dienen und eine Hohlfuge
17 einschließen, .die durch Putz- oder Mörtelzapfen geschlossen werden kann.
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In Abb. q. ist eine ähnliche Lösung wie in den Abb. 2 und 3 gezeigt,
jedoch mit dem Unterschied, daß die beiden in Abb.2 und 3 mit Randaussparungen gezeichneten
unteren Steine so gegeneinandergesetzt sind, daß die Randaussparungen der Steine
18 und i9 gemeinsam die Mörtelrippe 2o umschließen. Es ist selbstverständlich, daß
in ähnlicher Weise auch jeweils zwei Steine mit oder ohne Leisten 14 und 15 gemäß
A.bb. 3 gegeneinanderge@setzt werden können. Abb. 5 zeigt ein sogenanntes Griffloch
(Daumenloch) 21 in der Mitte eines nach Abb. i ausgebildeten Ziegels, wie sie in
an sich bekannter Weise für größerformatige Lochziegel verwendet werden.