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Objektivträgerführung für photographische Kameras Die Erfindung betrifft
Objektivträgerführungen für photographische Kameras mit in einem gemeinsamen starren
Gehäuse eingebauter Aufnahmekamera und einer über dieser angeordneten Spiegelreflexeinstellsucherkammer,
deren auf einer gemeinsamen Tragplatte befindlichen Objektive in Richtung der optischen
Achse zwecks Scharfeinstellung geführt sind.
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Derartige Kameras wurden schon in der Weise ausgeführt, daß die Objektivtragplatte
mittels Führungsbuchsen auf vier Stangen geführt wurde, die nahe den Ecken der rechteckigen
Objektivtragplatte angreifen. Diese Anordnung ergab zwar eine widerstandsfähige
und starre Führung, insbesondere dann, wenn diese Führungsstangen zwischen der Kamerastirnwand
und einer Zwischenwand des Kameragehäuses befestigt waren und die Objektivtragplatte
zwischen diesen beiden Wänden verschiebbar war. Offenbar muß jedoch zur gleichmäßigen
spielfreien Lagerung der Objektivtragplatte auf gleichzeitig vier Führungen eine
besonders hohe Herstellungsgenauigkeit vorausgesetzt werden, welche verteuernd wirkt.
Außerdem wird die Reibung erhöht.
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Auch ist es bekannt, an der Objektivtragplatte drei oder vier starre
Spindeln zu befestigen, die durch drehbare, aber axial nicht verschiebbare Muttern
am Kamerakörper in Richtung der optischen Achse gemeinsam bewegbar sind. Auch hier
ist sehr genaue und daher teuere Paßarbeit notwendig,
abgesehen
von der Reibung der zahlreichen bewegten Teile.
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Aus diesem Grunde wurde bei Kameras des angegebenen Typs der in Richtung
der optischen Achse bewegliche Objektivträger durch seitliche Schlitten in Schienen
des Kameragehäuses geführt, wobei sich nicht nur eine leichte Justierbarkeit, sondern
auch eine leichte Gängigkeit erzielen ließ. Die Verschiebung selbst kann dabei in
an sich bekannter Weise durch Radialkurven von einer quer zur Kamera liegenden Achse
abgeleitet werden, die an den seitlichen Schlitten angreifen.
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Bei Kameras der bezeichneten Bauart ergibt sich bei besonders lichtstarker
Optik ein verhältnismäßig hohes Gewicht der Objektivplatte mit einer starken Schwerpunktverlagerung
nach vorn, so daß die seitlichen Führungen besonders stabil ausgebildet und sorgfältig
bearbeitet -werden müssen, um ein Verkanten des Objektivträgers zu vermeiden. Es
ist auch bereits bekanntgeworden, zwischen den Objektiven zwei zylindrische Stifte
zu befestigen, welche in zwei entsprechenden Führungen der Kamerastirnwand gleiten.
Damit ergibt sich jedoch ein verhältnismäßig kurzer Hebelarm zwischen Führung und
Schwerpunkt des Objektivträgers, so daß Abnutzungen und Ungenauigkeiten in dieser
Führung zu einem Verkanten der Objektive führen können. Erfindungsgemäß wird die
Obj ektivtragplatte mit zwei seitlichen flachen Schienen in an sich bekannter Weise
in seitlichen Führungen des Kamerakörpers, jedoch in größerem Abstand von dem Objektivträger
einerseits und auf zwei an der Kamerakörperstirnwand zwischen den beiden Objektiven
befestigten zylindrischen prismatischen Führungen andererseits geführt: Durch diese
Unterteilung der Führung wird eine außerordentlich lange Führung erzielt, so daß
auch bei vorhandenem Lagerspiel keine merkliche Verkantung der Objektive entstehen
kann, -weil die gesamte durch die Abmessungen der Kamera gegebene Bautiefe für die
Führung verwendet wird, die sich auch in ausgefahrenem Zustand des Objektivträgers
in ihrer Länge nicht verändert. Zudem werden durch diese erfindungsgemäße Führung,
nämlich durch deren Unterteilung, die Säulenführung zwischen den Objektiven und
die Gleitschienenführung an den Seitenwänden, nahe dem hinteren Ende des Kameragehäuses,
die Abmessungen der Kamera nicht vergrößert. Ferner wird der Lagerdruck in unmittelbarer
Nähe des Schwerpunktes des beweglichen Objektivträgers auf das Gehäuse übertragen,
so daß auf die Führung kein Drehmoment ausgeführt wird. Vorzugsweise werden die
seitlichen Führungsschienen mit ihren die Objektivtragpiatte später aufnehmenden
Vorderflanschen je für sich auf den beiden prismatischen Führungen geführt, wodurch
sich diese leicht und bequem einzeln anpassen, worauf dann abschließend die Objektivtragplatte
auf diese vorderen Flansche aufgeschraubt wird. Das gleiche Ergebnis kann auch dadurch
erreicht werden, daß eine der beiden an der Objektivtragplatte selbst angebrachten
Führungsbuchsen um einen Drehzapfen an dieser schwenkbar ist. Auf diese Weise werden
Justierarbeiten erleichtert oder ganz vermieden, da lediglich die Führungsbuchse
selbst spielfrei den prismatischen Führungen angepaßt werden braucht. Die Einzelteile
sind daher leicht zu fertigen und zu montieren, obwohl sie trotzdem eine hohe Genauigkeit
der Führung ergeben.
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In der Zeichnung sind zwei grundsätzliche Ausführungsformen des Erfindungsgegenstands
dargestellt, und zwar zeigt Abb. i eine schaubildliche Darstellung der Kamera in
ihren wesentlichen Teilen, wobei die Objektivtragplatte und das Kameragehäuse teilweise
aufgeschnitten sind, Abb. a eine vergrößerte Darstellung der wesentlichen Teile
des Erfindungsgegenstands, Abb. 3 eine zweite Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Führung in ihren wesentlichen Teilen und Abb. 4 eine Teildarstellung der verschwenkbaren
Führungsbuchse zu der Ausführung gemäß Abb: 3.
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An dem Kamerakörper i befinden sich seitlich Schienen a, auf weichen
die Schlitten 3 mittels Schlitzen 4 parallel zur optischen Achse verschiebbar geführt
sind. Diese Schlitten 3 sind durch Anschläge 5 und 6 mit archimedischen Doppelspiralen
7 verbunden. Diese sind auf einer Welle 8 befestigt, die quer durch das Kameragehäuse
ragt und auf der Außenseite mit einem Einstellknopf versehen ist. Die vorderen Enden
c] der Schlitten 3 sind mit rechtwinklig abgebogenen Flanschen io versehen, auf
denen die Objektivtragplatte ii mit dem Aufnahmeobjektiv 1a und dem (nicht dargestellten)
Sucherobjektiv aufgeschraubt ist. Durch die Stirnwand 13 des Kamerakörpers sind
von der Rückseite aus die Stifte 14 geschraubt, deren Ansätze 15 nach vorn herausragen.
Auf diesen Ansätzen 15 sind die Buchsen 16, welche in die Flansche io eingelassen
sind, geführt. Die Schlitten 3 werden also gemäß Abb. z je für sich durch die Führungen
a und mit ihren Buchsen 16 zusätzlich durch die Stifte 15 geführt. Diese Führungen
werden zusammengefügt, ehe abschließend die Objektivtragplatte ii auf den Flanschen
iö befestigt wird. Es ist auch möglich, die Führungsbuchsen 16' und 16" gemäß Abb.
3 unmittelbar an der Objektivtragplatte anzuordnen, wobei die Schlitten 3 aus einem
Stück mit der Objektivtragplatte i i' ausgebildet sein können. Um Ungenauigkeiten
der Führung auszugleichen und um ein gleichmäßiges Tragen der Buchsen 16' und 16"
auf den prismatischen Führungen 15' zu gewährleisten, ist die eine Buchse 16" um
einen Zapfen 17 der Objektiv tragplatte i i' schwenkbar, -wobei vorzugsweise der
Zapfen 17 über oder unter der Buchse 16' liegen soll. In diesem Falle ist die- Tragplatte
1 i' mit einer entsprechenden Durchbrechung i3 versehen. Trotz der Schwenkbarkeit
der Buchse 16' wird auf diese Weise eine starre Führung der Objektivtragplatte erzielt,
welche ein Verkanten des Objektivträgers vermeidet, ohne daß infolge ungenauer Lage
oder
Bohrung der Buchse 16' und i6" ein Verklemmen eintreten kann.