DE9204118U1 - Führungssystem zum räumlichen Positionieren eines medizinischen Therapie- oder Diagnoseinstrumentes - Google Patents
Führungssystem zum räumlichen Positionieren eines medizinischen Therapie- oder DiagnoseinstrumentesInfo
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Description
Beschreibung: " " " '' 92012 G
Fjj h r.u ncjs_ sys tem zu m _r ä um1. ic]ien_ Pp_s i t ion i er en eines med izini
s_chen_ Thj2rapij;-__qder DiagnjDseijis_trumentes
Die Erfindung betrifft ein Führungssystem zum räumlichen Positionieren eines medizinischen Therapie- oder Diagnoseinstrumentes
gemä3 dem Oberbegriff des Anspruches 1.
Zum räumlichen Positionieren eines medizinischen Therapieoder Diagnoseinstrumentes sind verschiedene Führungssysteme
bekannt. So stellt sich z.B. für einen Chirurgen die Aufgabe, ein Operationsmikroskop oder ein anderes medizinisches
Therapie- oder Diagnoseinstrument, das an einem Stativ angeordnet ist, in verschiedenen räumlichen Freiheitsgraden zu
positionieren. In der DE-OS 40 32 207 wird hierzu vorgeschlagen, ein Operationsmikroskop an einem motorisch positionierbaren
Mehrgelenk-Mechanismus anzuordnen. Mit Hilfe dieses Mehrgelenk-Mechanismus ist es dem bedienenden
Chirurgen möglich, das Operationsmikroskop ohne Kraftaufwand beliebig im Raum zu positionieren. Die Positionierung des
Operationsmikroskopes erfolgt jedoch über eine separate Kontrolleinheit, in die die gewünschten Raumkoordinaten des
Operationsmikroskopes manuell eingegeben werden müssen. Zu dieser Eingabe muß die Operation unterbrochen werden. Eine
derartige Unterbrechung ist jedoch außergewöhnlich störend im Hinblick auf die erforderliche Konzentration während der
Operation.
Weiterhin sind sogenannte Fußschaltpulte bekannt, mit denen der Chirurg während einer Operation ein Operationsmikroskop
räumlich positionieren kann. Hierbei ist jedoch besonders dann die Gefahr einer Verwechslung der jeweiligen Fußschaltpulte
gegeben, wenn diese beispielsweise unter dem OP-Tisch angeordnet sind. Insofern ist eine relativ hohe Konzentration
des Chirurgen nötig, um eventuelle Fehlbedienungen zu vermeiden. Desweiteren befinden sich derartige Fußschaltpulte oft
nicht in der aktuellen Reichweite äes Chirurgen, so da3 bei
einer eventuell erforderlichen Positionierung des Operationsmikroskopes
der Operations-Vorgang unterbrochen werden muß.
Schließlich ist es bereits seit längerem bekannt, herkömmliche manuelle Stative inclusive der daran angeordneten Instrumente
mit Hilfe eines Mundknebels zu positionieren. Eine derartige Vorrichtung wird beispielsweise in der
DE-PS 24 18 565 beschrieben. Die starre Verbindung zwischen dem Kopf des Chirurgen und dem Operationsmikroskop, sowie der'
erforderliche Kraftaufwand beim Verfahren des Statives machen,
eine derartige Positionierung jedoch ebenfalls sehr umständlich.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein Führungssystem
zum räumlichen Positionieren eines medizinischen Therapie- oder Diagnoseinstrumentes zu schaffen, welches ein
Positionieren in bis zu sechs räumlichen Freiheitsgraden ohne Kraftaufwand für den Benutzer ermöglicht. Dabei soll die
Konzentration des Benutzers nicht von seiner aktuellen Tätigkeit abgelenkt werden, insbesondere soll der Benutzer hierzu
nicht die Hände gebrauchen müssen.
Diese Aufgabe wird gelöst durch das erfindungsgemäße Führungssystem
mit den Merkmalen des Anspruches 1. Vorteilhafte Ausgestaltungen des Erfindungsgedankens sind Gegenstand der
folgenden Unteransprüche.
Das jeweilige medizinische Therapie- oder Diagnoseinstrument
wird hierzu an einer motorischen Positioniermechanik angeordnet, die ein definiertes Positionieren des medizinischen
Therapie- oder Diagnoseinstrumentes in mehreren räumlichen Freiheitsgradan ermöglicht. Das erfindungsgemäße Führungssystem umfaßt ein auslenkbares Bedienelement, dessen Auslenkungen
von einer Prozeßsteuerung erfaßt und von dieser in Steuersignale für die Positioniermechanik umgesetzt werden.
Bevorzugt geeignet als auslenkbares Bedienelement ist hierzu
ein handelsüblicher Joy-Stick, der':'mit dem Hund vom Benutzer
bedienbar ist. Der Joy-Stick ist vorteilhafterweise über eine Aufhängung derart am jeweiligen medizinischen Therapie- oder
Diagnoseinstrument angeordnet, daß eine Anpassung an verschiedene Benutzer möglich ist. Ein auswechselbares Oberrohr
für den verwendeten Joy-Stick garantiert, daß auch mehrere Benutzer mit Hilfe des erfindungsgemäßen Führungssystemes
nacheinander arbeiten können.
Durch die Bedienung des Joy-Sticks mit dem Mund ist gewährleistet,
daß der Benutzer nicht die Hände zum Positionieren des medizinischen Therapie- oder Diagnoseinstrumentes verwenden
muß. Eine bevorzugte Einsatzmöglichkeit bietet sich für das erfindungsgemäße Führungssystem beim mehrdimensionalen
Positionieren eines Operationsmikroskopes oder eines anderen medizinischen Therapie- oder Diagnoseinstrumentes an, das an
einem motorischen Stativ oder einer motorischen Aufhängung angeordnet ist. Durch das Erfassen der Auslenkungen des Joysticks
kann das Operationsmikroskop über die erforderliche Prozeßsteuerung derart immer zum gewünschten Einsatzort hin
positioniert werden.
Weitere vorteilhafte Ausführungsformen sind Gegenstand der
Unteransprüche 2, 3 und 4. Hierbei ist jeweils vorgesehen, eine Umschaltmöglichkeit zwischen verschiedenen Positionier-Modi
je nach aktueller Anforderung vorzunehmen. So kann beispielsweise für manche Anwendungen lediglich eine Positionierung
in zwei oder drei räumlichen Freiheitsgraden ausreichen. Andere Anwendungen dagegen erfordern die freie Positionierung
in drei translatorischen und/oder drei rotatorischen Freiheitsgraden. Die hierzu erforderliche Umschaltung der Positioniermodi
kann entweder über Sprachkoromandos erfolgen, die über ein Mikrophon von der Prozeßsteuerung erkannt werden
bzw. über eine Tastatur am medizinischen Therapie- oder Diagnoseinstrument direkt eingegeben werden.
Weitere Vorteile sowie Einzelheiten des erfindungsgemäßen
Führungssystemes ergeben sich atrs der BiescrtYeibung eines
Ausführungsbeispieles anhand der Figuren 1 und 2.
Dabei zeigt
Fig. 1 das erfindungsgemäße Führungssystem in Verbindung
mit einem Operationsmikroskop, das an einem motorischen Stativ angeordnet ist;
Fig. 2 den detaillierten Aufbau eines Ausführungsbeispieles
des erfindungsgemäßen Führungssystemes.
In Figur 1 ist ein Ausführungsbeispiel bzw. eine bevorzugte
Anwendung des erfindungsgemäßen Führungssystemes perspektivisch dargestellt. Ein Operationsmikroskop (1) ist über eine
geeignete Aufhängung an einem motorischen Stativ (2) angeordnet, das in diesem Ausführungsbeispiel als motorische Positioniermechanik
dient. Mit Hilfe des motorischen Statives (2) ist es möglich, das Operationsmikroskop (1) in mehreren räumlichen
Freiheitsgraden beliebig im Raum zu positionieren. Als motorische Positioniermechanik kommt beispielsweise auch eine
geeignete Aufhängung für ein Operationsmikroskop in Frage, die ein definiertes mehrdimensionales Positionieren ermöglicht.
Weiterhin dargestellt ist eine Prozeßsteuerung (3), die zum Betrieb des erfindungsgemäßen Führungssystemes erforderlich
ist. Außer dem dargestellten Operationsmikroskop (1) können über das erfindungsgemäße Führungssystem die verschiedensten
weiteren medizinischen Therapie- oder Diagnoseinstrumente im Raum positioniert werden. Das erfindungsgemäße Führungssystem
umfaßt im dargestellten Ausführungsbeispiel eine Aufhängung (4, 9, 13), über die ein handelsüblicher Joy-Stick
(5) am Operationsmikroskop (1) befestigt ist. Während der Operation kann der Chirurg durch Auslenken des Joy-Sticks (5)
bzw. durch Ziehen oder Drücken des Joy-Sticks (5) mit Hilfe des Mundes je nach gewähltem Positioniermodus verschiedene
translatorische und/oder rotatorische Freiheitsgrade ansteuern. Über die Aufhängung (4, 9, 13) kann das erfindungs-
gemäße Führungssystem an verschiedene Benutzer angepaßt werden.
Details zum Aufbau dieser Aufhängung (4, 9, 13) werden im folgenden anhand von Figur 2 beschrieben. Die Prozeßsteuerung
(3) erfaßt die Auslenkungen des Joy-Sticks (5) und gibt entsprechende Steuersignale an das motorische Stativ (2)
weiter, welches das Operationsmikroskop (1) anschließend an die gewünschte Stelle verfährt.
In Figur 2 wird der Aufbau des erfindungsgemäßen Führungssystemes
anhand einer vergrößerten Darstellung des Operationsmikroskopes aus Fig. 1 näher erläutert. Das an der motorischen
Positioniermechanik (20) angeordnete Operationsmikroskop (1) weist eine Aufhängung (9, 4, 13) für den Joy-Stick
(5) auf. Die Aufhängung (9, 4, 13) besteht aus einem ersten Teil (9), das am Schwenktubus (12) des Operationsmikroskopes
(1) befestigt ist. Über zwei weitere, gelenkig miteinander verbundene Teile der Aufhängung (13, 4) ist der Joy-Stick (5)
am ersten Teil der Aufhängung (9) angeordnet. Durch die gelenkige Verbindung der einzelnen Teile der Aufhängung (9, 4,
13) kann der Joy-Stick (5) derart verstellt werden, daß eine Anpassung an verschiedene Benutzer bzw. deren Gesichts-Geometrie
möglich ist. Die jeweils gewünschte Einstellung kann mit Hilfe eines Knebelgriffes (7) arretiert oder aber gelöst
werden. Der Joy-Stick (5) ist mit einem auswechselbaren Überrohr (8) mit einer Beißnut (14) versehen. Das Überrohr (8)
kann ausgewechselt werden, um die Benutzung für verschiedene Operateure zu ermöglichen.
Die Prozeßsteuerung (3), hier lediglich schematisch dargestellt, erfaßt die Auslenkungen des Joy-Sticks (5) und gibt
entsprechende Steuersignale an die - ebenfalls nur schematisch dargestellte - Positioniermechanik (20) ab. Diese verfährt
das Operationsmikroskop (1) anschließend an die gewünschte Position im Raum. Über ein Mikrophon (10) ist es mit
Hilfe einfacher Sprachkommandos möglich, zwischen verschiedenen Betriebs-Modi bei der Positionierung umzuschalten. Beispielsweise
kann in einem möglichen Betriebs-Modus die Posi-
tioniermechanik (20) lediglich xranslatoris'che Bewegungen
zulassen. Ein anderer, über die Sprachsteuerung anwählbarer Betriebs-Modus, kann z.B. lediglich rotatorische Bewegungen
der Positionier-Mechanik (20) ermöglichen. Die am Mikrophon (10) registrierten Sprachsignale werden der Prozeßsteuerung
(3) zugeführt, die entsprechende Steuersignale an die Positioniermechanik (20) weitergibt. Ebenso kann eine derartige
Umschaltung zwischen verschiedenen Betriebs-Modi über ein Tastenfeld (11) erfolgen. Entsprechend werden die am Tastenfeld
anliegenden Signale der Prozeßsteuerung (3) zugeführt.
Alternativ zur dargestellten Positionierung eines Operationsmikroskopes
ist es mit Hilfe des erfindungsgemäßen Führungssystemes
jedoch auch jederzeit möglich, andere medizinische Therapie- oder Diagnoseinstrumente beliebig im Raum zu positionieren
.
Claims (9)
1. Führungssystem zum räumlichen Positionieren eines medizinischen
Therapie- oder Diagnoseinstrumentes , das an einer motorischen Positioniermechanik angeordnet ist,
welche ein Positionieren des medizinischen Therapie- oder Diagnoseinstrumentes in mehreren räumlichen Freiheitsgraden erlaubt, dadurch gekennzeichnet, daß das Führungssystem ein vom Benutzer mit dem Mund auslenkbares Bedienelement
und eine Prozesssteuerung (3) umfaßt, wobei die Auslenkungen des Bedienelementes von der Prozeßsteuerung
(3) erfaßbar sind, die die erfaßten Auslenkungen des Bedienelementes in Steuersignale für die motorische
Positioniermechanik (2, 20) umsetzt.
2. Führungssystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein oder mehrere Umschaltmöglichkeiten zwischen
verschiedenen Positionier-Modi vorgesehen sind, wobei die verschiedenen Positionier-Modi eine unterschiedliche
Anzahl von Freiheitsgraden der Bewegung des medizinischen Therapie- oder Diagnoseinstrumentes (1) zur Folge haben.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Umschaltmöglichkeit zwischen verschiedenen Positionier-Modi
über eine Sprachsteuerung realisiert ist, die über ein Mikrophon (10) Sprachkommandos registriert und
über die Prozeßsteuerung (3) entsprechende Steuersignale an die motorische Positioniermechanik (2, 20) abgibt.
4. Führungssystem nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Umschaltmöglichkeit zwischen verschiedenen Positionier-Modi
über eine Tastatur (11) realisiert ist, deren Signale von der Prozeßsteuerung (3) erfaßbar sind,
die wiederum entsprechende Steuersignale an die motorische Positioniermechanik (2, 20) abgibt.
5. Führungssystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß als Bedienelement ein hähdölsüblicrfer Joy-Stick (5)
vorgesehen ist, der Auslenkungen in mindestens zwei räumlichen Freiheitsgraden registriert.
6. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Bedienelement über eine Aufhängung (4, 9, 13) derart
am jeweiligen medizinischen Therapie- oder Diagnoseinstrument (1) befestigt ist, daß eine Auslenkung mit dem
Mund möglich ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufhängung (4, 9, 13) bzw. das daran angeordnete
Bedienelement an den jeweiligen Benutzers und/oder an das jeweilige medizinische Therapie- oder Diagnoseinstrument
(1) anpassbar ist und hierzu mehrere gelenkig miteinander verbundene Teile umfaßt.
8. Führungssystem nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß ein auswechselbares Überrohr (8) für den Joy-Stick
(5) vorgesehen ist.
9. Vorrichtung nach mindestens einem der Ansprüche 1-8,
dadurch gekennzeichnet, daß als medizinisches Therapieoder Diagnoseinstrument ein Operationsmikroskop (1) vorgesehen
ist, das an einer motorischen Positioniermechanik (2, 20) angeordnet ist.
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE9204118U DE9204118U1 (de) | 1992-03-27 | 1992-03-27 | Führungssystem zum räumlichen Positionieren eines medizinischen Therapie- oder Diagnoseinstrumentes |
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| DE9204118U DE9204118U1 (de) | 1992-03-27 | 1992-03-27 | Führungssystem zum räumlichen Positionieren eines medizinischen Therapie- oder Diagnoseinstrumentes |
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