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Gerät zum Messen der Schnittwinkel an Walzen-, Stirn- und Winkelfräsern,
Reibahlen u. dgl.
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Zum Bestimmen der Schnittwinkel an Fräsern und ähnlichen Werkzeugen
sind Geräte in Anwendung, die nach dem Lichtspaltverfahren arbeiten. Eine gerade
Meßschneide wird auf die zu messende Schneiden,fläche des Fräsers möglichst dicht
eingestellt, so daß der kleinste Lichtspalt vorhanden ist. Am Meßschneidenlager
wird dann der gesuchte Winkel an Skalen abgelesen. Die Beurteilung dieses Lichtspaltes
ist rein subjektiv und von der Beleuchtung bzw. ,der Helligkeit des Hintergrundes
abhängig, weshalb die Meßergebnisse verschieden ausfallen.
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Die Erfindung betrifft ein Meßgerät, mit dem durch einen Fühlhebel
die Schneidenflächen des Prüflings so lange abgetastet werden, bis bei gleichzeitiger
Verstellung eines Bogenschiebers eine mit dem Fühlhebel verbundene Meßuhr keinen
Ausschlag mehr anzeigt. Dadurch werden die Meßschwankunden des Lichtspaltverfahrens
ausgeschaltet.
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Dieser Fühlhebel ist auf einer Geradführung angeordnet und läßt sich
durch einen Kugefgriff entlang dieser Geradführung hinundher bewegen. Zum Messen
eines Schnittwinkels ist Edie Geradführung genau parallel zur zu messenden Schneidenfläche
einzustellen, Zu diesem Zweck ist die Geradführung in zwei Bogenführungen verstellbar.
Wird die Geradführnng in einer der Bogenführungen bei gleichzeitigem Abtasten der
Schneidenfläche durch den Fühlhebel so lange verschwenkt, bis die mit dem Fühlbebel
verbundene Meßuhr keinen Ausschlag mehr zeilgt, so stehen Geradführung und Schneidenfläche
parallel, und der gesuchte Schnitt-
winkel kann an der Skala der
Bogenführung mit guter Genauigkeit abgelesen werden.
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Erfindungsgemäß ist das Fühlhebellager über einen Kreuzschieber in
zwei zueinander senkrechten Richtungen verschieblich. Dies hat den Zweck, daß die
Bogenführung zur Messung des Drallwinkels nicht erst um 90° verstellt zu werden
braucht, was auch bauliche Schwierigkeiten bereiten würde.
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Freiwinkel und Spanwinkel werden mit der horizontalen und der Drallwinkel
mit der vertikalen Tastbewegung des Fühlhebels gemessen.
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Weiter ist erfindungsgemäß das über den Kreuzschieber bewegliche
Fühlhebellager in zwei Bogenführungen mit zueinander senkrechten Achsen verschwenkbar.
Die obere Bogenführung mit senkrechter Achse dient zum Messen des Frei- und Spanwinkels,
die untere mit horizontaler Achse zum Messen des Drallwinkels. Die Mitte des Tastweges
vom Fühlhebel liegt in unmittelbarer Nähe des Achsenkreuzungspunktes der beiden
Bogenführungen.
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Zur Sicherung der Ausgangspositionen des zu messenden Prüflinge wird
die Schneidenfläche gegen einen Bügel mit Anlagefläche gestellt, welche unmittelbar
am Meßpunkt, also dem Achsenkreuzungspunkt der Bogenführungen liegt. Um verschiedene
Prüflingsdurchmesser aufnehmen zu können, ist die Aufnahme des Prüflings im Abstand
zum Tastpunkt einstellbar ausgebildet.
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Um außer Walzenfräsern, bei denen die Achse senkrecht steht, auch
Stirn- und Winkelfräser mit horizontaler bzw. geneigter Achse messen zu können,
ist die Aufnahme des Prüflings in einem Bügel um eine horizontale Achse schwenkbar
angeordnet. Diese Achse steht zur horizontalen Achse der Bogenführung winkelrecht.
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Ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäß ausgebildeten Meßgerätes
ist in Schrägdarstellung in Abb. 1 dargestellt. Abb. 2 und 3 sind Hilfsdarstellungen,
und zwar zeigt Abb. 2 den Drallwinkel an einem gedrallten Walzenfräser und Abb.
3 die Lage der Zahnstütze in Achsenrichtung eines Walzenfräsers gesehen.
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Der Prüfling 1 nach Abb. 1 wird auf Dorn 2 in der nach Pfeil 3 verschieblichen
Aufnahme 4 gehalten. Die zu messende Schneidenfläche 5 wird an die Anlagefläche
6 der bügelförmigen Zahnstütze 7 (Abb. 1, 2, 3) gestellt, wodurch die Meßposition
des Prüflings gesichert ist. Für Prüflinge, die entgegengesetzt schneidend ausgesetzt
werden, wird die Zahnstütze 7 gegen eine solche mit entgegengesetzter Anlagefläche
6' umgewechselt.
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Nach Abb. 1 liegt der Tastpunkt 8 des Fühlhebels auf der Freifläche
5 des zu messenden Prüflings zur Bestimmung des Freiwinkels α nach Abb. 3.
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Zum Abtasten der Freifläche ist das Fühlhebellager 9 mittels Kreuzschieber
10 in Richtung der Achse 11 und senkrecht; dazu nach Pfeil 12 verschieblich. Der
Tastbewegungsantrieb erfolgt durch Kugelgriff 13. Der Kreuzschieber 10 ist am Bogenschieber
14 angeordnet. Letzterer läßt sich durch den Kugelgriff 15 in der Bogenführung 16
verschwenken. Die Achse 11 der Bogenführung geht durch den Meßpunkt. Bogenführung
16 trägt eine zweite Bogenführung 17, deren Achse 18 ebenfalls durch den Meßpunkt
verläuft. Sie dient zur Einstellung auf den Drallwinkel # nach Abb. 2. Die Verstellung
erfolgt durch den Griff 19, dessen Welle ein Zahnritzel trägt, welches in Verzahnung
20 der Bogenführung 17 eingreift. Diese Bogenführung gleitet mittels Schwalbenschwanz
im Fuß 21, welcher auch die Schwinge 22 trägt. Mit dieser Schwinge ist die Prüflingsaufnahme
4 um die Achse 23 schwenkbar. An Skala 24 ist die Winkelstellung der Prüflingsachse
25 ablesbar. Wird diese Achse waagerecht geschwenkt, so können die Schnittwinkel
an der Stirnseite des Prüflings gemessen werden. Klemmschraube 26 sichert die Lage
der Schwinge 22. Mittels Schraube 28 läßt sich der Aufnahmedorn 2 oder bei Schaftwerkzeugen
der Prüfling selbst in der Aufnahme 4 festspannen. Auf dem Dorn 2 ist noch ein Stellring
27 aufgesetzt, welcher es erlaubt, den Prüfling in beliebiger Höhe zum Tastpunkt
zu halten und zu messen.
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PATENTANSPROCHE: 1. Gerät zum Messen der Schnittwinkel und des Schneidenrundlaufes
an Walzen-, Stirn-und Winkelfräsern, Reibahlen u. dgl., dadurch gekennzeichnet,
daß ein Fühlhebel, der zur Abtastung der Schneidenfläche des Prüflings in hin und
her gehender Bewegung dient, auf einer Kreuzschiebergeradführung verschiebbar ist
und diese Geradführung um zwei zueinander senkrechte Achsen an Bogenführungen mit
Gradeinteilung auf jeweils geringsten Fühlhebelausschlag einstellbar ist.