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Mechanisch angetriebenes Walzwerk mit hin und her gehenden Massen,
insbesondere Kaltpilgerwalzwerk Bei den Kaltpilgermaschinen üblicher Bauart wird
bekanntlich das Walzgerüst hin und her bewegt, während dem Pilgerdorn in Achsrichtung
jeweils nur die Vorschubbewegung erteilt wird. Die dabei notwendigen Massen des
Walzgerüstes werden bei den schweren Maschinentypen. so groß, daß man mit der Hubzahl
sehr stark heruntergehen müß, um die Leistungen, die zur Beschleunigung und Verzögerung
des Walzgerüstes notwendig sind, noch zu beherrschen. Dies bedeutet aber, daß dann
das Walzwerk nicht mehr wirtschaftlich arbeitet.
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Um dies zu vermeiden, ist nun schon vorgeschlagen worden, die hin
und her bewegten Massen des Walzwerks dadurch zu verkleinern, daß man an Stelle
eines hin und her gehenden Walzgerüstes ein feststehendes anordnet und daß <dabei
die mit Hilfe eines oder mehrerer Koppeltriebe hin und her bewegten Massen aus dem
Dornwi.derlager mit Dornstange und Walzdorn, dem Vorschubschlitten mit Vorschubspindel,
Walzgut u. dgl. und aus den Zahnstangen bestehen.
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Durch die Maßnahme wird erreicht, daß in demselben Verhältnis, in
dem ,die hin und her gehenden Massen verkleinert werden, ebenfalls die Massenbeschleundgungsleistungen
abnehmen. Diese Verkleinerung der hin und her gehenden :Massen ist jedoch deshalb
noch unbefriedigend, weil die Hubzahlsteigerun,g des Walzwerks nur im Verhältnis
der
dritten Wurzel des Massenverkleinerungsverhältnisses erfolgen kann: Um nun. bei
schweren, Walzwerken dieser Anordnung die bei kleineren 'typen üblichen Drehzahlen
zu erreichen, besteht die Noturendigkeit, einen in jedem Zeitpunkt wirksamen Ausgleich
der Beschleunigungs- und Verzögerungsleistungen der hin sind her gehenden Massen
des Walzwerks zu schaffen. Dieser Ausgleich ,der Beschleunigungsleistungen .mit
Hilfe von geradlinig hin und her gehenden oder oszillierenden Ausgleichsmassen in
kraftschlüssiger Verbindung mit dem hin und her gehenden Walzgerüst ist Gegenstand
des Patents 884033.
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Die Erfindung besteht nun in -dem Gedanken der Anwendung von vor-
und nacheilenden Koppeltrieben nach Patent 884 033 als Einrichtungen zum
Ausgleich der Massenbeschleunigungsleistungen für die hin und her gehenden Teile,
z. B. für Dornw:iderlager, Vorschubschlitten mit Vorschuhspindeln, Vorschubmuttern,
Walzgut u. dgl., in mechanisch angetriebenen Walzwerken, insbesondere Kaltpilgerwalzwerken,
bei denen das Walzgerüst feststehend angeordnet ist und den Walzen nur eine oszillierende
Bewegung erteilt wird.
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Der Vorteil der Erfindung ist besonders. groß, .da das Gewicht der
Ausgleichsmassen bedeutend kleiner wird und dadurch .die Hubzahl der Maschine erhöht
werden kann. gegenüber .dem Gewicht der Ausgleichsmassen und der Hubzahl ,des Walzwerks
gemäß dem Patent 884 033.
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Im übrigen kann, . wie beim Gegenstand des Hauptpatents, als System
zum Ausgleich der Beschleunigungsleistungen ein zweites Walzwerk vorgesehen sein.
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Aus Abb. i (Aufriß) und Abb. 2- (Grundriß) ist die Anordnung gemäß
der Erfindung ersichtlich. In den Abbildungen bedeutet -i = feststehendes Walzgerüst,
2, 2' = obere und untere Walzenachse, 3., 3' - obere Zahnstamgenritzel, 4, 4' =
untere Zahnstangenritzel, 5, 5' = parallel zur Maschinenlängsachse angeordnete Zahnstangen,
6, 6' = Kurbelstangen für .die hin, und her gehenden Massen des Walzwerks, 7, 7'
= Hauptantriebsmotoren, 8, 8' = Kurbeln für die hin und her gehenden Massen des
Walzwerks, g = durch; gehende Kurbelwelle, io, io' = Kurbeln für die Ausgleichsmassen.,
i i, i i' = KuTbelstangen für die Ausgleichsmassen, 12, 12' = hin und her gehemde
Ausgleichsmassen, 13 = Vorschubspindel, 14 = Vorschub- und Drehvorrichtung, 1s =
Zahngrad, 16 = Walzdorn mit Dornstange, 17 = Dornwiderlager, 18 = Vorschubschlitten,
ig = Lagergehäuse, 2o = Vorschubspindelverlängerung, 21 = Zahntrieb, 22 = Vorschubmutter
am Vorschübschlitten, 23 = Gestell, 24 - Werkstück (Luppe), 25, 25' = parallel zur
Maschinenlängsachse angeordnete Zahnstangenverl.ängerung, 26 = Schaltkasten zur
Aufnahme der Vorschub- und Drehvorrichtung.
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Der Antrieb des Kaltpilgerwalzwerks erfolgt durch -die Hauptmotoren
7 und 7'. Die Drehbewegung der Motorwellen wird auf eine durchgehende Kurbelwelle
g mit den Kurbeln. 8, 8' und den Kurbeln io, 1o' übertragen. Die Kurbeln 8 und 8'
stehen über die Kurbelstangen 6 und 6' mit hin und her gehenden. Zahnstangen 5 -und
5' und den Zahnstangenverlängerungen 2,5 und 25' in Verbindung, während die
Kurbeln io und io' über die Kurbelstangen i i und i i' mit den hin und her gehenden
Ausgleichsmassen 12 und 12' verbunden sind.
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An der Oberseite der Zahnstangen 5 und 5' greifen die Zahnstangenritzef
3 und 3', an der Unterseite der Zahnstangen 5 und 5' die Zahnstangenritzel 4 und
4' ein. Die Rdtzel 3, 3' und 4,4! und daher auch die obere Walzenachse :2 und die
untere Walzenachse 2' führen bei einer hin und her gehenden Bewegung der Zahnstangen
5 und 5' eine oszillierende Bewegung aus. Das auf dem Gestell 23 fahrbare Dornwiderlager
17 und das ebenfalls auf dem Gestell 23 fahrbare Lagergehäuse ig, das zur Lagerung
des Zahnrads- 15 und der Vorschubspindel 13 dient, sind mit den Zahnstangenverlängerungen
2.5 bzw. 25' und diese wiederum mit den Zahnstangen 5 bzw. 5' in Maschinenlängsachse
unverschiebl-ich verbunden, so daß die hin und her gehende Bewegung der Zahnstangen
5 und 5' ebenfalls vom Dornwiderlager 17 und vom Lagergehäuse ig ausgeführt wird.
Weiterhin ist das Lagergehäuse ig mit .dem Zahnrad 15 und der Vorschubspindel -13
in Maschinenlängsachse unverschieblich verbunden. Damit erhalten auch das Zahnrad
15 und die Vorschubspindel 13, die undrehbar miteinander verbunden sind, eine hin
und her gehende Bewegung.
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Die Vorschubspindel 13 ist, wenn sie keine Drehung erfährt, über die
Vorschubmutter 22 mit dem Vorschuhschlitten 18 in Maschinenlängsachse unverschiebl.ich
verbunden, so daß der Vorschubschlitten 18 ebenfalls die hin und her gehende Bewegung
der Vorschubspindel 13 ausführt. Durch die Vorschub- und Drehvorrichtung 14 wird
über das Zahnrad 15 die Vorschubspindel 13 gedreht, so daß dadurch über die Vorschubmutter
2,2 der Vorschubschlitten 18 mit dem Werkstück (Luppe) 24 zusammen einen an der
Vorschub- und Drehvorrichtung 14 einstellbaren Vorschub. erhält.
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Die Vorschubspindel 13 hat auf der Maschineneinlaufseite (es befinden
sich Maschineneinlaufseite links, Maschinenauslaufseite rechts in. den Abb. i und
2) eine Verlängerung 2o, welche die Drehbewegung, die im Schaltkasten.26 durch die
Vorschub- und Drehvorrichtung 14 erzeugt wird, über einen Zahntrieb 2i auf den Walzdorn
mit Dornstange 16 überträgt.
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Damit führen die Maschinenteile a) Zahnstangen 5 und 5', b) Vorschubspindel
13, c) Zahnrad 15, d) Walzdorn mit Dornstange 16, e) Dornwiderlager 17, f) Vorschubschlitten
18, g) Lagergehäuse i9; h) Vorschubspindelverlängerung 2o, i) Zahntrieb 21, j) Vorschubmutter
22, k) Werkstück (Luppe) 24, 1) Zahnstangenverlängerungen 2.5 und 25' eine hin und
her gehende Bewegung aus.
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Das Gesamtgewicht dieser Maschinenteile ist nur ein Bruchteil des
Gewichts der Massen, die bei den
Kaltpilgerwalzwerken der alten
Bauweise die hin und her gehende Bewegung ausführen.