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DE913856C - Muskelkraft-Segelflugkleid in Form eines Hochleistungs-Segelflugzeuges mit Muskelkraft-Antriebsvorrichtung - Google Patents

Muskelkraft-Segelflugkleid in Form eines Hochleistungs-Segelflugzeuges mit Muskelkraft-Antriebsvorrichtung

Info

Publication number
DE913856C
DE913856C DES23786A DES0023786A DE913856C DE 913856 C DE913856 C DE 913856C DE S23786 A DES23786 A DE S23786A DE S0023786 A DES0023786 A DE S0023786A DE 913856 C DE913856 C DE 913856C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
glider
muscle power
wing
fuselage
control rod
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
DES23786A
Other languages
English (en)
Inventor
Emmerich Simon
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Individual
Original Assignee
Individual
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Individual filed Critical Individual
Priority to DES23786A priority Critical patent/DE913856C/de
Application granted granted Critical
Publication of DE913856C publication Critical patent/DE913856C/de
Expired legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B64AIRCRAFT; AVIATION; COSMONAUTICS
    • B64CAEROPLANES; HELICOPTERS
    • B64C31/00Aircraft intended to be sustained without power plant; Powered hang-glider-type aircraft; Microlight-type aircraft
    • B64C31/04Man-powered aircraft

Landscapes

  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Aviation & Aerospace Engineering (AREA)
  • Toys (AREA)

Description

  • Muskelkraft-Segelflugkleid in Form eines Hochleistungs-Segelflugzeuges mit Muskelkraft -Antriebsvorrichtung Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Hochleistungs-Segelflugzeug mit Muskelkraft-Antriebsvorrichtung zu schaffen, derart, daß mit diesem Flugzeug allein mittels der menschlichen Muskelkraft ein Starten sowie ein Vorwärtsbewegen in der Luft möglich ist.
  • Zur Lösung des Muskelflugproblems wurden bereits die verschiedensten Vorschläge gemacht. Bei diesen bekannten Einrichtungen ist man zumeist von der Annahme ausgegangen, daß die besondere Art des Antriebs entscheidend für den Erfolg sei, ohne daß man hierbei die aerodynamischen Erfordernisse in Betracht gezogen hat, welche die Voraussetzung für ein Fliegen mit einem Flugzeug schwerer als die Luft darstellen.
  • Die Konstruktionen neuerer Zeit, bei welchen die Erfahrungen der Luftfahrt, besonders des Segelfluges berücksichtigt sind, scheitern jedoch in der Regel am zu hohen Gewicht der Flugzelle, zu dessen Bewältigung die menschliche Kraft nicht mehr ausreicht. Da bei den bekannten Segelflugzeugen mit Muskelkraft-Antriebsvorrichtung außerdem die übliche Segelflugzeugsteuerung meist nur mit geringen Abweichungen beibehalten ist, für einen gelungenen Muskelkraftflug jedoch die gleichzeitige volle Kraftausnutzung der Arme und Beine als weitere Voraussetzung gilt, wirkt sich die ganze oder teilweise Unterbrechung der Kraftabgabe beim Steuern zusätzlich ungünstig aus, so daß man bei all diesen Versuchen im besten Falle über eine Verlängerung des Gleitfluges bis jetzt nicht hinausgekommen ist.
  • Zur Lösung des Muskelflugproblems sind daher ganz neue Wege zu beschreiten, so daß das Muskelkraft -Segelflugkleid in seiner Konstruktion von der gebräuchlicher Segelflugzeuge abweicht, wie dies bei den Segelflugzeugen gegenüber den Motorflugzeugen der Fall ist Die Umstände, welche gleichzeitig zusammenwirken müssen, um einen Muskelkraftflug durchführen zu können, sind nachfolgend aufgeführt.
  • Bei der Erfindung wird von folgenden Voraussetzungen ausgegangen: Das Muskelkraft-Segelflugkleid soll die Eigenschaften eines Hochleistungs-Segelflugzeuges besitzen, was sich in der Gleitzahl ausdrückt.
  • Sein Gewicht darf das einer normalen menschlichen Traglast nicht übersteigen.
  • Die Flächenbelastung muß niedriger sein als diejenige der gebräuchlichen Segelflugzeuge.
  • Die Antriebsvorrichtung muß für Arme und Beine getrennt und so gehalten sein, daß beim Steuern keine Unterbrechung des Antriebs erfolgt.
  • Start und Landung müssen ohne fremde Hilfe oder Hilfsmittel erfolgen können.
  • Beim Einziehen und Ausfahren der Beine für Start und Landung dürfen die Hände nicht in Anspruch genommen werden, damit der Handantrieb und das Steuern nicht unterbleiben.
  • Der Rumpf muß mit Rücksicht auf seinen kleinen Querschnitt so gestaltet sein, daß beim Anstoßen mit den Gliedmaßen keine Verletzungen stattfinden, welches durch den Leichtrumpf aus gespanntem Stoff ohne versteifende Rahmen gewährleistet wird.
  • Die Propeller sind als Leichtpropeller so auszubilden, daß sie sich beim Segelflug ohne weitere Handhabungen zur Herabsetzung des Propellerwiderstandes automatisch in die Segelstellung einstellen.
  • Zur besseren Transport- und Unterbringungsmöglichkeit ist bei der Konstruktion auf Falt- und Zusammenlegbarkeit Rücksicht genommen.
  • Das Muskelkraft-Segelflugkleid nach der Erfindung besteht einerseits aus dem Rumpf mit den Flügeln und der Steuervorrichtung, anderseits aus der Antriebsvorrichtung für Muskelkraft. In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand näher erläutert. Es zeigt Abb. I den Längsschnitt durch das Muskelkraft-Segelflugkleid, Abb. II die Draufsicht während des Fluges und Abb. III die isometrische Darstellung des Fußantriebs mit Fahnenleichtpropeller.
  • Der Rumpf I stellt eine leichte Stromlinienverkleidung I3, I3' für den Körper des Fliegers und die Antriebsvorrichtung 32, 34 dar. Er fügt sich so um den menschlichen Körper, daß diesem bei vorgebeugter Körperlage auf der Erde und in der Luft die erforderliche Bewegungsfreiheit verbleibt.
  • Er entwickelt sich aus einer durchlaufenden Gleitkufe 2 aus Holz oder Leichtmetallrohr, welche sich nach rückwärts als Schwanzträger fortsetzt.
  • Am vorderen aufgebogenen Teil der Gleitkufe 2 befindet sich die vordere Ringlagerung 3 der in Rumpfmitte durchlaufenden Steuerstange 4 sowie ein regenschirmartiger, spann- und zusammenklappbarer Rumpfkopf 5 aus Schirmstäbchen. Am rückwärts aufgebogenen Teil der Gleitkufe 2 (Schwanzträger) befindet sich eine ringförmige Rumpfabschlußspante 6, welche gleichzeitig als rückwärtige Ringlagerung der durchlaufenden Steuerstange 4 dient und woran sich nach oben ein Dorn 7 mit Öse anschließt, an welchem das Steuereinstellstäbchen 8 für das allseits bewegliche Steuer 9 kardanisch befestigt ist.
  • Die Gleitkufe 2, an welcher die unteren Flügelstrebendrähte Io befestigt sind, wird innerhalb des Rumpfes I durch ein Traggestell II versteift, welches zum Rücken des Fliegers führt und oben in den gegabelten, hörnerartigen Schulterstützen II' endigt.
  • An den im Profil des Flügels I8 gebogenen Schulterstützen II' sind die vorderen Kantenspanndrähte I2 der Flügel befestigt; außerdem ist an den Schulterstützen II' und dem Traggestell II eine Tragweste 13 angebracht, welche in Verbindung mit der am Traggestell II befestigten Gurthose I3' zur Vereinigung des Fliegerrumpfes mit dem Flugzeug dient. Die beiden Schulterstützen II' sind zum Einsteigen in den Rumpf lösbar durch Riemenverbindung I4 oder Verschnürung gegeneinander verspannt.
  • Im Rücken des Fliegers stehen am Traggestell II die Flügelholme I7 auf Druckverteilungsscheibe I5 bei ausgespanntem Flugzeug in Punktlagerung aufeinander.
  • Der mittlere Rumpfteil I vom Schirmkopf 5 bis zur Rumpfabschlußspante 6 wird nur vom gespannten Überzugsstoff gebildet, welcher oben den Einsteigschlitz I6 und unten beiderseits der Kufe 2 die gummibesäumten, sich beim Hintreten selbsttätig öffnenden Laufschlitze 43 enthält, welche sich durch die überlappten Gummisäume 43 nach Einziehen der Füße auch wieder selbsttätig schließen.
  • Durch den in Rumpfnähe stark gewölbten Flügel I8 werden die Schultern des Fliegers mit verkleidet, wodurch der Flugzeugrumpf I zur Herabsetzung des Luftwiderstandes klein gehalten werden kann.
  • Zur Gewichtsersparnis wird der Flügel durch Drahtstreben Io, vorzugsweise durch Stahlsaiten aus nichtrostendem Stahl, auf der Ober- und Unterseite so verspannt, daß der Flügelholm I7 als kontinuierlicher Träger bei geringfügigem schädlichem Strebenwiderstand entsprechend klein gehalten werden kann.
  • Die Flügelfläche entwickelt sich aus dem gelenkig am Traggestell II befestigten, im vorderen Flügeldrittel liegenden Flügelholm I7 aus perforiertem Leichtmetallrohr von ovalem, hochkant stehendem Querschnitt oder Holzleiste von entsprechender Dimension zur Aufnahme der auftretenden Biege-, Knick- und Torsionsbeanspruchung.
  • Gegenüber den bekannten Bauarten von starren Flügelplatten mit teilweise ungenutzten Beanspruchungsmöglichkeiten werden zur Gewichtsersparnis die Flügel des Muskelkraft-Segelflugkleides unter Berücksichtigung der auftretenden Beanspruchungen so konstruiert, daß sich die aerodynamisch erforderliche Form ;des Flügels ergibt. Der durch die Flügeldrahtstreben Io kontinuierlich gelagerte Flügelholm I7 wird gegen seitliches Ausknicken in Flugrichtung in der Weise gesichert, daß ihm eine zur Flügelspitze hin sich verjüngende röhrenförmige Zugzone vorgelagert ist, indem an dem Flügelholm I7 Profil bildende, in sich verzwirnte Querträger I8 aus biegsamem Material (Holz oder Leichtmetall) angeordnet sind, die untereinander durch eine Längsverspannung I2 (Netz) verbunden sind.
  • Zur Sicherung des Flügelholms I7 gegen Ausknicken entgegengesetzt der Flugrichtung werden auf denselben nach rückwärts kragarmige Querträger I9, vorzugsweise Leichtmetall-Regenschirmstäbchen, aufgebracht, welche durch ihre Längsverspannung bis zur Flügelspitze, vorzugsweise aus nichtrostendem Stahldraht, eine keilförmige Zugzone hinter dem Flügelholm I7 bilden. Zur Faltbarkeit des Flügels werden die Querträger I9 beweglich am Holm befestigt, so daß sie angeklappt werden können.
  • Die auf der Unterseite vom Flügel zur Gleitkufe 2 führenden Flügelstrebendrähte Io sind seilzugartig schräg nach vorn bzw. rückwärts geführt, um die Laufschlitze 43 für die Beinbewegungen auf der Erde frei zu halten und den Flügeln bei Fixierung des Anstellwinkels stabile Drachenstellung zu verleihen.
  • Durch die Schräganordnung der unteren Strebendrähte Io werden außer den Vertikalkräften aus der Flächenbelastung teilweise auch auftretende Horizontalkräfte, hervorgerufen durch den Profilwiderstand, aufgenommen, wodurch die Kantenspanndrähte I2 entlastet werden, so daß die lösbare Verbindung der Schulterstützen I4 zum Einsteigen in das Flugzeug entlastet wird.
  • Auf das Flügelgerüst, gebildet vom Flügelholm I7, den vorderen Querträgern I8, den Kragträgern I9 sowie der zugehörigen Längsverspannung I2, wird vorzugsweise leichter, cellonierter Überzugsstoff gespannt, welcher am rückwärts frei kragenden Teil der Schirmstäbchen I9 eventuell einlagig aufgebracht werden kann. Zum Anklappen der Schirmstäbchen I9 an den Holm I7 beim Falten des Flügels wird die Bespannung hinter dem Flügelholm I7 lösbar mit Druckknopfbefestigung od. ä. angebracht.
  • Zur Vermeidung eines Spannturmes sind bogenförmige Knickflügel vorgesehen, welche oben vorzugsweise durch Stahldrähte gegenseitig verspannt sind. Der aerodynamischen Berechnung des Muskelkraft-Segelflugkleides wird zweckmäßigerweise das Flügelprofil NACA 23 oI2 zugrunde gelegt. Durch Veränderung der Zwirnverstrebung 2o bei den vorderen Flügelquerträgern kann jedoch ohne Schwierigkeit auch eine andere Profilform erzielt werden.
  • Die Steuerung erfolgt durch das an der drehbaren, vor- und rückwärts beweglichen Steuerstange 4 angebrachte Steuer 9 und durch die an den Flügelhinterkanten angebrachten Querruder 25.
  • Zur Bildung der Steuerfläche 9 wird am freien Flügel eines Scharniers ein Trägerklötzchen 22 befestigt, auf welchem fächerartig vorzugsweise Schirmstäbchen angebracht sind, die in der Ebene des Trägerklötzchens 22 geschwenkt werden können und auf welche der elastische Überzugsstoff aufgebracht wird.
  • Die Stäbchen 9 werden durch ein Gummiband 23 aneinandergezogen und können durch zwei Spanndrähte 24, welche von den beiden äußeren Schirmstäbchen (Fächerstäbchen) durch die hohle Steuerstange 4 bis in Reichweite des Piloten 24' führen, von diesem gespannt werden, wodurch das Steuer 9 bedarfsweise gespreizt werden kann.
  • Das mit dem Steuer 9 und dem hochgezogenen Dorn 7 in Doppelöse kardanisch verbundene Steuereinstellstäbchen 8 bewirkt beim Verschieben der Steuerstange 4 den erforderlichen Steuerausschlag.
  • Das Steuer 9 dient in waagerechter Lage beim Rückwärts- bzw. Vorwärtsdrücken der Steuerstange 4 als Höhen- bzw. Tiefensteuer durch Drehen der Steuerstange 4 bei gleichzeitigem Rückwärts-bzw. Vorwärtsdrücken derselben als Seitensteuer.
  • Die Flügelquerruder 25 bestehen aus je einem Stoffdreieck 25 an der äußeren hinteren Flügelkante, in welches mittig ein Versteifungsstäbchen 2I gelenkig eingebaut ist.
  • Vom Versteifungsstäbchen 2I führt das obere und untere Steuerseil 26, vorzugsweise Stahldraht; über Flügelholm I7, Traggestell II und teilweise innerhalb der Gleitkufe 2 zu einem Querstück 27, welches im Flugzeugrumpf I auf der Steuerstange 4 gleitbar aufgebracht ist.
  • Das Querstück 27 dient zur automatischen Einstellung der Querruder 25. Es wird durch ein Schnurgespann 28, welches am Traggestell II und Rumpfende 6 befestigt ist, im Rumpfraum I schwebend gehalten und gegen seitliches Verschwenken um eine gedachte senkrechte Achse gesichert.
  • Das Querstück 27 nimmt an der Vor- und Rückwärtsbewegung der Steuerstange 4 nicht teil. Durch eine Rillenführung 29 bei seiner Lagerung auf der Steuerstange 4, wird jedoch deren Axialverdrehung auf das Querstück 25 übertragen.
  • Die Steuerseile 26 der Flügelquerruder 25, welche von der Gleitkufe 2 kommen, sind so am Querstück 27 befestigt, daß das rechte obere und linke untere Querruderseil am linken Arm des Querstückes 27 und das linke obere und rechte untere Querruderseil am rechten Arm des Querstückes 27 festgemacht sind.
  • Zum Kurvenflug wird die Steuerstange an den Kurbeln des Handantriebs 32 gegen die einzuschlagende Richtung um ihre eigene Achse bis etwa 9o° gedreht. Der dadurch hochgedrückte Arm des Querstückes 27 bewirkt den Zug an den angeschlossenen Steuerseilen 26, wodurch das zum Kurveninnern weisende Querruder 25 hoch und das äußere tief gestellt wird, so daB die erforderliche Schräglage zustande kommt. Durch gleichzeitiges Verschieben der Steuerstange 4 nach rückwärts wird das nunmehr senkrecht stehende Steuer 9 seitlich ausgeschlagen, wodurch die Seitensteuerung erfolgt.
  • Wird das Steuer 9 weniger als 9o° ausgedreht, so führt der Kurvenflug durch' halb Seiten- und Höhensteuer gleichzeitig nach oben. Durch wechselweises Vor- und Zurückdrücken und mehr oder minder großes seitliches Ausdrehen der Steuerstange 4 bei gleichzeitigem Spreizen oder Entspannen des Schwanzes 9 kann das Steuerspiel des Vogelschwanzes nachgeahmt und so die Wirkungsweise dieser natürlichen Steuerung erzielt werden, wobei sinngemäß die Querrudereinstellung automatisch erfolgt.
  • Soll die Kurve ausnahmsweise steil nach unten verlaufen, so kann die Steuerstange 4 über 9o° bis maximal I6o° ausgedreht werden. Beim Zurückdrücken der Steuerstange 4 wirkt das umgewendete Steuer 9 als Tiefensteuer.
  • Da die zwei zugehörigen Steuerseilpaare 26 nicht direkt am Querstück 27, sondern an je einem Ring 3I festgemacht sind, welche an den Enden des Querstückes 27 auf einem Bügel 3o aufgeschoben sind, kann beim Umwenden des Schwanzes 9 das nicht gezogene Seilpaar 26 durch Gleiten des Ringes 3I auf dem Bügel 3o in tiefster Lage, d. h. in Nähe der Gleitkufe 2, verharren.
  • Bei der Tiefkurveneinstellung kann der Handantrieb 32 beschränkt, bei allen übrigen Steuereinstellungen jedoch in vollem Umfange beibehalten werden. Die Füße werden zur Steuereinstellung nicht mit herangezogen und bleiben für Start und Landung sowie für den Fußantrieb während des Fluges frei.
  • Bei der Antriebsvorrichtung sind Fuß- und Handantrieb getrennt und unabhängig voneinander bedienbar.
  • Der Handantrieb 32 besteht aus einem an sich bekannten Handkurbelrad an der im Rumpf I liegenden Steuerstange 4, von welchem die Kraftübertragung vorzugsweise durch Zahngetriebe und eine Antriebswelle 32' innerhalb der hohlen Steuerstange 4 zum Propeller 33 am vorderen Ende der Steuerstange führt. Da dieser Propeller 33 die Vor-und Rückwärtsbewegung der Steuerstange 4 mitmacht, ist er durch Verlängern derselben entsprechend weit vor die Rumpfspitze 3 gelegt. Der Fußantrieb 34 besteht aus einem ebenfalls an sich bekannten Pedalenrad, von dem aus die Kraft auf je einen Propeller 35 an der rechten und linken Tragfläche übertragen wird. Das Pedalenrad 34 ist im Flugzeugrumpf I am Traggestell II einseitig angebracht, so daß der Antriebsriemen, welcher vom Pedalenrad 34 nach oben führt, die auf der anderen Seite des Traggestells II vorbeilaufende Steuerstange 4 nicht behindert (unsymmetrische Anordnung').
  • Die durch die Füße angetriebene Propellerwelle 37 ist am Flügelholm und in der Flügelnase 38 gelagert (vgl. Abb. III). Auf der Welle 37 befindet sich in Holmnähe ein genutetes Antriebsrädchen 39. welches zweckmäßigerweise durch Keilriemen angetrieben wird.
  • Zur Gewichtsverminderung und zur Vermeidung von größeren Widerständen am Propeller 35 während des Segelns werden die fußgetriebenen Propeller 35 als langsam laufende Fahnenleichtpropeller ausgebildet und um ihre Blattbreite vor die Flügelnase gelegt. Die Fahnenleichtpropeller 35 stellen sich beim Segeln selbsttätig mit der Schmalseite in die Flugrichtung (Segelstellung) und nehmen bei beginnender Rotation automatisch die erforderliche verwundene Form an.
  • Zur Bildung des sich selbsttätig einstellenden Leichtpropellers 35 wird auf die Propellerwelle 37 mittig ein Stab 4o aus Holz oder Leichtmetallrohr senkrecht zur Drehachse aufgebracht. Auf dieses Tragrohr 4o werden Profilrippen 4I (Spanten) von der jeweiligen Querschnittsform des Propellers drehbar aufgeschoben. Das Tragrohr 4o kommt hierbei zweckmäßigerweise im vorderen Spantendrittel wie der Holm eines Tragflügels zu liegen.
  • Die Vorder- und Hinterkanten der Propellerblätter 35 werden vorzugsweise durch einen in sich geschlossenen Stahldraht 42 umspannt, welcher die Profilrippen 4I an ihren Enden untereinander verbindet und durch die Propellerwelle 37 führt. Durch Verkürzen oder Verlängern dieses Umrandungsdrahtes 42 kann die Steigung der Propellerblätter eingestellt werden. Auf das geschaffene Propellergerüst 4o, 4I wird vorzugsweise widerstandsfähiger imprägnierter Überzugsstoff gespannt bzw. eine Gummihaut aufgebracht.
  • Die Wirkungsweise des erfindungsgemäßen Muskelkraft-Segelflugkleides ist folgende: Das flugfertig ausgespannte Muskelkraft-Segelflugkleid wird vom Flieger durch den oben zu öffnenden Rumpf bestiegen, wobei die Füße durch die unten am Rumpf befindlichen Gehschlitze 43 wieder heraustreten.
  • Der Körper des Fliegers wird mittels der Tragweste I3 und der Gurthose I3' innerhalb des Rumpfes I am Traggestell II befestigt. Der obere Einsteigschlitz I6 wird geschlossen und die Schulterstützen II werden gegeneinander durch die Verschnürung I4 verspannt. Der aus dem Rumpf herausragende Kopf des Fliegers wird zur Herabsetzung des Luftwiderstandes verkleidet bzw. durch eine anliegende Gummihaube bedeckt.
  • Nach Spannen des Schwanzsteuers 9 ergreifen die Hände des Fliegers die Kurbeln des Handantriebs 32 an der Steuerstange 4, um die erforderlichen Steuerbewegungen auszuführen.
  • Der Flieger kann sich nunmehr mit dem angefügten Muskelkraft-Segelflugkleid in vorgebeugter Körperlage frei bewegen und einen günstigen Startplatz aufsuchen. Durch Strecken und Beugen der Beine wird das Flugzeug entweder vom Baden abgehoben- oder wieder aufgesetzt.
  • Beim Start zieht der Flieger ein Bein in den Rumpf i ein und setzt den Fuß auf die mit Riemenbügel versehene Pedale am Pedalenrad 34. Nachdem das Flugzeug durch Betätigung des Handantriebs 32 und Treten mit dem im Rumpf befindlichen Fuß in die Pedale Vortrieb erhält, wird mit dem noch am Boden befindlichen Fuß abgestoßen, oder es werden kurze Laufbewegungen ausgeführt.
  • Nach Einziehen des zweiten Fußes, wobei sich der Laufschlitz 43 durch die Gummisäume selbsttätig schließt, und Aufsetzen des Fußes auf die freie Pedale ist der Start beendet. Zum Start von ebener Erde steht außer dem Handantrieb 32 und Fußantrieb 34 der Höhenunterschied des gestreckten Fußes bis Unterkante Gleitkufe 2, das ist etwa 30 cm, als Startgefälle zur Verfügung.
  • Dem Start, welcher zweckmäßigerweise von einem erhöhten Punkt oder auf Gefällstrecke erfolgt, schließt sich durch Betätigung des Hand- und Fußantriebs der Muskelflug bis zum Versagen der Körperkräfte an. Voraussichtliche Flugdauer des Muskelfluges 2 bis 3o Minuten bei einer rechnerischen Steigfähigkeit des Muskelkraft-Segelflugkleides ohne Aufwind von o bis 8 m pro Minute.
  • Der erhöhte Kraftverbrauch beim Nehmen eines Hindernisses kann durch anschließenden Rastflug mit geringerer Antriebstätigkeit oder Segelflug ausgeglichen werden. Die Dauer des Segelfluges liegt bei den Flugzeiten gleichwertiger Hochleistungs-Segelflugzeuge (Gleitzahl etwa I : 24).
  • Die zur Steuerung erforderlichen Handgriffe sind auf Reflexbewegungen des Körpers abgestimmt, so daß sie keine den Antrieb beeinträchtigende Konzentration erfordern.
  • Beim Landen wird entweder auf der Gleitkufe 2 ausgefahren oder auf den hervorgestreckten Beinen ausgelaufen, wobei die Fluggeschwindigkeit (V = etwa 9,70 m/sec) durch Zurückdrehen des Handantriebs 32 in Verbindung mit entsprechendem Steuerspiel herabgesetzt werden kann.
  • Der unerhebliche Stoß beim Auftreffen des Flugzeuges kann durch das geringe Gewicht und die niedere Sinkgeschwindigkeit (vsink = etwa o,4o m/sec) von den Beinen des Fliegers unbeschadet aufgenommen werden. Das Öffnen der Laufschlitze zur Freigabe der Füße erfolgt selbsttätig durch Hintreten auf die mit Gummisaum versehenen Laufschlitzränder 43.
  • Beim Falten des Muskelkraft-Segelflugkleides werden der Schirmkopf 5 des Rumpfes I und das Steuer 9 entspannt und die Schirmstäbchen I9 des Flügels an den Flügelholm I7 angeklappt.
  • Zum Zusammenlegen werden die beiden Flügel nach Lösen der vorderen Flügelspanndrähte Io von der Gleitkufe 2 und Öffnen der Schulterstützenverbindung I4 an das senkrecht gestellte, entspannte Steuer 9 aneinandergelegt, was vorzugsweise dadurch erleichtert wird, daß die hörnerartigen Schulterstützen II' am Traggestell II gelenkig festgemacht werden.
  • Zur näheren Erläuterung sei abschließend noch ein Beispiel angeführt:
    Wenn ein Profil NACA 23 oI2 gewählt wird, dann ergibt sich: ca (Auftriebsbeiwert angenommen) . I,2 cwp (zugehöriger Profilwiderstand) . o,oI4 cwi (induzierter Widerstand) ...... o,o229 cws (schädlicher Widerstand) ...... o,oI6 cwges (Gesamtwiderstand) ........ o,o529. Hieraus errechnet sich vsink (Sinkgeschwindigkeit) ........ o,4I9 m/sec N (Leistungsbedarf des Muskelkraft-Segelflugkleides) ............... 44,8 secmkg V (Fluggeschwindigkeit) .......... 9,52 m/sec W (Flugwiderstand) .............. 3,84 kg Z (Gleitzahl) ..................... I : 22,7 Steigfähigkeit des Muskelkraft-Segelflugkleides nach vorstehend gewählten Ausmaßen .................. I,I cm/sec, das sind 66 cm pro Minute.

Claims (9)

  1. PATENTANSPRÜCHE: I. Muskelkraft-Segelflugkleid in Form eines Hochleistungs-Segelflugzeuges mit Muskelkraft-Antriebsvorrichtung, dadurch gekennzeichnet, daß das Segelflugkleid im Gesamtgewicht einer normalen menschlichen Traglast dem menschlichen Körper als Flugprothese anfügbar ist, derart, daß unter Aufrechterhaltung genügender Bewegungsfreiheit der Mensch in vorgebeugter Haltung einen voneinander unabhängigen Handantrieb (32) und Fußantrieb (34) betätigen kann.
  2. 2. Muskelkraft-Segelflugkleid nach Anspruch I, dadurch gekennzeichnet, daß sowohl der Rumpf (I) mit der Steuerfläche (9) als auch die Tragflächen (I8, I9) falt- und zusammenklappbar sind.
  3. 3. Muskelkraft-Segelflugkleid nach Anspruch I und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der zusammenlegbare Rumpf (I) ausschließlich aus Stoff, vorzugsweise aus einem imprägnierten Stoff, gebildet ist und sein Kopf (5) schirmartig aufspannbar bzw. zusammenklappbar ausgebildet ist, wobei eine als Spannstab dienende Gleitkufe (2) vom Rumpfkopf (5) bis zu einem Ringstück (6) am hinteren Ende des Segelflugkleides geführt ist.
  4. 4. Muskelkraft-Segelflugkleid nach Anspruch I bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß im Rumpf (I) gummibesäumte, überlappte Längsschlitze (43) vorgesehen sind, welche sich ohne erforderliche Handgriffe beim Druck der Gliedmaßen selbständig öffnen bzw. beim Einziehen derselben wieder schließen und die zum Einsteigen in das Flugzeug sowie als Laufschlitze zum Herausstrecken und Einziehen der Beine dienen.
  5. 5. Muskelkraft-Segelflugzeug nach Anspruch i bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß ein im Rücken des Fliegers befindliches Traggestell (ii), das oben in hörnerartigen Schulterstützen (i i') endigt, zur Versteifung der Gleitkufe, als Träger des Fußantriebs und zur Lagerung der Flügelholme dient und welches durch eine angefügte Tragweste (I3) und Gurthose (I3') das Bindeglied zur Vereinigung des Fliegerrumpfes mit dem Flugzeug bildet.
  6. 6. Muskelkraft-Segelflugkleid nach Anspruch I bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Flügelgerüst der elastischen Leichtflügel vor dem Flügelholm durch schlingenförmige, in sich verzwirnte Querträger (I8) gebildet wird, welche in Verbindung mit der netzartigen Längsverspannung (I2) vor dem Flügelholm eine röhrenförmige Zugzone bilden, welche das Ausknicken des Flügelholms in Flugrichtung verhindert.
  7. 7. Muskelkraft-Segelflugkleid nach Anspruch I bis 6, gekennzeichnet durch Faltbarkeit des Leichtflügels, derart, daß das Flügelgerüst hinter dem Flügelholm durch beweglich angebrachte schirmstäbchenartige Kragträger (I9) gebildet wird, welche an den Holm angeklappt werden können und die mit ihrer Längsverspannung von Flügelspitze bis Flugzeugrumpf eine keilförmige Zugzone hinter dem Flügelholm bilden.
  8. 8. Muskelkraft-Segelflugkleid nach Anspruch I bis 7, gekennzeichnet durch eine gegabelte Seilzugdrahtstrebenanordnung (Io) für die Flügel.
  9. 9. Muskelkraft-Segelflugkleid nach Anspruch I, gekennzeichnet durch eine in der Längsachse des Flugzeugrumpfes durchlaufende, vor- und rückwärts schiebbare sowie seitlich ausdrehbare Steuerstange (4), an welcher rückwärts das Steuer (9), in der Mitte die automatische Querrudereinstellung (27) und vorn der Handantrieb (32), dessen Kurbelgriffe gleichzeitig zum Bewegen und Einstellen der Steuerstange dienen, angebracht sind. Io. Muskelkraft-Segelflugkleid nach Anspruch I bis 9, gekennzeichnet durch ein segmentförmiges, einflächiges Steuer (9), das mit Scharnier an der durchlaufenden Steuerstange rückwärts befestigt ist und durch ein kardanisch in Doppelöse gelagertes Steuereinstellstäbchen (8) auf seiner Oberseite mit dem hinteren oberen Rumpfende verbunden ist, wobei das Steuer beim Verschieben der Steuerstange als Höhen- bzw. Tiefensteuer und bei gleichzeitigem Ausdrehen als Seitenruder wirkt. II. Muskelkraft-Segelflugkleid nach Anspruch I bis Io, dadurch gekennzeichnet, daß das einflächige Steuer (9) fächerartig ausgebildet ist, wobei die einzelnen Fächerstäbchen durch ein Gummiband (23) aneinander gehalten werden und durch einen innerhalb der hohlen Steuerstange bis in Reichweite (24') des Fliegers geführten Spanndraht (24) gespannt werden können, so daß die Steuerfläche zur Verminderung des Luftwiderstandes beim Muskelflug klein gehalten und zur verstärkten Wirkung beim Segelflug gespreizt werden kann. I2. Muskelkraft-Segelflugkleid nach Anspruch I bis II, gekennzeichnet durch eine automatische Querrudereinstellung, welche aus einem Querstück (27) besteht, das innerhalb des Rumpfes auf die Steuerstange mit Rillenführung (29) aufgeschoben und durch ein Schnurgespann (28) vom Traggerüst und Rumpfende kommend gegen Verlagern und seitliches Verkanten gesichert ist und an dessen äußeren Enden (3I) der beiden Querstücksarme die zugehörigen Querruderseile so angebracht sind, daß beim Ausdrehen der Steuerstange sinngemäß die Querruder (25) eingestellt werden, ohne daß das Verschieben der Steuerstange zum Einstellen des Steuers behindert wird. I3. Muskelkraft-Segelflugkleid nach Anspruch I bis I2, gekennzeichnet durch einen an der Steuerstange angebrachten, an sich bekannten Handkurbelantrieb (32) mit Kraftübertragungswelle (32') innerhalb der hohlen Steuerstange zu dem am vorderen Ende der Steuerstange angebrachten Propeller, welcher so weit vor der Rumpfspitze angeordnet ist, daß das Verschieben der Steuerstange zum Einstellen des Schwanzsteuers nicht behindert wird. I4. Muskelkraft-Segelflugkleid nach Anspruch I bis I3, gekennzeichnet durch ein im Flugzeugrumpf am Traggestell einseitig angebrachtes, an sich bekanntes Pedalenleichtrad (34) mit geschlossenem Keilriemenantrieb (36) zu den an den Flügeln befindlichen Propellern mit elastisch gelagerter Propellerwelle (37), welche um die Propellerblattbreite vor die Flügelnase vorgezogen ist. 15. Muskelkraft-Segelflugkleid nach Anspruch i bis 14, gekennzeichnet durch automatisch sich einstellende Fahnenleichtpropeller (35).
DES23786A 1951-07-04 1951-07-04 Muskelkraft-Segelflugkleid in Form eines Hochleistungs-Segelflugzeuges mit Muskelkraft-Antriebsvorrichtung Expired DE913856C (de)

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DE (1) DE913856C (de)

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