-
Spritzpistole mit einer durch Magnetanker angetriebenen Kolbenpumpe
zur Zerstäubung von Flüssigkeiten Die Erfindung betrifft eine Spritzpistole mit
einer durch Magnetanker angetriebenen Kolbenpumpe zur Zerstäubung von Flüssigkeiten.
Es sind derartige Vorrichtungen bekannt, bei denen das Rückschlagventil in einem
herausnehmbaren Einsatzstück untergebracht ist, in dem auch die Druckkammer angeordnet
ist. Die Flüssigkeit wird dabei durch die Saugwirkung des Kolbens in die Druckkammer
gefördert.
-
Die Erfindung bezweckt eine Verbesserung der Flüssigkeitszuführung
sowie einen Ausgleich des Verschleißes der Einzelteile und stellt somit einen wesentlichen
Fortschritt gegenüber bekannten Spritzvorrichtungen dieser Art dar. Da der Saugwirkung
Grenzen gesetzt sind, wird es bei den bekannten Vorrichtungen als Mangel empfunden,
daß nur leichte und dünne Flüssigkeiten Verwendung finden können und der Strom des
Spritzgutes, z. B. einer Flüssigkeit, nicht regulierbar ist. Weiterhin setzt bei
den bekannten Spritzpistolen der Spritzstrahl dann aus, wenn bei nicht genügend
gefülltem Saugbehälter die Pistole schräg nach oben oder unten geneigt wird. Schließlich
führt der durch Reibung zwischen Kolben und Magnetanker entstehende Verschleiß zu
einer unerwünschten und nur schwer ausgleichbaren Veränderung des Kolbenhubes.
-
Gemäß der Erfindung werden diese Nachteile dadurch beseitigt,- daß
an dem Pumpenzylinder ein das Spritzgut enthaltender Becher oder eine Schlauchtülle
derart angeordnet ist, daß die Spritzflüssigkeit
im Fallstrom oder
durch Druckluft über ein Regulierventil in den Pumpenzylinder gelangt und ein unterhalb
des Pumpenzylinders angeordneter Saugbecher zugleich als Rücklaufgefäß für den überschüssigen
Teil der zur Pumpenschmierung verwendeten Flüssigkeit dient.
-
Die Anordnung ist so getroffen, daß seitlich im Zylindergehäuse ein
Gewindeloch angeordnet ist, das mit dem für den Sauganschluß vorgesehenen konischen
Loch im Pumpenzylinder durch Drehen des Zylinders um go° in Deckung gebracht werden
kann. Die dem konischen Loch des Pumpenzylinders angepaßte konische Spitze der Spritzgutdüse
kann dann in das konische Loch eingeschraubt werden. Das Regulierventil wird durch
Druck auf eine in Reichweite der Finger angeordnete Fingerplatte mehr oder weniger
geöffnet, wobei die konische Spitze der Düsennadel durch Drehen einer mit der Nadel
verbundenen und mit einer Schrägfläche versehenen Kopfmutter gegen eine starr angeordnete
ebenfalls mit einer Schrägfläche versehene Stopfbuchse des Zylindergehäuses mehr
oder weniger aus der konischen Vertiefung der Spritzgutdüse gegen die Wirkung einer
Feder herausgezogen und durch die Federwirkung wieder in die Vertiefung gedrückt
wird. Das Saugrohr wird durch einen elastischen Schlauch mit einer durchbohrten
Kugel verbunden. Die Magnetankerbleche sind in einen U-förmig gebogenen Bügel eingelegt
und darin befestigt. Der Bügel ist so gestaltet, daß einerseits ein Kragen zur Befestigung
der Druckfeder, andererseits ein rechteckiger Kasten zur Einlage einer Blechplatte
vorhanden ist. Durch die Anordnung eines oder mehrerer Fließbecher oder eines Spritzgutdrucknippels
können auch dicke und schwere Flüssigkeiten in den Pumpenzylinder befördert werden,
wobei die nach hinten zum Schmieren des Kolbens gedrückte Flüssigkeit durch den
konischen Dichtungsring abgestreift und über einen Rücklaufkanal in den Saugbecher
läuft. Die Anordnung der durch Fingerdruck regulierbaren Ventile ermöglicht den
Zulauf des Spritzgutes, z. B. einer Farbe, in der jeweils gewünschten Menge und
läßt sogar einen Mehrfarbenauftrag durch abwechselndes Öffnen und Schließen zu.
Bei Benutzung der Saugeinrichtung fällt die mit dem Saugrohr elastisch verbundene
Kugel immer senkrecht nach unten und bringt die Saugöffnung auch dann noch unter
den Flüssigkeitsspiegel, wenn bei nur wenig Flüssigkeit die Pistole schräg gehalten
wird. Die U-förmige Gestaltung des Ankerbügels ermöglicht neben der vorteilhaften
Befestigung der Magnetbleche das Einlegen einer Blechplatte, die bei Abnutzung leicht
ausgewechselt oder gegebenenfalls durch eine Beilage verstärkt werden kann, wenn
das Kolbenende durch die Reibung abgenutzt ist.
-
Abb. i zeigt die seitliche Ansicht der Spritzpistole mit Schlauchtülle
für Flüssigkeitszuführung durch Druckluft oder Fallstrom aus einem Sammelgefäß;
Abb. 2 zeigt die Draufsicht mit zwei gegenüberliegenden Farbzuführungsbehältern
(Mehrfarbenpistole); Abb. 3 zeigt die Frontansicht teilweise im Schnitt mit einem
Fließbehälter; Abb. q. zeigt die seitliche Ansicht der auf Saugwirkung eingestellten
Farbspritzpistole bei entfernten Zusatzeinrichtungen; Abb.5 zeigt die Frontansicht
des U-förmigen Ansatzes mit Magnetanker und den Ansatz im Schnitt.
-
Das auf den Pistolengriff 14 aufgesetzte Gehäuse i mit der Magnethaube
:2 enthält den Wechselstromschwingmagnet 5, dem der Magnetanker q. vorgelagert ist.
Die Magnetbleche des Schwingankers sind in einen U-förmig gebogenen Bügel 7 eingelegt
und festgenietet. Am unteren Ende des Ankers ragt der U-Bügel etwa um seine halbe
Länge über die Magnetbleche hinaus und trägt auf seinem Rücken einen Kragen 46 zur
Befestigung der Spannfeder 33. Auf der anderen Seite des Bügels ist innerhalb der
U-Schenkel durch die Stirnflächen der Magnetbleche und den aufgebogenen Rand 7a
eine kastenförmige Vertiefung entstanden, in die ein Blechstreifen 12" eingelegt
wird. Die um den Kragen .46 greifende Feder 33 drückt den Anker 4. und somit- auch
das eingelegte Blechstück 12a gegen das Ende des Kolbens i9, der durch eine Feder
36 ebenfalls gegen die Blechplatte i2ea gedrückt wird. Da die Blechplatte 12a genügend
breit und lang ist, hat der Kolben i9 eine gegen kleine Verschiebungen unempfindliche
Auflage. Eine durch die Reibung entstehende Abnutzung kann durch Auswechseln oder
Beilegen einer zusätzlichen Blechplatte ausgeglichen werden.
-
Die Feder 33 kann durch die Rändelschraube 45, die durch die Abschlußmutter
i i gesteckt ist und auf einen Federteller drückt, gespannt werden. Die Rändelmutter
.a.5 dient zur Feststellung der durch Probeversuche ermittelten Federspannung. Durch
Druck auf einen Bügel 15 wird der Magnet mit Strom versorgt. so daß der Anker 4.
in Schwingungen versetzt wird. Der Anker q. bewegt dabei den Pumpenkolben i9, wodurch
in bekannter Weise die Flüssigkeit ausgespritzt wird. Die Kappe 5o dient zum Abschluß
eines kleinen in den Griff eingearbeiteten Behälters für die Ersatzdüsen.
-
In dem Zylindergehäuse i sind zwei radial auf den Pumpenzylinder 30
gerichtete und um 9o° versetzte Gewindebohrungen 70" und 70b eingearbeitet.
Die Bohrung 70" läuft von unten nach oben, wogegen die Bohrung lob waagerecht
von der Seite her angeordnet ist. In die Bohrung 70a ist das Saugrohr 52 eingeschraubt.
Bei Bedarf wird nach Lösen des Saugrohres 5 2 der Pumpenzylinder 30 um 9o°
gedreht, so daß die in die Bohrung lob eingeschraubte konische Spitze der Spritzgutdüse
81 in die Vertiefung 38 des Pumpenzylinders 30 eingreifen kann. Wie aus Abb.
2 ersichtlich ist, kann auch von beiden Seiten je eine Spritzgutdüs.e, z. B. eine
Farbdüse, eingeschraubt werden, für die eine zusätzliche Vertiefung und zusätzliche
Bohrung im Gehäuse vorgesehen sein muß. In diesem Fall kann abwechselnd mit zwei
Farben gespritzt werden.
-
Die Schmierung des Pumpenzylinders 3o erfolgt durch die zur Ausspritzung
gelangende Flüssigkeit. Durch den Druck der Pumpe gelangt etwas Flüssigkeit
in
die Zylinderbohrung Sod und verhindert, daß der Kolben i9 trocken läuft. Die Flüssigkeit
läuft durch das Loch 37 und die Bohrung 16 in den Becher 26. Um zu verhindern, daß
die Flüssigkeit in den Mechanismus eindringt, ist eine konische Dichtung 17 vorgesehen,
die durch die Feder 36 in eine konische Vertiefung des Pumpenzylinders eingedrückt
wird. Sollte trotzdem etwas Flüssigkeit durch die Dichtung 17 durchtreten, so wird
diese über eine unmittelbar hinter dem Pumpenzylinder angeordnete Vertiefung 71,
die durch einen Schrägkanal 1611 mit dem Hauptrücklaufkanal 16 in Verbindung steht,
in den Becher 26 zurücklaufen.
-
Wie schon erwähnt, hat die Farbdüse 81 auf der einen Seite eine konische
Spitze, die der konischen Vertiefung 38 des Pumpenzylinders 3o angepaßt ist. Auf
der anderen Seite ist eine konische Vertiefung angeordnet, in die die Düsennadel
84 eingreift. Die Farbdüse 81 ist in eine Längsbohrung des Gehäuses 82 eingeschraubt,
die mittels der Schraube 79 und der Hülse 78 auf dem Deckel 25 des Saugbehälters
26 eine Stütze findet. Die Längsbohrung des Gehäuses 82 ist durch die Stopfbuchse
8o verschlossen, durch die die Düsennadel 84 gesteckt ist. Die konische Spitze der
Düsennadel 84 wird in eine entsprechende Bohrung der Farbdüse 81 durch die um die
Nadel 8.4 geliagerte Feder 85 gedrückt. Auf der anderen Seite drückt die Feder 85
die konisch geformte Lederdichtung 9o in eine konische Bohrung der Stopfbuchse und
verhindert so den Austritt der Flüssigkeit. Auf der Stopfbuchse 8o ist die Schrägfläche
Boa angeordnet, die der gleichartigen Schrägfläche 75a auf der mit der Düsennadel
84 durch Schraubgewinde verbundenen Kopfmutter 75 in geringem Abstand gegenüber
angeordnet ist. Dieser Abstand kann durch Drehen der Düsennadel 84 im Gewinde der
Kopfmutter 75 eingestellt und durch die Schraube 76 fixiert werden. Im Gehäuse 82
ist ein Gewindeloch 89 angeordnet, das mit der Längsbohrung 9i des Gehäuses 82 in
Verbindung steht. In dieses Gewindeloch 89 kann entweder der Nippel 83 des Fließbechers
88 (Abb. 3) oder die SchlauchtÜlle 72 für den Anschluß an einen Sammelbehälter eingeschraubt
werden. Die Dichtung 87 schützt dabei gegen Auslaufen der Flüssigkeit. In die Kopfmutter
75 ist eine gebogene Stange 73 mit dem Griff 74 so eingeschraubt, daß der Griff
in Reichweite des Zeigefingers oder des Daumens steht. Wird auf diesen Griff 74
gedrückt, so dreht sich die Kopfmutter 75 zusammen mit der Düsennadel 84. Die drehbare
Schrägfläche 75a gleitet dabei über die Schrägfläche Boa und zieht je nach dem Grad
der Drehung die Kopfmutter 75 mehr oder weniger von der starr angeordneten Stopfbuchse
8o ab. Die mit der Kopfmutter 75 verbundene Düsennadel wird so gegen den Druck der
Feder 85 aus dem Gehäuse 82 und somit auch aus der Farbdüse 81 herausgezogen. Solange
die Schrägflächen noch aufeinander liegen, drückt die Feder 85 selbsttätig die Düsennadel
84
wieder in das Gehäuse 82 hinein. Eine bei Dauerbetrieb erwünschte Feststellung
der Düsennadel 84 bei geöffneter Düse kann herbeigeführt werden, indem die beiden
den Schrägflächen 84a und 75a vor- j gelagerten Ebenen Bob und 75U durch Weiterdrehen
aufeinander zu liegen kommen.
-
Das Ansaugrohr 52 hat an seinem unteren Ende die Schlauchtülle 3i11,
die mittels eines dünnen Schlauches mit einer zweiten Schlauchtülle 31c verbunden
wird. Diese Schlauchtülle 3i11 sitzt auf einer durchbohrten Kugel 92. Wird die Spritzpistole
schräg gehalten, so zieht das Gewicht der Kugel den Schlauch senkrecht nach unten,
so daß die Ansaugöffnung 93 der Kugel 92 auch bei fast leerem Behälter immer noch
unterhalb des Flüssigkeitsspiegels zu liegen kommt.