DE9114C - Neuerungen an Typen-Setz- und Ablege-Maschinen - Google Patents
Neuerungen an Typen-Setz- und Ablege-MaschinenInfo
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Description
1879.
Klasse 15.
CARL GUSTAV FISCHER in Schloss HOLTE (Westfalen) und ALFRED von LANGEN in DÜSSELDORF.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 22. Juni 1879 ab.
Das Princip der vorliegenden Erfindung ist: die Lettern, welche in den, in mehreren Reihen
hinter einander senkrecht stehenden Speichern auf der Kegelseite parallel mit der Längsrichtung der Maschine liegen, welche ferner durch
ihre eigene Schwere nachrücken und deren unterste nur mit einem Theil ihrer Grundfläche
■ auf dem Speicherfufs ruht j durch den Stofs
eines mit der Taste verbundenen Stöfsers auf einen sich in der Längsrichtung der Maschine
bewegenden endlosen Riemen zu werfen, sie durch diesen nach den Aufhaltern der Ablegemaschine
bezw. nach dem Sammeltrichter der Setzmaschine zu tragen und in letzterem Falle nach Ueberführung in die senkrechte Stellung
in eine unabhängig vom Setzer nach Füllung einer Zeile selbstthätig um eine solche vorrückendes
Satzschiff eintreten zu lassen.
Die beiden Haupttheile der Maschine, die ebensowohl zu einer Maschine combinirt als
auch als zwei von einander gesonderte Maschinen aufgestellt werden können, haben Gestell,
Riemenführung und Betrieb, sowie die Klaviatur gemeinsam.
Die in der nachstehenden Beschreibung angewendeten Richtungsbezeichnungen verstehen
sich so, dafs die Klaviatur als an der Vorderseite und das Satzschiff als an der rechten
Seite liegend angenommen wird. Es ist also bei den Fig. 2, 3, 4, 5 und 13 die linke Seite der
Zeichnungen als vorn, die rechte Seite als hinten zu verstehen.
Die beiliegenden Zeichnungen stellen dar:
Fig. ι eine Totalansicht der Maschine von der Klaviaturseite aus gesehen, zum Setzen vorgerichtet,
mit nur theilweise gezeichneter Ablegeplatte,
Fig. 2 und 3 einen Verticalschnitt und ein Stück Grundrifs der oberen Theile der Setzmaschine,
Fig. 4 und 5 dasselbe von der Ablegemaschine mit Weglassung der Klaviatur und verkürzt gezeichneter
Ablegerinnenplatte,
Fig. 6 das Satzschiff mit dem Sammeltrichter,
Fig. 7 und 8 Ansicht eines Speichers von vorn und von unten,
Fig. 9 und 10 Längsschnitt und Ansicht von
rechts vom getheilten Speicher,
Fig. 11 und 12 Oberansicht und Schnitt der
Vorrichtung zum Auswerfen des Ausschlusses,
Fig. 13 Ansicht der Letternausstofs - und Regulirvorrichtung der Ablegemaschine von
rechts,
Fig. 14 und 15 Querschnitt und Grundrifs
einer Aenderung an der Ablegemaschine,
Fig. 16 und 17 . Grundrifs und Querschnitt
des Kanals e1.
Die Klaviatur, Fig. 2 und 3, enthält mehrere hinter- und übereinander liegende Reihen von
Tasten ' a; ein Druck hierauf wirkt vermittelst eines quadratischen Stifts b, auf dem die Tasten
befestigt sind, und der mit Blechen zugedeckten Nuthen der Leisten c auf und ab beweglich
ist, auf den waagerechten Schenkel eines Winkelhebels d, dessen anderer nach unten stehender
Schenkel in den Nuthen der Platte h geführt wird, auf die in diesen Nuthen eingepafsten
quadratischen Schieber e. Die Winkelhebel haben ihren Drehpunkt auf den Stiften/", welche
in Längsnuthen des Rechens g gelagert und befestigt sind.
Die Schieber e haben ihre obere' Führung an der Längsleiste des Rechens.
Bei der Setzmaschine treffen diese Schieber e mit ihrem hinteren Ende auf die in die untere
Seite der Setzplatte i eingelassenen Schieber k, welche mit ihrem hinteren, auf Letterndicke
zugespitzten Ende gerade an den Kopf der untersten, im Speicher / liegenden Letter stofsen.
Der Speicher /, Fig. 2, 3, 7 und 8, eine
durch mehrere Stege verbundene Doppelrinne, hat in der Höhe der Oberfläche der Setzplatte
ein Paar Ansätze m, mit welchen er auf derselben aufliegt und welche ihn so tief in dieselbe
eingehen lassen, dafs der Schieber k genau die unterste Letter trifft. Der Fufs des
Speichers ist vorn durch das Blech η geschlossen ; dieses ragt unten um Letterndicke
über den Speicher hinaus, hat links eine Oeffnung für den Eintritt des Schiebers k und
bildet unten einen sich nach hinten biegenden rechten Winkel 0, Fig. 7 und 8, der den Speicherkanal
zur Hälfte, und zwar in der Diagonale so verschliefst, dafs die Lettern, welche mit
dem Kopfe links liegen, mit diesem ganz, mit dem Fufs aber garnicht aufliegen. Das Schlufs-
blech ο und seine schmale Fortsetzung nach
-hinten p sind also um Letterndicke von der unteren Fläche des Speichers q, deren hintere
Längsseite hier etwas mehr als Kegelbreite, hat, entfernt. Wird die Letter nun durch den
Schieber k mit ihrem Kopfe auf den Fortsatz ρ hinausgeschoben, so schwebt der übrige Theil
frei, sie fällt mit ihrem Fufse auf den Riemen r, der, etwas tiefer als dickste Letterndicke unter
der Setzplatte herlaufend, sie von dem Fortsatze /: herunterzieht und weiter führt. An der
Rückseite des Speichers ist noch das Stofsblech ί angebracht, welches verhindert, dafs der
Kopf der Letter durch den schnellen Stofs weiter geschleudert wird als nöthig, wodurch
die Letter in unrichtige Lage auf den Riemen zu liegen kommen würde. Aus dem Speicher
ist unten gerade über dem Fortsatze p ein kurzes Stück ausgespart, um dem Letternkopfe
beim Herabsinken des Fufses auf den Riemen eine kurze Bewegung nach oben zu gestatten.
Die Setzplatte / hat den Zweck, die Speicher zu tragen, sie in richtiger Lage zu den Schiebern
k zu halten und den letzteren zur Führung zu dienen. An der Vorderseite der Setzplatte
sind die Federn t angebracht, welche, in Durchbohrungen der Schieber eingreifend, diese nach
jedem Tastendruck wieder zurück- und die Taste in die Höhe schieben. Der nach unten
gebogene Haken an der Vorderseite der Schieber begrenzt, in Verbindung mit den beiden
Leisten u und v, den Hub der Schieber und der Tasten. Die Leiste υ kann nach seitlicher
Verschiebung ab- und dann jeder Schieber leicht herausgenommen werden.
Die Setzplatte ist links an dem Zapfen x, Fig. i, drehbar und kann bis zur senkrechten
Stellung aufgeklappt werden, wobei sie sich auf das Consol y stützt. Vor dieser Manipulation
mufs jedoch die Klaviatur auf den Consolen ζ um soviel nach vorn gezogen werden,
dafs die Schiene ν hinter den Spitzen der Schieber e passiren kann, welche letztere am
weiteren Vorgehen durch Niederlegen der Leiste ml gehindert werden.
Damit bei diesem Aufklappen die unterste in den Speichern liegende Letter nicht aus
ihrer richtigen Lage herausrücken kann, ist die linke Speicherwand in dem Ansatz a\ Fig. 7,
nach unten bis auf das Schlufsblech 0 fortgesetzt.
Um der Setzplatte und somit auch der Klaviatur eine möglichst geringe Länge zu geben,
sind die Speicherlöcher in mehreren Reihen hinter einander so geordnet, dafs die nächst
hintere Reihe immer um eine Schieberdicke weiter nach der Seite liegt. Dadurch entstehen
wieder die treppenartigen Querreihen der Speicherlöcher, die soweit von einander entfernt
sind, dafs die dazwischen liegende Metalldicke eben Raum genug bietet für bequeme Lagerung
der Schieber.
• Der die ausgestofsenen Lettern weiter transportirende
Riemen r, welcher etwas breiter ist als die Setzplatte, läuft über zwei Rollen ί>\
zwischen welchen er von einer glatten, gelochten oder mit Plüsch oder Fell überzogenen Platte η *
getragen wird.
Um die auf den Riemen fallenden Lettern in einer gemeinsamen schmalen Fallrinne zu
sammeln, sind über der rechtsliegenden Rolle zwei gebogene Leitschienen cl, Fig. 1, angebracht,
welche dicht bis auf den Riemen herunterreichen. Die mit ihrem Fufse in stumpfem
Winkel antreffende Letter wird von diesen Schienen in die Mitte des Riemens geleitet und
durch den gebogenen Kanal d' in senkrechte Lage gebracht. Die Letter steht nun in einem
Kanal e1, wo sie durch den sich mit grofser Geschwindigkeit um etwas mehr als den Betrag
einer dicksten Letternstärke ' bewegenden Stöfser/1 vorwärts getrieben wird. Das durch
eine Schnur von der Rolle i1 getriebene Excenter
o' treibt den Stöfser vor, und eine Spiralfeder zieht ihn zurück.
Der Deckel der Fallrinne dl hat sein unteres
Ende etwas höher vom Grunde des Kanals e\ als die Letternhöhe beträgt. Damit eine Verletzung
der Lettern nicht vorkommen kann, wenn dieselben noch nicht ganz in die Oeffnung
der Fallrinne eingetreten sein sollten, ist der Deckel der letzteren beweglich, damit er
einem von innen kommenden Drucke leicht nachgeben kann.
Der Kanal e' mündet in die auf etwa halbe
Letternhöhe eingehobelten Rinnen des Satzschiffes g1, welches, sich dicht anschliefsend,
so vor dem Kanal i1 herbewegen läfst, dafs
die gerade davorstehende Rinne die geradlinige Fortsetzung von jenem bildet. Das Satzschiff
wird durch die Feder h', welche durch eine über die Rolle pi gewundene Schnur mit demselben
verbunden ist, nach hinten gezogen. Diese Bewegung wird jedoch aufgehalten durch
den Sperrhaken i1, welcher, durch eine Feder nach unten gedrückt, sich in diejenige Rinne
des Satzschiffes einstemmt, welche in gerader Fortsetzung des Kanals e1 steht. Ist die Zeile
voll, so hebt das sich keilartig unter den Sperrhaken schiebende Klötzchen q' denselben über
die Oberfläche des Satzschiffes heraus, wonach dieses durch die Kraft der Feder nach hinten
gezogen wird.
Die hintere Seitenwand des Kanals e1 ist
von innen aus etwa um dickste Letterndicke schräg so weggenommen, dafs sie mit ihrer
hinteren Kante wieder an das Satzschiff anschliefst, damit, wenn beim Vorrücken des
Schiffes eine Letter gerade auf dem Schnittpunkte stehen sollte, das Schiff doch nicht im
Weitergehen gehindert wird. Die Letter wird dann mitgenommen und durch die schiefe
Ebene allmälig in die Zeile hineingedrängt.
Die Verschiedenheit der Letterndicke erfordert noch eine andere Einrichtung. Wenn z. B. .
während des Vorrückens auf dem Schnittpunkte eine Partie dünner Lettern stehen, so wird durch
die Reibung derselben unter einander auch
wohl die zweite und dritte Letter theilweise mitgehen, und werden diese dann, durch die
schiefe Ebene an die Rippe des Satzschiffes gedrängt, sich zwischen diesen beiden festklemmen
und den correcten Gang hemmen. Um dies zu vermeiden, ist noch eine besondere Vorrichtung, Fig. 16 und 17, angebracht, welche
nur derjenigen Letter mitzugehen gestattet, welche vom Satzschiff ergriffen ist. Die schiefe
Ebene des Kanals ist in der Mitte, Fig. 17, durchbrochen; diese Aussparung ist ausgefüllt
durch eine Reihe in der Führung z4 geführter
und durch die Federn ei nach vorn gehaltener Schieber A4, welche in ihrer Ruhelage mit ihren
Spitzen die hintere Innenwand des Kanals wieder in gerader Linie schliefsen. Von diesen
Schiebern werden im Falle nur diejenigen zurückgeschoben, gegen welche die Letter drängt,
die von der Rippe des Satzschiffes bereits ergriffen ist. Das Blech /' hat den Zweck, die
Lettern an der linken Seite des Schiffes am Herausfallen zu hindern.
Um das Auswechseln der Speicher zu erleichtern und diese einfacher herstellen zu können,
ist der Fufs von dem längeren Theile derselben getrennt.
Der Fufs wird dann von der Unterseite der Setzplatte aus durch eine Schraube oder Feder
in dieser festgehalten. Um den langen Speichertheil r', Fig. 9 und 10, in dem Fufs sl festzuhalten,
ist oben am Fufse als Fortsetzung der Ansätze m ein erweiterter Rand tl angebracht,
der den Langtheil r1 so umfafst, dafs seine Letterrinne genau mit der des Fufses zusammenfällt.
Die Feder ul klemmt die unterste Letter
fest an die gegenüberliegende Wand der Rinne und bewahrt somit die ganze Letternsäule vor
dem Herausfallen. Beim Einstecken des Langtheils r% in den Fufs hebt sich die Feder «'
von der schiefen Fläche des Ansatzes m und läfst dadurch der Letternsäule freien Lauf, während
sie dieselbe beim Herausziehen von selbst wieder arretirt.
Damit der Setzer die Füllung der Speicher fortwährend im Auge hat und um zugleich die
oberste Letter beim Aufklappen der Platte vor dem Umfallen zu bewahren, liegt oben auf der
Letternsäule das Beschwerklötzchen ν \ welches an einem in Winkel zur Seite aus dem Speicher
herausragenden Drahtarme ein Plättchen mit der betreffenden Type trägt (s. z. B. i>mi in
Fig· 7)·
Die Anordnung der Tasten in der Klaviatur ist von der Construction der Maschine gänzlich
unabhängig; dieselbe wird am besten so getroffen, dafs die Gemeinen nach dem Giefszettel
von rechts nach links, dann die Ligaturen und Interpunctionen mit den Ziffern in der
obersten Reihe und links die Versalien, in der untersten Reihe aber zur linken Hand die Ausschliefsungen
liegen. Weiter links würde man dann bei Maschinen für Antiquasatz Cursiv und
Capitälchen placiren. . ,
Das hier angewendete Frincip der Lettertransportirung
durch den endlosen Riemen erlaubt das Anschlagen mehrerer von rechts nach links hinter einander liegender Typen zu gleicher
Zeit.
Die Ablegemaschine soll die aus einem Speicher in ähnlicher Weise, wie oben beschrieben,
ausgelösten Lettern des abzulegenden Satzes auf den Riemen legen, von wo sie durch bogenförmige
Aufhalter, welche sich bei dem entsprechenden Tastendrucke auf den Riemen heruntersenken
bezw. vorschieben, von diesem herunter über eine schiefe Ebene in die Ablegerinne
übergeführt und in dieser dann durch einen Stöfserrechen aufgerichtet und weiter geschoben
werden.
Soll nach dem Setzen abgelegt werden, so klappt man die Setzplatte nach links auf und
verändert den Riemenlauf von rechts nach links. Hierauf legt man die Ablegeplatte nieder, so
dafs nach Aufklappen der Leiste m\ Fig. 4,
die Schieber der inzwischen wieder zurückgeschobenen Klaviatur gerade auf die vorderen
Spitzen der Ablegeschieber, welche aus den beiden Theilen w und w1 bestehen, treffen.
Diese Schieber sind in ähnlicher Weise in der Ablegeplatte gelagert und geführt, wie die
Schieber e und werden durch die Federn xx
und x2 nach vorn gehalten. Ihre Hubbegrenzung finden die Schieber w nach hinten durch
Antreffen der Feder xi und die Schieber w\
nach vorn durch Antreffen der Nase ζ' an die Deckleiste y'. An ihrem Ende biegen sich die
Schieber w% mit dem Haken a2 nach oben
und sind seitlich so weit gekröpft, dafs dadurch eine gleichmäfsige Vertheilung der Endspitzen
bewirkt und doch der nöthige Hub nicht durch die Nebenschieber gehemmt wird.
Der Haken a2 trifft mit seinem oberen Ende
auf den einen Schenkel eines Winkelhebels b2, dessen anderer Schenkel auf den senkrechten
quadratischen Schieber c2 wirkt. Dieser ist in derselben Weise gelagert und geführt, wie die
Tastenstifte b, wird durch die Feder d2 in die
Höhe gehalten und trägt unten das bogenförmige Aufhalterplättchen e2, welches noch auf
der vorderen Seite in einem Schlitze der Platte/2 geführt wird. Die hintere Seite dieses
Plättchens trifft auf die linke Kante der entsprechenden Rinne der schiefen Ebene g2, in
welche die Letter durch die Bogenform des Aufhalterplättchens und die treibende Kraft
des darunter hergleitenden Riemens geleitet wird. Im Ruhestande der Aufhalterplättchen
geht die Letter unter denselben durch. In den Rinnen der schiefen Ebene gleitet die Letter
durch ihre eigene Schwere, bis sie am Ende derselben, etwa um ihre halbe Länge nach
unten fallend, von dem Stöfser h2 in die senkrechte
Stellung aufgerichtet und um ihre Dicke weitergeschoben wird. Die Lettern lehnen sich
an die Beschwerklötzchen ks, welche beim
Beginn des Ablegens dicht an der Fallrinne liegen. .
Der Stöfserrechen kl ist eine quer an der
ganzen Ablegerinnenplatte m 4 hergehende Leiste,
welche durch die Excenter ζ'3 vorgestofsen und von Spiralfedern zurückgezogen wird und welche
an der der Ablegerinnenplatte zugewendeten Seite so eingeschnitten ist, dafs für jede Rinne
ein Zahn stehen bleibt, der in dieselbe um die Tiefe des Hubes hineintreten kann. Die Beschwerklötzchen
/F haben an ihrer Oberseite, wie die des Satzschiffes, eine schiefe Ebene
und diesseits vor der höchsten Spitze derselben einen Absatz, so dafs, wenn eines derselben,
nach Füllung der entsprechenden Rinne, die um die Axe P drehbare Leiste m3 gehoben
hat, jene beim Weiterschieben mit ihrem nach unten gebogenen Vordertheile in den Absatz
einfällt und den durch einen federnden Draht an der Axe I3 befestigten Hammerknopf «3 an
die Glocke o3 anschlägt, um damit das Zeichen zu geben, dafs eine Rinne gefüllt ist.
Das .heruntergeschobene Aufhalterplättchen mufs so lange auf dem Riemen liegen bleiben,
bis eine andere Taste angeschlagen wird, und mufs dann von selbst in seine Ruhelage zurückkehren.
Zu diesem Zwecke hebt die Nase z1 beim Vorgange des Schiebers das leicht in den
Lagern k2 drehbare Arretirblech z'2, bis nach
Vollendung des Hubes die Spitze der Nase z' in die Rinne des Arretirbleches eingreifen und
letzteres wieder niederfallen kann. Der Ansatz des Bleches z2 ist vor der Rinne etwas dicker,
so dafs es also an diesem Punkte am höchsten gehoben wird, und zwar so hoch, dafs die
Nase z1 des vorher arretirten Schiebers aus
der Rinne austritt und letzterer infolge Wirkung der Feder a2 wieder nach vorn und das Aufhalterplättchen
nach oben gezogen wird.
Zum Behufe der Letternausstofsung aus dem Speicher wirkt aufserdem der Tastendruck durch
den Haken I2 auch noch auf das Blech »z2,
indem er dasselbe etwas um seine Axe dreht. Durch diese Drehung soll zweierlei erreicht
werden, erstens die Ausstofsung der Letter aus dem Speicher s2 und zweitens die Regulirung
der Speicheröffnung auf Letterndicke. Das Blech Ot2 wird durch die Feder u2 immer an
die Spitzen der Haken P angedrückt.
Die Bewegung der Axe ;»2 bewirkt das Ausstofsen
vermittelst des Hebels n2, Fig. 13, welcher
auf eine auf dem Stöfser i>2 verschiebbare
Büchse ß2 wirkt. Zwischen dieser Büchse und
der auf dem Stöfser aufgeschraubten Mutter q*
ist eine Spiralfeder aufgesteckt, so dafs ein Schub des Hebels und der Büchse erst dann
den Stöfser in Bewegung setzen kann, wenn die Oeffmmg des Speichers s2 auf die Letterndicke der untersten Letter regulirt ist.
Der Hub des Stöfsers wird durch Antreffen der Mutter q2 an das Lager t2 begrenzt. Der Fufs
des Ablegespeichers und der Stöfser sind in ähnlicher Weise construirt wie die Satzspeicher,
doch wird es hier angemessener sein, dem Stöfser hinten die Breite der Letternlänge (Höhe)
zu geben, und das Schlufsblech nicht diagonal abzuschneiden, sondern seine hintere Kante.
mit der hinteren Innenwand des Speichers in einer Richtung zu lassen. Zur Sicherung der ;
richtigen Lage der Lettern auf dem Riemen ist noch der kleine Trichter c3, Fig. 5, angebracht,
welcher in der Weise wirkt, wie die Leitschienen der Setzmaschine.
Die Regulirung der Speicheröffnung wird bewirkt durch die verschiedene Länge der waagerechten
Haken an den Schiebern I2. Die Haken derjenigen Schieber, welche den dünnsten
Lettern entsprechen, endigen ohne waagerechten Fortsatz und treffen erst dann an das
Blech m'z, wenn der Schieber seinen halben
Lauf bereits gemacht hat, während die Haken, welche zu dickeren Lettern gehören, einen dementsprechend
kürzeren oder längeren waagerechten Fortsatz haben, so dafs die längsten Haken das Blech schon von Beginn ihres Vorschubes
an in Bewegung setzen. Die mit dem Hebel v2 verbundene Schubstange w2, Fig. 5
und 13, gleitet mit ihrem Schlitz frei auf dem Stift ji2. Erfolgt nun aber bei dickeren Lettern
eine fortgesetzte Bewegung, so greift das Ende des Schiebstangenschlitzes an den Stift y2,
schiebt den Hebel z2 nach hinten und hebt
das damit auf dem Stift d3 befestigte und in den Lagern e3 drehbare Speicherschlufsstück
in die Höhe.
Der an der Setzplatte /2 befestigte Fufs des
Ablegespeichers ist an der rechten schmalen Seite offen oder mit Glas bedeckt, so dafs sich
der Arbeiter vermittelst des kleinen Spiegels b3 immer nach dem Probedruck controliren kann.
Oben hat der Fufs einen weiteren Rand, an den ein längerer Speicher eingesetzt werden
kann.
Es ist für das Ablegen mit der Maschine von grofsem Vortheil, wenn der Ausschlufs vor
dem Ablegen aus dem Satze entfernt wird. Dies geschieht durch die in den Fig. 11 und 12
dargestellte Vorrichtung. Es ist dies eine ähnliche Rinne wie die beschriebenen Speicher,
mit einer beweglichen Seitenwand/3, die durch den Keil g 3 nach innen getrieben werden kann.
Die Ränder der Seitenwände sind so schmal, dafs sie wohl die Typen des hineingeschobenen
und festgeklemmten Satzes festhalten, Spatien, Ausschlufs und Quadrate aber durch Umkippen
des Instruments herausgeworfen werden können.
Der Satz kann ebensowohl aus Speichern als auch aus einem Schiffe abgelegt werden.
In diesem Falle wird die Ausstofs- und Regulirvorrichtung so gelegt, dafs letztere statt von
unten nach oben von rechts nach links regulirt und die Lettern in gewöhnlicher Stellung,
Bild nach oben, in offenen Reihen von links nach rechts durch bekannte Vorrichtungen
vorrücken. Die vorderste durch den Stöfser herausgestofsene Letter fällt dann, mit dem
Fufs voran, senkrecht in eine in sanftem Bogen nach links bis fast auf den Riemen führende
Rinne, durch welche sie ebenso regelrecht auf jenen gelegt wird, wie oben beschrieben.
Durch die Fig. 14 und 15 ist eine Einrichtung
dargestellt, wo die Schieber schräg liegen und die Aufhalterplättchen statt von oben nach
unten, sich von vorn nach hinten verschieben lassen.
Die Maschinen, wie vorstehend beschrieben, sind zwar für einen bestimmten Kegel eingerichtet,
gestatten aber auch die Arbeit mit den nächst höheren oder niederen Graden, da eine
so geringe Differenz, wie zwei Punkte, hier nicht in Betracht kommt. Dieselben Maschinen können
jedoch auch für alle Grade der Brotschriften bis etwa Tertia verwendet werden,
und bedarf es dazu lediglich der Auswechselung der Speicher, der Einsetzung eines anderen
Setzschiffes und der Verstellung der einen Seitenwand des Kanals und der Fallrinne, was
in kürzester Zeit zu bewirken ist.
Bei der Ablegemaschine bedarf es nur der Regulirung der inneren Weite des Speicherfufses,
des Stöfserhebers durch die Mutter ^2,
der Verstellung des Stiftesy% auf dem Hebel z2
und bei gröfseren Differenzen event, der Auswechselung der Platten g2 und /»4.
Claims (10)
- Patent-Ansprüche:ι . Die Anordnung der Setzplatte und Letternspeicher bei Setzmaschinen, die den Riemen als Typenträger verwenden, wodurch der letztere die Typen anf der ganzen Länge und Breite seiner oberen Fläche empfangt, im wesentlichen wie gezeichnet und beschrieben.
- 2. Der bewegliche Deckel an der Fallrinne.
- 3. Die Construction der Letternspeicher, besonders die des Fufses, und die Vorrichtung zum Arretiren der Lettern, im Langtheile wie beschrieben.
- 4. Die aus zwei Theilen bestehenden Schieber, wie gezeichnet und beschrieben.
- 5. Das selbstthätig vorrückende Satzschiff, im besonderen die Art der Ausrückung, Verschiebung und Arretirung desselben, sowie die schiefe Ebene mit dem Schiebersystem an dem Schnittpunkte.
- 6. Die Vorrichtungen, welche ermöglichen, die eine Maschine in die andere zu verwandeln, insbesondere die nach verschiedenen Seiten aufschlagbaren Setz- und Ablegeplatten.
- 7. Die Art des Ablegens durch Transportirung der Lettern vermittelst des Riemens nach schräg liegenden, gebogenen Aufhaltern, welche sich entweder von oben nach unten oder von der Seite her auf den Riemen schieben und so die Lettern in die seitlichen Fallrinnen leiten, sowie der aus einem einzigen Stücke bestehende Stöfserrechen, im wesentlichen wie angegeben.
- 8. Das freigehende Klötzchen k3 und Blech m3 zur Bewegung des Schlagwerkes.
- 9. Die Regulirung der Speicheröffnung durch die verschieden langen Schieberhaken, die Art des Ausstofsens der Letter und die eigenthümliche Construction der dazu gehörigen Theile.
- 10. Die Vorrichtung zum Auswerfen des Ausschlusses, im wesentlichen wie erläutert.Hierzu 2 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE9114C true DE9114C (de) |
Family
ID=286513
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT9114D Active DE9114C (de) | Neuerungen an Typen-Setz- und Ablege-Maschinen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE9114C (de) |
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0
- DE DENDAT9114D patent/DE9114C/de active Active
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