DE9112690U1 - Hochdruckentladungslampe - Google Patents
HochdruckentladungslampeInfo
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Classifications
-
- H—ELECTRICITY
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Description
Patent-Treuhand-Gesell schaft
für elektrische Glühlampen mbH, München
Die Erfindung geht aus von einer Hochdruckentladungslampe gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Es handelt sich hierbei um Metallhalogenid-Lampen. Üblicherweise besitzen sie einen Kolben aus Quarzglas.
In letzter Zeit werden Anstrengungen unternommen, um bei diesen Lampen die Farbwiedergabe zu
verbessern. Die dafür benötigten höheren Temperaturen werden durch Benutzung eines keramischen Entladungsgefäßes
erreicht. Typische Leistungsstufen sind 100-250 W. Die Enden des rohrförmigen Entladungsgefäßes
sind mit zylindrischen keramischen Endstopfen verschlossen, die mittig eine metallische
Stromdurchführung aufweisen.
Keramische Entladungsgefäße und dafür entwickelte
Einschmelztechniken sind von den Natriumhochdrucklampen her bekannt. Üblicherweise werden rohr- oder
stiftförmige Durchführungen aus Niob verwendet (GB-PS 1 465 212 und EP-PS 34 113), die mittels
Glaslot oder Schmelzkeramik in einen keramischen Endstopfen eingeschmolzen werden. Für Metallhalogenidlampen
mit langer Lebensdauer und guter Farbwiedergabe sind diese Einschmelzungen jedoch nur
bedingt geeignet, da die Metallhalogenid-Füllung
sowohl die Niob-Durchführung als auch die zur
Abdichtung verwendete Schmelzkeramik stark korrodiert. In der EP-PS 136 505 wird eine Natriumhochdrucklampe
beschrieben, bei der eine Niobrohrdurchführung aufgrund des Schrumpfungsprozesses einer
"grünen" Al2O,-Keramik direkt, also ohne Schmelzkeramik,
dicht eingesintert wird. Dies ist gut möglich, weil beide Materialien in etwa den gleichen
thermischen Ausdehnungskoeffizienten (8 &khgr; 10 K~ )
besitzen. Dadurch wird die Lebensdauer zwar verbessert, aber das Problem der Niob-Korrosion bleibt
bei der Übertragung dieser Technik auf keramische Metallhalogenidlampen bestehen.
Es ist Aufgabe der Erfindung, eine Hochdruckentladungslampe gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1
mit verbesserter Farbwiedergabe und erhöhter Lichtausbeute zu schaffen, die die guten Lichtwerte auch
über eine akzeptable Lebensdauer beibehält.
Diese Aufgabe wird durch eine Hochdrucklampe mit den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruchs 1
gelöst. Besonders vorteilhafte Ausgestaltungen finden sich in den Unteransprüchen.
Bei der Übertragung der bei Natriumdampflampen
bekannten Durchführungstechnik auf Keramiklampen mit Metallhalogenidfüllungen müssen gleichzeitig
zwei Probleme auf einmal gelöst werden: die Halogenide greifen sowohl die Schmelzkeramik als auch die
Durchführung an. Letzteres ist deshalb so problematisch, weil nur sehr wenige Metalle einen in etwa
an die Keramik angepaßten thermischen Ausdehnungskoeffizienten
besitzen, insbesondere Niob und Tantal. Aber gerade diese Metalle werden durch die
Halogenide korrodiert. Sie können daher nur verwendet werden, wenn sie vor dem Angriff der Halogenide
wirkungsvoll geschützt werden.
Die vorliegende Erfindung erreicht dies dadurch, daß die Metalle zu Durchführungen in Form an sich
bekannter Stifte verarbeitet sind. Ihr Durchmesser ist vorzugsweise 0,5 bis 1,0 mm. Als wesentlich für
die zuverlässige Dichtigkeit gegenüber dem Halogenid-Angriff hat sich herausgestellt, daß der Stift
im Stopfen direkt, also ohne Schmelzkeramik, eingesintert wird, und daß gleichzeitig darauf geachtet
wird, daß der Stift in der Bohrung des Stopfens zur Entladungsseite hin etwas zurückgezogen ist und
so die Oberfläche des Stiftes durch die Wand der Bohrung geschützt wird. Erst die Kombination aller
drei Merkmale sichert den gewünschten Erfolg. Dies wird durch die folgende Betrachtung verständlich.
Das direkte Einsintern von Durchführungen in Form dünner Stifte hat gegenüber dem Einsintern von
Rohren den Vorteil, daß Dehnungsunterschiede zwischen Keramikstopfen und metallischer Durchführung
klein gehalten werden können. Bei einer Einschmelzung spielt dieser Aspekt keine Rolle, da die
Schmelzkeramik bei den relativ kleinen Dehnungsunterschieden (einige Prozent) die Dichtung gewährleistet.
Bei einer Direkteinsinterung wird auch ein kleiner Dehnungsunterschied bereits zum Problem und
die Dichtung muß durch andere Kniffe erreicht werden. Aus diesem Grunde wurden - bei Natriumdampflampen
- bisher nur rohrförmige Durchführungen
verwendet, wenn Direkteinsinterungen vorgesehen waren. Denn die Spannungen aufgrund der Dehnungsunterschiede
werden durch die Elastizität des Rohres aufgefangen.
Technisch machbar sind jedoch nur Rohre mit einem Durchmesser von mindestens 2 mm; typische Werte
liegen bei 4 mm.
Die bei Stiften fehlende Elastizität ließ entsprechende Versuche mit ähnlich dimensionierten Stiften
von vornherein als untauglich erscheinen und führte eher dazu, nach Modifizierungen der rohrförmigen
Durchführungstechnik zu suchen.
Als besonders vielversprechend erscheint hierzu, die Durchführung dem Zugriff des Halogens zu entziehen,
indem man sie vertieft in die axiale Bohrung des Stopfens einsetzt. Doch auch damit ließen
sich keine voll befriedigenden Resultate erzielen, weil die einzig verbleibende Angriffsfläche für
Halogenide bei Rohren - nämlich die Stirnfläche am Boden des Rohres, an der der Elektrodenschaft
befestigt ist - zwangsläufig wegen der technisch bedingten Untergrenze für die Herstellung zu groß
ist. Die Lebensdauer derartiger Lampen beschränkte sich auf 200 Std.
Entsprechende Versuche mit Stiften in der bisher bekannten Einschmelztechnik scheiterten am Korrosionsproblem.
Überraschenderweise konnte daran auch ein vertieftes Einsetzen in die Bohrung nichts
ändern.
Diese Schwierigkeiten nehmen paradoxerweise sogar zu, wenn man den Durchmesser des Stiftes verringert,
was an sich wünschenswert wäre, um den Absolutwert des Ausdehnungsunterschiedes zu verkleinern.
Der Durchmesser des Durchführungsstiftes
erreicht dabei die Größenordnung des Elektrodenschaftes.
Als Ursache hat sich herausgestellt, daß bei der Einfüllung der Schmelzkeramik diese nicht nur, wie
eigentlich gewünscht, bis zum entladungsseitigen Ende des Stiftes herabfließt, sondern durch Kapillarkräfte
auch in den am entladungsseitigen Ende der Bohrung vorhandenen ringförmigen Spalt zwischen
Bohrung und Elektrodenschaft hineingesaugt wird. Diese Konstellation führt dann beim Abkühlen aufgrund
der Fehlanpassung zwischen Keramikstopfen, Schmelzkeramik und Elektrodenschaft - letzterer ist
üblicherweise aus hochschmelzendem Material, insbesondere Wolfram, dessen Ausdehnungskoeffzient ca.
50 % kleiner als der der Keramik ist - unvermeidlich zu Sprüngen in der Schmelzkeramik und schließlieh
auch im Stopfen selbst, was zu Frühausfällen der Entladungsgefäße führt.
In dieser Situation hat es sich als besonders glücklicher Umstand erwiesen, daß die natürliche
Untergrenze für den Durchmesser eines Durchführungsstiftes lediglich durch den aus Gründen der
Strombelastung festgelegten Durchmesser des Elektrodenschafts vorgegeben ist. Bei derart kleinen Durchmessern (ca. 0,5-1,0 mm)
gewinnt der Umstand, daß der Absolutwert des Ausdehnungsunterschiedes zwischen Durchführung und
Keramikstopfen sehr klein wird, entscheidende Bedeutung, so daß unter diesen Umständen eine
Direkteinsinterung auch von Stiften als erfolgversprechend erscheint.
Diese Technik unterscheidet sich also grundlegend von einer Direkteinsinterung von Rohren, weil bei
entsprechend kleinen Stiften die von den Rohren her bekannten Spannungen erst gar nicht auftreten.
Ein weiterer Vorteil ist, daß durch eine Anpassung des Durchmessers des Durchführungsstiftes an den
des Elektrodenschaftes die Stirnfläche des Stiftes - im Gegensatz zu der eines Rohres - optimal abgedeckt
werden kann. Besonders gute Ergebnisse werden erzielt, wenn der Durchmesser des Stiftes geringfügig
größer, insbesondere um 5 bis 10 %, als der des Schaftes gewählt wird. Der Elektrodenschaft ist am
Stiftende stumpf angeschweißt. Bei einer größeren Differenz zwischen diesen beiden Durchmessern wird
der Absolutwert des thermischen Ausdehnungsunterschieds im Hinblick auf die Keramik zu groß und die
Lebensdauer der Lampe verschlechtert sich durch Undichtigkeit. Bei einer kleineren Differenz oder
sogar gleich großen Durchmessern, entsprechend einer optimalen Abdeckung der Stirnfläche des
Stiftes, würde die Stopfenwand in gleichem Maße an dem im thermischen Ausdehnungskoeffizienten gut
angepaßten Durchführungsstift (insbes. aus Niob) und an dem in dieser Hinsicht völlig fehlangepaßten
Elektrodenschaft (insbes. aus Wolfram) ansintern. Beim Abkühlungsprozeß würden daher unvermeidlich
Risse in der Keramik auftreten.
Neben einem genau fluchtenden und mittigen Sitz der beiden stiftartigen Teile (Durchführungsstift und
Elektrodenschaft) relativ zueinander ist bei diesen geringen Unterschieden zwischen den Durchmessern
eine weitere grundlegende Voraussetzung, daß der für die Direkteinsinterung verwendete Schrumpfungsprozeß
der grünen Stopfenkeramik so genau beherrscht und gesteuert wird, daß ein Ansintern am
Elektrodenschaft vermieden wird. Dies erfolgt z.B. durch die geeignete Auswahl der Korngröße des
Sintermaterials.
Bei diesen Abmessungen wird die Angriffsmöglichkeit der Halogenidfüllung am Durchführungsstift auf eine
sehr schmale ringförmige Zone an der entladungsseitigen Endfläche des Stifts beschränkt und die
Dichtheit der Einsinterung bleibt gewährleistet.
Bei der Direkteinsinterung, die im wesentlichen ähnlich wie in der EP-PS 136 505 beschrieben abläuft,
wird der "Grünkörper" des Endstopfens erst mit dem Durchführungssystem bestückt und dann dem
Sinterprozeß unterworfen, bei dem der Endstopfen auf den Niobstift aufschrumpft. Hierbei werden
Temperaturen von ca. 1850 0C bei einem Druck von
-4
10 mbar erreicht.
10 mbar erreicht.
Als unangenehm hat sich dabei erwiesen, daß eine diesen Bedingungen ausgesetzte Niobdurchführung
abdampft, da Niob bei Sinterbedingungen schon einen nennenswerten Dampfdruck aufweist. Dies hat zur
Folge, daß das Entladungsgefäß während des Sintervorgangs
außen vergraut, was die Lichtausbeute verringert.
Um diesem Problem abzuhelfen, ist es vorteilhaft, wenn - zumindest während des Sinterns - der außen
überstehende Teil des Niobstifts mit einem Schutzmantel umgeben wird. Dabei handelt es sich um eine
Hülse aus Keramik o.a., die den äußeren Teil des Niobstifts umgibt. Die Hülse kann anschließend
wieder entfernt werden. Sie kann jedoch auch dauerhaft montiert sein, wobei sie vorteilhaft in einer
Vertiefung des Endstopfens fixiert ist. Sie dient dann vorteilhaft gleichzeitig als Stütze für die
Durchführung, da diese beim Sinterprozeß etwas versprödet. Die Stütze beugt der Gefahr eines
Bruchs vor, wenn die äußere elektrische Zuleitung an der Durchführung befestigt wird.
Eine besonders elegante Lösung wird dadurch erzielt, daß der Stift im Endstopfen vollständig,
also an beiden Enden, versenkt angeordnet ist, wobei vom Niobstift aus ein Verbindungsteil zur
äußeren Zuleitung im Volumen des Außenkolbens führt. Dieses Verbindungsteil, das vorteilhaft
ebenfalls aus Wolfram besteht, das der Versprödung beim Sintern widersteht, ist ebenso wie der Elektrodenschaft
stumpf an den Stift angeschweißt. Beide Nahtstellen befinden sich noch innerhalb des
Endstopfens. Die Bohrung im Endstopfen besitzt im Prinzip einen konstanten Durchmesser, der dem des
Niobstifts angepaßt ist. Bei dieser Anordnung ist der Niobstift bestmöglich abgeschirmt. Dies gilt
sowohl für einen Angriff von innen her durch die Füllung als auch für einen Austritt des Niobs in
das Außenvolumen, der zur Vergrauung führen könnte.
Vorteilhaft beträgt die Länge des versenkten Niobstifts etwa 80 % der Höhe des Keramikstopfens, so
daß einerseits eine möglichst lange Dichtungsstrecke verwirklicht wird, während die Vorteile der
Versenkung (Schutzwirkung gegen Korrosion und Vergrauung) noch voll zum Tragen kommen. Dem entspricht
eine Länge des versenkt angeordneten Abschnitts des Elektrodenschaftes von etwa 10 %.
Die Erfindung wird im folgenden anhand mehrerer Ausführungsbeispiele erläutert. Es zeigt
Figur 1 eine Metallhalogenidentladungslampe, teilweise
geschnitten
Figur 2 ein zweites Ausführungsbeispiel des Einschmelzbereichs
der Lampe, teilweise im Schnitt
Figur 3 ein drittes Ausführungsbeispiel des Einschmelzbereichs der Lampe, teilweise im
Schnitt
In Figur 1 ist schematisch eine Metallhalogenidentladungslampe mit einer Leistung von 150 W dargestellt.
Sie besteht aus einem eine Lampenachse definierenden zylindrischen Außenkolben 1 aus
Quarzglas, der zweiseitig gequetscht 2 und gesockelt 3 ist. Das axial angeordnete Entladungsgefäß
4 aus Al2O,-Keramik ist in der Mitte 5 ausgebaucht
und besitzt zylindrische Enden 6. Es ist mittels zweier Stromzuführungen 7, die mit den
Sockelteilen 3 über Folien 8 verbunden sind, im Außenkolben 1 gehaltert. Die Stromzuführungen 7 aus
Molybdän sind mit stiftförmigen Durchführungen 9,
die jeweils in einem Endstopfen 10 des Entladungsgefäßes direkt eingesintert sind, verschweißt.
Die beiden Durchführungen 9 aus Niob haltern entladungsseitig
jeweils Elektroden 11, bestehend aus einem Elektrodenschaft 12 aus Wolfram und einer am
entladungsseitigen Ende ausgebildeten kugelförmigen Spitze 13. Die Füllung des Entladungsgefäßes besteht
neben einem inerten Zündgas, z.B. Argon, aus Quecksilber und Zusätzen an Metallhalogeniden.
In dieser Ausführung reicht der Elektrodenschaft 12 bis in die Bohrung 14 im Endstopfen 10 hinein,
weil der Niobstift 9 in der Bohrung entladungsseitig vertieft eingesetzt ist. Andererseits steht der
Niobstift 9 am äußeren Ende des Endstopfens über und ist direkt mit der Stromzuführung 7 verbunden.
In Figur 2 ist der Einschmelzbereich an einem Ende des Entladungsgefäßes im Detail für ein zweites
Ausführungsbeispiel gezeigt. Das Entladungsgefäß hat an seinen beiden Enden 6 eine Wandungsdicke von
1.2 mm. Der zylindrische Stopfen 10 aus Al7Ox-Keramik,
der in das Ende 6 des Entladungsgefäßes eingesetzt ist, hat einen Außendurchmesser von
3.3 mm bei einer Höhe von 6 mm. In die axiale Bohrung 14 des Stopfens ist als Durchführung ein
Niobstift 9 mit einer Länge von 12 mm und einem Durchmesser von 0,6 mm eingepaßt. Der Elektrodenschaft
12 (Durchmesser 0,55 mm) ist an der Nahtstelle 15 stumpf angeschweißt.
Der äußere Abschnitt 16 des Niobstifts ist von einer keramischen Hülse 18 eng umgeben. Zur besseren
Halterung ist die Bohrung am entladungsfernen Ende 17 des Endstopfens aufgeweitet. In diesen
vergrößerten Bohrungsabschnitt 19 ist die Hülse 18 eingesetzt und wird dadurch fixiert, daß an dieser
Stelle ein Glaslot 20 hinzugefügt ist. Die Hülse beugt der Vergrauung vor und stabilisiert den
Niobstift, der durch das Sintern versprödet.
Eine besonders bevorzugte Ausführungsform zeigt
Figur 3. Der Niobstift 21, der eine Länge von 5 mm bei einem Durchmesser von 0,8 mm besitzt, ist in
der Öffnung 14 beidseitig versenkt angeordnet. Der Elektrodenschaft 12 aus Wolframdraht besitzt einen
Durchmesser von 0,75 mm und eine Länge von 7 mm. Er reicht 0,5 mm tief in die Öffnung 14 hinein. An der
entladungsfernen Seite 17 des Endstopfens 10 ist
ebenfalls ein Wolframdraht als Verbindungsteil 22 zur äußeren Stromzuführung stumpf angeschweißt. Das
Verbindungsteil 22 besitzt ebenfalls einen Drahtdurchmesser von 0,75 mm; es hat eine Länge von
11 mm. Auch die Nahtstelle 23 zwischen Verbindungsteil und Durchführung ist etwa 0,5 mm tief in der
axialen Öffnung 14 des Endstopfens angeordnet. Auf diese Weise lassen sich Metallhalogenidlampen mit
langer Lebensdauer (ca. 1500 Std.) besonders einfach und kostengünstig herstellen.
Die hier beschriebene Einsinterungstechnik läßt sich im Prinzip nur für beide Enden des Entladungsgefäßes gleichzeitig anwenden. Dabei wird zunächst
ein komplettes Elektrodensystem - bestehend aus Elektrode, Durchführung und Endstopfen - in das
erste Ende des Entladungsgefäßes ohne Glaslot oder Schmelzkeramik direkt eingesintert. Das Entladungsgefäß
wird durch das zweite, noch offene Ende des Entladungsgefäßes evakuiert und mit der Füllung
versehen. Anschließend wird ein Stopfen mit bereits fertig eingesintertem Elektrodensystem in das
offene Ende eingesetzt und der Stopfen zur Wandung des Entladungsgefäßes hin mittels Glaslot oder
Schmelzkeramik abgedichtet. Auf den ersten Blick scheint dadurch der Vorteil der glaslotfreien
Einschmelzung der Durchführungen wieder verspielt zu werden, da ja das Glaslot durch die Halogenide
angegriffen werden kann. Es ist jedoch zu bedenken, daß die Reaktionsfreudigkeit des Glaslots entscheidend
von den Temperaturverhältnissen abhängt; sie läßt sich durch ein Exponentialgesetz beschreiben.
Da die Betriebstemperaturen an der Durchführung wesentlich höher (typisch 1100 0C) sind als in der
Nähe der Wandung des Entladungsgefäßes
(ca. 900 0C), ist im letzteren Fall die Glaslotabdichtung
einer erheblich geringeren Belastung ausgesetzt, so daß die Lebensdauer der Lampe, im
Vergleich zu einer glaslotfreien Abdichtung dadurch kaum beeinträchtigt wird.
Eine Alternative zu diesem Verfahren besteht darin, daß das Entladungsgefäß an seiner Seitenwand oder
im Stopfen eine zusätzliche Bohrung aufweist. Die beiden Enden werden zunächst glaslotfrei mit Elektrodensystemen
bestückt und durch direkte Einsinterung verschlossen. Die zusätzliche Bohrung wird nun
zum Evakuieren und Füllen des Entladungsgefäßes verwendet und dann mit einer hochschmelzenden
Keramik abgedichtet. Die Bohrung mit der Schmelzkeramik wird nachträglich durch Erwärmen verschlossen.
Eine Möglichkeit zur gezielten Erwärmung der zusätzlichen Bohrung ist die lokale Erhitzung mittels
eines fokussierten Laserstrahls. Diese Technik eignet sich bevorzugt bei der Verwendung einer
Hülse (Fig. 2), da ein Kontakt zwischen Wolframstift und Glaslot vermieden werden sollte. Das
Einschmelzen beim Befestigen der Hülse und das Abdichten der Füll-Bohrung kann vorteilhaft in
einem Schritt erfolgen.
Claims (10)
1. Hochdruckentladungslampe mit einem keramischen Entladungsgefäß (4), das eine ionisierbare halogenhaltige
Füllung enthält und das zwei Enden (6) besitzt, wobei zumindest ein Ende durch einen
keramischen.Endstopfen (10) mit axialer Bohrung (14) verschlossen ist, in der als Stromdurchführung
ein Stift (9; 21) aus Niob oder einem niobähnlichen Metall angeordnet ist, an dessen innerem
Ende eine Elektrode mit einem Schaft (12) aus Wolfram befestigt ist und dessen äußeres Ende mit
einer elektrischen Zuleitung (7) verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Stift (9; 21)
gasdicht direkt in den Endstopfen (10) eingesintert ist, wobei der Stift (9) entladungsseitig vertieft
in die Bohrung des Endstopfens eingesetzt ist.
2. Hochdruckentladungslampe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Stift (9) am entladungsfernen
Ende (17) des Endstopfens übersteht und von einer Hülse (18) umgeben ist.
3. Hochdruckentladungslampe nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Hülse (18) aus Keramik
besteht.
4. Hochdruckentladungslampe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Stift (21) an den
beiden Enden des Endstopfens (10) vertieft in dessen Bohrung (14) eingesetzt ist.
5. Hochdruckentladungslampe nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen Stift (21) und
äußerer Zuleitung (7) ein Verbindungsteil (22) aus einem Metall mit hohem Schmelzpunkt, der über der
Sintertemperatur des Endstopfens liegt, angeordnet ist.
6. Hochdruckentladungslampe nach Anspruch 1 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Durchmesser des
Stiftes (9) geringfügig größer als der Durchmesser des Schaftes (12) und evtl. des Verbindungsteils
(22) ist.
7. Hochdruckentladungslampe nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Durchmesser des
Stiftes 5-10 % größer als der Durchmesser des Schaftes ist.
8. Hochdruckentladungslampe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Länge des innerhalb
des Endstopfens liegenden Abschnitts des Schaftes etwa 10 % der Höhe des Endstopfens beträgt.
9. Hochdruckentladungslampe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Durchmesser des
Stiftes etwa 0,5 bis 1,0 mm beträgt.
10. Hochdruckentladungslampe nach Anspruch 1 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Elektrodenschaft
(12) und evtl. auch das Verbindungsteil (22) mittels einer Stumpfschweißung an dem Stift (9) befestigt
ist.
Priority Applications (14)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE9112690U DE9112690U1 (de) | 1991-10-11 | 1991-10-11 | Hochdruckentladungslampe |
| US08/211,608 US5484315A (en) | 1991-10-11 | 1992-05-06 | Method for producing a metal-halide discharge lamp with a ceramic discharge vessel |
| EP92909171A EP0607149B1 (de) | 1991-10-11 | 1992-05-06 | Verfahren zum herstellen einer metallhalogenid-entladungslampe mit keramischem entladungsgefäss |
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