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Zwirnmaschine mit bei Fadenbruch selbsttätig stillsetzbaren Doppeldraht-Zwirnspindeln
und Fadenaufwickelvornditungen
Die Erfindung bezieht sich auf eine Zwirnmaschine
mit bei Fadenbruch selbsttätig stillsetzbaren Doppeldraht-Zwirnspinde'ln und Fadenaufwickelvorrichtungen.
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Die Hauptbestandteile einer Doppeidraht-Zwirnspindel sind der Träger
für die Fadenlieferspule, die rotierende Hohispindel, auf der der Lieferspulenträger
lose angebracht ist und durch die der Faden beim Abziehen von der Fadenlieferspule
abwärts hindurchgeführt wird, und ein rotierender Fadenleitkörper, der das untere
Ende des Lieferspulenträgers umgibt und unter dem das Garn von der Innenseite der
hohlen Spindel abgezogen wird, um nach Bilden des Fadenbalions zu einer getrennt
angeordneten Fadenaufwickelspule geführt zu werden. Es ist wblich, aber nicht wesentlich,
einen drehbaren Flügel am Kopf der Fadenlieferspule anzuordnet, so daß das Garn
von dieser Spule durch den Flügel hindurch in die umlaufende Hohispindel geleitet
wird.
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Bei einer solchen Doppeldraht-Z.wirnspindel muß man den Lieferspulenträger
während der normalen Arbeitsvorgänge stillstehend halten. Bei einer besonderen Art
von Doppeldraht-Zwirnspindeln ist ein Gewicht, beispielsweise aus Blei, exzentrisch
innerhalb des Lieferspulenträgers angebracht. Diese Anordnung,befriedigt jedoch
nicht vollständig, da einzelne Teile der Spindel schwer zugänglich sind und, wenn
.Störungen eintreten, den Träger rotieren lassen, wobei die hohen Geschwindigkeiten
und die
in Betracht kommenden Gewichte eine solche Rotation gefährlich
machen, da Teile wegfliegen und die Arbeiter sowie die benachbarten Maschinen verletzen
können. In der USA.-Patentschrift 2 482 654 wurde vorgeschlagen, dieser Schwierigkeit
dadurch zu begegnen, daß man sowohl die ,Doppeldraht-Zwiruspindel als auch die Aufwickelspule
selbsttätig anhalten läßt, indem die Drehung des Trägers eine Spiralfeder durch
ihre Zentrifugalikraft in den Fadenballon springen läßt, wodurch das Garn abbricht
und einen Mechanismus betätigt, durch den die Doppc!draht-Zwirn.spindel von ihrem
Antriebsriemen gleitet und die Aufwickelspule von ihrer Antriebs walze abgehoben
wird.
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Es ist auch bekannt, dieDoppeldraht-Z+wirnspindel senkrecht anzuordnen
und den Lieferspulenträger durch elektrisch oder magnetisch geregelte Vorrichtungen
stillstehend zu halten. Bei solchen senkrechten Spindeln ist es auch bekannt (vgl.
z. B. die britischen Patentschriften 299 86o und 590 I82), die Regelvorrichtung
dazu zu benutzen, eine Abstellvorrichtung zu Ibetätigen, sobald der Lieferspuienträger
zum Drehen gebracht wird.
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Wenn das Garn in einer Doppeldraht-Zwirnspindel entweder infolge
der Drehung des Lieferspulenträgers oder aus irgendeiner anderen Veranpassung reißt
so verursacht die weiter fortgesetzte Drehung entweder der Doppeldraht-Zwirnspindel
oder der Aufwickelvorrichtung oder Ibeider, daß das abgebrochene Garn sich um rotierende
Teile der Maschine herumwickelt. Infolgedessen vergeht oft lange Zeit, bis der Arbeiter
die abgerissenen Enden entwirrt, an die richtige Stelle gebracht und angesetzt hat,
damit die Maschine wieder in Gang gesetzt werden kann.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, das Wiederansetzen des
Fadens oder Garns bei senkrechten Doppeldraht-Zwirnspindeln zu beschleunigen.
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Nach der Erfindung ist die Doppeldraht-Zwirnspindel an ihrem unteren
Ende ausschwenkbar gelagert und in ihrer Betriebsstellung durch eine Sperrklinke
verriegelbar, die bei Fadenbruch vom Fadenwächter über ein Ausrückgestänge ausgeklinkt
wird und dabei die Doppeldraht-Zwirnspindel freigibt, so daß diese in ihre Außerbetriebstellung
kippt.
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Bei einer bevorzugten Ausführung der Erfindung ist der Fadenwächterhebel
am vorderen Ende des die Fadenaufwichelspule tragenden Hebeirahmens angelenkt und
mit einem ebenfalls um die Achse der Fadenaufwickelspule schwenkbaren Rasthebel
fest verbunden, der sich bei Fadenbruch mit einer an seinem vorderen Ende angebrachten
Rast gegen einen mit der Reibwalze umlaufenden Nocken legt und von diesem nach oben
gedrückt wird, so daß die Fadenaufu-ickelspule von der Reibwalze abgehoben und dabei
gleichzeitig auch die Sperrklinke der Doppeldraht-Zwirnspindel ausgeklinkt wird,
so daß diese nach vorn in die Ruhestellung kippt. Der die Fadenaufwickelspule tragende
Hebeirahmen drückt beim Hochgehen den einen Arm einer Wippe herab, an deren anderem
Arm ein zur Sperrklinke der Doppeldraht-Zwirnspindel führendes Bowdenkabel angehängt
ist. Der Fadenwächter kann fest mit einem Winkelhebel verbunden sein, dessen einer
mit einem Ausgleichgewicht versehener Arm beim Zurückdrücken des Rasthebels durch
den umlaufenden Nocken eine Blattfeder spannt, die, wenn der die Fadenaufwickelspule
tragende Hebeirahmen in seiner höchsten Stellung angelangt und die Nockenscheibe
nicht mehr mit dem Rasthebel in Berührung ist, zurückschnellt und dabei den Fadenwächterhebel
um seinen Drehzapfen in die Ruhestellung verschwenkt.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt.
Es zeigt Fig. I den Aufriß einer Doppeldraht-Zwirnspindel nebst Fadenaufwiclielvorrichtung
nach der Erfindung von vorn gesehen, Fig. 2 eine Doppeldraht-Zwirnspindel nebst
Fadenaufwickelvorrichtung nach Fig. 1 von der Seite gesehen und Fig. 3 bis 6 schematische
Darstellungen der Abstellvorrichtung für die Fadenaufwickelvorrichtung und die Doppeldraht-Zwirnspindel
in verschiedenen Stellungen; und zwar zeigt Fig. 3 die Arbeitsstellung, Fig. 4 die
Stellung im Augenblick des Fadenbruchs, Fig. 5 den Hebelrahmen der Fadenaufwickelvorrichtung
in angehobener Stellung und Fig. 6 die Endstellung der Fadenaufwickelvorrichtung
außer Betrieb; Fig. 7 zeigt die Draufsicht auf die Ausrückklinke für die Doppeldraht>Zwirnspindel
und Fig. 8 eine Seitenansicht der Doppeldraht-Zwirnspindel in Ruhestellung.
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In Fig. I und 2 läuft ein Faden I von einer Spule 2 ab, durch einen
Fadenspanner 3 hindurch und von da abwärts durch eine Hohlspindel 4 hindurch, auf
der die Fadenlieferspule 2 frei laufend gelagert ist.
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Der aus der Hohlspindel 4herauskommende Faden I läuft in eine Fadensammeirinne
5 und nach dem Bilden des Fadenballons 6 durch ein Sauschwänzchen 7 hindurch, das
über der Mitte der Spindel 4 befestigt ist. Von dem Sauschwänzchen 7 läuft das Garn
I über einen waagrechten Glasstab 8 und von da in waagrechter Richtung über eine
hin und her gehende Führung g zur Fadenaufwickelspule 10.
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Die Spule 10 wird in einem aus schwenkbaren Hebelrahmen ii gehalten
und liegt bei normalem Arbeitsgang durch ihr eigenes Gewicht auf einer Treibwalze
I2 auf.
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Ein Fadenwächter I3, der zweckmäßigerweise aus rundem Draht besteht
und die Gestalt eines Winkelhebels hat, ist am Hebelrahmen II gelagert. Er besitzt
einen an seinem Ende eingekerbten kurzen Arm I4 und einen langen Arm 15. Am anderen
Ende der Fadenaufwickelspule 10 befindet sich ein zweiter, dem Arm 15 ähnlicher,
am Hebelrahmen II angelenkter Arm 16. Zwischen den Enden der Arme I5 und I6 ist
ein waagrechter Draht I7 gespannt, der bei normalem Arbeitsgang durch das von dem
Glasstab 8 auf die hin und her gehende Führung g laufende Garn I getragen wird.
Der zweite Arm 16 ist durch einen Stafb I9 mit einem verschiebbaren Gewicht 18 zu
einem Winkelhebel vervollständigt
und dient dazu, die Belastung
des Garns I durch den Draht I7 auf das geringstzulässige Maß herabzusetzen.
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Die Doppeldraht-Zwirnspindel ist auf einem um den Zapfen 29 schwingbaren
Gestell 28 angeordnet und wird normalerweise durch eine Klinke 27 in senkrechter
Stellung gehalten. In dieser Stellung ist der Antriebsriemen 30 in Berührung mit
dem Spindelwirtel 31. Auf dem Gestell 28 ist ein Hufeisenmagnet 32 befestigt, dessen
Pole den Polen eines ähnlichen, in der Zeichnung nicht dargestellten Magneten innerhalb
des Trägers der Fadenlieferspule 2 der Spindel gegenülberliegt, um die Fadenlieferspule
2 zu hindern, sich während des normalen Arbeitsganges zu drehen.
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Wenn das Garn I abreißt, wird der Draht I7 des Fadenwächters I3 nicht
mehr durch das Garn I in die Höhe gehalten, wie in Fig. 3 zu sehen ist, sondern
der Wächter I3 schwingt in entgegengesetzter Richtung zum Uhrzeigerdrehsinn aus
und leitet das Abstellen der (betreffenden Zwirnspindel in folgender Weise ein:
Der kurze Arm 14 des Fadenwächterhebels I3, 14 fällt in die Laufbahn einer Nockenscheibe20,
die an der Antriebswelle der Treibwalze 12 (Fig. 4) befestigt ist, so daß ein Nocken
21 auf der Scheibe 20 den Arm 14 nach oben drückt und infolgedessen die Fadenaufwickelspule
10 von der Treibwalze 12 abhebt, bis der sich um seinen Zapfen IIA drehende Helbelrahmen
II an seinem rechten Ende durch die Klinke 22 festgehalten wird. Die FadenaufwiGkelspule
10 (bleibt so lange außer Berührung mit der Treibwalze I2, bis die Klinke 22 durch
einen Hebel 23 (Fig. 2) von Hand ausgeschaltet wird. Wenn der Hebelrahmen 11 angehoben
ist, so drückt er das eine Ende der Wippe 24 herab, die in ihrer Mitte angelenkt
und an ihrem anderen Ende mit seinem Bowdenkabel 25 verbunden ist. Das Bowdenkabel
25 ist mit der Klinke 27 verbunden. Wenn die Wippe 24 ausschwingt (Fig. 5), wird
die Klinke 27 entgegen der Wirkung einer Feder 27A (Fig. 7) ausgelöst. Hierdurch
wird der Rahmen 28 ebenfalls ausgelöst, so daß die Doppeldraht-Zwirnspindel um den
Zapfen 29 nach vorn vom Antriebsriemen 30 abkippt, bis der Wirtel3I mit einem Anschlag
33 (Fig. 8) in Berührung kommt.
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Wenn der Fadenwächter 13 herabfällt, kommt der Stab 19 in Berührung
mit einer Blattfeder 26, die, wenn der Hebelrahmen II angehoben wird, angespannt
wird. Sobald der kurze Arm 14 des Fadenwächterhebels I3, 14 durch den Nocken 2I
freigegeben wird, schnellt die Blattfeder 26 den Stab Ig und den Fadenwächter I3
in Richtung des Uhrzeigerdrehsinnes in die in Fig. 6 gezeigte Stellung, so daß eine
weitere Berührung des Armes 14 mit der Nockenscheibe 20 so lange verhindert wird,
bis die Maschine wieder in Gang gesetzt ist. Die Doppeldraht-Zwirnspindel wird durch
einen am Gestell 28 angebrachten Handgriff 34 wieder in ihre Arbeitsstellung gebracht,
in der sie durch zwei Ausgleichfedern 28A über der Mitte des Schwenkzapfens 29 gehalten
wird.