DE91824C - - Google Patents
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Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C03—GLASS; MINERAL OR SLAG WOOL
- C03B—MANUFACTURE, SHAPING, OR SUPPLEMENTARY PROCESSES
- C03B11/00—Pressing molten glass or performed glass reheated to equivalent low viscosity without blowing
- C03B11/06—Construction of plunger or mould
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- Chemical & Material Sciences (AREA)
- Manufacturing & Machinery (AREA)
- Materials Engineering (AREA)
- Organic Chemistry (AREA)
- Re-Forming, After-Treatment, Cutting And Transporting Of Glass Products (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Vorliegende Erfindung betrifft eine Glaspresse, mittels welcher durch einen einzigen
Prefsstempei gleichzeitig mehrere Glasgegenstände sowohl von massiver als auch von
hohler Form hergestellt werden können.
Es ist bereits versucht worden, Glasgegenstände in der vorstehend angedeuteten Weise
in gröfserer Anzahl herzustellen.; die Herstellung ist aber — soviel bekannt — infolge der unzweckmäfsigen
Construction der Vorrichtungen bislang nicht gelungen.
Eine ältere Vorrichtung hierfür besteht aus einer Zange, in welcher die eigentliche Form
aus Messing angebracht ist. Mit dieser. Vorrichtung ist man nur in der Lage, ein oder
nur wenige schlecht ausgeprägte Stücke gleichzeitig herzustellen.
Ein zweites, älteres, ebenso unvollkommenes Verfahren besteht darin , dafs in mittels
Scharnieren verbundenen Formhälften durch einen Kolben das flüssige Glas in die Formen
geprefst wird, wodurch ebenfalls gleichzeitig nur wenige und unvollkommene Gegenstände
erzielt wurden.
Die späteren verbesserten Vorrichtungen, Glasgegenstände in einer gröfseren Anzahl zu pressen,
bestehen aus Formen, die einfach neben einander gereiht sind und welche durch Oeffnun'gen
mit dem Boden des cylindrischen oder prismatischen Gefäfses in Verbindung stehen, in
welches das flüssige Glas eingebracht und durch einen Stempel von verhältnifsmäfsig grofsem
Durchmesser in die Formen geprefst wird. Diese Vorrichtungen haben gegenüber1 der. hier
vorliegenden verschiedene Nachtheile. Wo die Formen neben einander angeordnet sind,
mufs das heifse flüssige Glas auf eine verhältnifsmäfsig grofse Oberfläche ausgebreitet
werden, wodurch sich der Glasflufs in kurzer Zeit so stark abkühlt und so zähflüssig wird,
dafs die Gegenstände nicht scharf ausgepreist werden können. Ein fernerer Uebelstand ist
der, dafs zuviel Abfall erhalten und dadurch die Fabrikation vertheuert wird. Auch ist dabei
die Anordnung mehrerer Formreihen über einander unmöglich und die Handhabung derartiger Prefsformen ist schwierig und umständlich.
Da. aber das einmal fertige Product so rasch wie möglich aus der Form entfernt werden
mufs,. da es sonst zerspringt, ist es unvermeidlich, dafs bei dieser Handhabung auch
noch Glasgegenstände zu Bruche gehen.
Bei der vorliegenden Vorrichtung sind die oben angeführten Nachtheile vermieden; auch
ist die Handhabung derselben eine sehr einfache.
Die beiliegenden Zeichnungen zeigen in den
Fig. ι und 2 eine Prefsform im Längsschnitt und im Grundrifs, mittels welcher massive
Glasgegenstände mit Unterschneidungen oder hohle Glasgegenstände ohne solche hergestellt
werden. Die
Fig. 3 und 4 zeigen eine Prefsform im Längsschnitt und im Grundrifs, mittels welcher
Hohlglas mit Unterschneidungen hergestellt wird. Die
Fig. 7 und 8 zeigen eine Abänderung der in den Fig. 3 und 4 dargestellten Prefsform und
' Fig. 5, 6,g und 10 Hohlglasgegenstände, welche mittels dieser Vorrichtungen erzeugt
werden. In den Fig. 1 bis 10 bezeichnen gleiche Buchstaben analoge Theile.
Wie aus den Fig. 1 und 2 zu ersehen ist, besteht die Prefsform für einfache massive Glas-
gegenstände oder Hohlglasgegenstände ohne Unterscheidungen aus den Formhä'lften α und b,
in welchen die Hohlräumey in radialer Richtung angeordnet sind. Diese stehen durch kleine
Kanäle mit dem Prefsraume g in Verbindung, in welchem e den Prefsstempel andeutet. Das
genaue Zusammenpressen der Formhälften wird durch Dorne c erzielt. Für Hohlgufs erhalten
die Formhälften Kerne (in Fig. ι z. B. Kern d), die entweder mit jenen aus einem Stück hergestellt
oder daran befestigt sind.
Zwecks Herstellung von Glasgegenständen wird die Form in die Presse gebracht und
der Stempel e gehoben; in den an dieser Stelle entstandenen Raum giebt man das nöthige
heifsflüssige Glas und drückt dann den Stempel e herunter. Die Form ist wie üblich so construirt,
dafs das Glas weder nach unten noch nach oben entweichen kann und gezwungen ist, den
Weg nach den ihm bestimmten Räumen f zu suchen, welche es durch den starken Druck
der Presse auch vollständig ausfüllt, wobei eventuell vorhandene Verzierungen oder dergl.
scharf ausgeprägt werden.
Ist die »Brocke« g an und für sich auch als ein Gegenstand (Schale, Becher, Napf oder
dergl.) geformt, so wird blos der Prefsstempel e gehoben, die Form (Obertheil b) geöffnet und
das ganze Prefsgut herausgekippt, worauf die einzelnen Glasgegenstände durch Absprengen
gewonnen werden.
Wird aber das überschüssige Glas g als »Brocke« angesehen, so hebt man den Prefsstempel
e und trennt durch eine eventuell in der Form angebrachte Vorrichtung die
»Brocke« g vom Gegenstande f ab, öffnet die
Form und kippt die Gegenstände f aus derselben.
Die in den Fig. 3 und 4 dargestellte Prefsform dient dazu, Hohlglasgegenstände mit
Unterschneidungen, wie Kelchgläser, herzustellen; sie besteht aus den beiden Formhälften α und b.
Die untere Formhälfte α ist auf einer Platte / befestigt, an welcher sich die Führungen k für
die beiden Schlitten i befinden. Diese tragen die Kerne h, welche seitlich in die offenen
Formen fl eingeführt werden können.
Die Platte / besitzt Schlitze t, in welchen die an den Schlitten i befestigten Bolzen m verschoben
werden können. Mit den Bolzen m drehbar verbunden sind Hebel n, die wiederum
mit ihren anderen Enden mit den um Bolzen r drehbaren zweiarmigen Hebeln .p zwangläufig
verbunden sind, so dafs durch Drehung der Hebel ρ eine Verschiebung sämmtlicher Kerne h
in die oder aus den Formen erfolgt.
In der Fig. 3 links ist der Schlitten i und dessen Betätigungsmechanismus bei eingeschobener
Lage der Kerne gezeichnet, während sich auf der rechten Seite die Kerne aufserhalb
der Formen befinden.
Zum vollkommenen Verschlufs der Formen durch die Schlitten i befinden sich an denselben
die Schienen s, die über die Form hinaus verlängert und an ihren Enden mit
Augen oder Haken versehen sind, mit denen sie arretirt werden. In den Fig. 7 und 8 sind
die Formen und Schlitten radial angeordnet. Anstatt des zweiarmigen Hebels ρ der Fig. 3
und 4 ist hier eine um Bolzen r drehbare Hülse angeordnet, die so viele Ansätze b besitzt
, wie Formen f1 bezw. Schlitten i vorhanden
sind. Die Ansätze ρ sind durch Stangen u mit den in die Schlitten i eingreifenden
Hebeln η verbunden. Durch Drehung des an der erwähnten Hülse angebrachten
Hebels ^ werden somit die Kerne h in die Formen f1 eingebracht oder ausgezogen.
Bei der Anwendung der in den Fig. 3, 4, 7 und 8 dargestellten Formen wird das flüssige
Glas in den Raum g1 eingebracht und der Stempel e eingeprefst, während sich die Kerne h
in den Formen f1 befinden. Nach dem
Herabdrücken wird der Stempel e wieder gehoben, die Kerne h ausgezogen und die obere
Formhälfte b abgehoben, so dafs die Glasgegenstände zur weiteren Verwendung freiliegen.
Je gröfser die Anzahl der Räume f1 ist,
um so gröfser mufs auch der Raum gl sein.
Man kann die Formräume f1 in mehreren
Etagen über einander anordnen, so dafs eine beliebige Anzahl von Glasgegenständen durch
einen einzigen Druck hergestellt werden kann.
Claims (2)
- Patent-Ansprüche:ι . Prefsform mit mehreren durch einen einzigen Prefsstempel bethätigten Formen, dadurch gekennzeichnet, dafs die Formräume (fl) seitlich neben einem Prefsraum (g·1) oder um denselben herum angeordnet sind und einzeln mit dem Prefsraum communiciren.
- 2. Ausführungsform der durch den ersten Anspruch geschützten Prefsform, dadurch gekennzeichnet, dafs Kerne (h) in die seitlich ausmündenden Formräume (fl) zwecks Herstellung von Hohlglasgegenständen mit - Unterschneidungen eingeführt werden, wobei die Kerne (h) auf Schlitten (i) angeordnet sein können, die vermittelst Zugstangen (n) durch Drehung von Kurbelzapfen (p) gemeinschaftlich bewegt werden.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE91824C true DE91824C (de) |
Family
ID=363412
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT91824D Active DE91824C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE91824C (de) |
-
0
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