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Verfahren zur Aufzeichnung von Magnetogrammen Das Verfahren zur magnetischen
Schallaufzeichnung hat erst nach Einführung der Elektronenröhren in die Technik
praktische Bedeutung erlangt, .da ohne Verstärkung die vom Sprechkopf abgegebenen
Ströme zu klein waren. Es wurde eine Gleichstromvormagnetisierung angewendet, die
in den Modulationspausen infolge der Ungleichförmigkeit der magnetischen Schallträgerpartikeln
ein verhältnismäßig starkes Grundgeräusch zur Folge hatte. Einen wesentlichen Fortschritt
auf dem Gebiete der magnetischen Schallaufzeichnung brachte das Hochfrequenzvormagnetisierungsverfahren,
das in der Hauptsache darin besteht, daß der Niederfrequenzspannung, die magnetisch
aufgezeichnet werden soll, eine Hoc'hfrequenzspannung superponiert wird. Dabei beeinflußt
das Hochfrequen.zfeld, unabhängig von der Größe der Niederfrequenzaussteuerung,
den Schallträger. Mit diesem Verfahren wird erstens erreicht, daß in den Modulationspausen
durch das hochfrequente Wechselfeld der Schallträger völlig entmagnetisiert wird
und daher bei der Wiedergabe beim Vorbeigleiten des Schallträgers am Wiedergabekopf
magnetisch keinerlei Spannungen induziert werden können und zweitens, daß durch
die hochfrequente Vormagnetisierung der lineare Aussteuerungsbereich des Schallträgers
vergrößert wird. Es ergibt sich so nach Angaben von B r a u n m ü h 1 -W e b e r
eine Erhöhung der Dynamik von mindestens 16 db.
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Die Schallaufzeichnung nach dem Hochfrequenzverfahren kommt dadurch
zustande, daß das in den Modulationspausen symmetrische Hochfrequenzfeld bei Superposition
einer Niederfrequenzspannung unsymmetrisch wird und die daraus beim Abklingen des
Hochfrequenzfeldes resultierende Komponente
als Magnetisierung
auf dem Schallträger zurückbleibt.
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Um optimale Verhältnisse in bezug auf Dynamik, Klirrfaktor und Frequenzumfang
zu erhalten, ist es erforderlich, die Größe der hochfrequenten Vormagnetisierung
genau ei,nzuregel.n. Diese Einste'llung ist sehr kritisch und muß bei verschiedenen
Schallträgerarten verschieden gewählt werden.
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Zur vollständigen Löschung vorhandener Schallaufzeichnungen reicht
in der Regel die Intensität des für die Schallaufzeichnung erforderlichen Hochfrequenzfeldes
nicht aus. Es ist notwendig, zur Löschung vorhandener Schallaufzeichnungen noch
eine besondere Einrichtung vorzusehen, z. B. ein stärkeres Hochfrequenz- oder Niederfrequenzfeld
oder ein starkes Gleichfeld. Das beschriebene Höc'hfrequenzverfahren wird sowohl
bei drahtförmigen als auch bei bandförmigen Magnetogrammträgern angewendet.
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Die Erfindung geht von dem Gedanken aus, bei der Aufzeichnung von
Magnetogrammen nicht die Hoc'hfrequenzspannung mit der aufzuzeichnenden Spannung,
beispielsweise einer niederfrequenten Spannung, zu superponieren, sondern nie Hochfrequenzspannung
selbst so zu verändern, daß eine Magnetisierung des Magnetogrammträgers in Abhängigkeit
von der aufzuzeichnenden Spannung erfolgt.
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Gemäß der Erfindung wird ein Verfahren zur Aufzeichnung von Magnetogrammen
der in Rede stehenden Art vorgeschlagen, das sich dadurch auszeichnet, daß durch
die Zeitmodulation zumindest einer Flanke die Breite des, positiven oder negativen
Teiles der ursprünglich .symmetrischen Hochfrequenzschwingung in Abhängigkeit von
der aufzuzeichnenden, beispielsweise einer niederfrequenten Schwingung unsymmetrisch
gemacht wird, so .daß die durch die Störung der Symmetrie auftretende Modulation.skomponente
als remanente Magnetisierung auf dem Magnetogrammträger verbleibt. Während bei den
bisher 'bekannten Magnettornaufzeichnungsverfahren im geraden Teil der Magnetisierungskurve
zwecks Vermeidung von Verzerrungen gearbeitet werden muß, ist man bei dem vorgeschlagenen,
mit Zeitmodulation arbeitenden Verfahren daran nicht gebunden, vielmehr können hier
die Aufzeichnungsträger bis in den Knick der Magnetisierungsschleife hinein, d.
h. auch bis zur Sättigung magnetisch ausgesteuert werden, ohne daß dabei im Gegensatz
zu den bekannten Verfahren eine Vergrößerung des Klirrfaktors oder des Rauschens
erfolgt. Die erreichbare Dynamik wird dadurch gegenüber anderen. bekannten Verfahren
noch erhöht. Weitere Vorteile des erfindungsgemäßen Verfahrens sind in der folgenden
Beschreibung angegeben.
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An Hand der Abb. z und 2 soll ein Ausführungsbeispiel des neuen Verfahrens
beschrieben werden. In Abb. z ist der zeitliche Verlauf eines hochfrequenten Magnetfeldes
(0 = f [t]) wiedergegeben, das auf einen Magnetogrammträger einwirkt. Es
hat mäanderförmigen Verlauf und ist symmetrisch, d. h. das Flächenmittel des Feldes
hat den Wert Null. Dieses Hochfrequenzfeld wird so stark gemacht, daß alle in Frage
kommenden Magnetogrammträger bis weit in den Bereich der Sättigung hinein magnetisch
ausgesteuert und daher alle früher vorhandenen Aufzeichnungen völlig gelöscht werden.
Auf diese Weise wird gegenüber den bekannten Verfahren kein Löschkopf mehr benötigt,
da die Löschung unmittelbar vor der Aufnahme durch ,den Sprechkopf selbst erfolgt.
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Wandert beispielsweise durch einen Modul-ationsvorgang, auf den später
näher eingegangen wird, die Rückflanke des hochfrequenten Wechselfeldes in niederfrequentem
Rhythmus; wie in Abb. z am gedeutet, um einen bestimmten Betrag a-b nach links und
rechts, so hat dieses zur Folge, daß die Symmetrie des Hochfrequenzfeldes gestört
wird und eine der Niederfrequenz entsprechende remanente Magnetisierun!g auf dem
Magnetogrammträger zurückbleibt, die in üblicher Weise mittels eines Hörkopfes von
diesem wider abgenommen werden kann. Bei der Kurvenform nach Abb.2 bleibt beispielsweise
ein negativer Fluß d 0 auf dem Band zurück. Durch geeignete Wahl des Modulationshubes
hat man es in der Hand, den M.agnetogram.mträger so auszusteuern, daß sich ein Maximum
an Dynamik bei geringstem Klirrfaktor ergibt. Gegenüber dem bisher üblichen Hochfrequenzaufzeichrnungsverfahren
kann beider neuen Aufzeichnungsart jedes beliebige Band- oder Drahtmaterial ohne
Veränderung der Hochfrequenzamplitude verwendet werden, da stets die ganze Magnetisierungsschleife
durchlaufen wird.
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Es soll in diesem Zusammenhang noch auf ein magnetisches Aufzeichnungsverfahren
hingewiesen werden, das ebenfalls von einer Impuls.längenmodulation Gebrauch macht,
sich aber von dem neuen Verfahren dadurch unterscheidet, daß nicht eine Hochfrequenz,
sondern eine Tonfrequenz von r8o Hz mit Gleichstromwerten moduliert und kurvengetreu
aufgezeichnet wird, während bei dem neuen Verfahren die Hochfrequenz selbst auf
dem Band nach Durchlauf durch den Sprechkopf nicht als Mägnetisierung verbleibt.
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Die beschriebene Modulation des Hoch.frequenzstromes mit der aufzuzeichnenden
Niederfrequenz kann in der verschiedensten Weise erfolgen.. Es ist dabei gleichgültig,
ob dabei nur eine Flanke oder beide Flanken. moduliert werden und ob die Frequenz
konstant bleibt oder mitmäduliert wird, da es nur auf den Flächenmittelwert ankommt,
der als remanente Magnetisierung auf dem Band verbleibt.
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Eine besonders einfache Modulationsart besteht darin, einen Multivibrato-
mit der Niederfrequenz in Gegentakt zu modulieren, wie es in Abb. 3 dargestellt
ist. Die Röhren r und 2 sind mit den Kondensatoren 3 und q., den Anodenwiderständen
5 und 6 sowie den Gitterableitwiderständen 7 und 8 in üblicher Weise als Multivibrato-
geschaltet. Der Sprechkopf g liegt in Reihe mit dem Widerstand ro zwischen den beiden
Anoden der Röhren und wird dadurch von einem mäanderförmigen Stromdurchflossen.
Bei völliger Gleichheit der Röhren und der übrigen Schaltelemente ist die Kurvenform
dieses
Stromes symmetrisch, Abweichungen von der Symmetrie können
mit dem Regelwiderstand i i ausgeglichen werden. Die andere Röhre i besitzt einen
entsprechenden Festwiderstand 12 in der Kathodenleitung. Es ist ein weiterer Vorteil
des neuen Aufzeichnungsverfahrens, daß man das Rauschminimum auf elektrische Weise
einstellen kann. Die Modulation der Multiviibratorschwingung erfolgt über den Transformator
13 in Gegentakt auf die beiden Steuergitter der Röhren. Dabei bleibt die Frequenz
der Schwingung weitgehend konstant, während beide Impulsflanken zeitmoduliert werden.