DE9157C - Spiritus-Kontrolapparat - Google Patents
Spiritus-KontrolapparatInfo
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- G01—MEASURING; TESTING
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Description
1879.
Klasse 6.
ARTHUR ABENDROTH und CHRISTIAN AUGUST DÖLITZSCH in RIESA.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 8. August 1879 ab.
Der Spiritus-Controlapparat zerfällt in zwei Theile; der eine Theil mifst das durchfliefsende
Quantum, der'andere Theil dient zur Bestimmung des durchschnittlichen Alkoholgehaltes des
gemessenen Spiritus.
Der messende Theil . besteht aus einem Gefäfs, welches aus zwei inwendig verzinnten
Tellern α von Messingblech zusammengesetzt ist, zwischen welchen eine Gummiplatte b,
die durch verzinnte Kupferscheiben versteift ist, also einen Kolben bildet, hin- und herbewegt
werden kann. Die Teller α sind durch Schraubenringe zusammengeprefst, und dichtet die
Platte b das Gefäfs am Zusammenstofs der Teller ab. Zu beiden Seiten sind Rohre c an- ■
gedichtet, welche am oberen Stutzen je ein Ventilgehäuse d tragen, in welchen hohle Gummikugeln
e und £, den Abschlufs nach den Einlaufrohren
f und /, dann aber auch nach den Ausflufsrohren g und g, bewerkstelligen, und
die so beschaffen sind, dafs sie in ihrer mittleren Stellung beide Rohre abschliefsen. Die
Gummiventile werden durch Hebel y von aufsen bewegt. Die die Gummiplatte b versteifenden
Scheiben sind auf einer Kolbenstange h. (einem verzinnten Messingrohr) befestigt, welche ihre
Führung durch die in Stahlspitzen gehenden Rollen i erhält. Der Abschlufs der Rohre c
und der Kolbenstange h erfolgt durch konische Gummirohre, welche auf den Rohren c, sowie
auf den Konen k abgedichtet werden, und sich beim Hin- und Herbewegen der Kolbenstange
einestheils auf die Konen k auflegen, anderntheils nach aufsen gegen ein ihrer Form angepafstes
konisches Messingrohr / anlegen, so dafs eine Formveränderung infolge des hydrostatischen
Druckes in ihrem Innern nicht eintreten kann. Zwei auf der Kolbenstange befindliche
Bunde 111 dienen zur Bewegung eines dreiarmigen Hebels n, welcher an den unteren Schenkeln
Stellschrauben 0 hat, von denen jede einen Hebel/, der durch die Schraubenfeder q schwach
nach oben gedrückt wird, nach unten ziehen kann, so dafs die Stahlnase r der Hebel/ den
Eingriff mit den entsprechenden Stahlnasen ί eines Pendels t verlieren. Schlieislich ist die
Kolbenstange h durch eine Zugstange 11 mit
einem zweiarmigen Hebel ν verbunden, der am oberen Ende eine Stange w trägt, welche durch
den Pendelarm hindurchgeht und zu beiden Seiten durch Muttern verstellbare Schraubenfedern
χ hat. Der Pendelarm ist durch eine Zugstange mit den Hebeln y verbunden.
Die Arbeit des Apparates ist folgende: Der Spiritus soll von links eintreten und rechts ausfliefsen,
also müssen die Ventile so stehen, dafs Einlauf/ und Ausflufs g-, offen sind, während
Ausflufs g und Einlauf/, geschlossen sind. Der Apparat mufs vor dem Betriebe vollständig angefüllt werden. Der eintretende Spiritus wird
vermöge seines hydrostatischen Druckes den Kolben nach rechts drängen und dadurch den
Abfiufs einer gleich grofsen Menge rechts bewirken. Schliefslich wird der eine Bund m den
dreiarmigen- Hebel η nach rechts schieben, und zwar so lange, bis die Stellschraube 0 den Hebel
/ erfafst, nach unten drückt, und dadurch den Eingriff der Stahlnasen r und ί löst und
das Pendel nach links schwingt. Während die Kolbenstange h nach rechts geht, wird auch
der zweiarmige Hebel υ bewegt, Stange w geht nach links und die rechts vom Pendel befindliche
Schraubenfeder χ spannt sich gegen den Pendelarm und giebt dem Pendel beim Auslösen
die Kraft, um die sich ihm bietenden Widerstände zu überwinden. Um die Federn χ zu
spannen, mufs der Spiritus im Einfallrohre steigen, drückt also stärker gegen die Gummiplatte b, so dafs sie sich ganz genau der Form
der Teller anschmiegen mufs; und da die Spannung der Federn χ stets dieselbe Höhe erreichen
mufs, so mufs auch der Druck gegen den Kolben, also der Druck im Innern des Gefäfses,
stets derselbe werden. Ist der Maximaldruck erreicht, was am Ende jeden Hubes eintritt,
so werden also die Nasen r und s ihren Eingriff verlieren, das Pendel schwingt nach
links, so dafs sich die Nasen T1 in S1 einlegen,
und die Hebel y legen sich auch nach links, so dafs die Gummiventile nach rechts gehen,
und jetzt Einlauf/, und Ausflufs g offen sind, also das Kolbenspiel in entgegengesetzter Richtung
erfolgt. Durch die Bunde m und die Stellschrauben ο wird der Hub des Kolbens genau
begrenzt bezw. justirt, also auch die Gröfse des verdrängenden und verdrängten Volumens.
Die einzelnen Theile sind an einen gemeinschaftlichen gufseisernen Rahmen geschraubt
und werden die zwei Ausflüsse in einem Rohre vereinigt. Die Ausgüsse sind offen angenom-
men, um die Hebel y direct mit den Ventilen e ex
verbinden zu können, ohne Anwendung von Stopfbüchsen. Soll der Apparat unter Druck
arbeiten, z. B. als Wassermesser bei Wasserleitungen, so sind die Ausgüsse zu schliefsen
und so mit dem Ausflufsrohre zu verbinden.
Durch die Zugstange Z wird die Welle α in oscillirende Bewegung versetzt, was zunächst
zur Fortrückung eines Sperrrades mit ioo Zähnen benutzt wird. Zwei Sperrklinken umfassen
dasselbe und bewirken bei jedem Spielwechsel das Fortrücken um einen Zahn; von dieser
Welle werden durch Zahnrädchen noch zwei Zeigerwellen bewegt.
Der zweite Theil soll zur Ermittelung des mittleren Alkoholgehalts der gemessenen Menge
dienen; zu diesem Zwecke nimmt ein Löffel β nach jedem Spiel des Kolbens ein gleich grofses
Quantum Spiritus auf. Durch die oscillirende Bewegung der Welle α wird Löffel ß, der
in ein Knierohr γ übergeht, gehoben, und sein Inhalt läuft durch das Rohr γ in ein Paar communicirende
Rohre ό J1, von denen das eine
einen Alkoholometer, das andere δ einen Kolben β enthält, der durch einen Hebel von der Welle α. aus in Bewegung gesetzt wird und dadurch ein Absondern des leichten und schweren Spiritus verhütet. Die communicirenden Rohre müssen grofs genug sein, um die Proben für eine hinreichend lange Zeit aufnehmen zu können, im anderen Falle wird der Spiritus durch ein Ueberlaufrohr in das allgemeine Abflufsrohr treten. Der Alkoholometer wird den mittleren Alkoholgehalt anzeigen.
einen Alkoholometer, das andere δ einen Kolben β enthält, der durch einen Hebel von der Welle α. aus in Bewegung gesetzt wird und dadurch ein Absondern des leichten und schweren Spiritus verhütet. Die communicirenden Rohre müssen grofs genug sein, um die Proben für eine hinreichend lange Zeit aufnehmen zu können, im anderen Falle wird der Spiritus durch ein Ueberlaufrohr in das allgemeine Abflufsrohr treten. Der Alkoholometer wird den mittleren Alkoholgehalt anzeigen.
Claims (2)
1. Die Steuerung des Kolbens eines Mefsapparates, wie sie durch Zeichnung und Beschreibung
der Zusammenstellung und Wirkung erläutert.
2. Ein Mefsapparat für Flüssigkeiten, verbunden mit Zählwerk und Probenehmer, wie gezeichnet
und beschrieben.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE9157C true DE9157C (de) |
Family
ID=286552
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT9157D Active DE9157C (de) | Spiritus-Kontrolapparat |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE9157C (de) |
-
0
- DE DENDAT9157D patent/DE9157C/de active Active
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