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Elektrischer Kondensator mit rohrförmigem, mindestens an einem Ende
offenem Gehäuse Die Erfindung betrifft einen elektrischen Kondensator, der sowohl
statischer als auch elektrolytischer Art sein kann und dessen Belegungen (Elektroden)
durch Distanzelemente, insbesondere imprägnierfähige Abstandshalter in einer oder
mehreren untereinander gleichen oder verschiedenen Lagen voneinander getrennt sind.
Solche Kondensatoren werden gewöhnlich gerollt oder gewickelt und sodann in Gehäuse
aus leitendem oder nichtleitendem Material eingesetzt.
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Die gute elektrische und mechanische Verbindung der Ableitungen für
die Elektroden (Belegungen) bereitet nun Schwierigkeiten, besonders für Kondensatoren
kleiner Ausmaße. Die Ableitung wird oft lose oder bricht ab, besonders wenn daran
ungehörig stark gezogen wird, und oft wird auch die Stelle der Belegung, an welche
die Ableitung angeschlossen ist, hierbei ausgerissen.
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Die Erfindung stellt sich die Aufgabe, die elektrische und mechanische
Verbindung der Ableitungen mit den Elektroden eines Kondensators zu verbessern,
zu vereinfachen und zu verbilligen. Darüber hinaus stellt sich die Erfindung die
Aufgabe, den gewünschten feuchtigkeitsdichten Abschluß des Kondensators zu erzielen.
Hiermit wird ein Kondensator geschaffen, der für alle An-
Wendungen,
besonders aber in Verbindung mit Zündapparaten und in Radioempfängern für Kraftfahrzeuge,
geeignet ist.
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Die vorliegende Erfindung bezieht sich also auf einen elektrischen
Kondensator mit rohrförmigem, mindestens an einem Ende offenem Gehäuse, welches
den Kondensatorkörper und eine an dessen Stirnende angeordnete, aus Isolierstoff
bestehende Kappe enthält, durch welche eine leitende Durchführung, beispielsweise
in Form einer Öse, eines Nietes od. dgl., hindurchtritt. Gemäß der Erfindung ist
die Kappe über ein Stirnende des Kondensatorkörpers innerhalb des offenen Endes
des Gehäuses geschoben und trennt dieses Stirnende vom Gehäuseende. Der Außenraum
zwischen dem offenen Gehäuseende und der Kappe und gegebenenfalls auch der Zwischenraum
zwischen dem Gehäuseinnern und dem, Kondensatorkörper, welcher von der Kappe frei
gelassen ist, ist mit einer Isoliermasse ausgefüllt.
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In der Fig. i ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt.
Es ist angenommen, daß die Belegungen 30, 31 durch eine oder mehrere Lagen 33, 3-1-
isolierenden und/oder absorbierenden Werkstoffes. z. B. Papier, voneinander getrennt
sind; in der Zeichnung sind zwei solche Trennschichten zwischen je zwei Belegungen
angenommen. Die Belegungen 30, 31 entgegengesetzter Polarität springen hier an gegenüberliegenden
Seiten des Kondensatorwickels vor. Die vorspringenden Kanten gleichpoliger Belegungen
sind dann nach innen gebogen und ergeben die Ableitungen. Eine isolierte Leitung
35 ist mit den umgebogenen Enden 36 der Belegungen 31 beispielsweise durch Löten
verbunden. Zu diesem Zweck ist das bloße Ende der Leitung 35 z. B. rechtwinklig
abgebogen und hierauf mehrfach spiralig gewickelt, wodurch eine größere Kontakt-
und Lötfläche am Drahtende erhalten wird.
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Es ist angenommen, daß das Gehäuse 41 aus Metall besteht und an einem
Stirnende durch einen Boden geschlossen ist, während das andere Ende zwecks Einsetzens
des Kondensatorkörpers zunächst offen ist. Über die linke Stirnseite des Kondensatorwickels
ist wiederum eine Kappe 38 geschoben, innerhalb der die Verbindung zwischen der
Leitung 35 und den umgebogenen Enden 36 der einen Art Belegungen liegt. Die Kappe
38 ist aus Pappe oder anderem Isoliermaterial und besitzt eine mittlere Öffnung,
durch welche die Leitung 35 heraustritt. Ein Deckel 4o, zweckmäßig gleichfalls aus
Isolierstoff, ist in Abstand von der Stirnseite der Kappe 38 in das Ende des Gehäuses
41 eingesetzt und beispielsweise durch einen Ring 39 in Abstand von der Kappe
38 gehalten. Das linke Stirnende des Gehäuses 41 ist dann über den Deckel 40 gerollt
und hält diesen fest in Stellung. Zur Herstellung eines sicheren elektrischen Kontaktes
für die andere Art Belegungen 30 ist an deren umgebogenen Ende das Ende eines
Streifens 37 angelötet, welch letzterer dann zwischen dem Wickel und dem Kondensatorgehäuse
sowie zwischen der Kappe 38 und dem Gehäuse nach vorn geführt ist. Zur Sicher-Stellung
des Kontaktes zwischen diesen Ableiterstreifen und dem Metallgehäuse 41 kann ein
Tropfen Lotes 42 aufgebracht werden.
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Der fertige Kondensatorkörper kann mit einer Tragklammer 43 beispielsweise
durch Löten verbunden sein. Der Draht 35 kann an seinem äußeren Ende mit einer Anschlußöse
versehen sein.
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Ein so erhaltener Kondensator ist äußerst widerstandsfähig gegen mechanische
Erschütterungen und läßt auch rohe Behandlung in weitgehendem Maße zu.
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Eine weitere zweckmäßige Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes
zeigen die Fig. 2 bis 5. Bei dieser Ausführungsform ist ein Kondensator aus zwei
Belegungen io, i i aus Aluminium oder anderer Metallfolie gewickelt. Die Belegungen
sind durch eine oder mehrere Lagen 12, 13 isolierenden und/oder absorbierenden Materials,
wie z. B. Papier, getrennt. Diese Lagen können entweder mit einer geeigneten isolierenden
Masse, z. B. Paraffin oder Wachs, getränkt werden, oder es kann ein Elektrolyt vor
und/oder nach dem Wickeln eingeführt werden. Im letzteren Falle eignen sich außer
Papier auch Gaze, Zellophan od. dgl. für die Trennschichten, und es ist mindestens
eine der Belegungen mit einem dielektrischen Film zu versehen.
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Im vorliegenden Beispiel ist angenommen, daß es sich um einen elektrolytischen
Kondensator handelt und die Belegungen einander gegenüberliegen, während die Trennschichten
12, 13 beiderseitig über die Stirnseiten der Belegungen io, i1 vorspringen. Polfahnen
oder Ableitungen 14, 15 sind in bekannter Weise durch Einschneiden und Umbiegen
j e einer Kante der Belegungen io, i i gebildet. Die Polfahnen je zweier zusammengehöriger
Belegungen sind an entgegengesetzten Stirnseiten des Wickels aus diesem herausgeführt.
Ein Gummiband 16 hält den Wickel zusammen.
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Über die beiden Stirnenden des so gebildeten Wickels sind Kappen 17,
18 aus Pappe oder anderem steifen und zweckmäßig isolierenden Material geschoben.
Jede der Kappen trägt außen einen Anschlußdraht 23 bzw. 24. An der Innenseite der
Kappe liegt je eine der durch Einschneiden gebildeten Polfahnen 14 bzw. 15 an.
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Je eine Öse i9, 2o ist durch je eine der Kappen 17, 18 hindurchgezogen.
Die Öse i9 tritt durch eine entsprechende Öffnung der Polfahne 14 hindurch und ist
umgebördelt, wie dies aus der vergrößerten Darstellung der Fig. 5 zu entnehmen ist,
während sie mit ihrem äußeren, umgebördelten Rand das ringförmig gebogene Ende des
Drahtes 23 festhält, wie dies aus der vergrößerten Darstellung der Fig. 4 zu entnehmen
ist. In gleicher Weise hält und klemmt die Öse 2o innerhalb der Kappe 18 die Polfahne
15 und außerhalb der Kappe das ringförmig gebogene Ende des Drahtes 24.
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Durch diese Verbindung ist eine äußerst haltbare mechanische und elektrische
Verbindung zwischen den Ableitungsdrähten 23, 24 und den streifenförmigen Ableitungen
14, 15 hergestellt. Außerdem halten die Kappen 17, 18 den Kondensatorwickel
mechanisch
zusammen. Die Ränder der Ösen i9 bzw. 2o sind am äußeren und inneren Rand derartig
umgebördelt, daß die Ableitungen und Drähte über eine ausreichende Fläche fest eingeklemmt
sind und eine dauerhafte mechanische Verbindung und ein vollständiger elektrischer
Kontakt gewährleistet sind. Um die Verbindung der Streifen 14, 15 mit den Ösen zu
erleichtern, werden diese Streifen mit ausreichender Länge versehen und zweckmäßig
ein-oder mehrfach gefaltet, wie dies aus der Fig. 3 zu erkennen ist.
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Nach Fertigstellung des mit dem Elektrolyt imprägnierten Wickels in
der gezeigten Weise wird er zweckmäßig in ein rohrförmiges Gehäuse 25 etwa aus Isolierstoff
eingesetzt, das an beiden Enden über die Stirnenden des Kondensatorwickels vorspringt,
worauf eine zweckmäßig isolierende Abschlußmasse, wie Wachs oder Pech, eingegossen
und zum Erstarren gebracht wird. Diese Masse fließt auch durch die Öffnungen der
Ösen i9, 2o und füllt darum vollständig alle Zwischenräume aus, die etwa zwischen
den Kappen 17, 18 und dem imprägnierten Kondensatorkörper sowie diesem letzteren
und dem Gehäuse 25 bestehen. Außerdem werden hierdurch die Kappen 17, 18 samt den
Kondensatorkörper in Stellung innerhalb des Gehäuses 25 gehalten. Während des Ausgießens
mit der Isoliermasse sind sowohl die Polfahnen 14, 15 als auch die Drähte 23, 24
durch die Kappen und Ösen mechanisch in Stellung gehalten, so daß jede Beschädigung
des zusammengebauten Wickels während der Fertigstellung des Kondensatorkörpers ausgeschlossen
ist.
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Verzichtet man darauf, eine Abschlußmasse zwischen die Kappen und
den Kondensatorwickel einfließen zu lassen, dann kann man natürlich an Stelle von
hohlen Ösen auch gewöhnliche Niete verwenden.
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Werden die Kappen 17, 18 eng und dicht passend über den Kondernsatorkörper
geschoben und so ausgeführt, daß sie gerade in das Rohr 25 eingeführt werden können
und somit ein enger Spalt zwischen den Seitenrändern der Kappe und der Innenfläche
des Gehäuses übrigbleibt, dann wird ein weiterer Vorteil für dass Ausgießen der
Stirnenden des Gehäuses erzielt; es wird dann nämlich das Wachs oder die sonstige
in der Wärme flüssige Abschlußmasse 26 beim Auftreffen auf die Stirnseiten der Kappen
sofort erkalten und dadurch erstarren, und die Masse wird nicht seitlich zwischen
den Kappen und dem Gehäuse nach innen fließen. Es werden also lediglich zwei Abschlußstöpse126
an beiden Stirnseiten hergestellt. Die Menge der dazu erforderlichen Masse kann
genau vorausbestimmt werden. Dadurch, daß sie nicht zwischen das Gehäuse und den
Kondensatorwickel fließt, werden ferner die Schwierigkeiten vermieden, die sonst
dadurch entstanden, daß dieser Zwischenraum ungleichmäßig ausgefüllt wurde und darum
verschiedene Mengen von Ausgußmasse erforderlich wurden und Luftblasen in der erhärteten
Ausgußmasse zurückblieben.
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Bei der Anwendung von Ösen, durch welche die Ausgußmasse hindurchtritt,
wird die Luft von den Stirnseiten des Wickels fortgedrängt und kann zwischen den
inneren Kappenenden und dem Wickel sowie den Räumen zwischen den Kappen und dem
Gehäuse 25 an beiden Stirnseiten entweichen; zu diesem Zweck wird das Ausgießen
damit begonnen, daß man die Masse durch die Ösen einfließen läßt und erst darauffolgend
den Teil 26 ausgießt. In gleicher Weise wird verfahren, wenn ein mit einem Zusatzdielektrikum
imprägnierter statischer Kondensatorwickel vorliegt und eingebaut werden soll.