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Verfahren zum Einformen von Zahnbrücken für Stiftzähne Zusatz zum
Patent 866 540
Im Patent 8665so ist ein Verfahren zum Einformen eines aus Metall
zu gießenden Trägers (Brückenglied) für mit Stiften in Aussparungen dieses Trägers
zu verankernde künstliche Zähne vorgeschlagen, das dadurch gekennzeichnet ist, daß
vor dem Anpassen des Wachsmodells des Zahnträgers an den Zahn auf den Zahnstift
ein Röhrchen aus dem Metall des Gusses passend aufgeschoben wird, das nach dem Abziehen
des Zahnes im Wachsmodell verbleibt und während des Einbettens des Wachsmodells
in die Einbettmasse der Küvette mit einem, das Rohr überragenden hoch hitzebeständigen
Stift, z. B. aus Graphit, ausgefüllt wird, der nach dem Ausbetten wieder abgezogen
wird. Im Ausführungsbeispiel des Patents 866540 ist dabei der Fall erläutert, daß
ein Kunstzahn mit Kramponstiften zu befestigen ist, d. h. einem kurzen in einem,Knöpfchen
endigenden Stift, wobei dann das einzuformende Röhrchen nicht den ganzen Querschnitt
des- Brückenformlings durchdringt.
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Bei der am Schluß der Beschreibung des Patents 86654p angedeuteten
Möglichkeit der Verwendung des Verfahrens für Kunstzähne mit Platinlangstiften hat
sich nun ergeben, daß hierbei durch besondere Gestaltung des den ganzen Formling
durchdringenden Röhrchens ein wesentlicher Vorteil gegenüber der allgemeinen Befestigungsart
solcher Platinlangstifte erzielt werden kann. Zu diesem Zweck ist gemäß der Erfindung
beim Verfahren nach dem Patent 866540. vorgesehen, daß bei Trägern für Platinlangstifte
als einzugießendes Röhrchen ein solches verwendet wird, das den Träger ganz durchdringt
und an dem dem Stiftzahn abgekehrten Ende trichterartig erweitert ist.
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Diese trichterartige Erweiterung bildet dann an der fertigen Brücke
eine schlanke und tiefe Ansenkung, in welcher das Ende des Platinlangstiftes zu
vernieten ist. Es ist deshalb, im Gegensatz zu der Vernietung der Platinlangstifte
in gebohrten Durchgangslöchern der Brücke, nicht mehr nötig,
diese
Bohrlöcher zur Aufnahme-des Nietkopfes anzusenken. Dieses Ansenken war einerseits
eine zusätzliche und umständliche Arbeit und hatte, da nur ein flacher Ansenkwinkel
möglich war, auch noch den Nachteil, daß sehr flache Nietköpfe entstanden, die nach
dem Abschleifen der rückwärtigen Fläche der Brücke zudem so dünn waren, daß sie
den Zähnen keinen genügenden Halt in der Brücke gaben.
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Gerade bei den Platinlangstiftzähnen kommt es vor, daß sie nicht
einwandfrei vernietet werden und sich deshalb bald wieder lösen. Meistens werden
nämlich vor dem Vernieten die Bohrungen mit einem Rundbohrer angesenkt, und in die
verhältnismäßig flache Mulde werden dann die Nietköpfe eingenietet. Beim nachträglichen
Polieren der Brücke ergab sich dann die Tatsache, daß der an sich schon flache Nietkopf
in seiner axial gemessenen Stärke noch mehr geschwächt wird und durch die Beanspruchung
des Zahns im Mund vorzeitig abbricht. Bei der nach der Erfindung vorhandenen langen
trichterförmigen Erweiterung der Niethülse, deren innerer zylindrischer Durchmesser
genau zu den Langstiften der Zähne paßt, entstehen Nietköpfe mit schlankem Konus,
die schon bei der Herstellung den Platinlangstift kräftig gegen die Brücke anziehen
und die auch bei noch so starkem Polieren nicht nennenswert an Länge verlieren und
deshalb eine besonders sichere Haltung der Zähne gewährleisten.
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Das Verfahren nach der Erfindung wird nunmehr im einzelnen an Hand
der Zeichnung erläutert, die im wesentlichen derjenigen nach dem Patent 866 540
entspricht. Darin zeigt Fig. I eine Porzellanfacette mit Platinlangstift, Fig. 2
ein aus dem Edelmetall der herzustellenden Brücke bestehendes und auf den Platinlangstift
genau passendes Röhrchen, Fig. 3 einen beim Einformen als Formkern zu verwendenden
Graphitstift, Fig. 4 die Porzellanfacette nach Fig. I mit aufgeschobenem Röhrchen
gemäß Fig. 2, Fig. 5 einen Schnitt durch das Wachsmodell der Brücke mit angedrückter
Facette und eingebettetem Röhrchen, Fig. 6 den gleichen Schnitt nach dem Abziehen
der Facette, Fig. 7 einen Schnitt durch die Küvette, nachdem das Wachsmodell in
der Einbettungsmasse eingeformt und anschließend durch Erhitzen der Küvette wieder
daraus beseitigt ist, Fig. 8 das Gußstück nach dem Ausformen mit darauf vernieteter
Porzellan facette.
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Zunächst werden über die beiden Platinlangstifte II der Porzellanfacette
12 die trichterförmig erweiterten Röhrchen 13 gesteckt und dann die Facette in üblicher
Weise am Wachsmodell 14 abgeformt. Diesen Zustand zeigt die Fig. 5. Beim Abziehen
der Facette I2 vom Wachsmodell 14 bleibt das Röhrchen I3 im Modell zurück (Fig.
6).
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Nun werden in diese Röhrchen 13 passende Graphitstifte 1 solcher Länge
eingesteckt, daß sie noch ein beträchtliches Stück zu beiden Seiten aus dem im Modell
14 eingebetteten Röhrchen 131 herausragen. Das Ganze wird in die Einbettungsmasse
Ió der Küvette 17' eingeformt. Nach dem Erhärten der Masse I6 wird die Küvette so
weit erhitzt, daß das Wachsmodell 14 flüssig wird und herausläuft bzw. verbrennt.
Die Röhrchen 13' bleiben dabei in der Form und werden von den mit ihrem freien Ende
in der Einbettungsmasse r6 steckenden Graphitstiften genau in ihrer vorgesehenen
Lage gehalten.
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Da es vorkommen kann, daß die Einbettungsmassen6 den Hohlraum der
trichterförmigen Erweiterung des Röhrchens I3 nicht voll ausfüllt und deshalb das
Eindringen von Gußmetall ermöglicht, soll zur Sicherheit vor dem Einformen des Modells
die Trichteröffnung um den eingesetzten Stift I5 herum noch mit Einbettmasse oder
einer andern hitzebeständigen Masse, z. B. Graphit 20, ausgefüllt werden. Diesen
Zustand zeigt die Fig. 7. Wenn nun, nachdem die Küvette auf Hellrotglut erhitzt
ist, der Guß ausgeführt wird, der aus demselben Metall besteht, wie die Röhrchen
13,', verschweißen sich die eingesetzten Röhrchen innig mit dem sie umgebenden Gußmetall
und sitzen genau in der vorgesehenen Lage in diesem. Nach dem Ausformen zieht man
die Graphitstifte 15. aus den Röhrchen I3 heraus und erhält dann ein Gußstück IS
mit eingegossenen Röhrchen 13, die jedoch zusammen jetzt praktisch ein einziges
Stück bilden.
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Fig. 8 zeigt, wie der Platinlangstift 1 1 in die trichterförmige
Erweiterung des Röhrchens I31 eingenietet ist und dort einen schlanken kegeligen
Nietkopf bildet.
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PATENTANSPROCHE: I. Verfahren zum Einformen eines aus Metall zu gießenden
Trägers (Brückenglied) für mit Stiften in Aussparungen dieses Trägers zu verankernde
künstliche Zähne, wobei vor dem Anpassen des Wachsmodells des Zahnträgers an den
Zahn auf den Zahnstift ein Röhrchen aus dem Metall des Gusses passend aufgeschoben
wird, das nach dem Abziehen des Zahns im Wachsmodell verbleibt und während des Einbettens
des Wachsmodells in die Einbettmasse der Küvette mit einem das Rohr überragenden
hochhitzebeständigen Stift, z. B. aus Graphit. ausgefüllt wird, der nach dem Ausbetten
wieder abgezogen wird, nach Patent 866 540, dadurch gekennzeichnet, daß bei Trägern
für Platinlangstifte als einzugießendes Röhrchen ein solches verwendet wird, das
den Träger ganz durchdringt und an dem dem Stiftzahn abgekehrten Ende trichterartig
erweitert ist.