DE9014458U1 - Schwimmende Oel- und Chemiesperre - Google Patents
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Description
Freiburg I. Br. Al C\k\ 1990
Dreikönigstraße 13 IAUM. IWy
M 90 493
Wagner Umweltschutz AG, Martinsbruggstr. 96, CII-9016 St.Gallen
Schwimmende OeI- und Chemiesperre
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist eine schwimmende OeI- und (.'hcmiesperre gemäss
Oberbegriff des Patentanspruches 1.
Es ist bekannt bei OeI- und Chemieunfällcn aufstehenden oder fliessenden Gewässern schlauchform ige
Sperren einzusetzen, welche aus einer Vielzahl stirnseilig miteinander verbundenen Sperrenabschnitten
bestehen. Mit solchen Sperren kann das auf der Oberfläche treibende OeI an einer Ausbreitung
gehindert werden.
Eine aus der Schweizer Patentschrift 588599 bekannte schwimmende Oclspcrre besteht aus einem
schlauchförmigcn Körper, in dem zylindrische Auftriebskörper eingeschoben sind, welche durch ein
durch die Achse der Auftriebskörper verlaufendes Seil zusammengehalten werden. An der Unterseite
der Sperre ist eine feinmaschige netzförmige Schürze angebracht, an deren unteren Kante Gewichte
angehängt sind, welche die Schürze im wesentlichen vertikal zur Wasseroberfläche nach unten und
einen Teil des schlauchförmigcn Schwimmkörpers unter die Oberfläche des Gewässers ziehen. Im
oberen Abschnitt, der direkt an den schlauchförmigcn Sperrenkörper anschliessl, kann die Schürze
einen wasserundurchlässigen Abschnitt aufweisen, um das Durchtreten des an der Oberfläche
schwimmenden OeIs unter dem Schwimmkörper hindurch zu verhindern. Die einzelnen
Sperrenabschnitte weisen an den Enden Anschlusslappen auf, welche mit der benachbarten Sperre
verbunden werden.
Die bekannten Sperren eignen sich recht gut, so lange das Gewässer keine Strömung aufweist oder im,
strömenden Gewässer keine grösscre Fracht mitgetragen wird, wie z.B. Aesle, Holzstücke, etc.
Holzstücke, aber auch Algen und Schlamm, können sich in der netzförmigen Schürze der bekannten
Sperren leicht verfangen und zu einem Wasserstau führen. Die dadurch entstehenden riesigen Kräfte
auf die Sperre können diese zerreissen und dadurch nicht nur die Sperre zerstören, sondern das von ihr
zurückgehaltene OeI wieder freigeben. Im weiteren ist es sehr aufwendig, die durch Schlamm, Algen
und dergl. verschmutzten Netze an den Sperren zu reinigen.
Ein weiterer Nachteil der bekannten Sperre besteht darin, dass bei einem Einsatz in der Sperre in
fliessenden Gewässern zwischen den beiden durch Laschen und Riegel miteinander verbundenen
Sperrenabschnitten bei hoher Strömgeschwindigkeit OeI hindurchtreten kann und damit der
Wirkungsgrad der gesamten Oelsperrc verringert wird.
Hier will die Erfindung Abhilfe schaffen.
Die Erfindung, wie sie in den Ansprüchen gekennzeichnet ist, löst die Aufgabe, eine OeI- und
Chemiesperre zu schaffen, welche in Gewässern mil hoher Strömgeschwindigkeit eingesetzt werden
kann. Eine weitere Aufgabe der erfindungsgemässen Sperre besteht darin, dass im Wasser treibende
Holzstücke, Aeste und dergl. sowie Algen und andere Pflanzenteile sich in der Schürze verfangen
können. Eine weitere Aufgabe der Erfindung besieh! darin, zu verhindern, dass auch bei hoher
Strömgeschwindigkeit das an der Sperre zurückgehaltene OeI nicht an deren Verbindungsstellen
hindurchtreten kann.
Ueberraschenderweise gelingt es, durch Weglassen der netzförmigen Schürze unterhalb der
Schwimmkörper und dem Einsatz von in grossen Absländen angeordneten vertikalen Zugelementen
einerseits das an der Oberfläche schwimmende OcI zurückzuhalten und grösseres Schwemmgut sowie
Pflanzenteile unter der Sperre hindurchtreten zu lassen, ohne den Wirkungsgrad der Sperre negativ zu
beeinflussen.
Mit dem doppelten Laschenverschluss kann einerseits eine reissfeste gegenseitige Verbindung der
Sperrenabschnitte erreicht werden und gleichzeitig der Durchtritt von OeI an der Verbindungsstelle bei
allen Einsalzbedingungen unterbunden werden. Die Sperrenelemente können im Gegensatz zur
bisherigen einlaschigen Verbindung, welche beim Einsatz die Anordnung der Sperrenelemente mit
Laschenbügel gegen die Flicssrichtung erfordern, beidseitig verlegt werden, d.h. es muss nicht mehr
darauf geachtet werden, dass die Sperren in einer ganz bestimmten Weise ins Wasser eingeführt
werden. Dies ist insbesondere sehr wichtig, weil bei OcI- und Chemieunfällen möglichst schnell
gearbeitet werden muss.
Die Ummantelung sowohl der im wesentlichen vertikal verlaufenden Zugelcmenle als auch der
horizontal verlaufenden Zugseile mit einem Mantel aus glattem, beschichtetem Polyestergewebe
verhindert das Ansetzen und Hängenbleiben von Fremdkörpern und erleichtert die Reinigung der
Oelsperren nach Gebrauch.
Anhand eines illustrierten Ausführungsbcispieles wird die Erfindung näher erläutert. Es zeigen:
Figur 1 eine perspektivische Darstellung einer OcI- und Chemiesperre,
Figur 2 ein vergrösserter Ausschnitt der Sperre von Figur 1,
Figur 2 ein vergrösserter Ausschnitt der Sperre von Figur 1,
Figur 3 eine Darstellung der Anschlusslappen zweier miteinander zu verbindenden Sperrenabschnitte
und
Figur 4 zwei zusammengefügte Sperrenabschniltc.
Figur 4 zwei zusammengefügte Sperrenabschniltc.
Die OeI- und Chemiesperre 1 besteht aus einem schlauchförmigen Schwimmkörper 3, welcher mit
Auftriebselementen 5 gefüllt und an dessen Unterseite eine Oelrückhalteschürze 7 befestigt ist, welche
vorzugsweise aus dem den Schwimmkörper bildenden, wasserdichten Material hergestellt ist. An der
Unterkante ist an dieser ein Zugseil 9 aus Stahl befestigt. Die Befestigung des Seiles 9 an der
Oelrückhalteschürze 7 ist nicht Gegenstand dieser Erfindung und wird daher nicht näher erläutert.
Ein zweites Zugseil 11 ist in einem Abstand vom ersten Zugseil 9 parallel zu diesem angeordnet und durch im wesentlichen vertikal verlaufende Verbindungselemente 13 oder 15 mit diesem verbunden und bildet die Zugschürze 8. Als Verbindungselemente können Stahl- oder Kunststoffseile 13 oder Stahl-
Ein zweites Zugseil 11 ist in einem Abstand vom ersten Zugseil 9 parallel zu diesem angeordnet und durch im wesentlichen vertikal verlaufende Verbindungselemente 13 oder 15 mit diesem verbunden und bildet die Zugschürze 8. Als Verbindungselemente können Stahl- oder Kunststoffseile 13 oder Stahl-
oder Kunststofibänder 15 verwendet werden. Der Abstand a zwischen den einzelnen
Verbindungselcmenten liegt zwischen 0,3 und 1 m. Eine weitere Verbindung zwischen den einzelnen
Verbindungselementen zwischen den beiden Zugseilen 9 und 11 ist nicht vorhanden, so dass ein
möglichst grosser offener Durchgangsquerschnitt entsteht.
Die Zugseile 9 und 11 sind von einem Mantel 16 umgeben, dessen Oberfläche möglichst glatt
ausgebildet ist. Als Mantel 16 kann beispielsweise ein beschichtetes Polyestergewebe verwendet
werden. Es besteht aber auch die Möglichkeit, die beiden Zugseile 9 und 11 direkt in einen Kunststoff
einzubetten bzw. einzuvulkanisicren. Vorzugsweise sind die Verbindungselemente 13 und 15 aus Naturoder
Kunstfaserseilen oder aus breitem Kunststoffband und die Verbindungsstellen zwischen den
Verbindungselementen 13,15 und den Zugseilen 9 und 11 mit einer Tülle 17 aus doppeltem
Kunststoffgewebe verschweisst oder vernäht. Die Ummantelung 16 bzw. 17 bewirkt, dass an den Zug-
und Verbindungsteilen glatte Oberflächen vorliegen, die ein Hängenbleiben von Schlamm, Algen und
dergl. verhindern sowie die Reinigung nach Gebrauch im wesentlichen erleichtern.
An den Enden der Sperren, welche vorzugsweise in Abschnitte von 5 oder 10 ni Länge aufgeteilt sind,
sind Anschlusslappen 19.21 angebracht. Die Anschlusslappen 19,21 sind vorzugsweise Teil des
schlauchförmigen Schwimmkörpers 3 und direkt bei der Herstellung der Schwimmkörper ausgebildet
worden. Der Anschlusslappen 19 ist gemäss der vorliegenden Erfindung doppelt ausgebildet, d.h. er
besteht aus einem ersten Lappen 23, an welchem mehrere Kunststoff- oder Metallbügel 25 befestigt
sind, und aus einem zweiten Lappen 27, welcher an der entsprechenden Stelle Oescn 29 aufweist. Am
Lappen 23 ist zudem ein Riemen 31 befestigt, welcher nach dem Verbinden der Sperrenabschnitte
durch die Bügel 25 geschoben werden kann.
Der Abschlusslappen 21 am anderen Ende der Sperre 1 weist nur Oesen 29 auf und ist im übrigen
analog dem Lappen 27 ausgebildet (Figur 3).
Wenn zwei Sperrenabschnitte miteinander verbunden werden sollen, wird der der Lappen 21 zwischen
die Lappen 23 und 27 eingefahren, die Bügel 25 durch die Oesen 29 des Lappens 21 und die Oesen 29
des Lappens 27 geführt und anschlicssend der Riemen 31, es kann auch eine Latte sein, durch die
Riegel 25 gestossen. Damit ergibt sich eine feste Verbindung zwischen den beiden Sperrenabschnitten
3, durch welche keine auf der Oberfläche des Wassers schwimmende Oelleile oder andere
Verschmutzungen hindurchtreten können.
- Ansprüche -
Claims (6)
1. Schwimmende OeI- und Chemiesperre mit einem schlauchförmigen, mit Auftriebselementen (5)
gefüllten Schwimmkörper (3) und einer am Schwimmkörper (3) angebrachten Zugschürze (8)
sowie je einem oben und unten an der Schürze befestigten Zugseil (9,11), dadurch gekennzeichnet,
dass die Zugschürze (8) aus im wesentlichen parallel nebeneinander angeordneten, die beiden
Zugseile (9,11) verbindenden Zugelementen (13,15) besteht, welche Zugelemente (13,15) keine
gegenseitige Verbindungen aufweisen.
2. Schwimmende OeI- und Chemiesperre nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die
Zugelemente aus Stahl- oder Kunststoffseile &eegr; (13) oder Stahl- oder Kunststoffbändern (15)
bestehen.
3. Schwimmende OeI- und Chemiesperre nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die
Zugseile (9,11) und die Zugclemenle (13,15) in einem eine glatte Oberfläche aufweisenden Mantel
(16) eingelegt sind.
4. Schwimmende OeI- und Chemiesperre nacli Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die
Verbindungsstellen der Zugelemente (13,15) mit den Zugseilen (9,11) von einer Tülle (17) mit
glatter Oberfläche umschlossen sind.
5. Schwimmende OeI- und Chemiesperre nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
dass die Zugelemente (13,15) in Abständen von 0,3 bis 1,0 m angeordnet sind.
6. Schwimmende OeI- und Chemiesperre nach einem der Ansprüche 1 bis 5 mit einem eine Reihe
Oesen (29) aufweisenden Anschlusslappen (21) und einem eine Reihe Bügel (25) aufweisenden
Anschlusslappen (23) zum Verbinden benachbarter Sperrenabschnitte (1), dadurch
gekennzeichnet, dass parallel zum Anschlusslappen (23) mit der Bügclrcihe zusätzlich ein
Anschlusslappen (27) mit einer Oesenreihc (29) angebracht ist, zwischen welchen beiden
Anschlusslappen (23,27) der Anschlusslappen (21) der benachbarten Sperre (1) einschieb- und
verbindbar ist.
(W. Maucher]
Patentanwalt
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