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Vorrichtung zum Vergießen feurig-flüssiger Masse, z. B. Hochofenschlacke,
auf ein ihrer Schäumung dienendes Gießbett Bei dem Verfahren nach dem Hauptpatent
825 695 wird die feurig-flüssige Masse, z. B. die Hochofenschlacke, auf ein
ihrer Schäumung dienendes Gießbett aus einem Zwischenbehälter in breitem Schwall
schnell ausgegossen. Hierbei erfüllt der Zwischenbehälter die Aufgabe, die zu schäumende
Masse möglichst schnell über das Gießbett auszubreiten, damit das aus dem Boden
des Gießbettes aufsteigende Schäummittel möglichst schnell an allen Stellen eine
nahezu gleich starke Masseschicht vorfindet, wodurch eine besonders hohe Gleichmäßigkeit
des Schäumproduktes erzielt wird. Die Erfahrung hat gezeigt, daß das schnelle Ausgießen
allein zu Explosionsgefahren führt, wenn der Schlackenstrom als geschlossener Strom
auf ein und dieselbe Stelle des Gießbettes auftrifft, und zwar auch dann, wenn die
Schlacke frei von Eisen ist. Der Grund hierfür scheint darin zu bestehen, daß der
Dampf, der sich aus dem unter der Ausgußstelle aufsteigenden Wasser bildet, vom
Schlackenstrahl glockenartig eingeschlossen wird und nicht wie bei der ruhenden
Schlackenschicht mit schäumender Wirkung in die Schlacke eindringen kann, sondern
explosionsartig den Schlackenstrahl aufsprengt. Aus diesem Grund ist es nicht möglich,
die Schlacke unmittelbar aus der vom Hochofen kommenden Pfanne auf das Gießbett
auszugießen, selbst wenn die Pfanne zu dem notwendigen schnellen Ausgießen mit einer
geeigneten Vorrichtung versehen wird. Es hat sich nun aber
gezeigt,
daß . die vorerwähnten Explosionsgefahren vermieden werden, wenn die Transportpfanne
auf der Ausgußseite mit einem Kragen versehen wird, auf dem der ausfließende Massestrahl
sich auszubreiten und über eine lange überlaufkante überzulaufen vermag, so daß
er in einem ausgebreiteten flachen Strahl auf das Gießbett auftrifft. Wo die Verhältnisse
es nicht ermöglichen, eine Vorrichtung nach dem Hauptpatent mit einem über die Breite
des Gießbettes sich erstreckenden besonderen Zwischenbehälter zu schaffen, und weniger
hohe Anforderungen an die Gleichmäßigkeit des Schäumproduktes gestellt werden, kann
also gemäß der Erfindung die Transportpfanne selbst als Zwischenbehälter verwendet
werden und mit verhältnismäßig einfachen Mitteln durch Anbringüng eines Kragens
auf der Ausgußseite für das Ausgießen der Schlacke auf das Gießbett geeignet gemacht
werden. Falls die vorhandene Kippvorrichtung ein genügend schnelles Kippen nicht
ermöglicht, kann diese Möglichkeit leicht dadurch geschaffen werden, daß am Unterteil
der Pfanne ein Haken angebracht wird, in den ein Windenseil eingehängt werden kann,
so daß das Kippen mit Hilfe einer genügend schnell laufenden Winde durchgeführt
werden kann.
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In weiterer Ausgestaltung der Erfindung wird die Transportpfanne mit
einem Deckel versehen, der geschlossen gehalten werden kann, bis die Pfanne in die
Neigung gebracht ist, die nach Öffnen des Deckels zum schnellen Ausfließen der Masse
erforderlich ist. Durch den Deckel wird auch die Abkühlung -der Schlacke und die
Bildung von Schlackendeckeln vermindert. Besonders vorteilhaft ist es, wenn der
Deckel der Pfanne parallel zu. ihrer Kippachse geteilt ist und nur der untere Teil
des Deckels der gekippten Pfanne aufklappbar gemacht wird und wenn die Teilfuge
so gelegt wird, daß der Spiegel der Masse in der - gekippten Pfanne oberhalb der
Teilfuge steht, bevor der untere Deckelteil geöffnet wird, so daß der obere Deckelteil
etwaige Schlackendeckel, die sich gebildet haben, zurückhält und nicht auf. das
Gießbett gelangen und die Schäummitteldüsen zudecken läßt.
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Das Geschlossenhalten des Deckels und sein Öffnen im Zeitpunkt der
richtigen Kipplage der Pfanne kann auf verschiedene Art und Weise bewirkt werden.-
So z. B. kann der aufklappbare Deckelteil mit einem Kippgewicht versehen werden,
das diesen Deckelteil im Schließungssinn belastet, bis die Pfanne in die für das
Ausfließen der Schlacke gewünschte Kipplage gelangt ist, jedoch bei Überschreiten
dieser Kipplage den Deckel im Öffnungssinn belastet und sein schnelles Öffnen unterstützt.
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Wird der aufklappbare Deckelteil an der Ausgußseite der Kippfanne
am Kragen der Pfanne angelenkt, kann er in vorteilhafter Weise zur Verbreiterung
des Kragens der Pfanne ausgenutzt werden, indem er nach dem Aufklappen in einer
entsprechenden Lage gehalten wird, so daß die ihn überfließende Schlacke auf ihm
sich ausbreiten kann. Wird der aufklappbare Deckelteil oberhalb des ausfließenden
Schlackenstrahles angelenkt, empfiehlt es sich, die Verschlußvorrichtungen, mit
denen der Deckel bis zur Erreichung der für das Ausgießen der Schlacke geeigneten
Kipplage der Pfanne geschlossen gehalten wird, seitlich am Pfannenkragen außerhalb
des Bereiches des ausfließenden Massenstromes anzuordnen.
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Die Erfindung ist in den Fig. i bis q. in einem Ausführungsbeispiel
dargestellt, und zwar zeigt Fig. i eine Pfanne gemäß der Erfindung in Draufsicht;
Fig. 2 bis q. zeigen dieselbe Pfanne in einem senkrechten Schnitt in verschiedenen
Kippstellungen; Fig. 5 zeigt ein anderes Ausführungsbeispiel einer Pfanne gemäß
der Erfindung in Draufsicht; Fig. 6 bis 8 zeigen die Pfanne nach Fig. q. im senkrechten
Schnitt in verschiedenen Kippstellungen. Bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig. i
bis q.
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ist die Gießpfanne i mit einem quer zur Kippachse der Pfanne geteilten
Deckel z, 3 versehen. Der größere Deckelteil e ist der Ausgußseite der Gießpfanne
abgekehrt und sitzt während des Gießvorganges fest auf der Gießpfanne auf. Um eine
bequeme Füllung der Gießpfanne zu ermöglichen, ist er jedoch an seinem Scheitelpunkt
mittels Scharnieres q. mit der Gießpfanne verbunden und wird weiter durch nicht
dargestellte, schwenkbar an der Gießpfanne angebrachte Haken, die fest über seinen
Rand greifen, gehalten. Der kleinere Deckelteil 3 ist trapezförmig ausgebildet und
greift beiderseits der Ausgußstelle über den Rand der Gießpfanne hinaus. An seinen
über die Gießpfanne hinausgreifenden Teilen ist der Deckelteil 3 mittels der Scharniere
5 aufklappbar mit einem von ihm überdeckten, am Pfannenrand angesetzten Kragen 12
verbunden. Die Schwenkachse 6 des Deckelteiles 3 ist an ihren beiden Enden mit je
einem auf einem Hebelarm 7 verstellbar angeordneten Gewichte 8 versehen.
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Nach Füllung der Gießpfanne i wird der Deckel 2, 3 geschlossen (Fig.
2) und die Gießpfanne nach dem Gießbett transportiert. Während des Kippens der Gießpfanne
-i zum Zweck des Entleerens bleibt der fest aufsitzende Deckelteil e ständig, zunächst
aber auch der aufklappbare Deckelteil 3 so lange geschlossen (Fig.3), bis der je
nach Einstellung der Gewichte 8 auf den Hebelarmen 7 und der Größe des Winkels,
den die Hebelarme 7 mit dem Deckelteil 3 einschließen, von den Gewichten 8 auf den
Deckelteil 3 ausgeübte Druck von dem Gegendruck überwunden wird, den die Masse in
der Gießpfanne in wachsendem Maße entsprechend der -Neigung der Gießpfanne auf den
Deckeltei13 ausübt. Sobald der Deckeltei13 auf diese Weise aufgeklappt wird (Fig.
q.), ergießt sich der Inhalt der Gießpfanne i schnell auf das Gießbett. Der Deckelteil
3 wird dabei z. B. durch ein an der Gießpfanne oder an dem Deckelteil 3 angebrachtes
Widerlager in einer solchen Lage gehalten, daß, wie es in Fig. q. angedeutet ist,
die ausfließende Masse sich auf ihm ausbreiten kann und somit in - breitem
Schwall auf dag Gießbett
auftrifft. Vorteilhaft ist es, die Größe
des Deckelteiles 2 und des Druckes, der von außen auf den Deckeltei13 ausgeübt wird,
so aufeinander abzustimmen, daß während des Gießvorganges der obere Teil der Masse
in der Gießpfanne möglichst lange durch den Deckelteile zurückgehalten wird und
feste Bestandteile, die sich auf der Masse gebildet haben, in der Gießpfanne hängenbleiben.
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Die beiden in Fig. 5 bis 8 dargestellten Ausführungsbeispiele der
Erfindung unterscheiden sich von dem Ausführungsbeispiel nach Fig. i bis q. zunächst
dadurch, daß der aufklappbare Deckelteil 3 an der der Ausgußseite der Gießpfanne
i zugewandten Kante des Deckelteiles 2 mit diesem durch Scharniere 9 aufklappbar
verbunden ist. Dadurch wird erzielt. daß die Scharniere des Deckelteiles 3 der ausströmenden
Masse mehr entzogen werden, was ihrer Schonung dient. Der aufklappbare Deckelteil
3 wird durch Haken io verriegelt, die auf gemeinsamer Welle 13 am Kragen
12 der Pfanne seitlich angebracht sind und über seitliche Zapfen des Deckelteiles
3 greifen. Sie werden beim Kippen der Gießpfanne i durch eine Zugvorrichtung i i
gelöst. Die Zugvorrichtung i i ist also aus dem Bereich der ausströmenden Masse
herausgebracht.
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Durch Umkehrung der Verhältnisse in dem Ausführungsbeispiel nach Fig.
5 bis 8, indem der aufklappbare, Deckelteil 3 nicht an dem festliegenden Deckelteil
2 angelenkt, sondern mit der Gießpfanne an deren Ausgußseite gelenkig verbunden
wird und die Haken io sowie die Zugvorrichtung i i entsprechend verändert angeordnet
werden, kann auch hier der Deckelteil 3 über den Rand der Gießpfanne i hinaus aufklappbar
gestaltet und auf diese Weise ebenfalls zur Verbreiterung des Schwalles der ausströmenden
Masse benutzt werden.