DE906007C - Verfahren zur Vorbehandlung von Keratin mit einem Oxydationsmittel - Google Patents
Verfahren zur Vorbehandlung von Keratin mit einem OxydationsmittelInfo
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- DE906007C DE906007C DEC4797A DEC0004797A DE906007C DE 906007 C DE906007 C DE 906007C DE C4797 A DEC4797 A DE C4797A DE C0004797 A DEC0004797 A DE C0004797A DE 906007 C DE906007 C DE 906007C
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- D—TEXTILES; PAPER
- D01—NATURAL OR MAN-MADE THREADS OR FIBRES; SPINNING
- D01F—CHEMICAL FEATURES IN THE MANUFACTURE OF ARTIFICIAL FILAMENTS, THREADS, FIBRES, BRISTLES OR RIBBONS; APPARATUS SPECIALLY ADAPTED FOR THE MANUFACTURE OF CARBON FILAMENTS
- D01F4/00—Monocomponent artificial filaments or the like of proteins; Manufacture thereof
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- Treatments For Attaching Organic Compounds To Fibrous Goods (AREA)
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Description
(Die Erfindung bezieht sich auf die Herstellung bzw. Vorbehandlung von Keratin. Das nach der
Elrfindiung hergestellte Keratin kann für verschiedene
Zwecke verwendet werden.
Eis wurden schon Vorschläge für die Herstellung
künstlicher Fäden aus keratinhaltigem Material, wie es sich in Wollabfällen und tierischen; Hlaaren,
Hörnern und Hufen findet, gemacht. Solche Vorschläge bestehen in der Regel darin, das Kferatin
ίο nach geeigneter Vorbehandlung in einer Flüssigkeit,
wie Cuprammoniumlösung, wäßrigen Lösungen von Harnstoff mit oder ohne Reduziermittel oder wäßrigem
Ammoniak, Ätznatron- oder Natrmmsulfidllösung
aufzulösen oder zu dispergieren und die Lösung oder Dispersion in ein Fällbad, im allgemeinen ein saures Bad, welches ein oder mehrere
Salze enthält1, zu verspinnen. E1S wurde schon vorgeschlagen,
das keratinhaltige Material mit Oxydationsmitteln vorzubehandeln. So schlagen
P. Alexander, R. F. Hudson und M. Fox in »The Biochemical Journal«, Bd. 46, Nr. 1, 1950,
S. 27 bis 32, vor, das Keratin mit Oxydationsmitteln einschließlich Peressigsäure vorzubehandeln,
wobei das so behandelte Keratin in wäßriger Natronlauge, Ammoniumhydroxyd und Harnstofflösungen
löslich ist. Man nimmt an, daß die Wirkung der Peressigsäure darin besteht, die Cystinbindung
in dem Keratin zu oxydieren und zu sprengen, so daß das oxydierte Produkt in Alkali
löslich oder dispergierbar wird. Die Verwendung
von Peressigsäure als Oxydierungsmittel ist jedoch im Großbetrieb unerwünscht. Oie Säure selbst ist
ätzend und! für den Arbeiter schädlich, und außerdem
ist die Herstellung der Säure aus Elssigsäureanhydrid
und Wasserstoffsuperoxyd gefährlich, da die Mischung explodieren kann.
Die Erfindung bezweckt eine verbesserte oxydierende Vorbehandlung von !Keratin hauptsächlich für
die Herstellung von regenerierten Keratinfäden.
{Elrfindüngsgemäß besteht ein Verfahren zur oxydierenden
Vorbehandlung von Keratin darin, das ίο Keratin der Wirkung von Wasserstoffsuperoxyd in
Giegenwart vom Eisenvitriol und einer Säure auszusetzen.
Diie bevorzugte Säure ist Schwefelsäure, aber auch andere Säuren, wie Phosphorsäure und
Essigsäure, können verwendet werden. DSe verwendeteni
Mengen von wasserhaltigem Eisenvitriol und Schwefelsäure können 2 bis 20*'Gewichtsprozent des
Gewichts des Keratins betragen. Vorzugsweise verwendet man 8 bis ι ο %>
,Elisenvitriol, berechnet auf das Gewicht des Keratins. Die verwendete Menge
ao Säure soll hinreichen, um das iEÜsenivitriol in Lösung
zu halten. Zu ig pro Liter Eisenvitriol braucht man in der Regel ungefähr ig pro Liter
Schwefelsäure.
Das nach, der Erfindung vorbehandelte Keratin ist in verdünntem Alkali leicht löslich und kann
daher zur Herstellung von Keratinlösung dienen. Das Keratin wird der Wirkung von Wasserstoffsuperoxyd
in Gegenwart von Elisenvitriol und: einer Säure unterworfen und das oxydierte Keratin in
einer wäßrigen alkalischen 'Lösung gelöst. Die so
erhaltenem Lösungen können unmittelbar als Spinnlösung bei der Herstellung von Kunstfäden benutzt
werden. Sie können auch als Schlichte und Dispersionsmittel dienen.
,Ein Verfahren zur Herstellung ausgefällter
Keratinfädeni unter Anwendung des erfindungsgemäßen Vorbehandlungsverfahrens besteht darin, das
Keratin in Giegenwart von 'Eisenvitriol und einer Säure der !Wirkung von Wasserstoffsuperoxyd zu
unterwerfen, das oxydierte Keratin in wäßriger alkalischer Lösung, wie wäßrigem Ammoniak oder
wäßriger Ätznatronlösung, aufzulösen und die so erhaltene Lösung in ein wäßriges Fällbad zu verspinnen,
welches ein oder mehrere Metallsalze enthält, von welchen bekannt ist, daß sie Proteine koagulieren.
Geeignete Salze sind Natriumsulfat, Magnesiumsulfat und Aluminiumsulfat. Es können
auch Mischungen solcher Salze verwendet werden. Das Bad hat vorzugsweise einen py-Wert zwisehen
5 und 9.
'Die bei Anwendung der Erfindung erhaltenen künstlichen Proteinfäden werden in üblicher Weise
gestreckt, gehärtet und unlöslich gemacht.
Die Streckung soll gewöhnlich mindestens 50%
betragen. Sie ist aber vorzugsweise höher, z. B. 100 bis 300%. Das Strecken kann in der Luft oder
in (Gegenwart eines Koagulationsbades vorgenommeni werden, welches keine oder im wesentlichen
keine Hartunigsmittel enthält.
Die Härtebäder können die gewöhnlich für diesen Zweck bei Caseinfäden vorgeschlagenen sein, z. B.
wäßriges Formaldehyd allein oder vorzugsweise in Verbindung mit einem oder mehreren Metallsalze·™,
wie Natriumsulfat, Magnesiumsulfat, Aluminiumsulfat,
Calciumchlorid, Zinkchlorid, basisches Chromsulfat und Zirkonylsulfat.
Nach dem Härten werden die Fäden vorzugsweise
einer Behandlung auf Unlöslichmachen, wie sie gewöhnlich bei P'roteinfäden angewendbt wirdi,
unterworfen!. DKe bevorzugte Behandlung zum Unlöslichmachen
ist die Verwendung von Formaldehyd und Natriumbisulfat, wie in dem Patent 822 000
beschrieben.
Die gehärteten Fäden können darauffolgend weiter gestreckt und damn in einem Härtebad behandelt
werden, ohne daß sie sich weiter zusammenziehen könnemi.
Die bei Anwendung der Erfindung erhaltenen ausgefälltem Keratinfäden haben im allgemeinen
Alphastellung, wie durch Röntgenianalyse festgestellt
wurde, und besitzen eine wollähnliche Elastizität.
B e i s ρ i e 1 ι
ioo'g Wollabfall wurden bei 200 mit 1500'ecm
100 volumprozentigem Wasserstoff superoxyd gerührt,
welches 8 g Eisenvitriol (Fe'S O4 · 7 H2 O)
und 9 g Schwefelsäure pro Liter enthielt. Die Temperatur
wurde durch äußere Kühlung· bei 200 gehalten, bis die Reaktion abflaute. Die Mischung
wurde 16 Stunden bei 200 stehengelassen. Die
Fasern wurden abgetrennt und mit Wksser gewaschen, bis sie frei vom Behandlungsbad waren.
Dias faserige Produkt wurde· dann 4 Stunden mit
3 1 i,75%igem wäßrigem Ammoniumhydroxyd gerührt. Die Flüssigkeit wurde von einem gerinigen
unlöslichen Rückstand abfiltriert und durch Zentrifugieren in einem Gravitationsfeld von
IQOO X g geklärt. Die klare Flüssigkeit wurde dann gerührt und genügend 2 n-Schwefelsäure
zugegeben, um den pH-Wert auf 4 zu bringen, so daß ein weißer, käsiger Niederschlag ausfiel,
welcher durch eini Baumwollgewebe abfiltriert und1
durch Pressen von der äußerlichen Flüssigkeit befreit
wurde. Der feuchte Niederschlag wurde dann durch Zugabe von genügendem, konzentriertem
Ammoniak (spez. Gewicht 0,88) wieder aufgelöst und der pH-tWert auf 9 erhöht.
Die erhaltene viskose Lösung wurde dann zentrifugiert,
um sie von Luft und anderen Teilchen zu befreien und damm in eine wäßrige Lösung versponnen,
welche pro Liter 4501g kristallinisches Magnesiumsulfat (Mg1SO4 · 7iHl>0) und 150 g wasserfreies
Natriumsulfat enthielt, wobei der pH-iW?ert
der Lösung 7 war. per frisch versponnene Faden wurde dann auf konischen Walzen mit gegeneimander
geneigten Achsen um 200% gestreckt. D!ie untere Walze drehte sich in einer Lösung, welche
dieselbe Zusammensetzung wie das Fällbad hatte.
Die Fäden wurden dann auf einer Galette gesammelt und 2 Stunden bei 5010 in einem Bad gehärtet,
welches pro Liter io-g Formaldehyd, 450 g kristallisiertes Magnesiumsulfat und 150 g wasserfreies Natriumsulfat enthielt, und dann 2 Stunden
in einem Bad von 45 ° durch eine weitere Beihandlung unlöslich gemacht. Dias Bad enthielt pro Liter
iog Formaldidiyd, 300g Natriumsulfat und 400g
Schwefelsäure, Die Fäden wurden dann ini Wasser
gewaschen und getrocknet.
100 g Wollabfall wurden bei 200 mit 600 ecm
100 volumprozentigem Wasserstoffsuperoxyd gerührt, welches 2 g (Eisenvitriol und 100 ecm
5 η-Schwefelsäure enthielt. Die Mischung wurde 3 Stuoden mit äußerer Kühlung, welche die Temperatur
auf ungefähr 200 hielt, gerührt. Die Mitsdhunig
wurde dann mit einem gleichem Volumen Wasser aufgelöst und! nach Rühren 3 Tage stehengelassen.
Der feste Bestandteil wurde abgetrennt, aufgelöst und wie in Beispiel 1 versponnen.
Dias Verfahren nach Beispiel 1 und. 2 kamin auch
auf Kaninchenhaar angewendet werden und ergibt Fäden mit ähnlicher Zugfestigkeit wie die nach den
Beispielen 1 und 2 aus regenerierter Wolle hergestellten.
Claims (2)
- Patentansprüche:ι . Verfahren zur Vorbehandlung von Keratin mit einem Oxydierungsmittel, dadurch gekennzeichnet, daß das Keratin in Gegenwart von Eisenvitriol und einer Säure, vorzugsweise Schwefelsäure, der !Wirkung von Wasserstoffsuperoxyd unterworfen wird.
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß 2 bis 20 Gewichtsprozent 'Elisenvitriol, berechnet auf das Gbwicht des Keratins, verwendet werden.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| GB24927/50A GB692876A (en) | 1950-10-12 | 1950-10-12 | Improvements in and relating to the production of regenerated keratin threads, fibres, filaments and the like |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE906007C true DE906007C (de) | 1954-03-08 |
Family
ID=10219474
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEC4797A Expired DE906007C (de) | 1950-10-12 | 1951-10-09 | Verfahren zur Vorbehandlung von Keratin mit einem Oxydationsmittel |
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| Country | Link |
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1950
- 1950-10-12 GB GB24927/50A patent/GB692876A/en not_active Expired
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
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