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Lampenschaltung für Eisenbahnsignale, insbesondere für Relaissignale
Bei Signalanlagen, die verschiedene Begriffe zeigen, besteht das Bedürfnis, das
Erscheinen eines nicht zulässigen Signals zu verhindern, dagegen die Warn-oder Haltanzeige
unbedingt sicherzustellen. Hat man z. B., wie vielfach beim selbsttätigen Block,
als Fahrsignal Grün-Grün, als Warnsignal Grün-Gelb und als Haltsignal Gelb-Gelb
verwendet, so muß verhindert werden, daß beim Verlöschen einer grünen Lampe des
Signals Grün-Grün, die andere grüne Lampe allein weiterleuchtet. Es muß statt dessen
das Signal Grün-Gelb erscheinen. Dies kann man dadurch erreichen, daß man die beiden
grünen Lampen hintereinanderschaltet, so daß beim Verlöschen der einen grünen Lampe
die andere ohne weiteres mitverlöscht. Es ist jedoch vielfach zweckmäßiger, die
Lampen parallel zu schalten; unter Umständen wird die Parallelschaltung sogar notwendig,
wenn z. B. die eine Lampe blinken soll und die andere nicht. Bei Relaissignalen
kommt noch hinzu, daß dieselben Lampen alle drei Signalbegriffe erzeugen, da aber
bei Gelb-Gelb das Verlöschen einer Lampe nicht das Verlöschen der anderen zur Folge
haben darf, ist hier eine Hintereinanderschaltung auch nicht möglich. Es wäre möglich
bei Parallelschaltung der Lampen in Reihe mit jeder Lampe ein Relais .anzuordnen,
welches beim Durchbrennen der zugehörigen Lampe stromlos wird und dabei mittels
eines Kontaktes die andere Lampe auch abschaltet. Hierdurch wird aber nicht den
oben angeführten Erfordernissen genügt, wobei z. B. bei Grün-Gelb beim Verlöschen
von Grün Gelb bestehenbleiben muß, während beim Verlöschen von Gelb die grüne Lampe
auch verschwinden muß.
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Gemäß der Erfindung kann man den obigen Erfordernissen dadurch gerecht
werden, daß bei
einer derartigen Anordnung, bei welcher zwei oder
mehr Lampen parallel geschaltet sind und wobei durch eine mit jeder Lampe in Reihe
liegende Wicklung eines Überwachungsrelais, einer Drossel od. dgl. bewirkt wird,
daß beim Durchbrennen der zugehörigen Lampe die andere Lampe auch zum Erlöschen
kommt, nun noch von der Signalsteuerung abhängige Schaltmittel, z. B. der Kontakt
eines Signalsteuerrelais, vorgesehen sind, die das selbsttätige Erlöschen der zweiten
Lampe, je nach dem gewünschten Signalbegriff, z. B. bei Warn-oder Haltstellung,
unwirksam machen.
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Der Erfindungsgegenstand ist in den Figuren an Hand einer Schaltung
für Relaissignale beispielsweise erläutert. In Fig. i ist die Schaltung für zwei
parallel geschaltete Lampen i, 2 dargestellt, und zwar ist angenommen, daß diese
Lampen i und 2 zu einem Doppellichtrelaissignal der bekannten Ausführungsform gehören,
wobei der Signalwechsel durch zwischen Lampe und Linse befindliche, durch Magnetschalter
bewegte Farbblenden herbeigeführt wird und beispielsweise die beiden Signallichter
Grün-Grün Fahrt und die beiden Signallichter Gelb-Gelb, Halt bedeuten. Die Lampe
i liegt hierbei in Reihe mit dem Überwachungsrelais i o, die Lampe 2 in Reihe mit
dem Überwachungsrelais 20. Ein Kontakt i i des Überwachungsrelais i o und ein Kontakt
:3 i des überwachungsrelais 2o befinden sich in Reihenschaltung in der den beiden
Lampen gemeinsamen Zuführungsleitung. Die Kontakte i i und 21 werden durch den Kontakt
41 eines Signalsteuerrelais 4o, das beispielsweise als Blendenrelais dient, in der
abgefa4lenen Lage dieses Relais 40 überbrückt.
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Für den Fall, daß beispielsweise der Grün-Grün Begriff erscheinen
soll, ist das Signalsteuerrelais 4o angezogen und damit der Kontakt 41 unterbrochen.
Die Lampen i und 2 sowie die Überwachungsrelais io und 2o werden über die Kontakte
i i und 21, die bei angezogener Lage der Überwachungsrelais io und 20 geschlossen
sind, von der Stromquelle aus gespeist. Es sei jetzt einmal angenommen, daß die
Lampe i durchbrennt, es wird dann das überwachungsrelais io abfallen und durch den
jetzt geöffneten Kontakt i i die gemeinsame Speiseleitung unterbrechen. Damit kommt
auch die Lampe 2 zum Erlöschen. In gleicher Weise wird erreicht, daß in dem Fall,
wo beim Grün-Grün-Begriff die Lampe 2 erlischt, durch den Kontakt 21 an dem jetzt
abgefallenen Überwachungsrelais 2o auch die Zuleitung für die Speisung der Lampe
i unterbrochen wird.
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Durch die Erfindung wird also erreicht, daß stets dann, wenn der Grün-Grün-Begriff
eingestellt ist, das Durchbrennen einer Lampe selbsttätig das Dunkelwerden der zweiten
Lampe zur Folge hat. Gleichzeitig wird aber erreicht, daß bei haltzeigendem Signal,
also bei abgefallenem Signalsteuerrelais 4o, durch Überbrücken der beiden Kontakte
i i und 21 eine Lampe weherleuchtet, wenn die andere durchgebrannt ist.
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Eine Vereinfachung der Schaltung nach Fig. i zeigt Fig. 2. Die Vereinfachung
besteht darin, daß statt zweier Relais für die Lampenüberwachung nur ein einziges,
nämlich das Überwachungsrelais 3o benötigt wird. Dieses Überwachungsrelais ist .mit
zwei Wicklungen 5 und 6 versehen und arbeitet derart, daß sein Anker nur angezogen
ist, wenn beide Wicklungen stromduchflossen sind; wie z. B. die bekannten Zweiphaseninduktionsrelais,
Galvanometerrelais od: dgl. je nach der Stromart wird man das eine oder andere Relais
wählen. Grundsätzlich entspricht die Arbeitsweise der Schaltung nach Fig. 2 der
nach Fig. i. Der Kontakt 3 i entspricht den Kontakten i i und 21. 31 ist in gleicher
Weise vom Kontakt 41 des Signalsteuerrelais überbrückt wie bei Fig. i.
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Es liegt vielfach das Bestreben vor, mechanisch bewegliche Teile,
wie sie Relais darstellen, zu vermeiden. Fig. 3 gibt eine Schaltungsausbildung wieder,
die diesem Gedanken Rechnung trägt. Statt der Relaiswicklungen 10, 20 sind
hier beispielsweise die Wicklungen 3 und 4 einer Drossel in Reihe mit den Lampen
i und 2 geschaltet. Die Stromzuführung von der Stromquelle aus erfolgt hierbei in
der Mitte der Drossel, derart, däß die Windungszahlen der Wicklungen 3 und 4 gleich
sind. Die Wicklungen 3, 4 werden also bei Anlegen der Spannung vom gleichen, aber
entgegengesetzt gerichteten Strom durchflossen, so d.aß auf diese Weise die in beiden
Wicklungen auftretenden Magnetfelder sich gegenseitig aufheben, was zur Folge hat,
daß die Drossel lediglich als Ohmscher Widerstand angesehen werden kann.
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In dem Augenblick, wo eine der Lampen, beispielsweise Lampe i, durchbrennt,
ist der Ausgleich beider Magnetfelder in den Wicklungen 3 und 4 beseitigt. Die Wicklung
4 wirkt jetzt im Speisekreis der Lampe 2 als Drossel und kann so bemessen werden,
daß die Lampe 2 :erlischt. Ist beispielsweise die Lampe 2 schadhaft, so wirkt die
Wicklung 3 als Drossel und bewirkt ein Erlöschen der Lampe i.
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In dem Fall, wo am Signal der Gelb-Gelb-Begriff :erscheinen soll,
wird durch einen Kontakt 41 am abgefallenen Signalsteuerrelais 4o die Wicklung 3
und durch den Kontakt 42 die Wicklung 4 kurzgeschlossen. Die Lampen i und 2 werden
dann unmittelbar von der Stromquelle aus gespeist. Beim Durchbrennen der einen Lampe,
z. B. i, bleibt die Lampe 2 brennen.
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Es kann nun auch die Forderung gestellt werden, daß beispielsweise
auch dann, wenn bei Einstellung des Grün-G.rün- bzw. Grün-Gelb-Begriffes die eine
Lampe durchbrennt; an der anderen Lampe der Gelb-Begriff erscheinen soll. Eine Ausführung,
die diese Gesichtspunkte berücksichtigt, stellt die Schaltung nach Fig.4 dar. Auch
hier sind wieder die Lampen i und 2 in Reihe mit den überwachungsrelais io und,
2o geschaltet. Der Kontakt 21 des Überwachungsrelais 2o liegt im Speisekreis der
Lampe i, während der Kontakt i i sich im Speisekreis der Lampe 2 befindet. Der Kontakt
21 wird von einem Kontakt 51 des Signalsteuerrelais 50 überbrückt. Das Signalsteuerrelais
5o gehört zur Lampe i. Der Lampe 2 entspricht ein Signalsteuerrelais 6o; dessen
Kontakt 61 in abgefallener Lage des Signalsteuerrelais den Kontakt i i überbrückt.
Es
sei einmal angenommen, daß der Grün-Grün-Begriff eingestellt ist. In diesem Fall
sind also die Signalsteuerrelais 5o und 6o angezogen und die Kontakte 51 und 61
unterbrochen. Die Lampe i sowie das Überwachungsrelais i o erhalten von der Stromquelle
,aus über den Kontakt 2 i Strom. Die Lampe 2 wird über den Kontakt i i gespeist
und liegt in Reihe mit dem Überwachungsrelais 2o, das also ebenfalls angezogen ist.
Die überwachungsrelais io und 2o beeinflussen nun die Signalsteuerrelais 5o und
6o derart, daß stets dann, wenn eines dieser Relais abfällt, sofort auch die Signalsteuerrelais
durch Unterbrechen des entsprechenden Kontaktes ioi bzw. toi abgeschaltet werden.
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Brennt eine der Lampen durch, beispielsweise Lampe i, so fällt das
Überwachungsrelais i o ab und unterbricht gleichzeitig durch den jetzt geöffneten
Kontakt i i die Speisung für die Lampe 2 und für das im Speisekreis der Lampe 2
liegende überwachungsrelais 2o. Dies ferneren unterbricht das überwachungsrelais
io durch seinen Kontakt ioi den Stromkreis der Signalsteuerrelais 5o und 6o. Die
Signalsteuerrelais 5o und 6o fallen ab und schließen damit die an ihnen befindlichen
Kontakte 51 und 61, was jetzt zur Folge hat, daß die Lampe 2 über den Kontakt 6i
und das überwachungsrelais 2o gespeist wird. Es erscheint also in diesem Fall der
Gelb-Begriff, d. h. ein gelbes Licht.
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Brennt die Lampe 2 durch, so erscheint an der Lampe i gelbes Licht,
und zwar wird in diesem Fall die Lampe i über den Kontakt 5 i des abgefallenen Signalsteuerrelais
50 gespeist.
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Für den Fall, daß am Signal der Grün-Gelb-Begriff erscheint, würde
bei Durchbrennen der Lampe i die Lampe 2, also demnach das Gelblicht auftreten.
Unter der Voraussetzung, daß das Signal den Gelb-Gelb-Begriff hat, würde beim Durch
brennen der Lampe i auch hier auf dem gleichen Wege wie vorhin die Speisung der
Lampe 2 erfolgen. Das gleiche findet bei der Lampe i statt, und zwar .erfolgt hier
die Speisung über den Kontakt 51 des Signalsteuerrelais 50.
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Bei den sogenannten dreibegriffigen Signalen, die drei Begriffe, Grün-Grün,
Grün-Gelb und Gelb-Gelb zeigen, könnte u. .a. die Aufgabe gestellt werden, nur dann
ein gelbes Licht nach Durchbrennen einer Lampe erscheinen zu lassen, wenn das Signal
Halt (Gelb-Gelb) oder Warnung (Grün-Gelb) zeigt, dagegen ein grünes Licht, wenn
das Signal auf Fahrt (Grün-Grün) steht. Erfindungsgemäß kann diese Aufgabe dadurch
gelöst werden, daß die in den Lampenstromkreisen und unter Umständen auch im Stromkreis
der Signalsteuerrelais liegenden Abhängigkeitskontakte durch einen Kontakt dieses
Relais, das die Grün-Grün-Stellung des Signals herbeiführt, überbrückt werden. Dies
ist beispielsweise an Hand der Fig. 4 dargestellt, und zwar sind die dann hinzukommenden
Stromkreise und Kontakte gestrichelt angedeutet. Die Kontakte 51 bzw. 2 i werden
durch einen Kontakt 7 i, die Kontakte i i bzw. 61 durch einen Kontakt 72 und die
Kontakte ioi und toi durch einen Kontakt 73 eines nicht in der Zeichnung dargestellten
Grün-Grün-Signalsteuerrelais überbrückt. Dann ist die Abhängigkeit zwischen den
beiden Signallampen ausgeschaltet, solange sich das Signal in der Grün-Grün-Stellung
befindet, also beide Signalsteuerrelais in angezogener Lage sind.
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Zu der Darstellung der Fig.4 sei bemerkt, daß sich im Stromkreis der
Signalsteuerrelais 5o, 6o noch andere Kontakte befinden, die hier nicht dargestellt
sind, da sie für die Erläuterung des Erfindungsgedankens unwichtig sind. Aus diesem
Grund ist ein Teil der zu den Signalsteuerrelais 5o, 6o führenden Leitungen gestrichelt.