DE894261C - Verfahren zur Herstellung eines gesinterten keramischen Koerpers - Google Patents
Verfahren zur Herstellung eines gesinterten keramischen KoerpersInfo
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Description
(WiGBI. S. 175)
AUSGEGEBEN AM 22. OKTOBER 1953
P 55730 VIIIb 12i c D
Middlesex (Großbritannien)
sind als Erfinder genannt worden
DieErfmdung bezieht sich auf keramische Körper,
welche geeignet zur Verwendung als dielektrisches Material in Kondensatoren und anderen Gegenständen
sind und als Hauptbestandteil Bariumtitanat enthalten, welches 90 oder mehr Gewichtsprozent
des Körpers ausmacht. Solche Körper sind vornehmlich wegen des hohen Wertes der Durchlässigkeit
von Bedeutung, welche bei ihnen erhalten werden kann.
Diese Körper werden gewöhnlich durch ein Verfahren hergestellt, bei welchem die Bestandteile in
einem geeigneten Grad von feiner Unterteilung gut miteinander vermischt, gepreßt, ihnen die geeignete
Form und Ausmaße gegeben und sie dann einer Erhitzung unterworfen werden, um die Teilchen zu
sintern und einen genügend starken und starren, nicht porösen keramischen Körper zu erzeugen. Die
im allgemeinen verwendeten Formen sind dünnwandige Rohre und dünne, flache Scheiben oder
rechteckige Platten. Die stärkste Dicke der Rohr- ao wände und der Scheiben oder Platten, im folgenden
als Wanddicke bezeichnet, überschreitet normaler-' weise nicht etwa 5 mm.
Das Erhitzen wird gewöhnlich derart ausgeführt, daß eine große Zahl der Körper, wenn notwendig
auf geeigneten Trägern, zusammen in einen Ofen eingebracht, der Ofen dann geschlossen, die Temperatur
dann allmählich auf den Sinterungsbereich, welcher etwa zwischen 1200 und 13000 ist, gesteigert
und dann das Material auf eine verhältnismäßig niedrige Temperatur abkühlen gelassen wird,
bevor der Ofen geöffnet wird. Bei einer solchen Behandlung kann sich das Ansteigenlassen der
Temperatur bis zum Höchstwert über eine Zeit von
ίο bis 12 Stunden oder länger und das Abkühlen
von der Höchsttemperatur bis auf 9000 herunter über einen Zeitraum von 2 bis 3 Stunden oder mehr
erstrecken.
Es wurde gefunden, daß die so hergestellten Körper, während sie eine verhältnismäßig hohe
Durchlässigkeit,1 von 500 aufwärts, besitzen, nicht einen genügend hohen Wert an Isolierwiderstand
bei gewöhnlicher Raumtemperatur aufweisen und eine sehr beträchtliche Verschlechterung dieser
Eigenschaft erleiden, wenn die Temperatur auf ioo° erhöht wird, und ferner eine Verschlechterung
erleiden, wenn sie einer Dauerspannungsprobe bei dieser und einer niedrigeren Temperatur unterworfen
werden. Dieser Mangel beeinträchtigt in ernstlicher Welse die Brauchbarkeit der Körper.
Bei Anwendung der Erfindung werden verbesserte keramische Körper der angegebenen Zusammensetzung
erhalten, welche ein solch inneres Gefüge besitzen, daß ihr Isolationswiderstand bei· gewöhnlicher
Raumtemperatur einen hoben Wert aufweist. Sie besitzen auch befriedigende Werte des Isolations
wider Standes bei ioo° und höheren Temperaturen und erleiden keine große Verschlechterung
hierin, in manchen Fällen überhaupt keine, wenn sie bei dieser Temperatur für eine lange Zeit einer
angewendeten Spannung ausgesetzt sind1. Die verbesserten
Körper besitzen auch hohe Werte an Durchlässigkeit, im allgemeinen höhere als die,
welche mit Körpern gleicher Zusammensetzung, aber nach dem bisher bekannten Verfahren hergestellt
erhalten werden. Sie können z. B. Durchlässigkeitswerte von 1500 bis 4000 aufweisen.
Der wesentliche Faktor zur Erzielung der verbesserten Struktur ist gemäß der Erfindung die
Verringerung der Zeit für das Erhöhen der Temperatur von 9000 zur Höchsttemperatur und die
Verringerung der Zeit für das Abkühlen vom Bereich der Höchsttemperatur auf 9000 herab. Das
Erhitzen von 9000 auf die Höchsttemperatur und das' anschließende Abkühlen auf 9000 kann z. B.
stattfinden in etwa 25 Minuten, von welchen etwa 1J i Stunde die Zeit ist, um den Körper von der
Sintertemperatur auf 9000 abzukühlen. Es wurde gefunden, daß die verbesserte Struktur erhalten
wird, wenn die gesamte Zeit, innerhalb deren der Gegenstand auf einer Temperatur von oberhalb
9000 gehalten wird, weniger als 3 Stunden ist. Vorteilhafterweise
kann diese Zeit auf 1 Stunde für Körper mit einer Wanddicke von nicht über
höchstens 0,5 mm verringert werden.
Aus dem Vorhergehenden ergibt sich, daß der verbesserte Körper erhalten wird, wenn die frischen
Gegenstände auf die Höchsttemperatur zur Bewirkung des S interns erhitzt und dann von dieser
Temperatur abgekühlt werden, aber beides in einer raschen Weise erfolgt und eine Zeit von insgesamt
3 Stunden nicht überschreitet. Gleiche Ergebnisse können bisweilen erhalten werden mit Gegenständen,
welche schon durch das langdauernde bisherige Verfahren1 gewonnen, aber dann einer
kurzen Wärmebehandlung unterworfen werden, in welcher sie schnell auf Smtertemperatur erhitzt
und schnell abgekühlt werden. Demnach ist der bestimmende Schritt bei der Behandlung das verhältnismäßig
rasche Erhitzen und Abkühlen im Bereich von 9000 nach oben auf die Höchsttemperatur
von 1200 bis 1300°' und von der Höchsttemperatur
herab auf 9000.
Die mit den verbesserten Körpern erhaltenen Werte des Kraftfaktors sind nicht höher als die,
der nach den bisherigen Verfahren hergestellten Körper, und in einigen Fällen sind sie wesentlich
niedriger.
Die verbesserte Wärmebehandlung kann geeigneterweise in einem Röhrenofen ausgeführt werden,
durch welchen die zu behandelnden Körper entweder allmählich oder schrittweise gefördert
werden. Dabei erreichen sie die volle Sintertemperatur in dem mittleren Teil der Rohrlänge und die
Abkühlzone am Auslaßende. Durch Kontrolle des Grades der Bewegung der Körper durch das Rohr
kann ein geeignetes rasches Erhitzen und Abkühlen erzielt werden.
Es ist erwünscht, die Bedingungen so einzustellen, daß eine reduzierende Atmosphäre innerhalb des
Rohres nicht erhalten wird. Dies kann die Hervorrufung eines kleinen Luftstroms durch das Rohr
erforderlich machen.
Es wurde gefunden, daß das Verfahren der Erfindung besonders geeignet für Körper der Art ist,
wie sie in der britischen Patentschrift 586802 beschrieben und beansprucht sind. Von diesen Körpern
zeigen solche, welche Fluoride der Metalle der 2. Gruppe des Periodischen Systems enthalten,
die bemerkenswertesten Verbesserungen im Volumenleitungswiderstand.
Die. folgenden Beispiele erläutern die Anwen- "°
dung der Erfindung bei der Herstellung gesinterter Körper verschiedener Form und Zusammensetzung
und vergleichen die neuen Körper mit den nach den bekannten Verfahren hergestellten.
| 7η1 tf»O TV^ ^T\ A Tl | Form | Gesamtzeit | Volumenleitungswiderstand | 100° C | nach, dem Dauerversuch | Höchst | ||
| Z/USa-inmcii- | oberhalb 9000 C | Ohm/ccm | 3,4XiO10 | 250 C I 100° C | - — | temperatur | ||
| Scxzung | A | in Minuten | 250C | 2XIO8 | — | 0C | ||
| ia | W | 26 | 2XI011 | 6 xio10 | — | — | 1250 | |
| ib | A | 480 | 5XIO9 | i,7 X JO8 | 2,8 XIO11 | 1,6 xio12 | 1225 | |
| 2a | W | 26 | 5,2 χ io11 | 1,6 XIO12 | 1,1 X IO10 | — | 1250 | |
| 2b | A | 480 | 5,2XIO10 | 9 xio8 | 1,6 xio12 | 1225 | ||
| 3a | X | 26 | 1,6 Χίο12 | — | 1238 | |||
| 3b | 480 | 3,IXiO11 | 1200 | |||||
| M ItCI <fn *%^ οΤΛ | Form | Gesamtzeit | Ohm 250C |
Volumenleitungswiderstand | nach dem Γ 250C |
»auerversuch 1000C |
Höchst | |
| ^ubciinmcn- setzung |
B | oberhalb 9000 C in Minuten |
Ι,ΙΧΙΟ12 | /ecm 1000C |
temperatur 0C |
|||
| 4a | Y | 26 | 2,7 X ΙΟ10 | 8,4XiO10 | — | — | Ι3ΟΟ | |
| 4b | A | 480 | 3,6 χ ίο12 | 1,4 X ίο10 | — | — | 1200 | |
| 5a | Z | 26 | ΐ,9 X ίο11 | ΐ,6 χ ίο11 | — | — | Ι35Ο | |
| 5b | C | 540 | ΐ,4 X ίο12 | 9 X ίο10 | — | — | Ι325 | |
| 6a | X | 80 | 5 X ίο11 | ΐ,4 X ίο12 | — | — | 1250 | |
| 6b | 480 | 5 X ίο10 | 1225 | |||||
Bei· diesen Beispielen waren die geprüften
Körper alle rohrförmig und von folgenden Abmessungen:
| Form | Länge | Äußerer Durchmesser |
Wanddicke |
| A B C |
10 mm 27 mm 15 mm |
3 mm 4 mm 3 mm |
0,3 mm 0,5 mm 0,7 mm |
Im Beispiel 1 (a) war der Körper bereits nach dem bekannten Hitzebehandlungsverfahren während
8 Stunden gesintert worden, bevor er die sohneile Wärmebehandlung erhielt.
Die Zusammensetzungen in Gewichtsteilen (bezeichnet mit WXYZ) waren folgende:
| W | BaTiO3 | IOO |
| Bentonit | I | |
| X | BaTiO3 | 98.5 |
| MgF2 | 1,0 | |
| ZnO | 0,5 | |
| H3BO3 | 1.4 | |
| Bentonit | 1,0 | |
| Y | BaTiO3 | 98 |
| MgZrO3 | 2 | |
| Bentonit | I | |
| Z | BaTiO3 | 95 |
| MgTiO3 | 5 | |
| Bentonit | I |
Die erwähnte Dauerprobe bestand darin, daß der Körper einer Beansprudiung von 800 Volt pro mm
bei 75° während 170 Stunden unterworfen wurde.
Die folgende Tabelle erläutert, wie die Durchlässigkeit (K) und der Kraftfaktor in einigen
Fällen verbessert sind.
| K | Kraftfaktor | |
| Beispiel | 1200 | (tan X io4) |
| 2a | IIOO | 300 |
| 2b | 3000 | 300 |
| 3a | 1600 | 300 |
| 3b | 400 | |
Claims (2)
1. Verfahren zur Herstellung eines gesinterten keramischen, für dielektrische Zwecke
geeigneten und 90 oder mehr Gewichtsprozent Bariumtitanat enthaltenden Körpers, gekennzeichnet
durch den Schritt des Efhöhens der Temperatur des Körpers auf die Sintertemperatur
oder eine höhere Temperatur und anschließendes Senken der Temperatur auf 900°,
wobei die Gesamtzeit für das Erhöhen und Senken der Temperatur des Körpers 3 Stunden
nicht überschreitet.
2. Verfahren zur Herstellung eines gesinterten keramischen Körpers mit einer maximalen
Wanddicke von nicht über 0,5 mm, welcher für dielektrische Zwecke geeignet ist und 90 oder
mehr Gewichtsprozent Bariumtitanat enthält, gekennzeichnet durch den Schritt des Erhöhens
der Temperatur des Körpers auf die Sintertemperatur oder eine höhere Temperatur und
anschließendes Senken der Temperatur auf 9000,
wobei die Gesamtzeit für das Erhöhen und Senken der Temperatur des Körpers 1 Stunde
nicht überschreitet.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß der Körper 0,5 bis 10% eines Fluorids eines Metalls der 2. Gruppe des Periodischen
Systems eniMlt.
4. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß der Körper 0,5 bis 10% eines Fluorids eines Metalls der 2. Gruppe des Periodischen
Systems enthält.
Angezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschriften Nr. 660971, 712538,
Deutsche Patentschriften Nr. 660971, 712538,
736311;
niederländische Patentschrift Nr. 47568;
schweizerische Patentschrift Nr. 238737;
• französische Patentschrift Nr. 925454;
• französische Patentschrift Nr. 925454;
britische Patentschrift Nr. 586802;
USA.-Patentschriften Nr. 2270872, 2377910, 2399082, 2420692, 2436839, 2469584.
5480 10.5
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
| GB277917X | 1948-09-30 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
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Family Applications (1)
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|---|---|---|---|
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