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Meßgerät für profilierte Querschnitte in der Werkstoffprüfung
Allgemein
werden Maschinenteile, sofern überhaupt eine sehr genaue Messung erforderlich ist,
mittels Schieblehren oder Mikrometerschrauben gemessen. Da bei der Vielzahl von
verschiedenen Querschnittsformen diese Meßwerkzeuge allein nicht genügen, sind im
Laufe der Zeit eine Reihe Spezialmeßgeräte entwickelt worden, die, abgesehen von
ihrer Zweckbestimmung, eine begrenzte Verwendungsmöglichkeit besitzen. Insbesondere
ist dies bei den in der Materialprüfung zurAnwendung kommenden Geräten der Fall.
Um überhaupt zuverlässige Unterlagen über die Eigenschaften der Werkstoffe erhalten
zu können, müssen die einzelnen Querschnitte genau ermittelt werden. Während z.
B. bei einer Zerreißprobe vor dem Zerreißen die Ermittlung des Querschnitts einwandfrei
vorgenommen, d. h. eine Mikrometerschraube eingesetzt werden kann, ist die Erfassung
des Quer schnitts nach dem Zerreißen unter Zuhilfenahme einer solchen nicht mehr
möglich. Infolge der zum Teil sehr starken Formänderung, besonders in unmittelbarer
Nähe der Bruchfläche, ist das Ansetzen einer Mikrometerschraube undurchführbar.
Die zu messenden Querschnitte sind teilweise derart ausgebildet, daß sich die bekannten
Meßwerkzeuge nur schlecht verwenden lassen können. Diese Nachteile wirken sich in
weit größerem Maße auf die daraus zu errechnende Einschnürung bzw. absolute Bruchlast
aus, worin auch die Ursache für das starke Streuen der Versuchsergebnisse zu suchen
ist. Bei
den Kerbschlagproben liegen die Verhältnisse ähnlich. Es
ist hierbei sehr schwierig, mit den üblichen Meßwerkzeugen in den schmalen Kerb
der Probe hineinzukommen, um den tatsächlichen Querschnitt zu erfassen. Ähnliche
Schwierigkeiten müssen auch bei den meisten Probeformen anderer Prüfarten mit in
Kauf genommen werden. Allgemein hat man sich in Ermangelung geeigneter Hilfsmittel
mit den nun einmal vorhandenen Fehlerquellen abfinden mussen.
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All diese Mängel werden durch das in der Zeichnung in beispielsweiser
Ausführungsform dargestellte Meßgerät beseitigt, das nach der Erfindung dadurch
gekennzeichnet ist, daß der Taster einer Meßuhr gegen ein auf einem Meßbackenhalter
verstellbar sitzenden Stellring federnd an liegt und dieser Meßbackenhalter durch
Federdruck gegen einen gegenüberliegenden, feststehenden Meßbackenhalter gedrückt
wird, und zwar zeigt Abb. I eine Längsansicht des Gerätes, Abb. 2 eine Draufsicht
der Abb. I, Abb. 3 eine Vorderansicht der Abb. I, Abb. 4 eine eingelegte Probe in
das Meßbackenpaar al der Abb. 3, Abb. 5 eine eingeschobene Probe in das Meßrollenpaar
a2 der Abb. 3, Abb. 6 eine eingelegte Probe in das Meßschneidenpaar a3 der Abb.
3, Abb. 7 eine eingelegte Probe in das Meßbackenpaar a4 der Abb. 3.
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Auf dem Führungsstab i, welcher mit seinen beilden Enden in einem
Sockel ruht, befinden sich die beiden Meßbackenhalter bl und b2. Während der Halter
bi feststeht, ist der Halter b2 in axialer Richtung verschiebbar. Auf dem mit feinem
Gewinde versehenen zylindrischen Schaft desselben befindet sich drehbar der Stellringf.
Die an den insgesamt vier Schenkeln der Meßbackenhalter ht und b2 angebrachten,
verschieden ausgebildeten Schneiden ai, aS und a4 sowie Rollena2 sind an ihrem äußeren
Ende abgeschrägt. Zu beiden Seiten der nach oben gerichteten Schenkel der Halter
b und b2 befindet sich der hochklappbare Auflegetisch e. In dem bis zur Hälfte ausgebohrten
Führungsstab i ist die Stellschraube 7 eingeschraubt, welche wiederum den Stellring
g, der als verschiebbarerAnschlag für den Meßbackenhalter b2 gedacht ist, trägt.
Die auf einem überhöhten Sockelende angebrachte Meßuhr d drückt mit ihrem unter
Federdruck stehenden Stift c gegen den Stellring J des Meßbackenhalters b2.
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Der zu messende Gegenstand wird zwischen die nach oben gerichteten,
sich in der Nut des klappbaren Auflegetisches e bewegenden Meßbacken oder Rollen
ai, a2, a5 bzw. a4 gedrückt. Hierbei verschiebt sich der Meßbackenhalter b2 in axialer
Richtung und drückt den an dem Stellring J federnd anliegenden Stift c in die Meßuhr
d hinein. Diese gibt nun die Abmessung des zwischen den Meßbackenhaltern sich befindlichen
Körpers an. Nach der Entfernung desselben fährt der Meßbackenhalter b2, durch den
Druck des Stiftes c veranlaßt, in seine Ausgangsstellung zurück, während die Uhr
ihre Nullstellung wieder einnimmt. Die für das Ermitteln besonderer Querschnitte
erforderliche Umstellung des Gerätes erfolgt durch Drehen der Meßbackenhalter bl
oder auch b2 bei fortgeklapptem Auflegetisch e. Um auch Querschnitte, die über den
Meßbereich der Meßuhr d hinausgehen, noch erfassen zu können, wird der Stellring
d durch die Stellschraube h gegen den Meßbackenhalter b2 geschraubt. Dieser wandert
auf dem Führungsstab i nach außen und drückt mit dem Stellringf den federnd anliegenden
Stift c in die Meßuhr hinein.
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Auf der Skala derselben ist der jeweilige Abstand des Meßbackenhalters
b2 von bl ablesbar. Durch Drehen des auf dem Meßbackenhalter sich befindenden Stellringes
f läßt sich die Meßuhr d in ihre Nullstellung zurückbringen, während die Entfernung
zwischen dem Meßbackenhalter bl und b2 unverändert bleibt. Durch diese Heraufsetzung
und genaue Begrenzung der Nullstellung ist es möglich, auch Querschnitte, die größer
als der maximale Ausschlag der Meßuhr d sind; genauestens auszumessen.
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PATENTANSPPI(,CHE: I. Gerät zum Messen unregelmäßiger Querschnitte
von Werkstücken mittels Meßuhren, dadurch gekennzeichnet, daß ein Taster (c) der
Meßuhr (d) gegen einen auf einem Meßbackenhalter (b2) verstellbar sitzenden Stellring
(f) federnd anliegt und dieser Meßbackenhalter (b2) durch Federdruck gegen einen
gegenüberliegenden, feststehenden Meßbacltenhalter(bl) gedrückt wird.