DE88638C - Verfahren zum schrittweisen Walzen von Röhren - Google Patents
Verfahren zum schrittweisen Walzen von RöhrenInfo
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- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B21—MECHANICAL METAL-WORKING WITHOUT ESSENTIALLY REMOVING MATERIAL; PUNCHING METAL
- B21B—ROLLING OF METAL
- B21B21/00—Pilgrim-step tube-rolling, i.e. pilger mills
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- Mechanical Engineering (AREA)
- Reduction Rolling/Reduction Stand/Operation Of Reduction Machine (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT
Die Erfindung betrifft Neuerungen an dem Verfahren zum Auswalzen von. kurzen, dicken
Rohrstücken über Dornen zu langen, dünnen Röhren unter pilgerschrittförmiger Relativbewegung
des Werkstückes gegen die Walzen, welches durch die Patente Nr. 58762, 86162
und 84778 geschützt ist.
In nachfolgend beschriebenem Verfahren hat das ausgewalzte Rohr oder der in Auswalzung
begriffene Theil desselben einen gröfseren inneren Querschnitt wie der Dorn; es berührt
den Dorn nicht auf allen Seiten; infolge dessen kann es sich bei der Abkühlung nicht fest auf
den Dorn aufschrumpfen, sondern läfst sich stets verhältnifsmäfsig leicht über den Dorn
verschieben.
Das Walzwerk, durch welches dieser Zweck erreicht wird, hat mit Unterbrechung arbeitende
Walzen, deren Arbeitsflächen Kaliber besitzen, welche in der Längsrichtung zum Theil konisch
und dabei seitlich so erweitert sind, dafs ihr Querschnitt annähernd halb elliptisch ist. Wenn
die Walzen zusammen arbeiten, so begrenzen diese Kaliber einen Raum, der weniger hoch
wie breit ist und daher Platz läfst für ein gewisses seitliches Ausweichen des zwischen den
Walzen und dem kreisrunden Dorn zusammengedrückten Metalles. Infolge dessen hebt sich
das in Walzung begriffene dünnwandige Rohr an den Schnittfugen des Kalibers vom Dorn
ab, und es wird bei jedem Wralzenangriff ein kurzes Rohrstück hergestellt von im Innern
und Aeufsern elliptischem Querschnitt.
Die Walzen berühren das Werkstück nur während eines bestimmten Theiles ihrer Umdrehungen,
da die Walzen entweder Abflachungen bezw. Aussparungen besitzen, welche das Rohr freigeben, sobald diese Aussparungen
gegenüberstehen oder, da sie selbst periodisch von einander entfernt werden, nachdem die
Arbeitsflächen der Walzen ihre jedesmalige Walzarbeit beendigt haben.
In den Arbeitspausen wird Dorn nnd Werkstück annähernd 90° um seine Achse gedreht
und in der Längsrichtung gegen die Walzenachsen so verschoben, dafs ein weiteres kurzes
Stück des noch unausgewalzt gebliebenen Theiles des Werkstückes von den- Walzen erfafst
und ausgewalzt werden kann.
Das Kaliber auf der Arbeitsfläche jeder Walze besitzt einen konischen, mit seitlichen Erweiterungen
oder starken seitlichen Abschrägungen versehenen Theil, der die äufsere Dimension
des Werkstückes reducirt, und einen nicht konischen Theil, der die Fertigwalzung und
Schlichtung des Rohres zu besorgen hat.
Wenn man ein cylindrisches Rohr produciren will, so wird der Kalibertheil zum Fertigwalzen
des Rohres halb cylindrisch gestaltet. Wenn er dagegen eine einfache Verlängerung des
engsten Endes des ovalen konischen Kalibertheiles ist, ohne Aenderung der Querschnittsform, so entsteht bei dem wiederholten Angriff
der Walzen am Werkstück ein dünnwandiges Rohr, welches aus einzelnen kurzen, im Querschnitt
ovalen Rohrstücken besteht, deren
gröfste Achsen gegen einander so versetzt sind, wie das Werkstück in den Arbeitspausen um
seine Achse gedreht wird.
Das entstehende Product, welches der Einfachheit halber bezeichnet werden kann als ein
aus versetzten elliptischen kurzen Stücken zusammengesetztes Rohr, stellt an sich einen
neuen und praktisch verwerthbaren Fabrikationsgegenstand dar, da es wie ein elliptisches Rohr
einem inneren Drucke, ohne zu platzen, etwas nachgeben kann, z. B. bei der Ausdehnung von
gefrierendem Wasser, während es aufserdem einem äufseren Drucke widersteht, der ein einfach
ovales Rohr flachdrücken würde.
Zur Herstellung dieses neuen Productes arbeitet der kreisrunde Dorn mit Walzen zusammen,
deren Kaliber auch in dem zum Fertigwalzen bestimmten Theile oval — oder rund
mit verhältnifsmäfsig starken seitlichen Abschrägungen — gehalten ist. Wenn das dünnwandige
Rohr zwischen dem ovalen Walzenkaliber und dem runden Dorn comprimirt
wird, so weitet es sich etwas auf dem Dorn und hebt sich an den Schnittfugen der Walzen
von dem Dorn ab, indem es sich mehr oder weniger an die Wand des Kalibers anlegt.
Infolge dessen kann es sich abkühlen, ohne fest auf den Dorn aufzuschrumpfen, so dafs
die nach und nach gebildeten Rohrstücke sich auf dem Dorn während der Walzarbeit verschieben
können und das Rohr später auch vom Dorn gut abgezogen werden kann.
Fig. ι der Zeichnungen stellt einen Verticalschnitt
durch die Kaliber zweier zusammen arbeitender Walzen und ein in der Walzung begriffenes Rohr dar. Fig. 2 ist die obere
Ansicht der Unterwalze. Fig. 3 zeigt eine Aufeinanderfolge der Kaliber an den verschiedenen
Stellen der Arbeitsfläche. Fig. 4 ist eine Abänderung dieser Kaliber.
Fig. 5, 6, 7 und 8 zeigen verschiedene Arten von Fertigkalibern in Form einer Ellipse, eines
Ovals, zweier Kreisbögen etc. Der Dorn hat dabei immer kreisrunden Querschnitt.
Fig. 9 stellt dar einen Längsschnitt eines auf einem Dorn in Auswalzung begriffenen Rohres
in vergröfsertem Mafsstabe und zeigt das periodische Abheben des Rohres vom Dorn.
Fig. 10 ist eine äufsere Ansicht eines fertigen Rohres.
Fig. 11 und 12 sind Schnitte durch zwei
auf einander folgende ovale Rohrstücke mit innen befindlichem Dorn.
Fig. 13 ist eine Abänderung und zeigt ein sechskantiges Rohr auf einem entsprechenden
Dorn.
Zwei Walzen α α arbeiten zusammen mit
einem Dorn d, dessen Querschnitt kleiner ist als das Innere des hohlen Werkstückes r. Die
Kaliber der Walzen sind auf. einem Theil konisch und haben seitliche Erweiterungen oder
starke Abschrägungen. In Fig. 3 besteht der mittlere Theil des Kaliberquerschnittes aus Kreisbögen
über einem Winkel von ca. 80 bis 1250;
die Seitentheile des Kalibers schliefsen sich hieran als Tangenten an. Beim Arbeiten werden die
Walzen am besten so gestellt, dafs der Mittelpunkt der Kreisbögen nicht ganz mit der Achse
des Domes zusammenfällt, sondern von den Kreisbögen ein einige Millimeter ovales Kaliber
gebildet wird, um ein schwaches Weiten des Rohres auf dem Dorn zu erzielen. Bei sehr
starken seitlichen Abschrägungen kann der Mittelpunkt der Kreisbögen mit der Achse des
Dornes zusammenfallen, da dann das Kaliber durch die Abschrägung allein oval genug wird.
Anstatt der Tangenten können die Abschrägungen auch in Form von Curven oder
Kreisbögen mit anderen Mittelpunkten sich an die obigen Kreisbögen anschliefsen.
Wenn der Kalibertheil zum Fertigwalzen des Rohres einfach eine Verlängerung der Kaliberform
am Ende des konischen Kalibertheiles bei a1 ist, so wird ein Rohr erzeugt von
elliptischem Querschnitt, dessen gröfsere Achse parallel zur Achse' der Walzen liegt.
Infolge der ovalen, elliptischen oder seitlich weggeschnittenen Form der Kaliber (Fig. 5 bis 8)
hat das dünnwandige, zwischen Walzen und Dorn geprefste Rohr eine Tendenz zur seitlichen
Breitung, wie die Pfeile andeuten, und hebt sich daher an den Schnittfugen der Walzen a a
vom Dorn etwas ab. Auf diese Weise wird der innere Querschnitt des Rphres etwas gröfser
wie der Dornquerschnitt.
Wenn das fertige Rohr, anstatt aus versetzten ovalen Stücken zusammengesetzt, cylindrisch
sein soll, so wird das Ende des Kalibertheiles zum Fertigwalzen kreisrund gestaltet, das Kaliber
geht dann allmälig aus der ovalen oder stark seitlich erweiterten in eine weniger ovale oder
weniger seitlich erweiterte Form über, bis es gegen das Ende völlig kreisförmig ist.
Aus dem aus versetzten ovalen Stücken bestehenden Rohr kann auch durch Warm- oder
Kaltziehen ein cylindrisches Rohr hergestellt werden.
Der Dorn braucht nicht unbedingt cylindrisch zu sein, sondern kann prismatische Form
haben, in welchem Falle die Kaliber entsprechend geformt sind, und zwar stets derartig
, dafs die Seiten des Kalibers so erweitert sind, dafs dem Material Platz zu einem
geringen seitlichen Ausweichen und Abheben vom Dorn an den Schnittfugen der Walzen
gegeben wird (Fig. 13). Auch hier tritt stets ein gewisses Ovaldrücken des Rohres ein, und
der innere Querschnitt eines solchen prismatischen Rohres ist ebenfalls etwas gröfser als
der Querschnitt des prismatischen Dornes, so dafs ein Aufschrumpfen des Rohres auf den
Dorn vermieden ist.
Die infolge Ovaldrückens entstehende gröfste Achse eines Rohrstückes ist gegen die gröfste
Achse des folgenden Stückes versetzt.
Claims (2)
- :: Patent-Ansprüche:i. Eine Abänderung des durch die Patente Nr. 58762, 86162 und 84778 geschützten Verfahrens, dadurch gekennzeichnet, dafs bei Anwendung eines kreisrunden Dornes derartig von der Kreisform abweichende Kaliber oder Kalibertheile zum Fertigformen des Werkstückes angewendet werden, dafs das Rohr beim Druck zwischen den ä'ufseren Walzen und dem Dorn sich streckt und so weit seitlich breitet, dafs dasselbe sich an einzelnen Stellen der Umfläche vom Dorn abhebt, um das Aufschrumpfen oder Festklemmen des Rohres auf den Dorn zu verhindern.
- 2. Abänderung des unter 1. geschützten Verfahrens, dadurch gekennzeichnet, dafs das Werkstück beim Fortschreiten des WaIzprocesses abwechselnd gedreht wird, so dafs ein aus kurzen, unrunden, sich unmittelbar an einander reihenden Rohrstücken bestehendes Rohr entsteht, bei welchem die grofsen Achsen der auf einander folgenden kurzen, unrunden Rohrstücke gegen einander versetzt sind.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE88638T | 1894-01-21 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE88638C true DE88638C (de) | 1896-10-12 |
Family
ID=360510
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE189488638D Expired DE88638C (de) | 1894-01-21 | 1894-01-21 | Verfahren zum schrittweisen Walzen von Röhren |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE88638C (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1001224B (de) * | 1953-02-10 | 1957-01-24 | Svenska Metallverken Ab | Schritt- oder Pilgerschrittwalzwerk |
| DE102012208717A1 (de) | 2012-05-24 | 2013-11-28 | Coperion Gmbh | Behandlungsvorrichtung sowie Behandlungsanlage für Schüttgut |
-
1894
- 1894-01-21 DE DE189488638D patent/DE88638C/de not_active Expired
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1001224B (de) * | 1953-02-10 | 1957-01-24 | Svenska Metallverken Ab | Schritt- oder Pilgerschrittwalzwerk |
| DE102012208717A1 (de) | 2012-05-24 | 2013-11-28 | Coperion Gmbh | Behandlungsvorrichtung sowie Behandlungsanlage für Schüttgut |
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