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Verfahren zum Herstellen geschlossener Kettenglieder Bei der Erfindung
handelt es sich um die Herstellung geschlossener Kettenglieder, und zwar zum Unterschied
von Gliedern mit ovaler Form um solche mit im wesentlichen rechteckiger Grundform,
die an den Querseiten, d. h. quer zur Kettenlängsrichtung, mit Gelenkansätzen zum
seitlichen Tneinanderschieben zwecks Verbindung zweier Glieder miteinander ausgerüstet
sind oder die eine ähnliche Gestalt aufweisen.
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Hinsichtlich der Herstellung solcher Glieder sind drei verschiedene
Verfahren zu unterscheiden, und zwar z. Gießen und anschließendes Tempern, a. Biegen
eines Drahtes zu einem rechteckigen Rahmen, 3. Gliederhalbzeuge werden aus einem
profilgewalzten Stahl ausgestanzt, geformt und vergütet.
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Für Ketten, an die hohe Festigkeitsanforderungen gestellt werden,
kommt im allgemeinen nur dhs dritte Verfahren in Betracht. Aber auch dieses iäßt
zuweilen im Ergebnis zu wünschen übrig. Das gilt übrigens auch für Ketten mit ovalen
Gliedern, die nach einem älteren Verfahren gemäß 3. gefertigt sind in der Weise,
daß die einzelnen Gliederzuschnitte abwechselnd längs und quer liegend aus einem
Ausgangsbandstreifen ausgeschnitten werden. Die quer zur Bandlängsrichtung, d. h.
quer zur Bandwalzrichtung (Walzfaser) angeordneten Zuschnitte ergeben Glieder, deren
Festigkeit zu wünschen übrigläßt. Für Glieder mit rechteckiger Grundform der eingangs
genannten Art wirkt sich eine Querlage zur Walzfaser besonders nachteilig dann aus,
wenn die Gelenkansätze an den Gliederquerseiten durch Kaltverformung ausgebildet
werden, zumal die Rechteckform des Gliedes für dessen Beanspruchung durch den Zug
in -Kettenlängsrichtung ungünstiger als die Ovalform ist, ganz
abgesehen
von den Biegeanstrengungen, die beim Übergang des einzelnen Gliedes vom gezogenen
Kettentrum auf eine Kettenscheibe oder Trommel auftreten.
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Auf Grund dieser Erkenntnis strebt die Erfindung eine Verbesserung
der Herstellung in erster Linie im Sinne einer Erhöhung der Gliedfestigkeit an und
löst diese Aufgabe im wesentlichen dadurch, daß unter Verwendung eines Bandstreifens
mit im wesentlichen rechteckigem Querschnitt die einzelnen Gliederzuschnitte mit
ihren in Kettenlängsrichtung liegenden Schenkeln in Richtung der Bandstreifenwalzfaser
angeordnet und durch Warmschmieden für eine nachfolgende spanabhebende Bearbeitung
der Gelenkansätze vorgeformt werden.
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In Weiterentwicklung der Erfindung empfiehlt es sich, den zur Herstellung
von Scheren gemachten Vorschlag, einem Zuschnitt zwei Formlinge zuzuordnen, für
die Herstellung von Kettengliedern auszuwerten und einem Zuschnitt z. B. drei in
Bandquerrichtung nebeneinander- und zwei hintereinanderliegende Gliederhalbzeuge
zuzuteilen und nach dem Warmschmieden deren Gelenkflächen durch Sparabhebung zu
erzeugen, um erst dann den Zuschnitt in seine einzelnen Kettenglieder zu zerlegen.
Auf diese Weise wird zum Unterschied von der erwähnten Scherenherstellung Einspann-
und Einrichtzeit eingespart und damit die Fertigung erheblich vereinfacht und verbilligt.
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Die Zeichnung veranschaulicht den Werdegang eines Kettengliedes nach
dem erfindungsgemäßen Verfahren, und zwar zeigt Fig. i schaubildlich die Entstehung
eines Kettengliedes nach dem bisherigen Verfahren, Fig. 2 schaubildlich .den ersten
Schritt des neuen Verfahrens, F ig. 3 ein Oberwerkzeug für das warme Vorformen,
Fig. 3 a und 31b einen Schnitt gemäß III-III der Fig. 2 mit zugehörigem Unterwerkzeug,
Fig. ¢ die Nachbearbeitung der vorgeschmiedeten Gelenkansätze.
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Das oben unter 3. erwähnte Verfahren wurde bisher in der aus Fig.
i ersichtlichen Weise ausgeübt. Es wurden die einzelnen Glieder nach dem Ausstanzen
ihrer Öffnung von einem Bandstreifen abgeschnitten. Die Glieder lagen quer zu der
durch einen Pfeil versinnbildlichten Walzrichtung. Eine an einer Querseite des Gliedes
vorgesehene Zunge i zeigt in Fig. i eine Zwischenform, aus der sie durch Kaltverformung
zu einem Ring gebogen wurde.
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Zum Unterschied hiervon soll erfindungsgemäß die Längsrichtung des
Gliedes mit der Walzrichtung zusammenfallen und im übrigen nach dem in Fig.2 id'argestellten
Beispiel ein und derselbe Zuschnitt Z zwei Reihen mit je drei Gliederhalbzeugen
aufnehmen. In Fig. 2 sind die einzelnen Zuschnitte Z durch quer zur Pfeilrichtung
verlaufende. gestrichelte Trennlinien B hervorgehoben, während die Aufteilung jedes
Zuschnittes in sechs Eirlizelfelder für je ein Kettenglied durch Längslinien L und
Querlinien A angedeutet ist. Zwischen zwei Trennlinien B werden sechs: rechteckige
Löcher 2 -ausgestanzt, die je mit -dem Loch _ im fertigen Kettenglied gleichbedeutend
sind (vgl. Fig. i). Längs der Querlinien A erscheinen in Fig. 2 Löcher 3, welche
die anzuformenden Zungen. r seitlich begrenzen.
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Nach dem Ausstanzen der Löcher :2 und 3 oder gleichzeitig hiermit
werden die Zuschnitte Z von dem Ausgangsstreifen abgetrennt, dieser also zunächst
nur längs der Linie B zerschnitten. Die Zerlegung des einzelnen Zuschnittes in,
seine sechs Einzelfelder ist erfindungsgemäß als letzter Verfahrensschritt vorgesehen.
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Die vom Bandsfreifen abgetrennten Zuschnitte werden zunächst auf Schmiedetemperatur
gebracht und vermittels eines in Fig. 3 gezeigten Oberwerkzeuges und eines zugehörigen
Unterwerkzeuges (vgl. Fig. 3 a) vorgeformt. Dabei werden an die beiden Reihen 4
und 5 eines Zuschnittes Z die Gelenkansätze, nämlich Haken 6 und zylindrische Verstärkungen
7 angeformt, so d'aß sich die erwünschte Schnittform des Kettengliedes ergibt.
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Im Anschluß an diese Verformung sind die Gelenkansätze durch Sparabhebung
nachzubearbeiten damit die Verstärkung 7 des einen Gliedes in den Haken des benachbarten
Gliedes hineinpaßt und die einandier dann berührenden Anlageflächen der Gelenkansätze
auch bei großen Kettengeschwindigkeiten einen möglichst geräuscharmen Lauf der Kette
gewährleisten.
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Die Nachformung durch Sparnabhebung versinnbildlicht Fig. q.. In dieser
bedeutet 8 die endgültige Zylinderfläche und 9 die zylindrische Hakeninnenfläche,
die z. B. unter Benutzung einer Räumnadel gewonnen werden kann.
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Erst im Anschluß an diese Nachbearbeitung werden die Zuschnitte Z
durch Schnitte längs der Linien A und L in,die sechs Einzelglieder zerlegt.
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Das an Hand der Zeichnungen beschriebene Verfahren gilt nur als ein
Beispiel, auf das die Erfindung nicht beschränkt ist. So könnte z. B. die Einteilung
in Zuschnitte auch so gewählt wenden, daß diese durch die Linien. A begrenzt sind
i(vgl. Z') und demgemäß die hakenförmigen Ansätze 6 außen liegen (vgl. Fig. 3b).
In diesem Fall kommt für die abschließende Auftrennung -der Zuschnitte Z' in d'ie
Einzelglieder die Linie B in Betracht. Ebenso könnte diel Zahl der zu einem Zuschnitt
gehörigen Einzelglieder geändert und etwa nach Maßgabe der Breite des Bandstreifens
auf zwölf heraufgesetzt werden.