DE871604C - Aufzeichnungsmaterial - Google Patents
AufzeichnungsmaterialInfo
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- DE871604C DE871604C DEP29058A DEP0029058A DE871604C DE 871604 C DE871604 C DE 871604C DE P29058 A DEP29058 A DE P29058A DE P0029058 A DEP0029058 A DE P0029058A DE 871604 C DE871604 C DE 871604C
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Description
(WiGBl. S. 175)
AUSGEGEBEN AM 23. MÄRZ 1953
p 29058 IVa/ 15 k D
Aufzeichnungsmaterial
ist in Anspruch genommen
Die Erfindung· betrifft Aufzeichnungsmaterial, ζ. B. Schreib- und Druckpapier, welches ohne Verwendung
von Tinte oder Faiibe lediglich unter Einwirkung von Schreib- oder Typendruck eine farbige
Markierung hervorruft.
Gegenstand einer anderen Erfindung der Patentinhaberin
ist ein Aufzeichnungsmaterial, ζ. Β. Schreib- und Druckpapier, dais in der Hauptsache
aus einer Papierunterlage mit einem Überzug bestand. Der Überzug umfaßte ein Bindemittel mit
besonderen Einschlüssen verschiedener Chemikalien in flüssiger Phase, welche beim Vereinigen einen
unterschiedlichen Farbton an denDruckberührungspunkten
bilden; bei Gegenwart eines ionisierenden Mittels vereinigen sich die Einschlüsse, wenn das
Bindemittel zerbrochen wird, wodurch ein Ionenaustausch stattfindet, der einen örtlichen Farbton
an der Druckanwendungsstelle hervorruft. Bei solchen flüssigen Chemikalien ist die Gegenwart
eines ionisierenden Mittels wesentlich, damit die Fanbreaktion herbeigeführt wird. Da solche
ionisierenden Mittel hygroskopisch sind, kann das Material bei großer Feuchtigkeit empfindlich
werden, was eine ohne Druckanwendung eintretende Farbbildung verursacht. Ferner besteht die Möglichkeit,
daß der Überzug äußerlich zerbrochen wird, so daß die flüssigen Einschlüsse auf die Oberfläche
des Materials freigegeben würden.
Gegenstand der Erfindung ist die Herstellung eines gänzlich trockenen Aufzeichnungsmaterials,
z. B. Schreib- oder Druckpapier, das weder durch Licht, atmosphärische Umstände oder hohe Feuchtigkeit
noch durch Altern angegriffen wird. Außerdem bildet sich bei dem erfindungsgemäßen Aufzeichnungsmaterial
ein unterschiedlicher Farbton nur an den Druckanwendungsstellen, sonst aber an
keiner anderen Stelle und - .unter keiner anderen
Bedingung.
Beim erfmdungsgemäßen Aufzeichnungsmaterial
wird die als Adsorption bekannte Erscheinung benutzt, welche zwischen - gewissen adsorbierbaren
organischen und elektrisch unsymmetrischen anorganischen
Verbindungen stattfindet; hierdurch bringt bei wechselseitiger Berührung zwischen den
Verbindungen die elektrische Unsymmetrie der to anorganischen Verbindungen eine Umorientierung
der Moleküle in den organischen Verbindungen zustande und bewirkt, daß sie Farbe annehmen,
wenn sie normalerweise weiß sind, oder daß sie den Farbton ändern, wenn sie normalerweise farbig
sind.
Demgemäß umfaßt die Erfindung ein Aufzeichnungsmaterial,
z. B. Schreib- und Druckpapier, das einen zeribrechbaren Überzug mit isolierten Einschlüssen
farbreagierender organischer und anorganischer Stoffe aufweist, die miteinander in
Berührung gebracht werden und dadurch unter Schreib- oder Typendruck, infolge Zerbrechens des
Überzugs und seines Dazwischentretens unter unähnliche Stoffe, eine Änderung des Farbtons des
organischen Stoffes bewirken, und dadurch gekennzeichnet ist, daß der anorganische Stoff aus einer
adsorbierenden Verbindung, z. B. Kaolin, und der organische Stoff aus einer durch den anorganischen
Stoff adsorbierenden Verbindung, z. B. Kristallviolet't-Lacton, besteht, die in eine isomere mit abweichender Färbung ohne Austausch von Ionen
verwandelt wird. . ·■
Das erfindungsgemäße Aufzeichnungsmaterial
unterscheidet sich wesentlich von den bekannten ähnlichen Aufzeichnungsmaterialsarten dadurch,
daß die Farbbildung lediglich als Ergebnis von Strukturänderungen innerhalb der Moleküle der
organischen Substanz stattfindet. Ein Ausführungsbeispiel
der Erfindung wird nun an Hand der Zeichnung beschrieben, und zwar .zeigt
Fig. ι einen vergrößerten Schnitt durch das Aufzeichnungsmaterial,
Fig. 2 die Wirkung eines über das Material ge-. zogenen Griffels.
Die Zeichnungen für die Beispiele 1 bis. 12 zeigen
Strukturformeln der unten angeführten organischen Verbindungen.
Fig. ι und 2 zeigen bei 10 die Unterlage, z. B.
Papier, mit einem Überzug 16 von weniger als 0,00254 cm der Tiefe nach. Der Überzug umfaßt
Teilchen 11 eines der festen Bestandteile, welche
auf die Oberfläche der Unterlage mit einem durch schräge Linien 12 dargestellten Bindemittel aufgetragen
werden. Der Überzug ist in mikroskopischem Sinn dank seiner Dünne mehr oder weniger
poröis, aber Jedes Teilchen der Substanz wird im Bindemittel eingelassen bzw. durch dieses bedeckt.
Diesem Überzug wenden die Teilchen 13 der anderen zwei reagierenden Bestandteile hinzugefügt,
die durch ein flüchtiges Lösemittel auf oder in den ersten Überzug getragen werden; nach dem
Verdunsten bleiben die Teilchen der reagierenden Substanz 13 .auf der Schicht 10 bzw.-durch diese
hindurch dispergiert. Die Teilchen der reagierenden Substanz 13 werden in den Zeichnungen nur
für den Überzug 10· gezeigt, vda jegliches weitere
Eindringen in- das Papier eine nutzlose Materialverschwendung
bei der Bildung von Farberscheinungen ist.
Die Substanz 13 wird aufgelöst oder in eine
Trägersubstanz getragen, die dem Bindemittel und der Substanz gegenüber chemisch träge ist.
Nachdem das flüchtige Lösungsmittel verflogen ist, bleibt die Substanz 13 in Teilchenform, durch
das Bindemittel von den Teilchen der Substanz 11 getrennt, zurück.
Für die Substanzen 13, die bei Berührung mit der Substanz 11 eine Farbreaktion bilden, werden
normalerweise farblose oder hellfarbige bevorzugt. Im allgemeinen handelt es sich um organische Verbindungen;
als Beispiel werden die als aromatische Amine bekannten Substanzen mit konjugierten
Doppelbindungen erwähnt.
Fig. 2 zeigt die Wirkung eines Griffels 14 (in kleinerem Maßstab als der Überzug darstellt) auf
das mit einem Überzug versehene Rapier. Durch das Andrücken des Griffelis werden die beiden
Teilchenarten dicht aneinandergedrämgt, wodurch
die Farbbildung stattfindet.
Es folgen Ausführungsbaispiele, mittels welchen die Erfindung mit Erfolg angewandt wurde.
Die bisher beste Ausführungsart der Erfindung besteht aus einem Verfahren zur Herstellung eines
druckempfindlichen Aufzeichnungsmaterials, z. B. Schreib- oder Druckpapier, das eine Unterlage aus
Papier od. dgl. hat, auf welche ein Überzug von Kasein und festen Teilchen von drei farbbildenden
Bestandteilen aufgetragen wird: Kaolin, die Verbindung 3, 3-Bis-(p-dimethylaminophenyl)-6-dimethylamino-phthaliid,
welche als Kristallviolett-Lacton bekannt ist und die in Formel i(A) gezeigte
Struktur hat, sowie die Verbindung Tetramethylbenizidin mit der in Formel1 '(B) gezeigten Struktur.
Das Kasein bildet das feste Isoliiermittel, das einen der farbbildenden Bestandteile, d. i. Kaolin,
vor der fanbbildenden Reaktionsberührung mit den anderen farbbildenden Bestandteilen, z. B. Kristallviolett-Lacton
und Tetramethyllbenziidin, isoliert. Dieses Aufzeichnungsmaterial ist normalerweise
weiß oder bläuHohweiß; bei Anwendung von stellenweisem Drude auf dasselbe, z. B. durch einen Griffel,
wird an den Druckanwendungsstellen eine dunkelblaue
Farbe gebildet. Solche Druokanwendung zerbricht das feste Isoliermittel an den Druck- ■
anwendungsstellen, was eine farbbildende Reakti'onsberührung zwischen den festen Teilchen des
Kaolin und den festen Teilchen des Ktistallviolett-Lacton
und des Tetramethylbenzidin bewirkt, wodurch der Fanbwechsel an den Druckstellen erfolgt.
Die Verbindung 3, 3 - Bis - (p - dimethylammophenyl)
-6-dimethylaimno-phthalid (Kristallviolett-Lacton)
und deren Herstellungsverfahren sind im amerikanischen Patent 2417897 offenbart, obwohl
die Verbindung in besagtem Patent unrichtiger-
weise als 3, 3-Bis-(4-dimethylamiinophenyl)-6-dimethylaminophenyl-phthalid
bezeichnet wird.
Die Proportionen dieser verschiedenen Bestandteile im Aufzeichnungsmaterial sind nicht von besonderer
Bedeutung, jedoch sind ,gute Ergebnisse mit einem druckempfindlichen Aufzeichnungsmaterial
erzielt worden, das die folgenden Bestandteile auf der Unterlage, z.. B. Papier, hat:
Kasein 8,85 Gewichtsprozent
Kaolin 88,50 Gewichtsprozent
Kristallviolett-Lacton . . 2,25 Gewichtsprozent
Tetramet'hylbenzidin ... 0,40 Gewichtsprozent
Wenn diese Bestandteile als Überzug auf dem Papier aufgetragen werden, wiegt ein solcher
Überzug ungefähr 11 g je Quadratmeter und kann
eine Dicke von 0,00127 bis 0,00254 cm haben. Die Dicke des Überzugs variiert natürlich je nach der
Behandlung, welcher das Aufzeichnungsmaterial bei der Fertigstellung unterworfen wird. Der
Durchmesser der festen Teilchen des Kaolin in diesem Aufzeichnungsmaterial beträgt etwa
10 Mikron, obwohl beträchtliche Abweichungen in der Teilchengröße ohne nachteilige. Auswirkung
möglich sind. Die Teilchengröße des Kristallviolett-Lacton und des Tetramethylbenziidin wird
in starkem Maße durch die Anwendung jener Bestandteile bestimmt. Die Teilchen dieser Bestandteile
können 10 Mikron im Durchmesser haben, sind aber häufig viel kleiner.
Gelatine, Methylcellulose, Stärke, Polyvinylalkohol und tierischer Leim können Kasein als
festes Isoliermittel ersetzen. Die folgenden Materialien können an Stelle von Kaolin als Farbbildner
genommen werden: Attapulgit, PyrophylMt, Talkum, Bentonit, Halloysit, Calciumsulfat, Calciumcitrat,
Magnesiumtrisilicat, Zinksulfid, Zirkonium-Dioxyd, Caloiumphosphat, Bariumsulfat und Calciumfluorid.
Wird in dieser Zusammensetzung irgendeines dieser Materialien an Stelle von Kaolin genommen,
so ist das sich ergebende Aufzeichnungsmaterial weiß oder bläuMchweiß; ein dunkelblauer Farbton
erscheint darauf bei Anwendung stellenweisen Drucks.
Wird das Tetramethylbenzidin ausgelassen und werden Kaolin und Kristallviolett-Lacton als
alleinige Farbbildner für das druckempfindliche Aufzeichnungsmaterial genommen, so ist letzteres
weiß; örtliche Druckanwendung bildet auf ihm einen dunkelblauen Farbton, der jedoch verschwindet,
wenn er bei hoher Feuchtigkeit ständig dem Licht ausgesetzt wird. Andererseits ist das hergestellte
Aufzeichnungsmaterial normalerweise weiß, wenn Kristallviolett-Lacton ausgelassen wird und
Tetramethylbenzidin und Kaolin als alleinige Farbbildner verwendet werden; örtliche Druckanwendung
auf dasselbe bildet einen grünen Farbton, der sich beim Altern farbmäßig vertieft, aber
nicht so leicht verschwindet, wie dies bei der von Kristallviolett-Lacton und Kaolin allein gebildeten
Farbe bei hoher Feuchtigkeit der Fall ist.
Dieses druckempfindliche Aufzeichnungsmaterial wird durch die Menge der gewöhnlich angetroffenen
atmosphärischen Feuchtigkeit nicht wesentlich beeinflußt, obwohl der Farbton etwas nachlassen
kann, wenn er längere Zeit hoher Feuchtigkeit ausgesetzt ist. Indessen wird dieses druckempfindliche
Aufzeichnungsmaterial weder fleckig, noch verliert es an Farbe, wenn es lange Zeit hoher Feuchtigkeit
ausgesetzt wird; es behält seine Fähigkeit, bei örtlicher Druckanwendung verschiedene Farbtöne
hervorzubringen. Dies erfolgt deshalb, weil dus Aufzeichnungsmaterial keine hygroskopischen,
ionisierenden Mittel enthält. Infolgedessen wird die Struktur des Aufzeichnungsmaterials zufolge
der Adsorption des Wassers aus der Atmosphäre nicht verändert.
Ein eine Ausführungsform der Erfindung bildendes Verfahren zur Herstellung des oben beschriebenen
Aufzeichnungsmaterials ist folgendes: Ein Teig aus 50 Gewichtsprozent Kaolin und 50 Gewichtsprozent
Wasser wird vorbereitet und etwa 0,075 Gewichtsprozent eines geeigneten Dispergiermittels,
z. B. Natrium-Metaphosphat, hinzugefügt, um die Dispersion der Kaolinteilchen durch den
ganzen Teig hindurch zu erleichtern. Das Hinzufügen dieses Dispergiermittels vermindert die
Viskosität des Teigs beträchtlich, erleichtert sein Mischen und Auftragen und verhindert das Absetzen
der festen Kaolinteilchen. Eine 20-Gewichtsprozent-Kaseinlösumg in Wasser wird gebildet, indem
zuerst das Kasein in kaltem Wasser unter 15 Minuten langem Umrühren bei Zimmertemperatur
dispergiert und dann auf 6o° Celsius erhitzt wird. 5 Gewichtsteile einer 28-Gewiohtsprozent-Ammonium-Hydroxydlösung,
d. h. eine mit einer
Dichte von 25,9° Be bei — ° C, werden dann der
heißen Kaseinlösung hinzugefügt, welche ungefähr 15 Minuten umgerührt und dann auf Zimmertemperatur
abgekühlt wird. Der Kaolinteig und die alkalische Kaseinlösung werden dann im Verhältnis
von 10 Gewichtsprozent Kaolin auf ein Teil Kasein innig gemischt; in diesem Stadium werden etwa
0,05 Gewichtsprozent einer Lösung von gleichen Gewichtsteilen Tributyl-Phosphat in Alkohol oder
eines- anderen· Schaumverhütungsmittels hinzugefügt.
Diese Mischung des Käolinteigs und der Kaseinlösung wird dann als Überzug auf das
Papier aufgetragen; das mit der Schicht versehene Papier wird getrocknet und gepreßt oder in irgendeiner
zum Erzielen der richtigen Oberflächenausführung erforderlichen Weise behandelt. Eine
Lösung in Toluol von etwa 2,55 Gewichtsprozent des Kristallviolett-Lacton und etwa 0,45 Gewichtsprozent
des Tetramethylbenzidin wird dann auf die überzogene Seite des Papiers aufgetragen; der
Überschuß dieser Lösung wird in geeigneter Weise, z. B. durch Abtrennen mittels einer Abiziehklinge,
entfernt und das behandelte Papier getrocknet, damit das Toluol verfliegt. Das Papier ist fertig für
den Gebrauch.
Auf eine Unterlage aus Papier od. dgl. wird ein Überzug aus Kasein oder Methylcellulose als festes
Jsolrermittel .und "aus den festen Teilchen zweier
Farbbildner, nämlich Kaolin und der Verbindung 3,3-Bis- (p-dimethylaminophenyl) -phthalid, das auch
als Malächitgrün-Lacton mit der in Formel 2 gezeigten
Struktur bekannt ist, aufgetragen.
Dieses Aufzeichnungsmaterial ist normalerweise weiß oder hellfarbig. Bei örtlicher Druekanwendung
auf dasselbe bildet sich ein dunkler blaugrüner Farbton an den Druckstellen. Dieses druckempfindliehe
Aufzeichnungsmaterial wind durch atmosphärische Feuchtigkeit nicht wesentlich angegriffen;
es bleibt über lange Zeitabschnitte hinaus beständig. Bei diesem Ausführungsibeispiel kann das feste
Isoliermittel Kasein oder Methylceilulose oder
X5 irgendeines der schon im Beispiel ι genannten Ersatzmittel für Kasein sein. Wird eines der obenerwähnten.
Materialien an Stelle von Kaolin genommen, so· ist das sich ergebende Aufzeichnungsmaterial weiß oder hellfarbig, und ibei örtlicher
Druekanwendung erscheint ein dunkler, blaugrüner
Farbton auf ihm. Die Menge des aufgetragenen Überzugs und die Teilchengröße der angewandten
Farbbildner werden von der in Verbindung mit Beispiel ι erwähnten Größenordnung sein.
Zur Herstellung des oben beschriebenen Aufzeichnungsmateriale
wird ein Teigous 50 Gewichtsprozent Kaolin und 50 Gewichtsprozent Wasser
zubereitet und ein geringerer Anteil eines passenden
Dispergiermittels, z. B. Natrium-Metaphosphat, hinzugefügt, um die Dispersion der Kaolinteilchen
durch den Teig hindurch zu erleichtern und um dessen Viskosität herabzusetzen. Eine 2Ogewichtsprozentige
Kaseinlösung in Wasser wird gebildet, indem das Kasein in kaltem Wasser dispergiert, bei
Zimmertemperatur 15 Minuten lang umgerührt und dann auf 600C erhitzt wird. Fünf Teile einer
28°/ftigen Ammoniumhydroxydlösung werden dann
der heißen Kaseinlösung hinzugesetzt, welche etwa 15 Minuten umgerührt und dann auf Zimmer-
+0 temperatur abgekühlt wird. Der Kaolinteig- und
die alkalische Kaseinlösung werden dann gründlich im gewichtsmäßigen Verhältnis des Kaolin zum
Kasein von 10: 1 gemischt. Es hat sich als vorteilhaft
herausgestellt, einen kleinen Prozentsatz von Tributylphosphat in Alkohol oder ein anderes
Schaumverhütungsmittel in diesem Stadium hinzuzufügen.
Diese Mischung des Kaolinteigs und der Kaseinlösung wird als Überzug auf das Papier
aufgetragen, getrocknet und dann gepreßt oder zum Erzielen der richtigen Oberflächemausführung in
irgendeiner erforderlichen Weise behandelt. Eine Lösung in Toluol von etwa 3 Gewichtsprozent
Malachitgrün-Lacton wird dann auf die beschichtete Seite des Papiers aufgetragen. Der Überschuß
dieser Lösung wird entfernt und das behandelte Papier getrocknet, wodurch das Toluol verfliegt
und das Papier für den Gebrauch fertig ist.
■Beispiel 3
Auf eine Papiergrundlage werden ein Überzug mit Kasein als Isoliermittel und zwei Färbbildnern
aufgetragen, nämlich Kaolin und die Verbindung 2, 4-Bis- [p-(p-dimetfoylaminpphenylazo)-anilino]-6-oxy-sym.-triazin
mit der in Formel 3 gezeigten Struktur.
Das unter Verwendung dieser Farbbildner hergestellte
druckempfindliche Aufzeichnungsmaterial ist normalerweise gelb; örtliche Druekanwendung
ruft eine dunkelblaue Farbbildung an den Druckstellen hervor. Dieses Aufzeichnungsmaterial wind
durch atmosphärische Feuchtigkeit nicht angegriffen und ist für eine lange Zeitspanne verhältnismäßig
dauerhaft. Gelatine, Stärke, MethylceUulose oder Polyvinylalkohol können bei diesem Ausführungsbeispiel
an Stelle des Kaolin als feste Isoliermittel im Aufzeichnungsmaterial verwandt werden. Attapulgit
kann bei diesem Ausführungsbeispiel an Stelle von Kaolin verwendet werden, wobei Gelatine
oder Polyvinylalkohol als feste Isoliermittel gebraucht
werden.
Zur Herstellung des druckempfindlichen Aufzeichnungsmaterials unter Verwendung der oben
bezeichneten Bestandteile wird ein Teig aus 50 Gewichtsteilen Kaolin auf 50 Gewichtsteile Wasser
und einem geringeren Anteil eines geeigneten Dispergier mittel s, z. B. Natriummetaphosphat, vorbereitet/
Eine 20gewichtsprozentige Lösung von Kasein in Wasser wird hergestellt, welcher 5 Gewichtsteile
einer 28%igenAmoniumhydroxydlösung hinzugefügt werden. Der Kaolinteig und diese go
alkalische Kaseinlösung werdenimgewiChtsniäßigen Verhältnis von 10 : 1 des Kaolin zum Kasein
gründlich gemischt; die Mischung wird als Überzug auf das Papier aufgetragen und darauf getrocknet;
danach wird das überzogene Papier gepreßt oder zum Erzielen der richtigen Oberflächenausführung
auf irgendeine erforderliche Weise behandelt. Eine Lösung in Toluol von etwa 0,5 Gewichtsprozent
des obenerwähnten organischen Farbbildners wird dann auf die mit Überzug veisehene
Papierseite aufgetragen. Der Überschuß dieser Lösung wird entfernt und das überzogene
Papier getrocknet, damit das Toluol verfliegen kann; das Papier ist somit fertig für den Gebrauch. Dieses
Aufzeichnungsmaterial wird auch unter Verwendung von Gelatine als festes Isoliermittel und von
Attapulgit als. anorganischer Farbbildner hergestellt. In diesem Falle wird ein Teig aus Attapulgit
und Wasser gemacht, der innig mit einer 2Ogewichtsprozentigen Lösung der Gelatine gemischt wird.
Die Anteile des verwendeten Attapulgit- und der
Gelatine müssen so sein, daß beim fertiggestellten Überzug das Gewicht der Gelatine etwa 20°/o des
Gewichts des Attapulgit ausmacht. Bei Verwendung von Polyvinylalkohol und Lehm sind die Anteile
so, daß der fertige Überzug Attapulgit und Polyvinylalkohol im Gewichtsverhältnis von 10 : 1 enthält.
Ein druckempfindliches Aufzeichnungsmaterial wird mit einer Grundschioht und einem darauf aufgetragenen
Überzug aus Kasein als Isoliermittel und zwei Farbbildner, nämlich Kaolin und der
Verbindung Oxy-benzalacetophenon mit der in
Formel 4 gezeigten Struktur hergestellt.
Das Aufzeichnungsmaterial ist normalerweise hellblau; bei örtlicher Druckanwendung erscheint
ein rötlicher Farbton.
E-rfindunigsgemäß wird das Aufzeichnungsmaterial
hergestellt, indem das Papier zuerst mit einer Schicht überzogen wird, unid zwar unter Verwendung
einer durch Hinzufügen von Natriumcarbonat alkalisch gemachten Kaseinlösung mit darin dispergierten
Kaseinteilchen. Das Verhältnis des Kaolin
ίο zum Kasein ist etwa io : i. Nachdem das Papier
nach dem Trocknen des Überzugs in geeigneter Weise gepreßt oder zum Erzielen der gewünschten
Oberflächenausführang behandelt worden ist, wind
eine ßgewichtsprozentige Lösung der organischen Farbbildner in Methyl-Äthyl-Keton auf die Überzugsseite
des Papiers aufgetragen, der Überschuß der Lösung entfernt und das behandelte Papier
zum Entfernen des Lösemittels getrocknet; das Aufzeichnungsmaterial istsomit fertig für den Gebrauch.
Auf eine Papiergrundlage wird ein Überzug aus Kasein als festes Isoliermittel und zwei Farbbildnern,
nämlich Kaolin und die Verbindung Biis-(p-dimethylaminophenyl)-methanol,
das auch als Michlers Hydrol bekannt ist und die in Formel 5 gezeigte Struktur hat, aufgetragen.
Bei diesem Aufzeichnungsmaterial bildet das Kasein das·feste Isoliermittel, das die festen Kaolinteilchen
und Michlers Hydrol gegen farbbildende Reaktionsberührung untereinander isoliert, bis örtliche
Druckanwendung das Isoliermittel an den Druckstellen zerbricht. Dadurch erscheint ein
dunkelblauer Farbton. Das Aufzeichnungsmaterial ist normalerweise weiß oder hellgrau.
Nach diesem Ausführungsbeispiel wird das Aufzeichnungsmaterial
hergestellt, indem eine Papiergrundlage mit einer dispergierte Kaoünteilchen
enthaltenden Kaseinlösung überzogen wird; das Verhältnis des Kaolin zum Kasein ist etwa 10 : 1.
Das so überzogene Papier wird getrocknet und in geeigneter Weise geglättet; dann wird die über-
- zogene Seite des Papiers mit einer 3gewichtsprozentigen Lösung von in Äthyl-Alkohol (der mit
Kaliumcarbonat gesättigt ist) aufgelöstem Michlers Hydrol behandelt, der Überschuß der Lösung entfernt
und das Papier getrocknet, damit das Lösemittel verfliegt; das Papier ist somit für den Gebrauch
fertig.
Auf eine Papierunterlage wird ein Überzug aufgetragen,
der Kasein als festes Isoliermittel und zwei Farbbildner, nämlich Kaolin und die Verbindung
Bis - (p - dimethylaminophenyl) - methoxymethan, die auch als Methyl-Äther von Michlers
Hydrol bekannt ist und die in Formel 6 gezeigte Struktur hat, enthält. Ein dunkelblauer Farbton
erscheint an den Druckstellen des normalerweise weißen oder gräulichen Aufzeichnungsmaterials.
Nach diesem Ausführungsbei spiel wird das Papier mit einer dispergierten, feste Kaolinteilchen enthaltenden
Kaseinlösung überzogen; das gewichtsj mäßige Verhältnis des Kaolin zum Kasein ist etwa
10 : i. Der aufgetragene Überzug wird getrocknet, die Schichtseite des Papiers mit einer 3gewichtsprozentigen
Lösung aus Methyl-Äther von Michlers Hydrol in Äthyl-Alkohol mit Kaliumcarbonat gesättigt,
der Überschuß dieser Lösung entfernt und das so behandelte Papier getrocknet, damit das
Lösemittel verfliegt.
Auf eine Papiergrundlage wird 'eine Schicht aufgetragen,
welche Kasein als festes Isoliermittel und zwei Farbbildner, nämlich Kaolin und die Verbindung
3, 3-Bis(p-diäthylaminophenyl)-phthalid, das die in Formel 7 gezeigte Struktur hat, enthält. Das
Material ist normalerweise weiß, wird jedoch bei örtlicher Druckanwendung an den Druckstellen
blaugrün. Eine Papierunterlage wird mit einer dispergierte Kaolinteilchen enthaltenden Kaseinlösung
überzogen; das Verhältnis des Kaolins zum Kasein ist etwa 10 : 1. Das überzogene Papier
wird getrocknet, seine Überzugsseite mit einer 3gewichtsprozentigen Lösung in Toluol der Verbindung
3, 3 - Bis - (p-diäth)daminophenyl) -phthalid behandelt, der Überschuß der Lösung entfernt und
das behandelte Papier getrocknet, damit das Lösemittel verfliegt.
Auf eine Papierunterlage wird ein Überzug aufgetragen, der aus Kasein als dem festen Isoliermittel
und aus festen Teilchen der zwei Farbbildner, nämlieh
Kaolin und der Venbindung 3, 3-Bis-(p-äthylaminophenyl)-phthalid mit der imFormel 8 gezeigten
Struktur besteht.
Dieses Aufzeichnungsmaterial ist normalerweise weiß; bei örtlicher Druckanwendung erscheint ein
leuchtend blauer Farbton.
Eine Papierunterlage wird mit einer dispergierte Raolinteilchen enthaltenden Kaseinlösung überzogen;
das Verhältnis des Kaolin zum Kasein ist 10 : i. Der Überzug wird getrocknet,die überzogene
Papierseite mit einer 3gewichtsprozentigen Lösung in Toluol der Verbindung 3, 3-Bis-(p-äthylaminophenyl)-phthalid
behandelt, der Überschuß dieser Lösung entfernt und das behandelte Papier getrocknet,
damit das Lösemittel verfliegt. »0
Auf eine Papiergrundlage wird ein Überzug mit Kasein als festes Isoliermittel und festen Teilchen
der zwei Farbbildner, nämlich Kaolin und der Verbindung 2-(4, ^/-Bis-dimethylaminobenzohydryl)-5-dimethylaminoibenzoesäure
mit der in Formel 9 gezeigten Struktur aufgetragen.
Das Aufzeichnungsmaterial ist normalerweise weiß; bei örtlicher Druckanwendung erscheint ein
dunkelblauer Farbton.
Eine Papiergrundlage wird mit einer dispergierte feste Kaolinteilchen enthaltenden Kaseinlösung
überzogen; das Verhältnis des Kaolin zum Kasein ist etwa 10 : 1. Dieser Überzug wird getrocknet,
die überzogene Papierfläche mit einer 3gewichts-
prozentigen Lösung der Verbindung 2-(4, 4'-B'is-dimethylaminobenzohydryl)
- 5-dimethylaminoibenzoesäure in Äthyl-Alkohol behandelt, der Überschuß
der Lösung entfernt und das behandelte Papier getrocknet, .damit das Lösungsmittel verfliegt.
B ei sp iel 10 -'
Auf eine Papiergrundlage wird ein Überzug mit Kasein als festes Isoliermittel und festen Teilchen
der zwei Farbbildner, nämlich Kaolin und der Verbindung 3,3-Bis-(p-di-n-propylaminophenyl)-phthalid
mit der in Formel 10 ,gezeigten Struktur aufgetragen.
Dieses Aufzeichnungsmaterial ist normalerweise weiß. Bei örtlicher Druckanwendung erscheint an
den Druckstellen ein blaugrüner Farbton.
Auf eine Papiergrundlage wird ein Überzug mit
einer dispergierte feste Kaolinteilchen enthaltenden Kaseinlö'Siung aufgetragen; das Verhältnis des
■Kaolin zum Kasein ist etwa 10 : 1. Nach dem
Trocknen des Überzuge auf dem Papier wird die überzogene Seite des Papiers mit einer 3gewichtsprozentigen
Lösung in Toluol des 3, 3-Bis-(p-di-npropylaminophenyl)-phthalid behandelt, die überschüssige
Lösung entfernt und das behandelte Papier getrocknet, damit das Lösemittel verfliegt.
Bei spiel 11
Auf eine Papiergrundlage wird ein Überzug mit
Kasein als festes Isoliermittel und den festen Teilchen der zwei Farbbildner, nämlich Kaolin und der
Verbindung. 3, 3-Bis-(4-dimethylaminQ-3-methylphefiyl)-phthalid
mit der in Formel 11 gezeigten Struktur aufgetragen.
Dieses Aufzeichnungsmaterial ist normalerweise weiß; bei örtlicher Druckanwendung erscheint ein
blauer Farbton. '
Eine Papiergrundlage wird mit einer dispergierte Kaolinteiichen enthaltenden Kaseinlösung überzogen;
das Verhältnis des Kaolin zum Kasein ist etwa 10 : i. Das überzogene Papier wird dann getrocknet,
auf die überzogene Seite des Papiers eine 3gewichtsprozentige Lösung in Toluol des 3, 3-Bis-"(4-dimethylamino-3-methyl-phenyl)
-phthalid aufgetragen, der Überschuß der Lösung vom Papier entfernt,
und das behandelte Papier getrocknet, damit das Lösungsmittel verfliegt.
Auf eine Papiergrundlage wird ein Überzug mit Kasein als festes Isoliermittel und festen Teilchen
der zwei Farbbildner, nämlich Kaolin und der Verbindung 4'-(p-Dimethylamino-phenylazo)-benzanilid,
mit der in Formel 12 gezeigten Struktur aufgetragen^
■ .
Dieses Aufzeichnungsmaterial ist normalerweise hellblau; bei örtlicher Druckanwendung erscheint
ein dunkelbrauner Farbton.
Ein Papiergewebe wird mit einer dispergierte Kaolinteilchen enthaltenden Kaseinlösung überzogen;
das Verhältnis des Kaolin zum Kasein ist etwa 10 : 1. Nach dem Trocknen dieses Überzugs
auf dem Papier wird die überzogene Seite des
Papiers mit einer o,5gewichtsprozentigen Lösung in Toluol der Verbindung 4'-(p-Dimethylaminophenylazo)-benzanilid
behandelt, die überschüssige Lösung vom 'behandelten Papier entfernt und letzteres
getrocknet, damit das Lösungsmittel verfliegt.
Claims (2)
1. Schreib-und Druckpapier, das einen zerbrechbaren
Überzug mit isolierten Einschlüssen farbreagierender organischer und anorganischer
Stoffe aufweist, die infolge Zerbrechens des
Überzuges durch Schreib- oder Typendruck miteinander in Berührung gebracht werden und
eine Änderung des Fanbtons des organischen Stoffes bewirken, dadurch gekennzeichnet, daß
der anorganische Stoff aus einer adsorbierenden Verbindung, z. B. Kaolin, und der organische
Stoff aus einer durch den anorganischen Stoff adsorbierbaren Verbindung, z.B.Kristallviolett-Lacton,
besteht, die beim Zerbrechen des Überzuges infolge Adsorption in eine isomere Verbindung
mit abweichender Färbung ohne Austausch von Ionen verwandelt wird.
2. Verfahren zum Herstellen von Schreibund Druckpapier gemäß Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß zunächst der anorganische Stoff in einem Bindemittel, z. B. Kasein, dispergiert
auf das Papier aufgetragen und nach dem Trocknen der organische Stoff in einem flüchtigen
Lösungsmittel gelöst aufgetragen und getrocknet wird.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
© 5798 3.53
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