DE879167C - Verfahren zur Gewinnung von Nichteisenmetallen, insbesondere Zink und Blei - Google Patents
Verfahren zur Gewinnung von Nichteisenmetallen, insbesondere Zink und BleiInfo
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Description
- Verfahren zur Gewinnung von Nichteisenmetallen, insbesondere Zink und Blei Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Gewinnung von Nichteisenmetallen aller Art und ist besonders für die Gewinnung von Zink und Blei geeignet. Es ist bekannt, Nichteisenmetalle aus ihren oxydischen und sulfidischen Verbindungen durch Umsetzung mit metallischem Eisen freizusetzen, wobei die destillierbaren Metalle, wie Zink, als Metalldampf abgeführt und kondensiert werden, während die schwerer destillierbaren Metalle, wie Blei, als Regulus gewonnen werden.
- Das zur Zersetzung der Metallverbindungen verwandte metallische Eisen geht dabei in die Oxyd-oder Sulfidform über und bildet mit der Gangart der zur Verarbeitung kommenden Erze der Nichteisenmetalle sowie etwaigen Zuschlägen eine Schlacke bzw. ein Schlackensteingemisch. Diese Schlacke bzw. der Stein nehmen ferner regelmäßig eine gewisse Menge der zu gewinnenden Nichteisenmetalle auf, so daß das Metallausbringen nur als unvollkommen zu betrachten ist. Auch das Eisen ist im allgemeinen als verloren anzusehen, da eine Aufarbeitung dieser hocheisenhaltigen Rückstände im Eisenhüttenprozeß mit Rücksicht auf die Verunreinigungen durch die Nichteisenmetalle sowie durch unerwünschte Begleiter, wie S, As, Cu usw., praktisch nicht möglich ist. Die Verwendung von metallischem Eisen zur Zersetzung der Verbindungen der Nichteisenmetalle hat sich daher aus wirtschaftlichen Gründen bisher nicht in großem Maße durchführen lassen. Gemäß der Erfindung läßt sich das Verfahren dadurch wirtschaftlich gestalten, daß dem an sich bekannten Verfahren der Zersetzung durch metallisches Eisen ein zweites Verfahren angeschlossen wird, mittels dessen das Eisen wieder in metallische Form übergeführt wird und die im Rückstand vorhandenen Nichteisenmetalle als Oxyde gewonnen werden; diese gehen, ebenso wie das metallische Eisen, in das Zersetzungsverfahren zurück. Zu diesem Zweck wird der Rückstand des Zersetzungsverfahrens in einem Drehofenverfahren unter Zusatz von Brennstoff bei Temperaturen von etwa i ioo bis 140o'° reduzierend behandelt. Dazu wird der Rückstand zunächst zerkleinert und, soweit größere Schwefelmengen in ihm enthalten sind, abgeröstet sowie gegebenenfalls zur direkten Gewinnung von beigemengtem metallischem Eisen der Magnetscheidung unterworfen. Das Drehofenverfahren wird dann nach Art des Krupp-Renn-Verfahrens ,durchgeführt, so daß das Eisen zu kompakten metallischen Luppen zusammenschweißt, die durch Zerkleinerung und Magnetscheidung von der Gangart des Erzes getrennt werden. Die verflüchtigungsfähigen Metalle, wie Zink und Blei, gehen gleichzeitig in die Abgase des Drehofens über und werden in an sich bekannter Weise niedergeschlagen. In den Rückständen vorhandene Nichteisenmetalle, die sich mit dem Eisen legieren, wie Nickel, Kupfer, Edelmetall usw., gehen in die Luppen über. Die Luppen werden von neuem für die Durchführung des Zersetzungsverfahrens verwandt, wobei man gegebenenfalls einen Teil derselben abzweigt, um die in ihnen enthaltenen Nichteisenmetalle, Ni, Co, Cu usw., in einem getrennten Arbeitsgang zu gewinnen. Das Verfahren ermöglicht daher auch die Mitgewinnung von sehr kleinen Mengen dieser Begleitmetalle, da sich die Menge derselben durch die Rückgabe der Luppen in das erste Verfahren im Eisen anreichert.
- Der Eisenverlust in den Abgängen des Renn-Verfahrens ist sehr gering, so daß in der Regel der Eisengehalt der Erze ausreichen wird, um die Eisenverluste zu decken und das. Verfahren nur durch Zurückgabe der Luppen laufend weitergeführt werden kann. Soweit ein Teil des Eisens zur Gewinnung von Ni, Co und iCu oder von Edelmetallen abgezweigt wird, oder die Zufuhr von frischem Eisen aus anderen Gründen erforderlich wird, kann das Eisen entweder in metallischer Form, z. B. als Schrott, im Zersetzungsverfahren zugegeben werden, oder in Form von eisenoxydhaltigen Stoffen im Renn-Ofen.
- Das Verfahren eignet sich besonders für die Gewinnung von Zink aus oxydischen oder sulfidischen Erzen, da bei der Verwendung von Eisen als Reduktions- oder Niederschlagsstoff ein praktisch CO-freies, überwiegend aus Zinkdampf bestehendes Gas entsteht, das sich besonders vorteilhaft kondensieren läßt. Das gleiche trifft auch für Kadmium und andere destillierbare Metalle zu.
- Die Verwendung des Verfahrens für die Gewinnung von Blei ist besonders bei Verarbeitung sulfidischer Bleierze vorteilhaft, da bei der bisherigen Verarbeitung von Bleisulfiden der Schwefelgehalt der Erze nur sehr unvollkommen nutzbar gemacht werden kann und es beim neuen Verfahren ein Leichtes ist, aus dem schwefelhaltigen Eisenrückstand konzentrierte Röstgase herzustellen.
- Die Durchführung des Zersetzungsverfahrens kann in beliebigen Öfen, wie Schachtöfen, Flammöfen, Muffelöfen und Konvertoren durchgeführt werden. Dabei kann es zweckmäßig sein, zur Deckung des Wärmebedarfs des Prozesses neben Eisen auch noch feste Brennstoffe der Beschickung zuzusetzen oder aber den Wärmebedarf ganz oder zum Teil durch Verbrennung von zusätzlichem metallischem Eisen zu decken.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Gewinnung von Nichteisenmetallen, insbesondere Zink und Blei, unter Verwendung von metallischem Eisen zur Zersetzung der Verbindungen der Nichteisenmetalle, dadurch gekennzeichnet, daß die im Zersetzungsverfahren sich bildenden Rückstände, die neben Eisenverbindungen die Reste der Nichteisenmetalle sowie die Gangart des Erzes und etwaige Zuschläge enthalten, in einem Reduktionsverfahren nach Art des Krupp-Renn-Verfahrens unterZusatz von festenBrenn@ stoffen auf metallische Eisenluppen bei gleichzeitiger Gewinnung der verflüchtigungsfähigen Metalle als Oxyde verarbeitet werden.
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