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Verfahren zur Herstellung eines Trockengleichrichters Die bekannten
Trockengleichrichter bestehen aus zwei Elektroden, einer leitenden und einer halbleitenden
und einer zwischen ihnen liegenden Sperrschicht. Bei bestimmten Trockengleichrichtern
dieser Art bildet sich die Sperrschicht, welche einen gleichzurichtenden Wechselstrom
nur in einer Richtung durchläßt, entweder unter der Wirkung eines hindurchgeschickten
elektrischen Stromes, d. h. auf elektrolytischem Wege, oder unmittelbar durch die
Berührung beider Elektroden auch ohne Mitwirkung eines elektrischen Stromes.
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Gemäß der Erfindung wird die Sperrschicht schon vor dem Zusammenbau
der beiden Elektroden hergestellt. Das hat den Vorteil, daß man die Dicke der Sperrschicht
sowie ihre sonstigen Eigenschaften weit besser bestimmen und beeinflussen kann,
als wenn die Bildung dieser Schicht dem Zusammenwirken des Leiters und des Halbleiters
mit oder ohne Einwirkung des elektrischen Stromes überlassen bleibt. Ein bevorzugtes
Verfahren gemäß der Erfindung besteht darin, die Metallelektrode mit einer Sperrschicht
zu versehen und die Halbleiterelektrode in geschmolzenem oder wenigstens erweichtem
Zustande auf diese Sperrschicht aufzubringen, so daß eine innige Berührung mit der
Sperrschicht sichergestellt ist.
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Eine besonders gute Ausführungsform des Gleichrichters gemäß der Erfindung
entsteht z. B. dadurch, daß eine Aluminiumschicht mit Aluminiumoxyd als Sperrschicht
überzogen wird und daß auf diese
Sperrschicht Selen aufgeschmolzen
und dann durch Wärmebehandlung in den leitenden Zustand übergeführt wird. Die Selenschicht
wird dann mit einer Ableitungselektrode versehen. -In der Zeichnung ist in Fig.
i ein so hergestellter Trockengleichrichter als Ausführungsbeispiel der Erfindung
dargestellt, wobei die Dicke der verschiedenen Schichten der Deutlichkeit wegen
stark übertrieben gezeichnet ist. Auf der Aluminiumplatte i ist eine Schicht 2 aus
Aluminiumoxyd gebildet, vorzugsweise auf elektrolytischem Wege, z. B. nach dem an
:sich bekannten Eloxalverfahren.
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Auf diese Oxydschicht 2 ist eine Selenschicht 3 aufgeschmolzen und
dann durch Wärmebehandlung in den leitenden Zustand übergeführt. Auf diese Selenschicht
3 wird dann eine Ableitungselektrode gebracht. Im allgemeinen wird es unerwünscht
sein, daß bei der Verbindung der Selenschicht mit der Ableitungselektrode eine zweite
Sperrschicht unbeabsichtigt entsteht.
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Um. dies zu vermeiden, wird z. B. die punktiert dargestellte Graphitschicht
4 auf die Selenschicht 3 aufgebracht, und auf die Graphitschicht 4 wird eine metallische
Ableitungselektrode 5 aufgespritzt. Sie kann auch angepreßt werden.
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Verbindet man die Aluminiumplatte r mit einem Zuleitungsdraht 6 und
die Ableitungselektrode 5 mit einem Zuleitungsdraht 7, so läßt das dargestellte
Gleichrichterelement einen positiven Strom vom Zuleitungsdraht 7 über die Schichten
5, 4, 3, ?, i zum Zuleitungsdraht 6 hindurchfließen, während in entgegengesetzter
Richtung der Stromgesperrt oder wenigstens auf einen kleinen Rest beschränkt ist.
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Wesentlich ist, daß dies Aluminiumschicht i vor der Bildung der Oxydschicht
2 aufgerauht wird, beispielsweise durch ein Sandstrahlgebläse oder durch chemische
Ätzung. Diese aufgerauhte Schicht 2 wird oxydiert, und auf ihr hält die aufgeschmolzene
Selenschicht 3 wesentlich besser und zuverlässiger als auf glatter Unterlage. Außerdem
vergrößert die Aufrauhung die Oberfläche und damit die Leitfähigkeit der Kontaktfläche.
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Der Gleichrichter gemäß der Erfindung kann beispielsweise auch so
hergestellt werden, daß, wie in Fig. 2 dargestellt, auf die Aluminiumplatte i i
mit der Oxydschicht 12 eine dünne Selenschicht 13 aufgeschmolzen wird, und
daß auf eine Ableitungselektrode 15, die z. B. aus Eisen, Nickel oder Kobalt oder
auch aus einer vernickelten Eisenplatte besteht, die Selenschicht 14 in dünner Schicht
aufgeschmolzen wird. Die beiden so entstandenen Teile werden dann bei erhöhter Temperatur
mit den Selenschichten 13 und 14 gegeneinander gelegt. Durch entsprechend bemessenen
Druck kann man überschüssiges Selen in geschmolzenem Zustand heraus- _ pressen,
so daß die entstehende einheitliche Selen-Schicht eben gerade die gewünschte Stärke
erhält. Nach der Erstarrung wird dann die Selenschicht durch Wärmebehandlung in
die leitende Form übergeführt.
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Aluminiumoxyd als Sperrschicht hat den Vorteil, daß es ein guter Isolator
ist und sehr fest und zuverlässig auf der Aluminiumunterlage haftet, namentlich
wenn es elektrolytisch hergestellt ist -Die Spannung, gegen welche das fertig zusammengebaute
Gleichrichterelement zu sperren imstande ist, ist abhängig von derjenigen.Spannung,
die bei der elektrolytischen Herstellung der Aluminiumschicht verwendet worden ist.
Man kann daher die Sperrschicht der verlangten Betriebsspannung des Gleichrichters
genau und sicher anpassen. Um Gleichrichterelemente herzustellen, die gegen besonders
hohe Spannungen, z. B. 30 Volt und mehr, zu sperren vermögen, ohne daß in
der sonst üblichen Weise mehrere Elemente in Reihe geschaltet werden müssen, empfiehlt
es sich, die Poren der Aluminiumoxydschicht durch Behandlung in geeigneten Bädern
zu schließen, so daß eine besonders dichte und zuverlässige Sperrschicht entsteht.
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Anstelle von Aluminiumoxyd kann für die Sperrschickt auch das Oxyd
von Magnesium, Tantal, Cer, Nibb, Eisen oder einem Schwermetall verwendet werden.
Allgemein sind solche isolierenden Verbindungen (besonders Oxyde, Sulfide, Silicate)
geeignet, die sich in dünnsten, zusammenhängenden und gut haftenden Schichten auf
einer Metalloberfläche herstellen lassen. Zweckmäßig verwendet man das Metall, dessen
Verbindung als -Sperrschicht benutzt werden soll, als eine Elektrode, da man die
Sperrschicht unmittelbar auf ihr aufwachsen lassen kann. Man kann aber auch zwecks
Herstellung der Sperrschicht zunächst die metallische Komponente auf irgendeine
Metallelektrode aufbringen, z. B. durch Aufdampfen im Vakuum, auf galvanischem Wege,
durch.- Kathodenzerstäubung oder-: nach einem sonstigen bekannten Verfahren. Die
so hergestellte dünne Metallschicht wird dann auf chemischem Wege in die nicht leitende
Verbindung übergeführt, die als Sperrschicht verwendet werden soll. Dieses Verfahren
empfiehlt sich aus Ersparnisgründen, wenn die Verbindungen teurer Metalle, wie z.
B, solche wie Tantal, als Sperrschicht benutzt werden.
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Als Halbleiter können an Stelle von Selen z. B. auch Schwefel, Tellur,
deren Gemenge oder gut leitende Verbindungen dieser Stoffe- verwendet werden.
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Der neue Gleichrichter hat auch den Vorteil guter Hitzebeständigkeit.
So erträgt z. B. ein aus Aluminium, Aluminiumoxyd und Selen bestehender Gleichrichter
eine dauernde Betriebstemperatur oberhalb 70° C, bei sorgfältiger Herstellung sogar
über ioo° C;- vorübergehend darf die Temperatur auch auf 15 o° C steigen.
Bei so hohen Temperaturen läßt sich die Stromwärme leicht abführen, so daß der Gleichrichter
mit sehr viel höherer Stromdichte betrieben werden kann als die bisher bekannten.
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Es ist bereits bekannt, für Gleichrichter, bei denen eine Sperrschicht
nach dem Zusammenbau der Elektroden elektrolytisch erzeugt und aufrechterhalten
wird, Aluminium mit anoxydierter Oberfläche zu verwenden, wobei das Aluminiumoxyd
nun als Unterlage für die spätere elektrolytische Bildung und Erhaltung einer besonderen
Sperrschicht dient. Bei der Erfindung hingegen bildet die Schicht auf Aluminiumoxyd
selbst die Sperrschicht. Auch soll der gemäß der Erfindung die Dicke und die Stärke
der
Oxydschicht lediglich mit Rücksicht auf die im Betriebe zu sperrende Spannung, aber
nicht mit Rücksicht auf weitere elektrolytische Wirkungen bemessen werden. Überdies
besteht bei den bekannten Gleichrichtern, bei denen Aluminium mit oxydierter Oberfläche
verwendet wird, die Gegenelektrode aus Kupfersulfid. Dieses muß auf die Oxydschicht
aufgepreßt werden. Dadurch entsteht keine genügend innige Berührung, so daß die
Gleichrichterwirkung unstetig bleibt und keine zufriedenstellende Lebensdauer erzielt
wird.
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Andererseits hat man auch schon versucht, Gleichrichter aus Aluminium
und Selen wegen der guten Eigenschaften dieser Materialien zu bauen, jedoch ohne
Zwischenschaltung einer Oxydschicht. Dabei wirken jedoch die beiden Stoffe chemisch
aufeinander ein, so daß sich eine Zwischenschicht bildet, welche die Gleichrichterwirkung
mehr oder weniger schnell beeinträchtigt. Die gemäß der Erfindung -zwischen beiden
Stoffen angeordnete Oxydschicht verhindert derartige schädliche Wechselwirkungen.