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Stopfvorrichtung Gegenstand der Erfindung ist ein Fachbildungsmittel,
genannt Stopfkamm, für den Stopfvorgang. Es sind mancherlei Stopfapparate bekannt.
Der Grund dafür, weshalb sich Stopfapparate trotz der großen Erleichterung durch
Fachbildung noch nicht durchgesetzt haben, ist leicht .ersichtlich. Diese Apparate
sind in ihren Konstruktionen zu kompliziert und weichen vor allem in ihrer Art,
Form und Handhabung zu sehr von der altgewohnten Arbeitsweise ab. Damit gehen sie
an dem wesentlichsten Merkmal vorbei, das bei dem Versuch, Haushaltarbeiten zu verbessern,
beachtet werden muß. Eine derartig altgewohnte Arbeitsweise kann bei dem bekannten
Festhalten der Hausfrauen an überlieferten Arbeitsweisen und ihrem meist geringen
Verständnis für technische Konstruktionen nicht mit neuartigen und komplizierten
Apparaten verdrängt oder ersetzt werden. Hierzu kommt, daß diese Apparate, soweit
sie überhaupt störungsfrei arbeiten, ein peinlich sorgfältiges Arbeiten des Benutzers
-voraussetzen, das selten vorhanden ist. Vor allem wird jedoch die gewünschte Erleichterung
infolge mangelhafter Ausbildung des Faches gar nicht erreicht.
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Die Erfindung ist demgegenüber gekennzeichnet durch einen Fachbildner.
Dieser schaltet sich in die gewohnte Arbeitsweise ein, ohne diese sonst zu verändern.
Der Stopfvorgang wird also mittels des Fachbildners lediglich in seinem schwierigsten
Arbeitsgang, dem Durchführen der Nadel durch die Kette, verändert und verbessert
unter Beibehaltung der gewohnten Stopfweise mit Nadel und untergelegtem Träger aus
Holz. Die Änderung der Form des Trägers von der gewölbten Pilzform zu
ebener
Oberfläche ergibt sich, da die Wölbung nicht mehr gebraucht wird und -die Ebene
für das geradlinige Durchführen durch das Fach notwendig wird. Die durch Fachbildung
bekannten: Vorteile, schnelles Arbeiten, gewebte Fläche und saubere Ränder, werden
erweitert durch die Sicherheit und spielende Leichtigkeit beim Durchführen der Nadel
durch die: haus Metallteilen gebildete Fachbildevorrichtung. Hierzu kommt ein absolut
störungsfreies Arbeiten, das dadurch erreicht wird, daß der Kettenfaden in einer
geschlosisenen Öse gefangen ist, aus der er sich nicht herausarbeiten kann, sei-
er auch noch so schräg und unregelmäßig istraff oder locker gespannt.
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Der Gegenstand der Erfindung ist in der Zeichnungdargestellt. Es zeigt
Abb. i Gesamtansicht (perspektivisch, natürliche Größe) und Seitenansicht des Trägers
(nätiirliche Größe), Abb. 2 Darstellung der Fachausbildung (perspektivisch, vergrößert,
von vorn gesehen), Abb. 3 Darstellung,der Verschließ- und Auslösevorrichtung (perspektivisch,
vergrößert, von hinten gestehen, geschlossen und offen).
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Der Stopfkamm besteht aus zwei dünnen, verschiebbar miteinander verbundenen,
gezahnten Stahlblechen d, die mit der nadelführenden Hand abwechselnd zu heben sind.
Der Stopfkamm wird auf die Ware Mitte Loch, die in gewohnter Weise über einen Träger
b gelegt wird und mit einem Gummiring c festgehalten werden kann, oben aufgesetzt
und von der den Träger haltenden Hand an zwei mit Holzkugeln d beschwerten Gummischnüren
e gehalten. An den unteren Enden der Zahnungen f befinden sich dicht verschließbare
Ösen g. Durch diese werden die Kettenfäden mittels der Stopfnadel h gezogen. Die
Nadelführung ist hierbei wie bisher. Die Nadel wird lediglich gleichzeitig durch
die Ösen des Stopfkammes gezogen. Der Stopfkamm ist damit in die Kette eingenäht.
Er ist jedoch in Längsrichtung der Kette beweglich und kann somit für die Fachbildung
an :den Rand des zu stopfenden Loches geschoben werden. Dort bleibt er währenddes
ganzen Arbeitsganges stehen. Festhalten, ist nicht mehr unbedingt erforderlich,
da er,durch ,die Kettenfäden aufrecht gehalten wird, d. h. -,die Gümrnischnüre e
können losgelassen werden.
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Zusammentreffen der nadelführenden Hand mit dem -über .der Ware stehenden
Stopfkamm wird durch den Überstand i -der zugehörigen handelsüblichen Stopfnadel
ausgeschaltet.
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Das Fach ist infolge eines. Überstandes der Ösen vor .den Blechen
(Abb. 2) an drei Seiten, seitlich, oben und unten, durch Metall begrenzt und ermöglicht
dadurch ein leichtes und reibungsloses Durchführen der Nadel. Die Nadel wird auf
dem vorstehenden Überstand längs geschoben und ist auch von oben gegen .die Fäden
gedeckt, so daß die Nadelspitze nicht zwischen die Fäden geraten kann. Fachhöhe
ist gleich Nadeldicke. Die Breite der Ösen ist bestimmt .durch Nadeldicke und Fadenabstand,
d. h. der Stopfkamm wird in zwei Ausführungen, eine für Wolle und eine für Twist,
hergestellt. Die Tiefe der Ösen entspricht etwa einem halben Fadenabstand, so. daß
ein völliges Zustopfen des Loches gewährleistet ist.
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In den innen zylindrischen Ösen g, die an der Unterseite einen Schlitz
k haben, liegt eine Verschließ- und Auslösevorrnchtung (Abb.3). Diese besteht aus
drehbaren Dreivierbelzylindermänteln 1, die die Schlitze abdecken. Durch die Drehung,
die durch seitliches Wegdrücken zweier Hebel m erfolgt, werden die Schlitze freigegeben,
.d. h. die Ösen geöffnet und somit dar Stopfkamm von der Ware gelöst.