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Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Furniergittern Die Erfindung
bezieht sich zunächst auf ein Verfahren zur Herstellung von Furniergittern aus reihenweise
verbundenen gewellten Furnierstreifen. plan hat solche Furniergitter bisher aus
vorgeformten gewellten Furnierstreifen hergestellt und dann die einzelnen Streifen
an den Wellenbergen miteinander verleimt. Diese Herstellungsart bedingt mehrere
Arbeitsstufen und eine zahlreiche Apparatur nebst Wärmequellen zur Verformung der
Furniere. Nach der Erfindung werden diese umständlichen Einrichtungen dadurch überflüssig,
daß gerade, reihenweise nebeneinanderliegende Furnierstreifen in gleichmäßig-en
Abständen,. vorteilhaft an versetzten Punkten, miteinander verleimt und dann durch
beliebige Mittel zwischen den Klebepunkten gespreizt werden.
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Die Erfindung bezieht sich weiter auf eine Spreizvorrichtung zur Ausführung
des Verfahrens.
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Das Turniergitter wird als Mittellage für Sperrholz verwendet, wobei
das Gitter beidseitig mit einer Furnier- oder Sperrholzplatte abgedeckt wird.
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Das Verfahren nach der Erfindung besteht darin, daß mehrere hochkant
gestellte, gerade, biegsame, nebeneinanderliegende Furnierstreifen in gleichmäßigen
Abständen, etwa an versetzten Punkten, verleimt und an den Leimpunkten festgeklemmt
werden, worauf die aufeinanderliegenden, nicht verklebten
S-iücke
der Fu niere gespreizt werden. Man kann' vörteilhafterweise Kleben, Klemmen und
Spreizen auch gleichzeitig vornehmen und die Spreizeinrichtung dabei auch -als Klemmvorrichtung
benutzen. Zur Versteifung- und Festigulig an---.den -Verwendung Klebestellen können
früden, verleimte Verbindungsklötzchen .Die Bolzen 3 und 4 liegen in der waagerechten
Reihe der Zeichnung (Abb. i) in gleichen Abständen, wobei die Bolzen 4 sowohl waagerecht
wie senkrecht gegen die Bolzen 3 versetzt sind. Die Bolzen 3 sind `die Richtbolzen
und die Bolzen 4 die Spreizbolzen. Die ortsfeste Platte 2 hat Löcher 7 für die Bolzen
3 und 4 in entsprechender Verteilung.
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Auf einer Platte i sind in gewünschten Abständen und in gewählter
Zahl und gleichen Abständen parallele Führungsschlitze i i und 12 angeordnet, -in
denen die Bolzen 3 und 4 mit' -Führungsleisten 16 gleiten. Die Schlitze i i und
13 sind durch Anschläge 9 und io begrenzt, von denen die Anschläge io etwa um die
halbe Bolzenstärke länger sind als die Anschläge 9. In den Führungen i i und 12
liegen Druckstangen od. dgl. 13, die über Federn 14 mit dem Druckbalken 15
verbunden sind, der von irgendeinem Antrieb her verschoben werden kann.
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Zur Herstellung des Gitters wird zunächst in den Reihen a ein Bolzen
3 an den Anschlag 9 verschoben und dann ein Furnierstreifen 6 hochkant davorgelegt.
Darauf wird ein Bolzen 4 der Reihen b bis . an .den ersten Streifen 6 geschoben
und ein weiterer Furnierstreifen 6 davorgelegt. So werden abwechselnd die Bolzen
3 und 4 nach jeweiligem Einlegen eines neuen Streifens an diesen herangeschoben,
bis die für die gewünschte Gitterbreite erforderliche Zahl Streifen eingelegt ist.
Es liegen jetzt die Streifen immer noch gerade zwischen den losen Bolzen 3 und 4.
Nunmehr wird der Druckbalken 15 in Richtung des Pfeiles bewegt, so daß' die ganzen
Bolzenreihen c, d paarschlüssig zusammengedrückt werden und damit ganz von selbst
die Spreizung der einzelnen Streifen 6 erfolgt, indem sich hierbei die ersten Bolzen
4 an die Anschläge io anlegen und so die zwischenliegenden Streifen abwechselnd
versetzt durch die Bolzen 3 und 4 verbogen und an den. Berührungspunkten mit oder
ohne Zwischenklötzchen aneinandergeleimt werden. Durch die Federn 14 werden Ungleichheiten
ausgeglichen. DieAnschläge 9und io sind verstellbar. Statt des Druckbalkens kann
eine hydraulische oder Preßlufteinrichtung gewählt werden. Nach der Verleimung werden
die lose in den Schlitzen geführten Spreizbolzen einzeln aus dem Gitter wieder herausgenommen.
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Die Herstellung des Gitterwerkes mit dieser Vorrichtung geht -fblgendermaßenvor
sich: Die beiden Platten i und 2 werden in die offene- Stellung der Abb. 3 gebracht
und dann die hochkant gestellten Furnierstreifen 6 paar- und reihenweise zwischen
die noch vorstehenden Richtbolzen 3 eingelegt und mit dem Oberteil :2 durch Klammern,
Riegel od. dgl. fest verbunden. Die Schneiden 5 der Spreizbolzen 4 ragen hierbei
in die kleinen Zwischenräume zwischen den Furnierstreifen einer Reihe. Geht nun
der Unterteil i nach oben, so drücken die Spreizbolzen 4 die Furniere reihenweise
auseinander, wie in Abb. i dargestellt. Die beiden Platten i und 2 liegen'riün'gesclilossen
aufeinander, und die Bolzen nehmen die Lage der Abb. 2 .ein.
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.Die- Verbindung der- .einzelnen Streifen einer Reihe a untereinander
und auch mit der Nachbarreihe b zu einem festen Gitter erfolgt nun in der Weise,
daß in die Z-v#@ischenräume, soweit sie noch an den Spreizbolzen 4 vorhanden sind,
mit Leim versehene Furnierklötzchen oder -scheibchen 8, und zwar mit quer gestellter
Faserrichtung, in der entsprechenden Stärke eingeschlagen werden. Hierdurch wird
ein Reißen der Furnierstreifen in der Längsrichtung verhindert, und das ganze Gitterwerk
erhält eine wesentliche Versteifung.
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Nach dem Abbinden des Leimes können die Gitter als geschlossene Körper
und sofort verwendbare Sperrholzmittellagen herausgenommen werden. Da nun durch
Glas =Spreizen der Furnierstreifen eine Spannung entsteht und durch das Einschlagen
der Klötzchen 8 das Gitter fest zwischen den Bolzen verkeilt wird, muß das Abheben
des Gitters mechanisch erfolgen. Zu diesem Zweck wird das Unterteil wieder gesenkt,
aber so weit, daß -auch die längeren Bolzen 3 bis an die Oberfläche des Oberteils
2 abgezogen werden. Dann wird die feste Verbindung zwischen Gitter und Oberteil
:2 gelöst und das nunmehr lose aufliegende Gitter abgenommen.
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Das fertige Gitter kann dann als Zwischenlage zwischen, zwei Furnier-
und Sperrholzplatten verleimt werden und ergibt dann einen hochwertigen Sperrholzkörper,
der. bei geringstem Gewicht und erheblicher Holzersparnis einen äußerst tragfähigen
Baukörper ergibt, der normalem Sperrholz ebenbürtig ist und einfach und billig hergestellt
werden kann.
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Statt der Furnierstreifen kann man auch Sperrholzstreifen verwenden,
die, mit dünnem Sperrholz abgesperrt, einen Holzträger von ungewöhnlicher Leichtigkeit,
größter Festigkeit und überraschender Tragkraft ergeben. PATENTANSPRÜCHE: . i. Verfahren
zur Herstellung von Furniergittern aus reihenweise verbundenen gewellten Furnierstreifen,
dadurch gekennzeichnet, daß mehrere hochkant gestellte, gerade, biegsame Furnierstreifen
in gleichmäßigen Abständen reihenweise versetzt miteinander verleimt und zwischen
diesen Klebepunkten verspreizt werden.
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.2. Verfahren nach Anspruch i,.- dadurch gekennzeichnet, daß! hochkant
gestellte, nebeneinanderliegende Furnier- oder Sperrholzstreifen (6) einzeln oder
paarweise löse nacheinander durch bewegte oder bewegliche Spreizwalzen (3, 4) in
Abständen gespreizt oder durchgebogen und an den Berührungsstellen (8) miteinander
verleimt werden, wobei die Sireifenenden festgelegt sind.
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3. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Fuznierstreifen
bis zur gegenseitigen Berührung durchgebogen werden.
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4. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet,
daß
mit Leim versehene Verbindungsklötzchen oder -scheiben an den Berührungsstellen
zwischen den Furnierpaaren verkeilt werden.
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5. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch i, dadurch
gekennzeichnet, daß auf einer Platte (i) reihenweise Bolzen angeordnet sind, die
in einer Richtung in gleichmäßigen Abständen, aber abwechselnd gegeneinander versetzt
und in der hierzu senkrechten Richtung in einer Linie liegen.
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6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß eine Reihe
Bolzen (3) als Richtbolzen paarweise so zusammenstehen, daß sie in beiden Koordinatenrichtungen
gerade Linien bilden, während die andere Reihe Bolzen (q.) als Spreizbolzen in der
Mitte zwischen den Richtbolzen versetzt stehen.
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7. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet; daß die Spreizbolzen
(q.) an ihrem Kopf dachartig zugeschärft oder mit einer konischen Spitze od. dgl.
versehen sind.
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$. Vorrichtung nach Anspruch 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß!
über der lotrecht beweglichen Platte (i) als Unterteil eine zweite Platte (2) als
Oberteil ortsfest angeordnet ist, die mit den Bolzen (3, 4.) entsprechenden Löchern
versehen ist.
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9. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch i, dadurch
gekennzeichnet, daß die Spreizbolzen (3, q.) reihenweise in Führungsbahnen (ii)
od. dgl. verschiebbar sind und in diesen abwechselnd reihenweise die aufeinanderfolgenden
Streifen (6) durch gleichzeitiges Zusammendrücken sämtlich zu Wellhölzern verformen.
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io. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß auf einer
Platte (i) mit Führungen versehene Bolzen auf in parallelen Reihen (a,
b) gleiche Abstände angeordneten Führungsbahnen durch von einer gemeinsamen
Kraftquelle gesteuerten federnden Druckkörper verschiebbar sind, wobei die Führungsschlitze
durch reihenweise abgesetzte, verstellbare Anschläge (9, io) am Gegendruckende abgeschlossen
sind.
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i i. Vorrichtung nach den vorhergehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet,
daß die Spreizkörper (3, q.) gleichzeitig die Klemmkörper an den Leimstellen bilden.