-
Rechenreinigungsvorrichtung für tiefliegende Einläufe von Wasserkraftanlagen
u. dgl. Bekannte Vorrichtungen zur Reinigung der Einlaufrechen von Kraftwerksanlagen,
Pumpwerken usw. bestehen aus einem auf dem Rechenpodium quer vierfahrbaren Nagen,
an dem die meistens durch seitliche Rollen geführte Rechenharke aufgehängt ist.
Der Rechenreinigungswagen wird dabei an das zu reinigende 1Zechenfeld herangefahren,
und die Rechenbarke wird dann mittels der im Wagen eingel)auten Windwerksvorrichtung
über dem Rechen herunter,elassen, wobei meistens durch ein VVippseil dafür gesorgt
ist, daß die Harke in hochgeliobener Stellung über das auf dem Rechen angelagerte
Scltwetnnizeug hinweggleitet. Nach :dem Erreichen der tiefsten Stellung wird die
Harke mittels des Wippseils zum Anliegen auf dem Rechen gebracht, so daß das Schwemmzeug
beim Hochziehen der Harke nach oben befördert wird.
-
Liegt nun der Einlaufrechen in einer gewissen, aber nicht zu großen
Tiefe unter dem Betriebswasserspiegel, so wird in der Regel zwischen der Rechenoberkante
und dem Rechenpodium eine in Verlängerung des Rechens nach oben verlaufende ebene
Fläche vorgesehen oder eine am Rechenreinigungswagen nach abwärts bis zur Rechenoberkante
verlaufende Schurre angebracht, auf der die Harke das Schwemmzeug nach oben kratzen
kann. Ist dagegen der Abstand zwischen Rechenoberkante und Rechenpodium beträchtlich,
wie dies besonders
bei hohen Wehren und Talsperrenanlagen der Fall
ist, so bereitet die bauliche Durchbildung der zuvor beschriebenen Anordnung meist
gewisse Schwierigkeiten; es besteht auch die Gefahr, daß auf dem langen Wege wieder
Schwemmzeug aus der Harke herausfällt. Man hilft sich meist dann damit, daß der
Rechen im ganzen oder in einzelnen Teilen aufziehbar gestaltet wird. Dies hat jedoch
den betrieblichen Nachteil, daß während der meist längere Zeit dauernden Rechenreinigung
der Betrieb der hinter dem Einlauf liegenden Maschinenanlage unterbrochen werden
muß. Trotz der Unterbrechung besteht noch die Gefahr, daß während dieser (Zeit in
den ungeschützten Einlauf größere Schwimmkörper, z. B. treibendes Holz, eindringen,
die den Betrieb der Maschinenanlage später empfindlich stören können.
-
Die vorliegende Erfindung beseitigt die Mängel der bisher üblichen
Rechenreinigungsvorrichtungen bei tiefliegenden Einläufen.
-
Erfindungsgemäß wird bei einer Rechenreinigungsvorrichtung für tiefliegende
Einläufe mit einer an Seilen aufgehängten, auf seitlichen Führungsrädern laufenden
Harke ein mit der Harke zusammenarbeitendes, bis zur Rechenoberkante an Seilen herablaßbares,
seitlich geführtes Führungsgestell vorgesehen, das eine das hochgeharkte Schwemmgut
führende Rückwand bzw. einen Aufnahmebehälter für das Schwemmgut besitzt.
-
Mittels besonderer Seilführung ist es möglich, Harke und Führungsgestell
mit den gleichen Seilen zu bewegen. Eine dies ermöglichende .Ausführung besteht
darin, daß das Führungsgestell während des Anhebens und Ablassens auf der Harke
ruht und am oberen Rande des Rechens ein fester Anschlag zum Aufsetzen des Führungsgestells
vorgesehen,ist. Zweckmäßig wird hierfür eine Seilführung gewählt, die, von den Aufhängepunkten
der Harke ausgehend, mittels einer S-förmigen Schleife über zwei Umlenkrollen desFührungsgestells
zurUmlenkrolle des Windwerkgestells und von da zur Windwerkstrommel verläuft. Hierdurch
wird es möglich, daß das in der Regel in der gleichen Breite wie der Rechen ausgebildete
Führungsgestell auf den Laufschienen oder in den Führungsnischen des zur Erleichterung
von Unterhaltungsarbeiten zweckmäßigerweise aufziehbar gestalteten Rechens bis zur
Oberkante des Rechenrahmens herabgelassen werden kann. Während des Herablassens
legen sich die Laufrollen der Rechenharke infolge dieser Seilführung gegen das Führungsgestell
an. Erst beim Aufsetzen des Führungsgestells auf den Rechenrahmen rollt die Rechenharke
infolge ihres Gewichts bis an das untere Ende des Rechens herunter, wobei ein in
ähnlicher Weise wie die Harkenseile geführtes Wippseil das rechtzeitige Anheben
der Harke bewirkt. Beim Wiederhochziehen nimmt die durch das Wippseil wieder zum
Aufliegen auf dem Rechen gebrachte Harke das angesammelte Sch,tvemmzeug zum Führungsgestell
hinauf, wo es in einen mit einer rückwärtigen Klappe versehenen Behälter hineinfällt.
Sobald sich die Harke gegen das Führungsgestell anlegt, übertragen die Hubseile
ihre Kraftwirkung wieder auf das Führungsgestell und führen dieses bis zum Windengestell
hinauf. Durch Öffnen des in die Rückwand des Führungsgestells eingebauten Verschlusses
kann dann das Schwemmzeug auf die Reinigungsplattform oder in Rollwagen befördert
werden. Ein besonderer Vorteil der erfindungsgemäßen Rechenreinigungsvorrichtung
liegt darin, daß die Rechenreinigung ohne jede Störung des Betriebs und praktisch
ohne Verluste an Schwemmzeug während des Transportwegs durchgeführt werden kann.
-
Um im Falle einer etwaigen Verklemmung des Führungsgestells in den
seitlichen Führungsbahnen ein unbeabsichtiges Herabrollen der Rechenharke zu verhindern,
kann auch eine Verriegelung der Harke mit Hilfe bekannter Vorrichtungen, z. B. mittels
Haken, die Tiber die Radachse der Harke greifen, vorgesehen werden, etwa derart,
daß der Abwärtslauf der Harke erst nach dem ,Aufsetzen auf einen Anschlag in ungefährer
Höhe der Rechenoberkante freigegeben wird.
-
Weiterhin kann das Führungsgestell so ausgebildet werden, daß es,
sofern die Hubwinde genügend kräftig ist oder sofern durch andere Maßnahmen die
notwendige Hubkraft bereitgestellt wird, gleichzeitig als Zangenbalken für das Herausziehen
und Wiedereinsetzen der Rechentafeln oder Dammbalken benutzt werden kann.
-
Zu diesem Zweck sind an der Unterseite des Führungsgestells die an
sich bekannten Vorrichtungen zum selbsttätigen Ein- und Ausklinken der Rechen- oder
Dammtafeln anzubringen, wie z. ,B. zwei durch ein Hebelsystem gelenkig verbundene
Haken, die durch ein umleghares Gewicht entweder im Sinne des Schließens oder Aufsperrens
gesteuert werden. Da es für einen störungsfreien Betrieb nötig ist, daß einerseits
bei Benutzung des Führungsgestells für Rechenreinigungszwecke die Zangenhaken in
Öffnungsstellung verriegelt und andererseits bei Z.angenbalkenbetriel) die Rechenharke
verriegelt sein müssen, so ist es empfehlenswert, die beiden Verriegelungen in zwangsläufige
Abhängigkeit voneinander zu bringen, derart, daß stets mir eine der beiden Verriegelungen
offen sein kann.
-
Der Erfindungsgedanke kann auch bei gekrümmten oder polygonal geformten
Rechen verwirklicht werden.
-
Die Zeichnung bringt ein Ausfiihrungsheispiel der Erfindung, und z,#x-ar
zeigt Fig. i einen Längsschnitt durch eine Rechenreinigungsvorrichtung und Fig.
2 die zugehörige linke Draufsicht; Fig. 3 bis 6 zeigen schematisch Verriegelungsvorrichtungen,
wobei jeweils der rechte den Rechen zeigende Teil um 9o° in die Zeichenebene geklappt
ist.
-
In einem Rechenreinigungswagen i ist ein Windwerk 2 angeordnet, dessen
Seile das Führungsgestell 3 und die Harke 4 tragen und betätigen. Die Seile 5 sind
in S-förmiger Gestalt um Rollen 6 und 7 des Führungsgestells gelegt und greifen
an der Harke 4 an, die mit Rollen 8 auf seitlichen Führungsbahnen io häuft. Auf
den gleichen Fiihrungsbahnen
io läuft das Fiilirtingsgestell 3
mit Rollen 11. 111 171g. 1 sind neben de cii Rechenreinigungswagen t in strichpunktierten
Linien das Führungsgestell 3 und die Harke 4 in ihrer höchsten Stellung dargestellt.
Nach Öffnen einer Klappe 12 kann das von der Harke- liochgeför-derte Schwemmgut
in einen Tratisl>ort\@-agcri 13 befördert werden. Mit 14 ist der liüchstc: l,etriebswasserspiegel
bezeichnet, so daß Führungsgestell 3 und IIarke 4 in der gezeichneten Stellung sich
bereits unter Wasser befinden. Der hintere Teil des Führungsgestells besteht aus
einem Behälter i_5 zur Aufnahme des Schweinniguts. Im unteren Teil der Fig. i und
2 ist der Rechen 16 dargestellt, der mittels Rollen 17 ebenfalls auf den Fü hrungsbalinen
io laufen kann. Er schützt einen Einlauf 18, der durch einen Verschlußkörper 19
abgeschlossen werden kann und beispiels@@eise zu einer Wasserturbinenanlage führt.
In dem unteren Teil der Fig. i ist das Führungsgestell 3 in einer Lage gezeichnet,
in der es auf dem oberen Rand des Rechens 16 aufsitzt. Bei weiterem Nachlassen der
Seile 5 kann es also nicht weiter nach unten laufen. jedoch senkt sich darin die
Harke 4 und rollt hierbei Tiber den Rechen 16 herunter, wobei sie beispielsweise
die Stellung .1 a einnimmt. Durch Betätigung eines Wippseils 2o, das in gleicher
Weise wie die Seile 5 über Rollen am Führungsgestell geleitet sein kann, wird die
Harke 4 geschwenkt, so daß sie die Stellung 4 b» einnimmt, in der sie über Schwemmgut,
das am Rechen 16 ansitzt, hinweggleiten kann. In der untersten Stellung wird das
Wippseil 20 nachgelassen, so daß die Harke 4 sich an den Rechen 16 anlegt und beim
Hochfahren das Schwemmgut hoch zieht, bis es in den Behälter 15 übertritt. Bei weiterem
Anziehen der Seile 5 wird die Harke finit dem Führungsgestell 3 zusammen hochgezogen,
bis beide die obere gestrichelte Stellung am Rechenreinigungswagen i einnehmen.
-
Um zu verhindern, daß die Harke ..abläuft, ehe das Führungsgestell
3 auf dem Rechen 16 aufsitzt, was beispielsweise eintreten kann, wenn das Führungsgestell
3 sich unterwegs festklemmt, ist zwischen Fiihrungsgestell 3 und Harke 4 eine Verriegelung
vorgesehen. Das Führungsgestell 3 kann ferner auch zum ,-Anheben des Rechens 16
verwendet werden und tr;igt zu diesem Zweck Haken 21. Die Fig. 3 bis 6 zeigen beispielsweise
eine schematische Anordnung der Verriegelung für die Haken 21 und 22.
-
Ein Haken 22 kann die Achse 23 des Harkenrads e festhalten. Er steht
unter der Wirkung einer Feder 24 und wird unter Zwischenschaltung eines Lenkers
25 über einen Winkelhebel 26 betätigt, der durch eine Stellstange 27 bewegt werden
kann. Letztere tr;igt an ihrem unteren Ende ein Blech 28, (las gegen ein Führungsblech
29 anliegen kann, welches sich am oberen Ende einer Stange 30 befindet, die unter
der Wirkung einer Feder steht und unten eine Anschlagplatte 31 trägt. Mit-dieser
Anschlagplatte 31 kann ein Anschlag 32, der sich am oberen Rand des Rechens 16 befindet,
zusainmenarbeiten. "/.wischen (las Blech 28 und das Fülirungsblecl1 29 kann ein
Kontaktstück 33 treten, das unter Zwischenschaltung einer Feder 34 Tiber eine Stange
35 von einem Gewichtshebel 36 verschoben -,werden kann. Der Gewichtshebel 36 ist
starr mit zwei Anschlägen 37 und 38 verbunden, die tun die gleiche Achse 39 wie
der Gewichtshebel 36 schwenkbar sind. Um die Achse 39 ist ferner ein Doppelhebel
40 schwenkbar, der über Lenker 41, 42 an den oberen Fortsätzen 43 und 44 der Haken
21 angreift. _Am oberen Rand des Rechens 16 befinden sich ferner Zapfen 45, unter
welche dieHaken 21 greifen können. Fig.3 zeigt die Stellung der Verriegelungen von
Harkenhaken und Zari@genliaken im Rechenreinigungsbetrieb. Beim Hinunter- und Hinauffahren
befinden sich die Zangenhaken 21 in Ruhestellung und sind durch den Gewichtshebel
36 verriegelt, dessen -Anschlag 37 gegen den Doppelliebel 4o anliegt. Das Kontaktstück
33 befindet :ich zwischen dein Blech 28 und dem Führungsblech 29. Die Harke 4 ist
durch den Haken 22 gehalten. Beim Aufsetzen des Führungsgestells 3 auf den Rechen
16 können die Zangenhaken 21 nach wie vor nicht einklinken. Der Anschlag 32 stößt
jedoch die Anschlagplatte 31 nach oben und löst hierbei unter Vermittlung des Kontaktstücks
33, der Stange 27, des Winkelhebels 26 und des Lenkers 25 den Haken 22, so (laß
die harke 4 nunmehr frei gellt (v1;1. Fig.4, in der die Stellung der Harke nach
dem Lösen der Haken 22 in strichpunktierten Linien ange(1eutet ist).
-
Soll die Vorrichtung zum Heben des Rechens verwendet werden, so wird
(vgl. Fig.5) das Kontaktstück 33 durch Umlegen des Gewichtshebels 36 außer Wirkung
gesetzt, so daß beim Aufsetzen des Führungsgestells 3 auf den Anschlag 32 keine
Betätigung des Hakens 22 eintritt. Der mit dem Gewichtshebel 36 starr verbundene
Anschlag 38 hat sich nunmehr aber derart gegen den Doppelhebel .4o gelegt, daß die
Haken 21 nach unten hängen. Beim Aufsetzen des Führungsgestells 3 auf den Rechen
16 klinken die Haken 21 nunmehr hinter die Zapfen 45. Der Haken 22 verriegelt weiterhin
die Harke 4.
-
Soll der Rechen hinuntergefahren und unten abgesetzt werden, so wird
bei eingehängten Haken 21 der Gewichtshebel 36 nach links geschwenkt, jedoch bleibt
das Kontaktstück 33 vor dem Blech 28, da die Haken 21 in eingeklinkter Stellung
kein vollständiges Heriiberfallen des Gewichtshebels 36 nach links gestatten. Der
Anschlag 37 liegt nämlich gegen den von den Haken 21 gehaltenen Doppelhebel 4o an.
Trotz Eingriffs des Anschlags 32 bleibt deshalb die Harke verriegelt. Beim Aufsetzen
des Rechens 16 springen die Zangenhaken 21 aus, und (las Kontaktstück 33 verschiebt
sich weiter nach links (vgl. die strichpunktierte Stellung 33a). Die Harke bleibt
gleichwohl verriegelt, da das Kontakt-' stück 33 nicht zwischen Blech 28 und Führungsblech
29 treten kann. Dieser Stellung des Kontaktstücks 33 entspricht die strichpunktiert
eingetragene Stellung 36a des Gewichtshebels 36 und die Stellung 21a des Hakens
21. Beim Hochziehen des Führ-trngsgestells 3 geht die anschlagplatte 31 vom _Anschla"-
3= frri, 11u(1 ;las Kontaktstück 33 sclüebt sich
in den Zwischenraum
zwischen dem Blech 28 und dem Führungsblech 29, so daß wieder die Lage gemäß Fig.
3 erreicht ist.