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Einrichtung für turbinengetriebene Schiffe mit einer Haupt- und einer
kleineren Hilfskondensationsanlage Auf turbinengetriebenen Schiffen wird neben der
für die Hauptmaschine erforderlichen Kondensationsanlage vielfach noch eine weitere
kleinere Hilfskondensationsanlage aufgestellt, auf die verschiedene Bördhilfsmaschinen
und Apparate, z. B. Dampfwinden: u. dgl., arbeiten. Jede dieser beiden Kondensationsanlagen
ist mit .den dazu gehörigen Pumpensätzen, wie Kühlwasserpumpe, Kondensatpumpe und
Dampfstrahlluftsauger usw.; ausgeführt.
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Die Pumpensätze der Hilfskondensationsanlage werden im allgemeinen
von einer besonderen Hilfsturbine angetrieben., während die Pumpensätze der Haup`tkondensationsanlage
vielfach unmittelbar von dem Hauptgetriebe aus über ein besonderes Ritzel angetrieben
werden, so daß eine besondereAntriebsmaschine für die Pumpensätze der Hauptkondensatiönsanlage
erspart wird. Bei derartigen Schiffsantrieben, bei denen die Pumpensätze der Hauptkondensationsanlage
von der Hauptmaschine angetrieben werden, ergeben sich vielfach Anfahrschwierigkeiten,
da bei der Inbetriebnahme der Hauptmaschine der Hauptkondensator noch nicht genügend
mit Kühlwasser versorgt ist. Ähnliche Schwierigkeiten können sich auch beim Sbillsetzen
des Schiffes -einstellen. Zur Behebung dieser Schwierigkeiten dst es bereits bekannt,
auf dem Schiff besonders angetriebene Pumpensätze aufzustellen, die während des
Anfahrvorganges auf den Hauptkondensator geschaltet werden. Diese Maßnahme ist jedoch
verhältnismäßig ungünstig, da sie vielfach
einen untragbaren Aufwand
an Maschinen und Apparaten darstellt und einen großen Platzaufwand bedingt.
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Die Erfindung beschäftigt sich mit der Aufgabe, diese Schwierigkeiten
zu beseitigen, ohne daß ein zusätzlicher Mehraufwand an Maschinen in Kauf genommen
werden muß. Nach der Erfindung werden diese Schwierigkeiten bei turbinengetriebenen
Schiffen, bei denen die Pumpensätze der Hauptkondensationsanlage unmittelbar von
der Hauptantriebsmaschineangetrieben werden, dadurch behoben, daß bei der Inbetriebnahme
der Hauptmaschine, d. h. beim Anfahren des Schiffes, bzw. nach denn Abstellen der
Hauptmaschine die Pumpensätze der Hilfskondensationsanlage unter Zuhilfenahme von
Umschaltorganen und -leitungen auf den Hauptkondensator umgeschaltet werden. Der
Erfindung liegt hierbei die Erkenntnis zugrunde, daß die wesentlich kleineren Pumpensätze
-der H@ilfskondensationsanlage für den Betrieb des Hauptkondensators mit voller
Leistung zu klein sind, während des Amfahrens jedoch völlig ausreichen. Durch die
Erfindung wird der Vorteil erzielt, ;daß besonders angetriebene zusätzliche Pumpensätze,
die bisher hinsichtlich ihrer Größe gleich den Pumpensätzen der Hauptkondensationsanlage
ausgeführt wurden, in Wegfall kommen. Gleichzeitig ergibt sich der weitere Vorteil,
daß durch die eingebauten Umschaltorgane und -leitungen beim Ausfall der Antriebsmaschine
der Pumpensätze der Hilfskondensationsanlage die Pumpensätze der Hauptkondensationsanlage
gleichzeitig auf Haupt- und Hilfskondensator arbeiten können.
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An Hand der Fig. !i bis 3 wird im folgenden die Einrichtung nach der
Erfindung näher erläutert, und zwar zeigt Fig. i schematisch eine Schiffsanlage
mit einer Haupt- und einer Hilfskondensationsanlage"in bisher bekannter Ausführung;
Fig. a zeigt ein Ausführungsbeispiel der Erfindung und Fig. 3 unter zweckmäßiger
Weiterbildung des Erfindungsgedankens ein weiteres Ausführungsbeispiel. .
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In Fig. i bedeutet i den Hauptkonidensator, i11 dien Hil,fgkondensator,
a das Hauptgetrieberad, welches über das Ritzel 3 und die Kupplung q. die zur Hauptkorndensationsanlage
gehörigen Pumpen, z. B. die Kühlwasserpumpe 5 und die Kondensatpumpe6, antreibt.
Außerdem können von der gleichen Gruppe, wie dies in Fig. i beispielsweise dargestellt
ist, noch ein Bordgenerator 7 und eine Hauptölpumpe 8 angetrieben werden. Die Kondensatpumpe6
und die Hauptölpumpe 8 werden über ein besonderes Getriebe 9 mit den Ritzeln io
und ioa angetrieben, so daß die einzelnen Pumpen mit den günstigsten Drehzahlen
betrieben werden. Die für den Hilfskondensator i11 vorgesehenen Pumpen, wie Kühlwasserpumpe
511 und Kondensatpumpe 611 wer. den von einer besonderen kleinen Hilfsturbine i
i über die Kupplung,i2 sowie das Ritzel 13 und das Getriebe 14. angetrieben. Von
der Antriebsmaschine i i können außerdem noch weitere Pumpensätze angetrieben werden,
z. B. eine Reservehauptölpumpe 811 USW.
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In Fig. ? sind gemäß der Erfindung in den einzelnen Leitungen Umschaltorgane
vorgesehen, z. B. ein Umschaltorgan 15 in der Häuptkühl-,vasserdruckleitumg von
der Pumpe 5 nach dem Kondensator i und ein Umschaltorgan i 5a in der .Kühlwasserdruckleitung
von der Pumpe 511 nach dem Hilfskondensator i11. Entsprechende Umschaltorgane 16
und 16a nebst zugehörigen Umschaltleitungen sind auch für die Kondensatsaugleitungen
der beiden Kondensationsanlagen vorhanden.
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Mit Hilfe ,dieser einfachen zusätzlichen Einrichtung, bestehend aus
den Umschaltorganen :i 5, i 5a sowie 16 und 16a und :den zugehörigen Umschaltleitungen
ist es ohne weiteres möglich, bei der Inbetriebnahme der Hauptmaschine die Pumpensätze
der Hilfskondensationsünlage, z. B. die Kühlwasserpumpe 511 und die Kondensatpumpe
611, auf den Hauptkondensator i arbeiten zu losen. In gleicher Weise ist es möglich,
bei Ausfall der Antriebsmaschine i .i die Pumpensätze der Hauptkondensationsanlage
auf beide Kondensatoren i und i11 arbeiten, zu lassen.
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Fig. 3 zeigt schematisch eine Ausführung gemäß der Erfindung, woben
die zum Antrieb der Hilfskondensationsanlage gehörige Antriebsmaschine auch als
Reserveantrieb für die Hilfsmaschinen der Hauptkondensationsanlage dienen kann.
Hierbei kann die Antriebsturbine i i über die Kupplung 17 und,i8 sowohl die Pumpen
der Hilfskondensationsgruppe als auch diejenigen der Hauptkondensationsgruppe antreiben,
so daß bei Abschaltung der Haupthilfsgruppe von der Haupt-maschinenanlage durch
die Kupplung q., diese Hilfsmaschinen 5 bis 8 von der Kleinturbine i i angetrieben
werden können. Dieser Wechsel des Antriebes kann auch automatisch erfolgen, z. B.
in Abhängigkeit von den Umdrehungen der Propellerwelle, wenn deren Drehzahl z. B.
eine vorgesehene Grenze unterschreitet.
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Bei einer Anlage gemäß Fig. 3 erhält die Turbine vi zweckmäßig zwei
getrennte Düsengruppen, wovon jede für die erforderliche zugehörige Leitung bemessen
wird, d. h. eine für den Antrieb der zur Hauptkondensationsanlage gehörigen Hilfsmaschinen
und die andere für »den Antrieb der zur Hilf skondensationsanlage gehörenden Hilfsmaschinen.
Beide Düsengruppen zusammen genügen für den Fall, -daß gleichzeitig die Hilfsmaschinen
für beide Konrdensationsanlagen durch die Turbine i i angetrieben werden. Dabei
können die Verhältnisse auch so vorgesehen werden, daß, bei normaler Drehzahl für
die Hilfsgruppe, in diesem Fall die Hilfs-=sahinen, der Hauptgruppe mit einer kleineren
als ihrer normalen Drehzahl und daher nur mit einer Teilbelastung laufen.
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Die Düsengruppen der Hilfsturbine i i sowie die Umschaltorgane 15
und 15a in den Kühlwasserdruckleitungen @16 und r611 in den Kondensatsaugleitu.ngen
und die ausrückbaren Kupplungen 17 und 18 können auch automatisch oder in einer
sonst bekannten Weise entweder gleichzeitig oder in einer bestimmten: Abhängigkeit
mit der Umschaltung vom
Hauptkondensationsbetrieb auf den Hilfskondensationsbetrieb
betätigt wenden. Diese Schaltungen können ferner derart ausgebildet sein, daß auch
einzelne Teile für sich bedient, d. h. entweder angeschlossen oder abgeschaltet
werden können.
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Für die zu einer Kondensationsanlage gehörigen weiteren Apparate,
wie z. B. Dampfstrahlluftsauger od. dgl., die in rdenschematischen Fig. a und 3
nicht angegeben sind, werden deren Leitungen usw. zweckmäßig ebenfalls gemäß der
Erfindung so vorgesehen, d aßdiese, gleich wie es für die Kühlwasser-und Kondensatpumpe
angegeben wurde, wechselseitig geschaltet werden können. Statt der angegebenen Hilfsturbine
i i kann auch ein Elektromotor vorgesehen werden.