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DE857944C - Verfahren zur Herstellung von Wachs- oder Ledertuch - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Wachs- oder Ledertuch

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Publication number
DE857944C
DE857944C DED6098D DED0006098D DE857944C DE 857944 C DE857944 C DE 857944C DE D6098 D DED6098 D DE D6098D DE D0006098 D DED0006098 D DE D0006098D DE 857944 C DE857944 C DE 857944C
Authority
DE
Germany
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coating
parts
acids
products
wax
Prior art date
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Expired
Application number
DED6098D
Other languages
English (en)
Inventor
Kurt Dr Nagel
Karl Dr Werner
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Evonik Operations GmbH
Original Assignee
Degussa GmbH
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Degussa GmbH filed Critical Degussa GmbH
Priority to DED6098D priority Critical patent/DE857944C/de
Application granted granted Critical
Publication of DE857944C publication Critical patent/DE857944C/de
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    • DTEXTILES; PAPER
    • D06TREATMENT OF TEXTILES OR THE LIKE; LAUNDERING; FLEXIBLE MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • D06NWALL, FLOOR, OR LIKE COVERING MATERIALS, e.g. LINOLEUM, OILCLOTH, ARTIFICIAL LEATHER, ROOFING FELT, CONSISTING OF A FIBROUS WEB COATED WITH A LAYER OF MACROMOLECULAR MATERIAL; FLEXIBLE SHEET MATERIAL NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • D06N3/00Artificial leather, oilcloth or other material obtained by covering fibrous webs with macromolecular material, e.g. resins, rubber or derivatives thereof
    • D06N3/12Artificial leather, oilcloth or other material obtained by covering fibrous webs with macromolecular material, e.g. resins, rubber or derivatives thereof with macromolecular compounds obtained otherwise than by reactions only involving carbon-to-carbon unsaturated bonds, e.g. gelatine proteins
    • D06N3/121Artificial leather, oilcloth or other material obtained by covering fibrous webs with macromolecular material, e.g. resins, rubber or derivatives thereof with macromolecular compounds obtained otherwise than by reactions only involving carbon-to-carbon unsaturated bonds, e.g. gelatine proteins with polyesters, polycarbonates, alkyds
    • DTEXTILES; PAPER
    • D06TREATMENT OF TEXTILES OR THE LIKE; LAUNDERING; FLEXIBLE MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • D06NWALL, FLOOR, OR LIKE COVERING MATERIALS, e.g. LINOLEUM, OILCLOTH, ARTIFICIAL LEATHER, ROOFING FELT, CONSISTING OF A FIBROUS WEB COATED WITH A LAYER OF MACROMOLECULAR MATERIAL; FLEXIBLE SHEET MATERIAL NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • D06N3/00Artificial leather, oilcloth or other material obtained by covering fibrous webs with macromolecular material, e.g. resins, rubber or derivatives thereof
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  • Textile Engineering (AREA)
  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • Dispersion Chemistry (AREA)
  • Synthetic Leather, Interior Materials Or Flexible Sheet Materials (AREA)
  • Treatment And Processing Of Natural Fur Or Leather (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung von Wachs- oder Ledertuch Bisher war die Herstellung von Wachs- oder Ledertuch auf die Verwendung von Leinöl angewiesen. Leinöl oder andere natürliche Fettsäureglyceride mit ungesättigtem Charakter wurden in Gegenwart von sauerstoffhaltigen Gasen zu Standöl verkocht, die so erhaltenen halbfesten Massen mit beispielsweise Füllstoffen versetzt, auf Gewebeunterlagen aufgebracht und anschließend einer Hitzebehandlung unterworfen, wobei die oxydative Verfestigung des Lynoxins zu Ende geführt und danach das Wachs- oder Ledertuch fertiggestellt wurde. Dieses Nacherhitzen stellt eine schwer kontrollierbare und umständliche Arbeitsweise dar, erfordert lange Fertigungszeiten und hat außerdem zur Folge, daß man zarte, besonders reinweiße Farbtöne auf diesem Wege praktisch nicht herstellen kann. Ferner haben Erzeugnisse dieser Art den großen Nachteil, daß sie weder hitze- noch kältebeständig sind. Schließlich sei noch erwähnt, daß man bisher bei der Herstellung von Wachs- oder Ledertuch auf die Verwendung von Einfuhrerzeugnissen angewiesen war, die nicht nur schwer zu beschaffen sind, sondern auch, wie alle Naturerzeugnisse, den Nachteil haben, daß sie sehr ungleichmäßig sind, so daß die Herstellung gleichmäßiger Streichmassen verhältnismäßig schwierig ist.
  • Mit der vorliegenden Erfindung wird nun erstmalig ein Weg gezeigt, wie man Wachs- oder Ledertuch ausschließlich auf Grund von einheimischen Erzeugnissen herstellen kann, die auch bezüglich ihrer Eigenschaften den bekannten Erzeugnissen überlegen sind. Erfindungsgemäß verwendet man sowohl als Grundiermasse als auch als Streichmasse esterartige Kondensationsprodukte aus Pentaerythrit und mehrbasischen Carbonsäuren oder langkettigen Polycarbonsäuren, wie Adipinsäure, oder gegebenenfalls auch langkettigen gesättigten Carbonsäuren (Vorlauffettsäuren) im Gemisch mit Celluloseesterlösungen, insbesondere Nitrocelluloselösungen, unter Zusatz von Füllstoffen oder Farbstoffen und gegebenenfalls Weichmacbungsmitteln sowie ferner organischen Lösungsmitteln, wobei man den Trockengehalt der in dickflüssiger Form zur Anwendung gelangenden Grundiermasse so einstellt, daß diese nicht in die Unterlagen eindringt. Man kann ferner erfindungsgemäß auch so arbeiten, daß man die mit der Streichmasse überzogenen fertigen Erzeugnisse noch mit einem Überzug aus einer jener Streichmasse im wesentlichen gleichartig zusammengesetzten Masse versieht, die jedoch an Stelle der Füllstoffe Formaldehydkondensationsprodukte, vorzugsweise Harnstoff-Formaldehyd-Kondensationsprodukte, enthält. Danach unterscheidet sich das vorliegende Verfahren von dem bekannten Verfahren zu einem wesentlichen Teil dadurch, daß die Verfestigung der Ausgangsverbindungen nicht durch Oxydation, sondern ausschließlich durch einfaches Trocknen bewirkt wird.
  • Es ist zwar an sich bekannt, beispielsweise Polyglycerin mit Säuren oder Säureanhydriden zu vermischen und bei erhöhter Temperatur in eine kunstharzähnliche Masse überzuführen. Derartige Erzeugnisse ergeben jedoch zusammen mit Nitrocellulose und den üblichen, zur Herstellung von Deckmassen erforderlichen Zusätzen keine Streichmasse, mit deren Hilfe sich ein brauchbares Kunstleder erzielen läßt. Es ist ferner auch bekannt, hochglänzendes Papier, das keineswegs als Kunstleder oder wachstuchartiges Erzeugnis angesehen werden kann, unter Verwendung eines Lackes herzustellen, wobei die verhältnismäßig schwache Grundierung aus Nitrocellulose und einem Weichmacher, nämlich Baumwollsaatöl an Stelle von Rizinusöl, besteht; bei dieser Grundierung ist naturgemäß auch kein Trockenmittel erforderlich. Die Deckstriche dagegen enthalten keine Nitrocellulose, sondern sie bestehen aus einem Alkydharz, und diese Alkydharzschicht läßt sich ohne Trockenmittel überhaupt nicht in einen gebrauchsfertigen Zustand bringen. Nach diesem bekannten Verfahren werden , also nacheinander Celluloseester und dann erst Alkydharze zusammen mit einem Trockenmittel auf die Unterlage aufgebracht, während erfindungsgemäß beide Komponenten in jedem Strich gemeinsam, und zwar ohne die Verwendung eines Trockenmittels, zur Anwendung gelangen, wobei trotzdem ein einwandfreies Wachs- oder Ledertuch erhalten wird.
  • Zur Durchführung des neuen Verfahrens kann man mehrwertige Alkohole, wie Glycerin, Glykol, Mannit oder insbesondere Pentaerythrit, mit mehrbasischen Säuren, wie z. B. Phthalsäure, Bernsteinsäure oder Maleinsäure, oder auch mit langkettigen Polycarbonsäuren, wie Adipinsäure oder Pinelinsäure, kondensieren oder verestern; außerdem kommen noch besonders mehrbasische Oxysäuren, wie Weinsäure .oder Citronensäure, im vorliegenden Falle in Betracht ferner kann man mit Vorteil neben den genannter mehrbasischen Säuren auch noch einbasische Säurer als Veresterungskomponenten für die genannten mehrwertigen Alkohole verwenden. Nach einer bevorzugten Ausführungsform des Verfahrens nach det Erfindung kann man Pentaerythrit mit einem Gemisch aus Phthalsäure, Adipinsäure und höhermolekularen einbasischen Säuren durch einfaches Erhitzen so weit kondensieren, daß noch eine genügende Löslichkeit oder Quellbarkeit in den üblichen Lösungsmitteln, wie Alkoholen, Estern oder Aceton, erhalten bleibt. Durch die Mitverwendung von höhermolekularen einbasischen Säuren wird besonders geschmeidiges und im Griff angenehmes Wachs- oder Ledertuch erhalten; zu diesem Zweck ist es empfehlenswert, diese einbasischen Fettsäuren in solcher Menge dem Kondensationsgemisch zuzuführen, daß hierdurch eine Veresterung der alkoholischen Hydroxylgruppen von 2o bis 6o °/o erfolgen kann. Als einbasische Säuren kommen erfindungsgemäß beispielsweise gesättigte oder ungesättigte Monocarbonsäuren mit gerader oder verzweigter Kette von mindestens 6, vorzugsweise etwa 8 bis 18 Kohlenstoffatomen im Molekül in Betracht. An Stelle der genannten mehr-oder einbasischen Säuren kann man mit Vorteil sogar beliebige Gemische aus diesen Säuren mit mehrwertigen Alkoholen verestern. In gleicher Weise kann man auch mehr oder weniger einheitliche Veresterungs-oder Kondensationsprodukte miteinander vermischen und sodann zur Ausrüstung des Leder- oder Wachstuches verwenden. Besonders im Hinblick auf die einbasischen Säuren empfiehlt es sich, Gemische aus möglichst vielen einzelnen Säuren zu verwenden, wie diese beispielsweise bei der Oxydation von Paraffinen oder Mineralölen ohne weiteres erhältlich sind.
  • Die obengenannten harzartigen Verbindungen werden mit Füllstoffen oder Farbstoffen und gegebenenfalls noch mit Weichmachungsmitteln vermischt und unter Mitverwendung von organischen Lösungsmitteln, wie Alkoholen, Estern oder Ketonen, auf Gewebeunterlagen verstrichen; die so erhaltenen Erzeugnisse werden alsdann durch einfaches Trocknen fertiggestellt. Als Füllstoffe kommen im vorliegenden Falle Kaolin, Talkum, Barytweiß, Lithopone, Pigmentfarbstoffe, z. B. Titanweiß, oder auf Pigmente niedergeschlagene oder verlackte organische Farbstoffe, z. B. Krepplacke oder Alisarinlacke, in Betracht. Als Schwarzfarbstoffe eignen sich in erster Linie alle Arten von feinverteiltem Kohlenstoff, ferner Ruß, z. B. verkohlte Holzarten, oder auch alkohollösliche organische Farbstoffe. Als Weichmachungsmittel kommen die handelsüblichen Erzeugnisse in Betracht, insbesondere Dibutyl- oder Dihexylphthalat oder Trikresylphosphat, ferner Cyclohexylester der Adipinsäure, z. B. der Methyl- oder flthylcyclohexylester der Adipinsäure, die in verschiedenen Mischungsverhältnissen von Adipinsäure und der cyclischen Komponente bekannt sind.
  • Das Trocknen der erfindungsgemäß gestrichenen Gewebeunterlagen erfolgt in üblicher Weise bei erhöhter Temperatur. Dabei erweist sich das vorliegende Verfahren auch insofern als vorteilhaft; als Temperatur und Zeitdauer wesentlich niedriger gehalten werden können, als dies früher möglich war, So erzielt man ausgezeichnete Ergebnisse, wenn man bei etwa 3o bis 5o° trocknet, und es findet auch unter diesen Bedingungen schon nach wenigen Minuten ein vollständiges Durchtrocknen der Erzeugnisse statt. Diese 'Möglichkeit, die Fertigstellung des neuen Wachs- oder Ledertuches beispielsweise in den üblichen Trockenhängen oder Kastenstreichmaschinen (wie sie in der Kunstlederindustrie oder auch in der Kautschukindustrie angewandt werden) vorzunehmen, war bisher unbekannt.
  • In der angegebenen Weise kann man Gewebeunterlagen unmittelbar mit den fraglichen Streichmassen überziehen und sodann fertigstellen. Es ist hierbei vorteilhaft, viele einzelne dünne Striche aufzutragen.
  • Als Streichunterlagen kommen beliebige Gewebe oder filzartige Erzeugnisse in Betracht, die aus Wolle, Baumwolle, Leinen, Jute, Zellwolle oder Kunstseide bestehen. Gegebenenfalls kann man für diese Zwecke auch saugfähiges Papier oder Bahnen aus Faserflor verwenden, die vorher in bekannter Weise mit Kunstharzdispersionen imprägniert worden sind.
  • Die so erhaltenen Erzeugnisse können schließlich noch mit einem Finish ausgerüstet werden, der im wesentlichen in gleicher Weise wie die obengenannten Streichmassen auf Grundlage von Kondensationsprodukten aus mehrwertigen Alkoholen und Säuren aufgebaut worden ist; in diesem Falle empfiehlt es sich jedoch, die Füllstoffe wegzulassen; man kann dafür dem Finish noch Formaldehydkondensationsprodukte, insbesondere Harnstoff-Formaldehyd-Kondensationsprodukte, zusetzen; zum Färben des Finishs können alkohollösliche Farbstoffe verwendet werden. Auch Lacke, die im wesentlichen nur aus Celluloseestern oder -äthern, z. B. Nitrocellulose oder Benzylcellulose bestehen, können in gleicher `''eise zur Anwendung gelangen; sie ergeben dann eine besonders hohe Witterungs- und Wasserbeständigkeit der Erzeugnisse. Die Oberfläche der letzteren kann auch dadurch veredelt oder abgewandelt werden, daß man Velourstaub (feingemahlene 'Volle oder Baumwolle), der in verschiedenen Farben gefärbt sein kann, in an sich bekannter Weise aufträgt und dadurch eine dem schwedischen Leder oder dem Wildleder ähnliche Wirkung hervorbringt. Das neue Wachs-oder Ledertuch kann nach seiner Fertigstellung noch in bekannter Weise durch Bedrucken gemustert werden.
  • Es ist selbstverständlich auch möglich, die Streichunterlage auf beiden Seiten in der beschriebenen Weise auszurüsten.
  • Die so hergestellten Erzeugnisse kommen für die gleichen Verwendungszwecke wie das bekannte Wachs-oder Ledertuch in Betracht. Sie haben sich auch auf Schräggewebegrundlage zur Anfertigung von Litzen und Bändern mit hoher Dehnbarkeit besonders bewährt. Sehr vorteilhaft ist die Verwendung der neuen Bindemittelmassen insofern, als erfindungsgemäß Erzeugnisse von besonders hohem Glanz erhalten werden können die sich gegenüber allen bisher bekannten auf Grundlage von beispielsweise Kopallack auf-' gebauten hochglänzenden Erzeugnissen durch ihre besonders hohe Kälte- und Hitzebeständigkeit auszeichnen.
  • Beispiel i i5o Teile eines Weichharzes auf Pentaerythritgrundlage, das durch gleichzeitiges Kondensieren und Verestern von 238 Teilen Pentaerythrit, 195 Teilen Phthalsäureanhydrid, 63 Teilen Adipinsäure und 504 Teilen Vorlauffettsäuren und mit 6 bis 9 Kohlenstoffatomen im Molekül erhalten wurde, werden mit einer Lösung von 153,5 Teilen Nitrocellulose in 27o Teilen Äthylacetat und 76,5 Teilen Äthylalkohol vermischt. Dieser Lösung setzt man eine Verreibung von 25o Teilen eines Weichmachungsmittels, wie Dibutylphthalat, mit 125 Teilen Titanweiß und 75 Teilen Talkum zu und verdünnt das Ganze zum besseren Verlauf mit je 25 Teilen Butylacetat und Butylalkohol. Mit dieser verhältnismäßig dicken Streichmasse wird ein Gewebe oder ein in bekannter Weise imprägnierter Faserflor oder eine imprägnierte, saugfähige Papierbahn grundiert und anschließend mit der gleichen Streichmasse, die jedoch noch durch Zusatz von weiteren 25o Teilen Äthylacetat verdünnt wurde, in mehreren Strichen weiter ausgerüstet, bis die imprägnierte Streichgrundlage insgesamt etwa 200 g Deckmasse aufweist. Es ist zweckmäßig, diese Deckmasse auf Grundlage von Weichmachungsmittel in mehreren einzelnen Strichen aufzutragen und jeweils sorgfältig zu trocknen, was in den üblichen Streich-und Trockenvorrichtungen im Verlaufe von wenigen Minuten möglich ist.
  • Das gestrichene Erzeugnis kann schon in diesem Zustande als Fertigware in den Verkehr gebracht werden. Es besitzt eine matte Oberfläche. Zur Herstellung eines besonderen Glanzes wird die Oberfläche jedoch zweckmäßig noch mit ein oder zwei Strichen eines Finishs versehen, beispielsweise der aus iooTeilen eines 75prozentigen Weichharzes von der oben angegebenen Zusammensetzung, ioo Teilen eines 5iprozentigen Harnstoff-Formaldehyd-Kondensationsproduktes, io Teilen Dihexylphthalat und 3 Teilen eines ioprozentigen Trockenmittels aus Oxyden des Bleis, Kobalts und b'langans und Oleinsäure, in Schwerbenzin gelöst, zusammengesetzt ist. Auch dieser Lackaufstrich trocknet sehr schnell und vollkommen schon bei Temperaturen zwischen 40 und 5o° aus. i Das so erhaltene Fertigerzeugnis hat einen guten, geschmeidigen Griff und ist sehr wärmebeständig. Es kann nachträglich noch mit Nitrocelluloselackfarbstoffen bedruckt, in üblicher Weise ausgerüstet und an beliebigen Stellen verwendet werden, an denen bisher Wachs- oder Ledertuch auf Leinölgrundlage verwendet wurde. Anstatt mit einem hochglänzenden Finish kann man die Oberfläche des Erzeugnisses auch in der Weise veredeln oder abwandeln, daß man Velourstaub aufträgt. Hierzu wird ein sehr feingemahlener, beliebig gefärbter Woll- oder Baumwollfaserstaub in an sich bekannter Weise auf den letzten, noch lösungsmittelfeuchten Aufstrich aufgebracht.
  • Das auf diese Weise erhältliche Erzeugnis besitzt nicht nur rein äußerlich das Aussehen von beispielsweise Wildleder, sondern es ist auch je nach der verwendeten Faserflorunterlage im Griff Naturleder sehr ähnlich. Es zeichnet sich vor allem durch sehr gute Geschmeidigkeit und vorzügliche Kältebeständigkeit aus.
  • Beispiel 2 5o Teile eines weichharzähnlichen Erzeugnisses, das durch gleichzeitiges Kondensieren und Verestern aus 442 Teilen Pentaerythrit, 2r9 Teilen Phthalsäureanhydrid, 72 Teilen Adipinsäure und 465 Teilen Vorlauffettsäuren mit 6 bis 9 Kohlenstoffatomen im Molekül erhalten wurde, werden mit einer Lösung von 153,5 Teilen Nitrocellulose in 27o Teilen Äthylacetat und 56,5 Teilen Äthylalkohol und mit einer Verreibung von 25o Teilen Trikresylphosphat, ioo Teilen Ultramarinblau (vgl. Ullmann, »Enzyklopädie der technischen Chemie«, 2. Aufl., Bd. 1o, [1932], S. 234/235) und 5o Teilen Kaolin vermischt; ferner werden noch 25 Teile Butylacetat und 25 Teile Butylalkohol zugesetzt. Diese Streichmasse wird auf ein mit einer Acetylcelluloselösung vorgestrichenes Schräggewebe, das durch Aufschneiden eines in Schlauchform in bekannter Weise mit dieser Acetylcelluloselösung verfestigten Gewebes erhalten wurde, aufgestrichen, so daß eine Auflage von 3o bis 40 g erzielt wird. Alsdann werden etwa ioo bis i5o Teile der gleichen Streichmasse, die jedoch noch durch Zusatz von weiteren. 25o Teilen Äthylacetat verdünnt wurde, in mehreren Strichen aufgebracht. Anschließend erfolgt ein Satinierungsvorgang, der bewirkt, daß ein sehr gleichmäßiger, porenfreier Verlauf der Oberfläche erzielt wird.
  • Das so erhaltene Erzeugnis wird dann zweckmäßig noch mit etwa 2o Teilen eines Finishs ausgerüstet, der beispielsweise aus ioo Teilen eines 75prozentigen Weichharzes nach Beispiel i, ioo Teilen eines 5oprozentigen Harnstoff - Formaldehyd - Kondensationsproduktes, ioTeilen Dihexylphthalat, io Teilen einer 5oprozentigen Lösung von Ultramarinblau (vgl. Ullmann, »Enzyklopädie der technischen Chemie«, 2. Aufl., Bd. io [1932], S. 234/235, das Ultramarinblau wird mit dem Weichmacher Dihexylphthalat vorher auf der Farbreibmühle fein angerieben) in Äthylalkohol und 3 Teilen eines ioprozentigen Trockenmittels nach Beispiel i zusammengesetzt ist. Dieses Schräggewebe hat nicht nur eine vorzügliche Dehnungsfähigkeit, sondern es ist auch noch dadurch ausgezeichnet, daß die gesamte Deckschicht eine mindestens ebenso große Dehnbarkeit besitzt und bei schärfstem Strecken des dehnungsfähigen Gewebes an keiner Stelle abplatzt. Außerdem besitzt das Erzeugnis einen trocknen Griff bei höchster Kälte- und Wärmebeständigkeit. Der Glanz der fertigen Ware ist ebenfalls sehr gut. Auch beim Umbuggen wird selbst bei schärfster Beanspruchung die Oberfläche an keiner Stelle verletzt. Ein derartiges Wachstuch auf Schräggewebegrundlage kann vor allem zur Anfertigung von Litzen oder Bändern in der Schuhindustrie verwendet werden; es zeichnet sich durch seine obenerwähnten Eigenschaften vorteilhaft vor den bekannten Erzeugnissen auf Leinölgrundlage aus, welch letztere weder eine ausreichende Kältebeständigkeit noch eine genügende Wärmebeständigkeit besitzen, und ferner auch ein scharfes Dehnen des Gewebes oder ein Umbuggen ohne Verletzung der Deckschicht nicht überstehen.
  • Es ist natürlich ebensogut möglich, Streichmassen, wie sie in den Beispielen i und 2 beschrieben wurden, auf geradefädige Gewebe aufzutragen, und es ist auch ohne weiteres möglich, derartige Streichmassen in verschieden dickflüssiger Form von Grund auf zu verwenden, wobei es jedoch immer wichtig ist, daß gleichmäßige, dünne Einzelstriche aufgetragen werden, um eine genügend dichte, porenfreie, nicht klebende Oberfläche zu erhalten. Wenn auch diese Erzeugnisse schon ohne Finish mit matter Oberfläche und gutem trocknem Griff für viele Zwecke brauchbar sind, so erhöht sich doch ihre Witterungsbeständigkeit und ihr gefälliges Aussehen noch wesentlich durch Auftragen eines Finishs, der, wie bereits oben angegeben, auf schwarzem Grunde schwarz gefärbt sein muß, auf farbigem Grunde aber entweder farbig oder auch farblos Verwendung finden kann. Derartige Erzeugnisse können mit Vorteil zur Herstellung von Kühlerhauben oder Verdunklungskappen sowie von Tischbelagstoffen oder Täschnerware verwendet werden.

Claims (2)

  1. PATENTANSPRACHE: i. Verfahren zur Herstellung von Wachs- oder Ledertuch durch Überziehen von Unterlagen aus Gewebe, Filz oder Papier mit Bindemitteln, dadurch gekennzeichnet, daß man sowohl als Grundiermasse als auch als Streichmasse esterartige Kondensationsprodukte aus Pentaerythrit und mehrbasischen Carbonsäuren oder langkettigen Polycarbonsäuren, wie Adipinsäure, oder gegebenenfalls auch langkettigen gesättigten Carbonsäuren (Vorlauffettsäuren) im Gemisch mit Celluloseesterlösungen, insbesondere Nitrocelluloselösungen, unter Zusatz von Füllstoffen oder Farbstoffen und gegebenenfalls `Veichmachungsmitteln sowie ferner organischen Lösungsmitteln verwendet, wobei man den Trockengehalt der in dickflüssiger Form zur Anwendung gelangender Grundiermasse so einstellt, daß diese nicht in die Unterlage eindringt.
  2. 2. Weitere Ausbildung des Verfahrens nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß man die mit der Streichmasse überzogenen fertigen Erzeugnisse noch mit einem Überzug aus einer jener Streichmasse im wesentlichen gleichartig zusammengesetzten Masse versieht, die jedoch an Stelle der Füllstoffe Formaldehydkondensationsprodukte, vorzugsweise Harnstoff-Formaldehyd-Kondensationsprodukte, enthält. Angezogene Druckschriften: Schweizerische Patentschrift Nr. 146 244; USA.-Patentschriften Nr. 1 954 751, 2 008 417, 2o62469.
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