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Zusatzanlage zu einer mit Dynamo betriebenen Fahrradlichtanlage In
der Regel werden Fahrradlichtanlagen mit einem Dynamo betrieben, der mit dem Reifen
des Vorder- oder Hinterrades im Eingriff steht. Dadurch ergibt sich eine von der
Fahrgeschwindigkeit abhängige, also stark unterschiedliche Spannung für den erzeugten
elektrischen Strom. Wenn man auf mechanische oder andere Zusatzeinrichtungen für
die Spannungsregelung oder Spannungsbegrenzung verzichtet, so muß die aus dem Dynamo
zu speisende Glühlampe der Fahrradbeleuchtung so bemessen sein, daß sie bei der
erreichbaren Höchstfahrgeschwindigkeit gerade voll belastet wird, um ein schnelles
Durchbrennen derselben zu verhindern. Daraus ergibt sich, daB die Lichtleistung
der Fahrradbeleuchtung bei geringer oder normaler Fahrgeschwindigkeit nur einem
Teil der vollen Leuchtkraft der Lampe entspricht.
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Ein weiterer Nachteil der bekannten Fahrradlichtanlagen mit Dynamo
ist der, daß die Beleuchtung überhaupt nur beim Fahren des Rades benutzt werden
kann und unter einer bestimmten Fahrgeschwindigkeit keine brauchbare Lichtwirkung
mehr erzielbar ist.
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Trotz dieser Nachteile sind die elektrischen Fahrradbeleuchtungen
zu gut brauchbaren Geräten entwickelt worden, und sie sind so vervollkommnet, daß
die Anlage von jedem Laien am Fahrrad montiert werden kann. An den Hauptbestandteilen
der Lichtanlage, nämlich dem Dynamo und dem Scheinwerfergehäuse, sind Kontaktanschlüsse
vorhanden, die in einfacher Weise mit einem Leitungskabel verbunden werden. Von
diesen für die Laienmontage vorbereiteten Fahrradlichtanlagen ausgehend, wird mit
der Erfindung ein Zusatz zu diesen bekannten Anlagen geschaffen, der es ermöglicht,
jede vorhandene, mit Dynamo betriebene Fahrradlichtanlage zu einer solchen zu ergänzen,
bei der ein aufladbarer elektrischer Sammler als
Reservestromquellevorhanden
ist und dieser Sammler über einen Gleichrichter aus dem Dynamo gespeist bzw. aufgeladen,
in Pufferschaltung betrieben wird. Mit einem solchen Zusatz zur vorhandenen Fahrradlichtanlage
ist es-somit möglich, bei Talfahrten oder Tagesfahrten in energiespeichernder Weise
den' Sämmler aufzuladen und somit als Reservestromquelle beim Schieben oder beim
Stillstand des Rades zu benutzen. Darüber hinaus ist durch den Betrieb des Sammlers
in Pufferschaltung erreicht, daß die Beleuchtung beim Fahren des Rades immer aus
dem Sammler mit gleichbleibender Spannung, also von der Fahrgeschwindigkeit unabhängig
gespeist wird. Die Beleuchtungslampe ist dabei so dimensioniert, daß bei normaler
Fahrgeschwindigkeit von etwa 8 bis io km/Std. die Leistung des Dynamos über dem
Leistungsbedarf der Glühlampe liegt und unter Berücksichtigung der Gleichrichterverluste
eine -zusätzliche Aufladung des Sammlers zu dem Ausgleich der für die Beleuchtung
erfolgenden Energieentnahme vorhanden ist.
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Der Lichtanlagenzusatz ist von einem Trockengleichrichter, der als
Scheibe ausgebildet, mit einem Mittelloch versehen an die iKontaktanschlußschraube
des Dynamos ansetzbar ist, von dem Lichtschalter, dessen Grundplatte für das Ansetzen
an die Kontaktanschlußschrauben des Lampengehäuses mit einer Bohrung versehen ist,
dem auflaid,baren elektrischen Sammler, der z. B. als Stabakkumulator in das Sattelstützenrohr
des Fahrrades eingesetzt wird und von den montagefertig vorbereiteten Verbindungskabeln
zwischen Dynamo, Gleichrichter, Schalter, Lampe und Sammler gebildet. Die Verbindungskabel
sind mit den Teilen der Zusatzanlage verwechslungssicher für die Montage verbunden,.
und es kann in einfacher Weise durch jeden Laien die an dem Fahrrad vorhandene,
mit Dynamo betriebene Fahrradlichtanlage zu einer Anlage mit aufladbarem elektrischem
Sammler ergänzt werden. Es bilden die Bestandteile der Zusatzanlage montagefertige
Handelsobjekte, die ohne Verwendung zusätzlicher Befestigungsmittel od. dgl. mit
der vorhandenen Anlage verbunden werden können. Der Trockengleichrichter mit seinem
Mittelloch, das z. B. von einem als Kontaktverbindung wirkenden Hohlniet gebildet
ist, wird auf die Kontaktanschlußschraube des Dynamos aufgesteckt und mit der Klemmmutter
der Kontaktschraube an dieser festgespannt gehalten. Das Verbindungskabel zum Sammler
ist an dem Gleichrichter befestigt, und es wird in bekannter Weise am Rahmenbau
des Fahrrades verlegt. Der Sammler, z. B. als alkalischer Mehrzellenstabakkumulator,
wird in das Sattelstützenrohr eingesetzt. Das Verbindungskabel zwischen dem Sammler
und der Fahrradlampe ist an einem Lichtschalter befestigt, der z. B. mit einer Mittelbohrung
in seiner Grundplatte auf die Kontaktanschlußschraube des Lampengehäuses aufgesetzt
und mit der Kontaktmutter dieser Schraube festgeklemmt gehalten wird. Durch dieses
Festspannen des Schalters wird er kontaktgebend mit der Schraube verbunden, und
es ist durch die an dem Schalter vorgesehene Leitungsunterbrechung das Ein- und
Ausschalten der Fahrradbeleuchtung möglich. Bei ausgeschalteter Beleuchtung und
eingerücktem Dynamo erfolgt beim Fähren mit dem Rad die Speicherung der vollen,
von dem Dynamo erzeugten elektrischen Energie in dem Sammler.
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Geht man von vorhandenen Fahrradlichtanlagen mit Dynamo und aufladbarem
elektrischem Sammler aus, so ist mit besonderer Deutlichkeit die außerordentliche
Vereinfachung erkennbar, die sich bei der Verwirklichung der Erfindung ergibt. Es
ist ein Lichtanlagenzusatz geschaffen worden, bei dem die einzelnen Teile verwecbslungssicher
für die Montage vorbereitet sind und die Montage in denkbar einfachster Weise durchgeführt
werden kann.
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.Die erzielte Vorbereitung für die Laienmontage wird in günstiger
Weise ergänzt, wenn die zu dem Lichtanlagenzusatz gehörenden Teile, nämlich der
Gleichrichter, der Schalter und der Sammler, zusammen mit den verwechslungssicher
vorbereiteten Verbindungskabeln, in einer die Montageanordr nung demonstrierenden
Verpackung angeordnet sind. Iil diesem Fall bildet der Lichtanlagenzusatz eine Art
Ergänzungsbaukasten zu der schon vorhandenen Lichtanlage, mit welchem neben .der
Montageanordnung die zusätzlich bei einer vorhandenen Radlichtanlage erzielbare
Wirkung mit veranschaulicht wird.
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,In der Zeichnung sind Beispiele des Erfindungsgedankens dargestellt.
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In Fig.,i ist der Lichtanlagenzusatz in einem die Montageanordnung
demonstrierenden Karton gezeigt; Fig. 2 stellt die Teile der Zusatzanlage dar, und
Fig. 3 veranschaulicht die .Montage der Anlage an einem Fahrrad.
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Der ,Karton i wird für die Verpackung des Lichtanlagenzusatzes nach.derErfindung
verwendet. Wie in vielfacher Weise bekannt, ist der Karton i mit einem Zwischenboden
2 versehen, auf dem z. B. die Instruktionsbilder, der Fahrraddynamo 3, die FahrradlamPe
.4 und das Sattelstützenführungsrohr S aufgedruckt sind. An den Stellen, an dienen
sich betriebsmäßig die aus dem Trockengleichrichter 6, dem Schalter 7 und dem Stäbakkumülator
8 bestehenden Teile der Zusatzlichtanlage für die Ergänzung einer bisher gebräuchlichen
Fahrradlichtanlage :befinden müssen, ist der Zwischenboden 2 mit Aussparungen versehen,
in die die genannten Teile 6 bis 8 eingesetzt werden können. Dadurch ergibt sich
das für jeden Laien verständliche Bild der Montageanordnung, und es brauchen die
einzelnen Teile der Zusatzanlage nur in der veranschaulichten Weise am Fahrrad bzw.
an der vorhandenen Radlichtanlage montiert zu werden.
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Fig. 2 läißt erkennen, daß das Verbindungskabel 9, io verwechslungssicher
zwischen dem Gleichrichter 6 und dem Schalter 7 sowie zwischen dem Schalter 7 und
dem Stabakkumulator 8 angeordnet ist. Zur Erzielung eines sicheren Kontaktes mit
der Masse des Fahrrades ist die Anschlußleitung
i i vorhanden,
die mit ihrem freien Ende am Sattelstützenführungsrohr festgeklemmt wird. Der Gleichrichter
6 ist als Selengleichrichter so ausgebildet, daß er für die Kontaktgabe mit dem
Dynamo 3 auf die Kontaktanschlußschraube 1z des Dynamos 3 mit einem Mittelloch aufgesetzt
wird. Der andere Gleichrichteranschluß ist von der Kontaktfahne 13 gebildet, an
die das Verbindungskabel 9 angeschlossen ist. Die Grundplatte des Schalters 7 ist
mit einem Mittelloch versehen, und es wird der Schalter 7 mit diesem Loch auf die
Kontaktanschlußschraube 14 der Lampe 4 aufgesetzt. Das Loch wird von einem als Schalteranschlußkontakt
wirkenden Hohlniet gebildet. -15 ist eine Kontaktfahne für den anderen Schalteranschluß
und 16 bildet den Schalterhebel, der mit der Kontaktfahne 15 aus einem Stück sein
kann. Mit dem Schalter 7 kann dadurch die Lampe 4 aus- und eingeschaltet werden,
und es bleibt bei jeder Schalterstellung der Stabakkumulator 8 über den Gleichrichter
6 an dem Dynamo 3 angeschlossen. 17 ist der eine Volanschluß des Akkumulators
8 und 18 der andere an Masse gelegte Polanschluß. Der Stabakkumulator 8 ist aus
drei Sammlerzellen zusammengesetzt, die koaxial hintereinander angeordnet sind.
jede Zelle wird von einem Elektrodenwickel gebildet, und es sind in vorteilhafter
Weise Sinterelektroden mit einem blatt- oder foliendünnen Sintergerüst vorhanden,
bei denen die elektrochemisch aktiven Substanzen des Akkumulators in die feinen
Poren des sehr dünnen Sintergerüstes eingelagert sind.
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Aus Fig. 3 ist erkennbar, daß die Montage des Lichtanlagenzusatzes
sehr einfach durchgeführt werden kann und daß der Akkumulator 8 in dem Sattelstützenführungsrohr
5, von außen nicht sichtbar und gegen äußere Einflüsse gut geschützt, untergebracht
ist. Für das Einsetzen des Akkumulators 8 in das Führungsrohr 5 wird bei der Montage
der Zusatzlichtanlage die Sattelstütze i9 aus dem Stützenführungsrohr 5 entfernt,
der Akkumulator in das Rohr 5 eingesetzt, die Verbindungskabel durch die Sattelstütze
i9 herausgeführt und das Rohr 5 wieder durch das Einsetzen der Sattelstütze i9 verschlossen.
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Die Zusatzlichtanlage nach der Erfindung kann mit besonderem Vorteil
auch bei Motorrädern, insbesondere bei solchen mit Zündlichtdynamo, Anwendung finden,
weil der elektrische Sammler in diesem Fall bei Tagesfahrten ohne Schwierigkeiten
und merkliche Mehrbelastung aufgeladen werden kann. Er bildet dann eine betriebsbereite
Reservestromquelle, die gerade bei denKleinmotorrädern mit Zündlichtdynamo sehr
wichtig ist, wenn es gilt, in der Dunkelheit Reparaturen an dem Rad vorzunehmen
oder, was gerade bei solchen Kleinkrafträdern häufig vorkommt, eine Überprüfung
der Brennstoffzufuhr oder Zündkerze vorgenommen werden muß.
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Es liegt voll und ganz im Sinne der Erfindung, wenn an Stelle der
Anordnung des Stabakkumulators in dem Sattelstützenführungsrohr die von diesem .Akkumulator
gebildete aufladbare Reservestromquelle z. B. in einem rohrartigen Schutzgehäuse
mittels Halteschellen od. dgl. an dem Rahmenbau des Fahrrades oder Motorrades außen
angebracht wird, wie .es beispielsweise für die Mitnahme von Luftpumpen allgemein
üblich ist. Auch für diese Anordnung des Stabakkumulators am Rahmenbau kann der
Verpackungskarton in der beschriebenen Weise mit Druckbildern versehen sein, die
dem Laien als Montagehinweise dienen.
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Für die zweckmäßige Anordnung und Anpassung der Zusatzlichtanlage
an das Fahrrad ist dabei die Verwendung eines mehrzelligen Staubakkumulators von
Vorteil. Es ist aber auch ohne weiteres möglich, an Stelle dieses Stabakkumulators
eine andere Akkumulatorform zu wählen, wie sie z. B. von den mehrzelligen Akkumulatoren
inForm einerhandelsüblichen, normalen Taschenlampentrockenbatterie gebildet ist.
Dabei soll es gleichgültig sein, ob eine solche aufladbare Reservestromquelle in
einem zusätzlichen Behälter am Fahrrad angeordnet ist oder ob sie z. B. in der für
Trockenbatterien bekannten Weise in das Lampengehäuse der Fahrradbeleuchtung eingesetzt
wird. .Maßgebend für die Erfindung soll sein, daß die Teile einer elektrischen Zusatzlichtanlage
so vorbereitet und einander so zugeordnet sind, daß sie von jedem Laien verw echslungssicher
an eine vorhandene elektrische Radlichtanlage mit Fahrraddynamo angesetzt werden
können, also eine vorhandene einfache Radlichtanlage nach der Art des bekannten
Baukastensystems zu einer Lichtanlage mit aufladbarer Reservestromquelle ergänzt
werden kann.