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Zusatzgerät für Zeichentische Trotzdem am Reißbrett des Ingenieurs
so manche Idee entstanden ist, arbeitssparende -Maßnahmen durch sinnfällige hestaltung
von Arbeitsplätzen u. dgl. zii erreichen, sind der Arbeitsplatz und das Arbeitsgerät
des Ingenieurs selbst nur in sehr beschränkter `'eise in dieser Hinsicht verbessert
worden.
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Während der Herstellung technischer Zeichnungen wird verschiedenes
Arbeitsgerät, wie Stechzirkel, Bleizirkel, Nullzirkel, Bleistifte verschiedener
Härtegrade, Radiergummis, Handfeder, Ausziehtusche, Ziehfeder usw., benötigt. Dabei
tritt ein sehr häufiger Wechsel in der Gebrauchsnotwendigkeit des einen zum anderen
ein. Dies bedeutet die Notwendigkeit -sehr vieler Griffbewegungen, die, gemessen
an den rein zeichnerischen Zeiten, einen sehr großen Prozentsatz der täglichen Arbeitszeit
in Anspruch nehmen. Es ist daher sehr 'berechtigt, auch an diesem Arbeitsplatz durch
sinngemäßes Ablegen der einzelnen Zeichengeräte in griffgünstigster Lage zeitsparend
einzugreifen. Bisher sind zur Ablage und Bereithaltung des zeichnerischen Werkzeuges
im wesentlichen lediglich an der Brcttunterkante Schienen oder lange schmale Ablegekästen
angebracht worden. Diese erlauben nur das Ablegen ohne jede ordnende Systematik
und liegen beim Zeichnen in der oberen Bretthälfte entfernungsmäßig sehr ,griffungünstig.
Nicht selten wird daher versehentlich danebengelegt, so daß die empfindlichen Zirkel
herunterfallen. Ein weiterer Nachteil dieser Ablagen ist, daß sie allen vom Brett
abfallenden Radierstaub sammeln.
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Nachstehend wird eine Neuerung beschrieben, die geeignet ist, auch
am Arbeitsplatz des Ingenieurs Verlustzeiten mindern zu helfen und griffgünstige
Arbeitsweise zu erreichen.
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Da am modernen, mit Zeichenmaschine versehenen stehenden Reißbrett
die linke Hand vorzugsweise die Zeichenmaschine bedient, ist es notwendig und zweckmäßig,
alles übrige Zeichengerät in einen möglichst konstanten Abstand bzw. in möglichst
gleiche
Griffentfernung zur rechten Hand zu bringen, gleichgültig an welcher Stelle des
Reißbrettes gerade gezeichnet wird.
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Wie die Abb. i bis 5 zeigen, kennzeichnet sich die Neuerung in diesen
beispielsweisen Darstellungen dadurch, daß an einer oberhalb ,des Reißbrettes angebrachten
Laufschiene a ein Wagen b läuft. An diesem ist zweckmäßig ein Profilbalken c scharnierartig
angelenkt. Auf diesem in einem bestimmten Abstand über dem Brett stehenden Balken
gleitet ein Konsolschieber d, der durch Keilbremsen, Rasten od. dgl. in beliebigen
Höhenlagen festgehalten werden kann. An diesem Konsolschieber ist ein Ablagetischchen
e schwenkbar angebracht, welches zum Ausgleich der Schräglagen des Reißbrettes so
einstellbar ist, daß es immer in die horizontale Lage gebracht werden 'kann. Im
Gegensatz zu denvorerwähnten Ablegekästen ist nun dieser längs-und höheneinstellbare
Ablagetisch so eingerichtet, daß die einzelnen Arbeitsgeräte nach einem Ordnungssystem
abgelegt werden. Wie die Abb.6 und 7 zeigen, ist der Ablagetisch hinten, also zum
Brett gelegen, mit einer Rückwand f versehen. Vor dieser befindet sich ein taschenartiger
Schlitz g. Dadurch können bequem Kurvenlineale, Winkel, Skizzenblätter, Berechnungsunterlagen
usw. abgelegt bzw. abgestellt werden. An den Schlitz g schließen sich muldenförmige
Ablagen h für die verschiedenen Zirkel an. Die sich anschließenden Mulden i sind
für Bleistifte, Federhalter usw. bestimmt. In den Feldern k werden Radiergummis,
Reißzwecken u. dgl. untergebracht. Abb. 8 zeigt ferner eine Erweiterungsmöglichkeit
des Gerätes durch Unterbringung eines eigens hierfür hergestellten flachen Handfegers
1. Er ist damit ebenso griffbereit abgelegt wie das übrige Zeichengerät.
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Abb. 9 zeigt ferner die Möglichkeit der Anbringung der ReiBbrettlampe
p am Konsolschieber bzw. Ablagetisch. Mit dieser Einrichtung wird es möglich, die
Lampe im Gegensatz zu den sonstigen Lampenanordnungen immer auf die Stelle des jeweiligen
Zeichnens einzustellen. Die bekannten Lampenanordnungen beleuchten im allgemeinen
lediglich die obere Bretthälfte in befriedigender Weise, da sie zumeist am oberhalb
des Brettes befindlichen Gußträger der Zeichenmaschine angebracht sind.
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Die Abb. i und 2 lassen weiterhin erkennen, daB der Abstand des Profilbalkens
c zum Brett erforderlich ist, um die Lineale m der Zeichenmaschine unter dem Profilbalken
über das Reißbrett führen zu können. Sie zeigen ferner, daß die rechtsseitige Endlage
des Gerätes ohne weiteres erlaubt, mit der Zeichenmaschine bis zu den äußersten
Brettkanten arbeiten zu können. Der mit der Laufrolle n versehene Stützarm o ist
so ausgeführt, daß das horizontale Lineal noch 'hart an der unteren Brettkante geführt
werden kann, während der Wagen b so weit nach rechts ausgefahren werden kann, daß
auch das vertikale Zeichenlineal zur Nutzung der rechten Brettkante einsetzbar ist.
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Um jedoch den Ablagetisch automatisch in einem konstanten Abstand
zum Ort des jeweiligen Zeichnens -halten zu können, wird eine beispielsweise Ausführung
nach Abb. io vorgeschlagen. Bei dieser sitzt die Laufschiene a an der unteren Brettkante.
Der Wagen b ist so ausgebildet, daß klappenartig ausgebildete Hebel q an diesem
so ausgeschwenkt werden können, daß die zwischen diesen stehende zeichnende Person
bei notwendig werdenden Standveränderungen automatisch den Wagen mit verschiebt.
Eine derartige, durch Körperlagen.veränderung erzielte Entlastung der Handtätigkeit
wird bereits bei Werkzeugmaschinen mit gutem Erfolg angewandt und kann am Arbeitsplatz
des Ingenieurs nur nützlich sein.
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Selbstverständlich ist es auch möglich, die Längs-und Höhenbewegung
des fahrbaren Ablagetisches durch Fußbetätigung zu erreichen, wenn insbesondere
die erstbeschriebene Ausführung der obenliegenden Führung des Wagentisches angewandt
wird.
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An mit sog. Laufschienenzeiehenmasahinen versehenen Reißbrettern ist
es, wie die Abb. i i zeigt, unschwer möglich, die Horizontalbewegung des Ablagetisches
mit der der Zeichenmaschine zu koppeln. Es wird allerdings vorgeschlagen, die Verbindung
vom Wagen der Zeichenmaschine zu dem des Ablagetisches durch eine längs einstellbare
Verbindungsschiene herzustellen, so daß jede Person den ihr gemäßen Abstand leicht
einstellen kann. Die vertikale Verschiebung und Feststellung des Ablagetisches erfolgt
zweckmäßigerweise unabhängig von der Zeichenmaschine, um deren Beweglichkeit und
leichte Handhabungsmöglichkeit nicht zu mindern. Da derartige Zeichenmaschinen vorzugsweise
an sog. Großzeichentischen, die bis zu 8 m Länge ausgeführt werden, in Benutzung
sind, ist der Vorteil des mit diesen verbundenen Ablagetisches besonders leicht
einzusehen.
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Daß im Gegensatz zur bisherigen Arbeitsweise die griffnahe und geordnete
Ablage des stetig benötigten Zeichengerätes auf einem in möglichst konstante Entfernung
zum Ort des Zxidhnens leicht einstellbaren Spezialtisch das Arbeiten am Brett ganz
außerordentlich unterstützt und erleichtert, geht aus der Beschreibung und den beispielsweisen
Abbildungen klar hervor. Die Griffverlust- und Sudhizeiten werden auf ein Minimum
herabgesetzt und damit die reinen Zeichenarbeiten gefördert.