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DE849951C - Verfahren zum Trennen von Staerke und Gluten aus Weizenmehl - Google Patents

Verfahren zum Trennen von Staerke und Gluten aus Weizenmehl

Info

Publication number
DE849951C
DE849951C DEP2832A DE0002832A DE849951C DE 849951 C DE849951 C DE 849951C DE P2832 A DEP2832 A DE P2832A DE 0002832 A DE0002832 A DE 0002832A DE 849951 C DE849951 C DE 849951C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
flour
gluten
added
water
phosphated
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
DEP2832A
Other languages
English (en)
Inventor
Robert O Brown
Chastain G Hanel
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Pillsbury Co
Original Assignee
Pillsbury Co
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Pillsbury Co filed Critical Pillsbury Co
Application granted granted Critical
Publication of DE849951C publication Critical patent/DE849951C/de
Expired legal-status Critical Current

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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08BPOLYSACCHARIDES; DERIVATIVES THEREOF
    • C08B30/00Preparation of starch, degraded or non-chemically modified starch, amylose, or amylopectin
    • C08B30/04Extraction or purification
    • C08B30/042Extraction or purification from cereals or grains
    • C08B30/046Extraction or purification from cereals or grains from wheat
    • AHUMAN NECESSITIES
    • A23FOODS OR FOODSTUFFS; TREATMENT THEREOF, NOT COVERED BY OTHER CLASSES
    • A23JPROTEIN COMPOSITIONS FOR FOODSTUFFS; WORKING-UP PROTEINS FOR FOODSTUFFS; PHOSPHATIDE COMPOSITIONS FOR FOODSTUFFS
    • A23J1/00Obtaining protein compositions for foodstuffs; Bulk opening of eggs and separation of yolks from whites
    • A23J1/12Obtaining protein compositions for foodstuffs; Bulk opening of eggs and separation of yolks from whites from cereals, wheat, bran, or molasses

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
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  • Polymers & Plastics (AREA)
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  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • Medicinal Chemistry (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Food Science & Technology (AREA)
  • Bakery Products And Manufacturing Methods Therefor (AREA)
  • Grain Derivatives (AREA)

Description

  • Verfahren zum Trennen von Stärke und Gluten aus Weizenmehl Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf das Trennen von Stärke und Gluten aus Weizenmehl.
  • Gemäß der vorliegenden Erfindung besteht das Verfahren zum Trennen von Gluten oder Kleber aus \N eizenmehl darin, daß dem Weizenmehl 0,2s l>is 3,5 Gewichtsprozent Natriumthiosulfat zugesetzt werden, dahin das mit dem Natriumthiosulfat vermischte Mehl mit einer Wassermenge gemischt w ird, die genügt, um einen Teig zu hilden, jedoch nicht mehr, als erforderlich ist, uin einen Schlagteig zu bilden, worauf die hasse mit einer großen Wassermenge unter Rühren der Nasse gewaschen und das die Stärke enthaltende Waschwasser von dem Gluten abgetrennt wird.
  • ßeim Trennen von Mehl in seine Gluten- und Stärkebestandteile ist es üblich, zuerst einen Teig aus dem Mehl zu machen und dann den Teig unter Wasser unter Rühren zu waschen, um den größten Teil der Stärkebestandteile in dem Waschwasser abzufluten und das von den Stärkebestandteilen gut befreite Gluten zurückzulassen. Wenn ein hartes, nichtphosphatiertes Weizenmehl in dieser Weise behandelt wird, wird eine ziemliche Menge des Mehleiweißes mit dem Waschwasser zusammen mit den Stärkebestandteilen abgeschwemmt, so daß die Trennuiig nicht so vollständig ist, wie sie gewünscht wird. Wird ein hartes, phosphatiertes Weizenmehl in dieser Weise behandelt, so ist die Trennung des Glutens von den Stärkebestandteilen sehr unvollständig, und günstigstenfalls wird eine nur sehr begrenzte Gewinnung von Gluten erzielt. Wird versucht, das Gluten von den weichen Weizenmehlen, die entweder phosphatiert oder nichtphosphatiert sind, zu trennen, so gelingt die Trennung des Glutens von den Stärkebestandteilen nicht, weil das Gluten sich nicht genügend entwickelt, sondern in harte Klumpen zerbricht, die keinen Zusammenschluß zu einer Kugel oder eine Quarkmasse finden, so daß infolgedessen die Stärke aus dem weichen Weizenmehl nicht ausgewaschen werden kann.
  • Ein Ziel der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zum Trennen der Stärkebestandteile des Weizenmehls von den als Gluten extrahierten Eiweiß stoffen des Weizenmehls. Das neue Verfahren erhöht die Ausbeute an Gluten, wenn das Verfahren bei harten, nichtphosphatierten Weizenmehlen angewendet wird; ermöglicht leicht das Trennen mit guter Ausbeute von Gluten aus harten, phosphatierten Weizenmehlen und ermöglicht die einwandfreie Trennung bei weichen Weizenmehlen, die phosphatiert oder nichtphosphatiert sind.
  • Ein anderes Ziel ist die Beschleunigung des Trennvorganges.
  • Ferner ist ein weiteres Ziel die Schaffung eines geeigneten Näßmittels für das Gluten von Weizenmehl, das die leichte Trennung des Glutens von den Stärkebestandteilen aller Art von Weizenmehl ermöglichst.
  • Gemäß der Erfindung wird dem Mehl, das in seine Gluten- und Stärkebestandteile zu zerlegen ist, eine kleine Menge Natriumthiosulfat zugesetzt, wobei die Menge an Natriumthiosulfat zum großen Teil von Idem Charakter des zu behandelnden Mehls abhängt. Das Natriumthiosulfat wird dem Mehl in kleinen Mengen vorbereitend zu anderer Behandlung zugegeben. Es kann sowohl das Teigverfahren als auch das Schlagteigverfahren zum Auswaschen der Stärke aus dem Gluten des Mehls angewendet werden.
  • Das Teigverfahren Gemäß dem Teigverfahren wird das Mehl, dem Natriumthiosulfat zugesetzt worden ist, durch Zusatz von Wasser in einer Menge von 50 bis 65 Gewichtsprozent des Mehls mit dem Natriumthiosulfatzusatzes zu einem Teig geformt.
  • Das zu einem Teig verarbeitete Mehl wird dann in Wasser untergetaucht und in dem Wasser gewaschen, während derTeig geknetet wird. Das durch den Teig gebildete Netzwerk aus Glutenfasern hat das Bestreben, die Stärketeilchen in den Zwischenräumen zurückzuhalten. Die Stärke wird jedoch ausgewaschen, sobald der Teig in dem Waschwasser geknetet wird. Dadurch, daß zuerst der Teig hergestellt wird, wird das Gluten in einer Masse zusammengehalten, so daß Einzelpartikelchen aus Gluten von der Masse nicht getrennt und mit dem Waschwasser abgeführt werden. Üblicherweise genügen zwei oder drei Waschungen mit frischem Wasser, um das Trennen der Glutenbestandteile von den Stärkebestandteilen des Mehls durchzuführen. Zurück bleibt ein sehr hoher Prozentsatz der als Gluten extrahierten Eiweißstoffe des Mehls.
  • Das die Stärkebestandteile enthaltende Waschwasser wird in der üblichen Weise behandelt, um die Stärke zu gewinnen. Beispielsweise kann das Waschwasser zentrifugiert werden oder die Trennung kann durch Absetzen oder durch andere bekannte Verfahren erfolgen.
  • Das Schlagteigverfahren Gemäß dem Schlagteigverfahren werden annähernd IOO Teile Mehl, dem Natriumthiosulfat zugesetzt worden ist, mit annähernd I25 Gewichtsteilen Wasser gemischt. Dieses Gemisch wird z. B. von Hand gerührt, bis es ein glatter kohäsiver Schlagteig ist. Dieser Schlagteig wird in kleine Teilchen aufgeschlossen durch Zusatz einer Zusatzwassermenge zum Teig oder durch Zusatz des Teiges zu einer Wassermenge, die annähernd gleich ist dem Dreifachen des Gewichtes des Ausgangsmehls mit dem auf Trockenbasis zugesetzten Natriumthiosulfat. Der zu der Zusatzwassermenge zugesetzte Schlagteig wird kräftig gerührt, z. B. durch eine mechanische Rührvorrichtung, die den Schlagteig in feine Teilchen aufbricht und die Stärke aus dem Teig auswäscht. Nach dieser Behandlung werden die Glutenteilchen von der Stärkemilch getrennt, indem die Flüssigkeit durch ein Sieb oder ein anderes Filter geleitet wird, dessen Öffnungen von solcher Größe sind, daß die Glutenteilchen darauf zurückgehalten und gesammelt werden. Die Stärke wird dann aus dem Waschwasser gemäß der üblichen Praxis wie in Verbindung mit dem Teigverfahren beschrieben, gewonnen.
  • Es wurde gefunden, daß der Zusatz von Natriumthiosulfat zu trockenem Mehl vor dem Waschen, und zwar sowohl beim Teigverfahren als auch beim Schlagteigverfahren, die Trennung des Glutens von der Stärke während des Waschens auf verschiedene wichtige Weisen begünstigt. Das behandelte Mehl wird in sehr viel kürzerer Zeit ausgewaschen als ohne Zusatz von Natriumthiosulfat. Es wurde gefunden, daß die Trennung in annähernd 36°/o weniger Mischzeit durchgeführt werden kann als beim Waschen von unbehandelten Mehl. Dies ist graphisch in Fig. I der Zeichnung dargestellt, in der die Ordinate die Mischzeit in Sekunden und die Abszisse den Zusatz an Natriumthiosulfat in Gewichtsprozenten, das Gewicht des Mehls als IOOO/o genommen, bedeuten. Die mit H bezeichnete Kurve zeigt die Mischzeit, die erforderlich war, um eine einwandfreie Trennung zwischen dem Gluten und der Stärke von hartem Weizenbackmehl bei verschiedenen Natriumthiosulfatzusätzen unter Anwendung des Schlagteigverfahrens zu erzielen. Es wurde gefunden, daß die Trennung in der kürzesten Mischzeit, nämlich annähernd I22 Sekunden, durchgeführt wird, wenn I °/o Natriumthiosulfat dem harten Weizenbackmehl zugesetzt wurde. In Fig. I ist auch eine Kurve S dargestellt, welche die Mischzeit in Sekunden für weiches Mehl von der Pazifischen Küste mit verschieden hohen Prozentsätzen an Natriumthiosulfatzugaben zeigt. Da es unmöglich ist, das Gluten von der Stärke von weichem Weizenmehl lediglich durch Waschen mit Wasser zu trennen, beginnt die Kurve S an der Stelle, wo IO/o Natriumthiosulfat mit dem Mehl verwendet wird. Es ist auch erkenntlich, daß die kürzeste Mischzeit erhalten wird, nämlich eine Mischzeit zwischen 101 und 102 Sekunden, wenn ungefähr 3 Gewichtsprozent Natriumthiosulfat dem weichen Weizenmehl der Pazifischen Küste zugesetzt werden.
  • Durch Zusatz von Natriumthiosulfat zu harten, nichtphosphatierten Mehlen vor dem Trennen durch Waschen kann die Ausbeute an als Gluten extrahiertem Eiweißstoff wesentlich über die Menge erhöht werden, die erhalten werden kann, sobald Natriumthiosulfat nicht zugegeben wird. Bei harten phosphatierten Weizenmehlen wird die Ausbeute an als Gluten extrahiertem Mehleiweiß durch Zusatz von Natriumthiosulfat sehr wesentlich über die Menge erhöht. die erhalten werden kann, sobald Natriumthiosulfat nicht zugesetzt wird. Das Waschen wird in jedem Fall mit Wasser durchgeführt. Es wurde als schwierig und fast unmöglich befunden. die Stärke aus dem Gluten von harten phosphatierten Weizenmehlen durch das Teigverfahren auszuwaschen, wenn Natriumthiosulfat nicht zugesetzt wurde. Auch wenn das Schlagteigverfahren in Verbindung mit harten, phosphatierten Weizenmehlen verwendet wurde, ist die Eiweißausbeute ziemlich niedrig, wenn Natriumthiosulfat nicht verwendet wird. Sowohl bei unphosphatierten als auch bei phosphatierten Weizenmehlen, die zum Trennen in ihre Gluten- und Stärkebestandteile durch Waschen bisher als ungeeignet angesehen wurden, ergab sich, daß durch Zusatz von Natriumthiosulfat ein sehr gutes Trennen des Glutens von der Stärke stattfindet.
  • In Fig. 2 der Zeichnung sind Kurven dargestellt, in denen die Ordinaten den Prozentsatz des als Gluten gewonnenen Eisveißstoffes und dieAbszissen den Prozentsatz an Natriumthiosulfatzugabe darstellen, wobei das Gewicht des Mehls als 100% genommen und das Schlagteigverfahren angewendet wurde. Kurve a zeigt die Ergebnisse mit einem ungebleichten, bromatierten, harten Winterweizenbackmehl. Kurve b zeigt die Ergebnisse mit einem ungebleichten, harten Sommerweizenbackmehl.
  • Kurve c zeigt die Ergebnisse mit einem ungebleichten, harten Winterweizenbackmehl. Kurve d zeigt die Ergebnisse mit einem gebleichten, bromatierten, harten Winterweizenbackmehl. Kurve e zeigt die Ergebnisse mit einem gebleichten, harten Winterweizenbackmehl. Kurve f zeigt die Ergebnisse mit einem ungebleichten, phosphatierten, harten Winterweizenbackmehl. Kurve g zeigt die Ergebnisse mit einem phosphatierten, harten Sommerweizengebrauchsmehl. Kurve h zeigt die Ergebnisse mit einem gebleichten, phosphatierten, harten Winterweizelll)ackmehl. Kurve i zeigt die Ergebnisse mit einem weichen Weizenmehl von der Pazifischen Küste, und Kurve j zeigt die Ergebnisse mit einem weichen, phosphatierten Weizenmehl von der Pazifischen Küste. Wenn auch die in dem Diagramm nach Fig. 2 dargestellten Ergebnisse alle unter Anwendung des Schlagteigverfahrens erzielt wurden, wurde gefunden, daß vergleichbare Ergebnisse erhalten werden. wenn das Teigverfahren angewendet wird. mit der Ausnahme, daß bei phosphatierten, harten Weizenmehlen, sobald das Waschen nach dem Teigverfahren erfolgt, ohne einen Zusatz von Natriumthiosulfat praktisch kein als Gluten gewonnenes Eiweiß erhalten wird.
  • Aus einem Studium der Kurven der Fig. 2 der Zeichnung ergibt sich, daß die besten Ergebnisse bei der Gewinnung von Eiweiß als Gluten in Verbindung mit nichtphosphatierten, harten Weizenmehlen erhalten werden, sobald annähernd I °/o Natriumthiosulfat zu 100 Gewichtsprozent Mehl zugesetzt werden. Es ergibt sich auch, daß bei harten, phosphatierten Weizenmehlen und bei weichen, nichtphosphatierten oder phosphatierten Weizenmehlen die günstigste Ausbeute von Eiweiß als Gluten erhalten wird, sobald annähernd 3 Gewichtsprozent Natriumthiosulfat zu 100 Gewichtsprozent dieser Mehle zugesetzt werden. Eine gute Trennung wird erhalten bei harten, nichtphosphatierten Weizenmehlen, und zwar Winterweizen oder Sommerweizen, ungebleicht unbromatiert, gebleicht bromatiert oder gebleicht und bromatiert aber nicht phosphatiert, sobald 0,25 bis I,5 Gewichtsprozent Natriumthiosulfat zu 100 Gewichtsprozent des Mehls zugesetzt werden. Eine zufriedenstellende Trennung wird auch bei phosphatiertem hartem Weizenmehl, und zwar Sommer- oder Winterweizen und gebleicht oder ungebleicht, erhalten, wenn 2,5 bis 3,5 Gewichtsprozent Natriumthiosulfat zu 100 Gewichtsprozent des Mehls zugesetzt werden. In ähnlicher Weise wird eine ganz zufriedenstellende Trennung bei weichem Weizenmehl, und zwar nichtphosphatiert oder phosphatiert, erhalten, wenn 2,5 bis 3,5 Gewichtsprozent Natriumthiosulfat zu 100 Gewichtsprozent behl zugegeben werden. Die bevorzugten Mengen an Natriumthiosulfat für verschiedene Arten von nichtphosphatiertem Winterweizenmehl sind also annähernd 1 Gewichtsprozent, können aber innerhalb des Bereiches von 0,25 bis 1,5 Gewichtsprozent liegen, während bei phosphatiertem, hartem Weizenmehl und bei weichem Weizenmehl, und zwar nichtphosphatiert oder phosphatiert, der bevorzugte Prozentsatz an Natriumthiosulfat etwa 3 0/o beträgt, aber innerhalb eines Bereiches von 2,5 bis 3,5 Gewichtsprozent Natriumthiosulfat je 100 Gewichtsprozent Mehl liegt.
  • Bei der Durchführung des vorliegenden Verfahrens unter Verwendung von Natriumthiosul fat wurde gefunden, daß das aus dem behandelten Mehl ausgewaschene Gluten mehr Kohäsivkraft, Weichheit und Elastizität zeigt, als das Gluten, das aus unbehandelten Mehlen ausgewaschen wurde. Das Gluten ist biegsamer und gleichzeitig zäher als das übliche, aus den unbehandelten Mehlen ausgewaschene Gluten. Das Natriumthiosulfat wirkt als Näßmittel für das Gluten, so daß die Stärke leichter aus den Glutenfasern ausgewaschen werden kann.
  • Das Nlehleiweiß ist in einer Natriumthiosulfatlösung weniger löslich als in reinem Wasser oder Wasser allein. Nach dem Abschluß der Trennung zeigt sich, daß das Natriumthiosulfat praktisch zu loo0/o im Waschwasser ist, und nur eine Spur verblieb in den gewonnenen Fraktionen der Stärke und des Glutens.
  • Die folgenden Beispiele zeigen die Art der Durchführung des vorliegenden Verfahrens.
  • Beispiel I I g Natriumthiosulfat wird zu 100 g nichtphosphatiertem Winterweizenmehl zugesetzt und damit gemischt. 55 g Leitungswasser werden dem Mehl-Natriumthiosulfat-Gemisch zugesetzt und die Bestandteile zu einem glatten Teig verarbeitet, der zu einer Kugel geformt und in eine erste Menge von temperiertem Leitungswasser während annähernd 30 Minuten untergetaucht wird. Die Teigkugel wird dann unter Wasser bearl)eitet und geknetet, bis die Stärke aus Iden Glutenfasern ausgewaschen und das Gluten zu einer weichen Kugel geformt ist. Sobald die Stärke aus dem Gluten entfernt ist, wird Frischwasser ständig oder absatzweise zugesetzt. Wird Frischwasser ständig zugesetzt, so wird ein Teil der in dem Wasser erzeugten Stärkemilch entsprechend der Zugabe des Zusatzwassers abgeleitet. Wird Frischwasser absatzweise zugesetzt, so wind die in aufeinanderfolgenden Waschungen erzeugte Stärkemilch dekantiert, bis das Waschwasser im wesentlichen frei von Stärke ist. Die Waschwassertemperatur kann innerhalb weiter Grenzen geändert werden. Zufriedenstellendes Arbeiten erfolgt bei Temperaburen von 25 bis 330 C, die höchste Waschwirkung wird jedoch erzielt, sobald das Waschwasser annähernd 300 C ist.
  • Das Gluten wird gesammelt und die Stärke aus dem Waschwasser gewonnen.
  • Der dem Mehl zugesetzte Prozentsatz an Natriumthiosulfat kann zwischen 0,25 bis I,5 Gewichtsprozent des Mehls geändert werden. Die zur Herstellung des Teigs verwendete Wassermenge kann von 50 bis 65 Gewichtsprozent des Mehlgewichtes geändert werden. Die verwendete Waschwassermenge kann ebenfalls weitgehend geändert werden.
  • Beispiel II 3 g Natriumthiosulfat werden einem phosphatierten, harten Weizenmehl oder einem nichtphosphatierten oder phosphatierten, weichen Weizenmehl zugesetzt, worauf das gleiche Verfahren wie in Beispiel I durchgeführt wird.
  • Der dem Mehl zugesetzte Prozentsatz an Natriumthiosulfat kann zwischen 2.5 bis 3,5 Gewichtsprozent des Mehls betragen.
  • B e i s p i e l III 1 g Natriumthiosulfat wird zu 100 g nichtphosphatiertem, hartem Weizenmehl zugesetzt oder damit gemischt, worauf das Weizenmehl, dem das Natriumsulfat zugesetzt worden ist, mit annähernd 110 ccm Wasser gemischt wird, um einen klebrigen Schlagteig zu bilden. Darauf werden annähernd 300 ccm Wasser dem Schlagteig zugegeben und der Schlagteig durch schnelles Rühren in dem Wasser zerkleinert, um das Gluten zu kleineu Teilchen aufzuschließen, wobei das Trennen in etwa I20 bis I30 Sekunden erfolgt. Die Glutenteilchen werden dann von dem Stärkewasser durch Ausgießen des Gemisches auf ein 60iger Maschensieb getrennt und aufgefangen. Das durch das Sieb hindurchströmende Stärkewasser wird in der üblichen Weise zur Gewinnung der Stärke behandelt.
  • Der dem hlehl zugesetzte Prozentsatz an Natriumthiosulfat kann in den Grcnzen von 0,25 bis 1,5 Gewichtsprozent des Mehls geändert werden.
  • Die zur Bildung des Schlagteigs verwendeten Wassermengen können im Bereich von go bis 120 com geändert werden. Eine wesentliche Abweichung innerhalb praktischer Grenzen ist in der Menge des zum Aufschließen verwendeten Wassers möglich.
  • B e i s p i e 1 3 g Natriumthiosulfat werden zu 100 g hartem. phosphatiertem Weizenmehl oder weichem, nichtphosphatiertem oder phosphatiertem Weizenmehl zugesetzt, worauf das in Beispiel III angegebene Verfahren durchgeführt wird.
  • Der dem Mehl zugesetzte Prozentsatz an Natriumthiosulfat kann in den Grenzen von 2,5 bis 3,5 Gewichtsprozent des Mehls geändert werden.
  • Aus einer Prüfung der in Fig. 2 wiedergegebenen Kurven ergibt sich, daß bei der Durchführung des vorliegenden Verfahrens hohe Prozentsätze von Eiweiß, gewonnen als Gluten. von den verschiedenen Mehlarten abgetrennt werden, sobald die vorteilhaftesten Mengen an Natriumthiosulfat zur Anwendung gelangen, wie sie durch die Kurven gegeben sind.
  • In dem vorliegenden Verfahren sowie in den Durchführungsstufen können verschiedene Änderungen vorgenommen werden, ohne den Bereich der Erfindung zu verlassen, das in der vorstehenden Beschreibung allgemein beschrieben und in den nachstehenden Ansprüchen beansprucht ist.

Claims (7)

  1. P A T E N T A N S P R Ü C H E : I. Verfahren zum Trennen von Gluten aus Weizenmehl, gekennzeichnet durch die Stufen. die darin bestehen, daß 0,25 bis 3,5 Gewichtsprozent Natriumtbiosnlfat dem Mehl zugesetzt werden, das mit dem Natriumthiosulfat vermischte Mehl mit einer Wassermenge vermischt wird, die genügt, utit eineii Teig zu bilden, jedoch nicht mehr, als erforderlich ist, um einen Schlagteig zu bilden. worauf die Masse mit einer großen Wassermenge unter Rühren der Masse gewaschen und das die Stärke enthaltende Waschwasser von dem Gluten abgezogen wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch I, dadurch gekennzeichnet, daß als NN"eizenmehl ein hartes, nichtphosphatiertes Mehl verwendet wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch I, dadurch ge kennzeichnet, daß 0,2s bis 1,5 Gewichtsprozeut Natriumthiosulfat dem Mehl zugesetzt werden.
  4. 4. Verfahren nach .Anspruch I bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß annähernd I Gewichtsprozent Natriumthiosulfat dem Alehl zugesetzt werden. erfahren nach .nspruch l zum Trennen des Glutens von dem Alehl einer Gruppe aus weichen, nichtphosphatierten Weizenmehlen, weichen, phosphatierten Weizenmehlen und harten, phosphatierten Weizenmehlen, dadurch gekennzeichnet, daß 2,5 bis 3,
  5. 5 Gewichtsprozent Natriumthiosulfat dem ausgewählten Mehl zugesetzt werden. das mit dem Natriumthiosulfat gemischte Mehl mit einer Wassermenge gemischt wird, die genügt, um einen Teig zu bilden, jedoch nicht mehr als erforderlich ist, um eillell Schlagteig Bu bilden, worauf die Masse unter Rühren mit einer großen Menge Wasser gewaschen und das die Stärke enthaltende Waschwasser von dem Gluten abgezogen wird.
  6. 6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß annähernd 3 Gewichtsprozent Natriumthiosulfat dem Mehl zugesetzt werden.
  7. 7. Verfahren nach Anspruch I zum Trennen von Gluten aus Weizenmehl, dadurch gekennzeichnet, daß 0,2s bis 3,5 Gewichtsprozent Natriumthiosulfat dem Mehl zugesetzt werden. das mit dem Natriumthiosulfat vermischte Mehl einer kleinen Wassermenge zugesetzt wird, um eine halbflüssige Masse zu bilden, darauf die Nlasse mit einer großen Menge Wasser unter Kiihren gewaschen wird und das die Stärke enthaltende Wasser von dem Gluten abgezogen wird.
DEP2832A 1947-08-22 1950-07-21 Verfahren zum Trennen von Staerke und Gluten aus Weizenmehl Expired DE849951C (de)

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