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Kokille zum Gießen von Hohlkörpern Bei den bisher bekannten Verfahren
zum Gießen von Ventilgehäusen oder anderen mit mehr als einem Kern versehenen Gußteilen
unter Benutzung von Kokillen wurde die Handhabung der Kokille dadurch erschNvert,
daß die einzelnen Züge nicht nur getrennt eingesetzt, sondern auch getrennt herausgenommen
werden mußten. Das getrennte Einsetzen der Züge ist an sich deshalb eine Selbstverständlichkeit
und zweckmäßig, weil die Einzelteile, nämlich die Züge und die Kokillenhälften,
nach dem Abgießen und (lern Entfernen des Abgusises und vor dem Zusammensetzen ohnehin
mit Graphitwasser gekühlt und mit einer Graphits.chicht versehen werden sowie ztisaininengewtzt
werden müssen, wob.i diese Vorgänge nicht maschinell, sondern von Hand durchzuführen
sind. Dagegen ist aber das Offnen der Form bisher stets von Hand in der Weise geschehen,
daß man zunächst die Züge entfernt. Schon hierbei ergaben sich zum Teil Schwierigkeiten
insofern, als die Züge durch Aufschrumpfen des Gußstückes sich nur unter gewissem
Kraftaufwand entfernen ließen. Hierbei wurden Hammerschläge usw. gegen die Züge
ausgeführt, umdieTeile zu lockern. EineFolgehiervon war eine starke Beschädigung
und ein hoher Verschleiß an Formen. Insbesondere war der Ausstoß von schrägen Zügen;
bisher nur unter sehr erschwerten Umständen möglich, @so daß hier die Gefahr der
Beschädigung oder Zerstörung der Form durch Schlagwerkzeuge besonders groß war.
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Der 1?rtindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, hier Abhilfe zu schaffen
und Anordnungen vorzuschlagen, mittels deren es möglich ist, die Trennung
der
Teile nach vorgenommenem Abguß auf mechanischem Wege und unter Zuhilfenahme von
Hilfsmitteln sowohl zeit- als auch kraftsparend und schließlich in dem Sinne anzuwenden,`da.B
der Verschleiß an Kokäle n und Zügen wesentlich herabgesetzt werden soll.
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Es gelingt,dies dadurch, da.ß man eine Druckvorrichtung verwendet,
die über geeignete übertragusigsorgane gleichzeitig oder doch ungefähr gleichzeitig
die verschiedenen Züge einer derartigen Kokille austreibt. Dieser Erfindungsgedanke
läßt sich, obwohl er im nachstehenden an einem Ausführungsbeispiel erläutert wird,
das sich lediglich auf Ventilgehäuse bezieht, in entsprechender Weise auch auf andere
Gußteile anwenden.
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Gemäß. Weiterbildung der Erfindung soll die Druckvorrichtung aus einem
Hauptdruckorgan bestehen, das senkrecht zur Durchflußachse des Ventilgehäuses wirkt
und die etwa in der Durchflußachse liegenden Kokillenstücke über geeignete Keil-
oder Druckflächen unmittelbar ausstößt. Man kann dann dieses Hauptorgan gabelförmig
ausbilden, so daß die Gabelschenkel die Kokille zwischen sich fassen. Stattet man
.die Züge in an sich bekannter Weise ebenfalls mit Qabeln aus, welche die Kokillen
zwischen @sich fassen, und sieht an, den Enden dieser Gabeln Keilflächen oder sonstige
Übertragungsmittel vor, so können die drei Gabeln in der vorbeschriebenen Weise
zusammenwirken, wobei sich die Gabelenden nahe den Seitenflächen der Kokille treffen.
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Man kann aber auch gleichzeitig den Zug für das Spindelgehäuse durch
das. Druckorgan austreiben, wobei indessen zu bedenken ist, daß dieser Zug in der
Regel deshalb nach oben zu liegen muß, weil mit ihm in der Regel der tote Kopf verbunden
ist. Klamm,ert man nun die Kokille selbst in der Gießstellung gegenüber dem Gießtisch
fest und läßt das Hauptdruckorga.n von unten wirken, so kann man gleichzeitig den
Spindelgehäwsezug ausstoßen. Will man dagegen jedoch die Kokille nicht mit dem Tisch
fest verbinden, weil es beim Gießen nötig ist, sie etwas schräg zu halten:, und
weil,die Festlegung überhaupt einen Zeitverlust und eine zusätzliche Vorrichtung
bedingen könnte, so kann man das Druckorgan von oben wirken lassen, wobei es die
Kokille selbsttätig gegen den Tisch drückt, muß dann aber die Gabel des Hauptdruckorgans
mlit einer richtungsändernden Vorrichtung, z. B. einem Heben, eirein Kurvenstück
od. dgl., ausstatten., wobei sich z. B. die nach unten gerichteten Kurvenflächen
auf Gleitrollen abwälzen können, die an den Seitenflächen der Kokille gelagert sind,
während -die Oberseite des Kurvenstückes gegen seitliche Ansätze im Spindelzug drücken
und diesen also etwa gleichzeitig mit den beiden anderen Zügen ausstoßen. Das Kurvenstück
wirkt dabei in gewisser Weiise als Hebel. Die Vorrichtung kann aber auch durch andere
entsprechende Anordnungen ersetzt werden.
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Bisher geschah das öffnen der Kokillen gleichfalls nur durch Schlagen
bzw. durch Aufstoßen einer mit diesen verbundenen Traverse. Durch diese gewaltsame
Behandlung wurde naturgemäß dIas Werkzeug, die Kokille selbst und auch die übrigen
damit zusammenhängenden Teile derart stark beansprucht, daß die Vorteile des Kokillengusses
durch den verstärkten Einsatz von Schlosserkräften weitestgehend wettgemacht wurden
und dadurch das Gießen in der Kokille so viele Nachteitle aufwies, daß es in vielen
Fällen überhaupt unterblieb. Um hier Abhilfe zu schaffen und die Anordnung besonders
handlich zu machen, empfiehlt es sich, die Druckvorrichtung ausschwenkbar auszugestalten,
so daß der Gießtisch durch sie nicht behindert wird. Sie kann z. B. an einer senkrechten
Säule gelagert sein. Es müssen aber dann Mittel vorgesehen werden, um sie nicht
nur über die Kokille einzuschwenken, sondern die Entstehung eines Drehmoments in
der Schwenksäule zu verhindern. Man kann dies erreichen, indem man eine Hilfssäule
vorsieht, welche die Schwenksäule zu einem Rechteckrahmen zusammen mit dem Tisch
und dem Druckstempel vereint, und kann weiterhin das untere Ende der Hilfssäule
gegenüber dem Tisch auf einfache und lösbare Weise verankern, z. B. indem sie in
einen seitlichen Schlitz dies, Tisches eingreift und gegen Längsverschiebung nach
oben durch einen Bund oder auf ähnliche Weise gesichert ist.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel zur Erfindung in der
Ansicht wiedergegeben.
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Die Kokille besteht aus zwei gegeneinandergelegten Kokillenhälften
i, in ,die drei Züge 2, 3 und 4 eingesetzt sind. Die ersten beiden Züge bilden Durchflußhohlraum,
während der letzte Zug 4 den Spindelhohlraum darstellt. Die erstgenannten Züge sind
durch Traverse 5 und, Druckstempel 6 ergänzt, so daß sie die Kokille gabelförmig
mit .diesen Teilen umgeben. Beim Zusammenbau wird das Hauptdruckongan 7, das aus
einem Druckstempel und zwei Gabelstücken 8 sowie einer unteren, Traverse 9 besteht,
mit in die Form eingelegt. Die Gabelstücke 8 haben jeweils zwei Keilstücke io, die
mit den entsprechend abgeschrägten Enden i i der Druckstempel 6 zusammenarbeiten.
Am Hauptdruckorgan 7 ist jeweils seitlich .der Kokille weiterhin ein hebelartiges
Kurvenstück 12 angeordnet, deren nach unten gerichtete Kurvenflächen 13 auf je einer
an der Kokille seitlich gelagerten Gleitrolle 14 abrollen können. Die nach oben
gerichteten Flächen, 15 dieser Kurvenstücke stehen in Berührung mit entsprechenden
Nocken 16, die sich an der Traverse 5 des Spindelgehäusezuges 4 befinden.
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Am Gießtisch 17 ist eine Säule 18 fest gelagert, um die eine Drucktraverse
19 in Richtung des Pfeiles 2o verschwenkt werden kann. Diese Drucktraverse enthält
den Druckmechanismus 21, di. h. in vorliegendem Fall eine nicht gezeichnete Zahnstangenvorrichtung.,
.die über einen Handhebel 22 im Sinne des Pfeiles 23 betätigt werden kann, wobei
der untere vorstehende Druckteil 24 auf ,das Hauptdruckorga,n 7 einwirkt. Die Traverse
i9 isst auf der anderen Seite der Druckvorrichtung 21 weiter fortgesetzt und hat
hier eine Hilfssäule 25, die an ihrem unteren Ende mit einem Bund, 26 versehen ist.
Die Hilfssäule greift beim Einschwenken über die Kokille in einen Schlitz 27 am
Tisch ein, wobei der
Bund 26 eine dichte Anlage am Tisch erfährt,
sobald der Handhebel 22 betätigt und die Druckvorrichtung unter Spannung gesetzt
wird.
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Wenn das Hauptdruckorgan 7 in Richtung des Pfeiles 28 nach unten geht,
drücken die Keilflächen i i die Züge 2 und 3 in Richtung des Pfeiles 29 zur Seite.
Gleichzeitig rollen die Kurvenstücke 12 in Richtung des Pfeiles 3o auf den Gleitroben
14 ab und stoßen den Spinid'elgehäu-sezug4 über die Nocken 16 und die Traverse 5
aus der Kokille heraus. Die Teile können dann mühelos entfernet und die Kokillenhälften
auseinandergenommen werden.